Alkohol

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Es gibt Menschen, die können damit umgehen, und es gibt Menschen, die können es nicht. Wer hat noch nicht die beruhigende, enthemmende Wirkung des Alkohols erlebt? Wer hat sich noch nie Mut angetrunken, um eine Frau, einen Mann anzusprechen? Alkohol hat schon etwas befreiendes. Anfangs hat man nach einer Partynacht noch einen Kater. Doch wenn man weiter trinkt, dann entsteht im Körper eine Toleranz, so dass man am nächsten Morgen keine Kopfschmerzen mehr hat. Die Gefahr des Alkohols ist zum einen seine angstlösende, enthemmende Wirkung, zum anderen bewirkt Alkohol eine Art positiven Gefühls. Die Gefahr ist, dass man davon abhängig wird und langsam die Kontrolle über den Konsum verliert. Wenn das so ist, dann schlagen die positiven Eigenschaften des Alkoholkonsums mit der Zeit in negative um. Man erzählt Dinge, die man im nüchternen Zustand nie preisgeben würde, und für die man sich am nächsten Tag schämt. Man ist so enthemmt, dass das Gewissen betäubt ist. So tut man im betrunkenen Zustand Dinge, die unvernünftig, ja sogar gefährlich sein können. Bei einem zu hohen Pegel kommt Aggression und Wut mit dazu, die sich nun ungebremst ausleben. Man verliert die Kontrolle über seinen Körper, das Blickfeld ist eingeschränkt. Es kommt zu Gewalttaten und zu Verbrechen.

Dabei ist nicht der Alkohol an sich das Problem. Das Problem ist immer der, der vom Alkohol abhängig ist. Er versucht mit dem Bier, Wein oder Schnaps die Probleme, schlechten Gefühle und Minderwertigkeitskomplexe, die er hat, zu kompensieren. Das ganze entwickelt sich zu einem Kreislauf. Man bekommt Probleme mit dem menschlichen Umfeld. Diese Probleme und den daraus resultierenden Schmerz versucht der Süchtige mit steigendem Alkoholkonsum zu kompensieren. Er verliert dabei nach und nach den Zugang zur Realität und lebt in einer Phantasiewelt. Er beginnt zu lügen, seinen Schnaps zu rechtfertigen und bewegt sich zwar in der Realität, nimmt die Realität aber nur noch durch einen alkoholischen Nebel wahr. Lebt er dann noch in einer Beziehung oder einer Familie, so leidet das ganze familiäre Umfeld darunter. Seine Sucht steht nun im Mittelpunkt aller Bemühungen und Anstrengungen seiner Angehörigen, die Sucht unter Kontrolle zu bekommen. Vor allem die Kinder, falls vorhanden, leiden darunter.

Der Alkoholismus ist keine Bagatelle. Er ist eine schwerwiegende Störung. Die Bibel sagt, dass kein „Trunkenbold“, was ein Alkoholiker ja ist, das Reich Gottes erben wird:

1 Kor 6,9 Wißt ihr denn nicht, daß Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht: Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Weichlinge, noch Knabenschänder,
10 weder Diebe noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde, noch Lästerer, noch Räuber werden das Reich Gottes erben.

Das ist eine harte Aussage.

Wir leben in einer Gesellschaft, die, wenn man den Alkohol verbieten würde, wahrscheinlich in wenige Monaten zusammenbrechen würde. Egal ob bei Betriebsfeiern, bei Hochzeiten, bei Beerdigungen oder Familienfeiern: Alkohol ist immer dabei. Das ist auch an sich auch nicht schlecht. Alkohol ist ein Gabe Gottes. Aber so wie jede Gabe, kann sie auch missbraucht werden. Was ursprünglich die Geselligkeit fördern sollte (auch Jesus trank mit seinen Jüngern Wein), wird schädlich, wenn es pervertiert angewendet wird.

Die Bibel lobt zu einen den Wein, als Begleiterscheinung zur Freude:

Pred 9,7 So geh nun hin, iß mit Freuden dein Brot und trinke deinen Wein mit fröhlichem Herzen, denn Gott hat dein Tun längst gebilligt!

Doch zum anderen verurteilt sie seinen Missbrauch:

Spr 20,1 Der Wein macht zum Spötter, das starke Getränk macht wild, und keiner, der sich damit berauscht, wird weise.

Spr 23,29 Wer hat Ach und wer hat Weh? Wer hat Streit? Wer hat Klage? Wer hat Wunden ohne Ursache? Wer hat trübe Augen? 30 Die, welche spät aufbleiben beim Wein, die einkehren, um Würzwein zu kosten! 31 Schau nicht darauf, wie der Wein rötlich schimmert, wie er im Becher perlt! Er gleitet leicht hinunter; 32 zuletzt aber beißt er wie eine Schlange und sticht wie eine Otter! 33 Deine Augen werden seltsame Dinge sehen, und dein Herz wird verworrenes Zeug reden; 34 du wirst sein wie einer, der auf hoher See schläft und wie einer, der oben im Mastkorb liegt. 35 »Man hat mich geschlagen, aber es tat mir nicht weh; man prügelte mich, aber ich merkte es nicht! Wann werde ich aufwachen? Ich will es weiter so treiben, ich werde ihn wieder aufsuchen!«

Jede Gabe Gottes, wie auch der Alkohol, ist an und für sich nicht schlecht. Man kann ein gutes Essen genießen. Man kann aber auch fresssüchtig sein und Übergewicht bekommen. Man die Sexualität mit dem Partner genießen. Man kann aber auch sexsüchtig sein, und seine Sexualität in schädlicher Art und Weise ausleben, mit der Gefahr Krankheiten bei Promiskuität und Homosexualität zu bekommen. Man kann sich freuen, wenn man sich etwas neues leistet. Aber man kann auch kaufsüchtig werden und dadurch viel Geld zum Fenster hinaus schmeißen. Man kann seine Arbeit mit Freuden tun oder ein Workoholic werden. Man kann sein Haustier lieben. Oder man kann den Tieren so viel Beachtung schenken, dass für bedürftige Menschen kein Platz mehr im eigenen Leben ist. Diese Beispiele zeigen, dass jede Gabe Gottes pervertiert werden kann.

Die Bibel spricht sich immer deutlich gegen den Missbrauch von Gottes Gaben aus.

Ich selber wuchs in einer Familie mit Alkoholmissbrauch auf. Die psychischen Schäden davon wirken sich bis heute auf mein Leben aus. Wenn die betreffende Person erkennen würde, welche Schäden sie bei der ganzen Familie angerichtet hat, sie würde zutiefst erschrecken. Aber im Dunst des Alkohols nimmt diese Person die ganze Tragweite ihrer Sucht nicht wahr. Ich selbst habe mit Sexsucht, Drogensucht, Spielsucht, Nikotinsucht und auch Alkoholsucht zu kämpfen. Wie viel wäre mir erspart worden, wenn alles anders gekommen wäre? Für viele Menschen sind diese Süchte Bagatellen. Doch die Schäden, die sie anrichten, sind fast nicht mehr in den Griff zu bekommen. Ja, Gottes Gaben sind gut, aber der Empfänger geht nicht immer gut mit ihnen um. Die Sünde pervertiert alles Gute. Sie verzerrt das Gute.

Alkoholismus ist eine Art von Krankheit. Die dahintersteckende Sünde ist die Ursache für alle Krankheiten, mit denen wir uns herumschlagen. Jesus Christus kam, um die Sünden zu tilgen und um uns von der Sünde, auch von Alkoholismus, zu befreien. Wer sich an ihn wendet, kann befreit werden:

1Petr 3,18 Denn auch Christus hat einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führte; und er wurde getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht durch den Geist,

Röm 6,23 Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.

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