Als Christ im Internet

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Das Internet ist schon eine feine Sache in mancherlei Hinsicht. Noch nie in unserer ganzen Menschheitsgeschichte war es so einfach, an Informationen zu kommen. Das gilt nicht nur für Weltmenschen, sondern auch für Christen. Wir Christen haben durch das Internet Zugang zu Texten, Büchern, Predigten und historischen Informationen, die durch die ganze Kirchengeschichte hindurch entstanden sind. Es gibt unzählige gute christliche Seiten, wo man sich informieren kann und seinen Horizont erweitern kann. Doch das ist auch mit Gefahren verbunden. Während der ganzen Kirchengeschichte hindurch, war Satan ebenfalls bestrebt, die Gläubigen von der Einfalt gegenüber Christus abzubringen (2Kor 11,3). So gab es während des Bestehens der Gemeinde, das jetzt schon fast 2000 Jahre andauert, immer wieder Sekten und Irrlehrer, die mit dem Anspruch auftraten, etwas Neues zu bringen oder den Weg des Evangeliums noch genauer auszulegen, als es die gängigen Gemeinden taten. Satan gebrauchte durch ihn fehlgeleitete Menschen, um die Gläubigen in die Irre zu führen und vom rechten Weg abzubringen; und leider muss man sagen, dass sich diese Lehren auch im Internet befinden. Wir haben also nicht nur die guten, brauchbaren Informationen, wir finden auch allerhand Irrlehren im Internet. Das birgt auch eine große Gefahr in sich.

Ich habe mich von der Irrlehre heraus zum echten Evangelium bekehrt, nachdem ich erkannt hatte, dass ich ein gefährlicher Irrlehrer war, der Menschen verführte. Hierbei war mir das Internet eine sehr große Hilfe. Danach beschloss ich, andere Menschen an der neu gefundenen Wahrheit teilhaben zu lassen und veröffentlichte einige Texte auf Blogs, in Foren und als Kommentare auf diversen Seiten. Doch ich erntete auch viel Gegenwind. Ich wurde schon als „Sohn Satans“, als „fundamentalistischer Pharisäer“, als „Irrlehrer“ und als „Namenschrist“ bezeichnet. Mir wurde mit ewiger Verdammnis, schlimmen Konsequenzen und vielen anderen Dingen gedroht. Gleichzeitig stellte ich fest, dass ich auf Kritik oft ebenso hart reagierte. Im Internet ist man meist anonym, und im Schutz dieser Anonymität kann man recht schnell beleidigend reagieren, um andere mundtot zu machen und um sich selber besser herauszustellen, als man ist. Das ist auch eine große Gefahr.

Die vielen Irrlehren und das gegenseitige Absprechen des Glaubens führen also im Internet zu einem beispiellosen, heillosen Durcheinander, bei dem man nur noch verzweifeln könnte. Was denken die Ungläubigen über die Christen, die teilweise so stark zerstritten sind, rechthaberisch auftreten und sich gegenseitig die schlimmsten Beleidigungen an den Kopf werfen? Gibt das wirklich ein gutes christliches Zeugnis ab? Wenn sich schon die Christen in Lehrfragen nicht einig sind, wie sollen dann erst Ungläubige zur Wahrheit finden? Im Internet ist nicht nur jede Irrlehre vertreten, es ist auch jede Form von fleischlicher Gesinnung von den Christen darin enthalten.

Sollen wir auf das Internet ganz verzichten? Nein, das muss nicht sein, aber ich denke, dass wir uns erstens nicht so leicht von unserem Weg und dem, was wir erkannt haben, abbringen lassen. Zweitens sollten wir immer dazu fähig sein, uns selber von Jesus Christus korrigieren zu lassen, wenn er dazu andere Menschen benutzt. Diese Menschen können auch das Gegenüber im Internet sein. Das ist kein leichter Weg. Auf der einen Seite sollen, ja müssen, wir unserer Überzeugung und dem, was wir gelernt haben, treu bleiben (1Joh 2,24), auf der anderen Seite müssen wir offen für Korrektur bleiben (Röm 12,2). Denn niemand hat wirklich die ganze Erkenntnis für sich gepachtet. Jeder Christ ist sein Leben lang ein Lernender.

Da wir ja in den letzten Tagen vor der Wiederkunft des HERRN Jesus Christus leben, ist es nicht verwunderlich, dass der Satan seine letzten Trumpfkarten gegen die Gemeinde ausspielt, obwohl er eigentlich schon ein besiegter Feind ist. Er mobilisiert seine ganze Kraft, um Verwirrung und Hass zu stiften. Leider hat er damit viel Erfolg. Wir sehen das unter anderem auch im Internet.

Ein Medium ist zunächst einmal immer neutral. Das Internet an sich ist weder gut noch schlecht. Gut und schlecht wird es erst, wenn es durch Menschen geprägt wird. Man kann ja mit seinem Mund auch gute und böse Worte sagen. So hängt die Nützlichkeit des Internets immer davon ab, wie ich es benutze. Darum dürfen wir das World Wide Web auch für gute Zwecke benutzen. Wir können noch missionarisch tätig sein, solange wir noch die Gelegenheit dazu haben. Denn ich vermute, dass das Internet bald der Zensur anheim fallen wird. Diese Freiheit, seine Meinung zu äußern, ist den Mächtigen ein Dorn im Auge. So wird das Internet, wie wir es heute kennen, in der nahen Zukunft höchstwahrscheinlich nicht mehr so freiheitlich geprägt sein, da wir ja jetzt schon die Vorzeichen einer totalen Gesinnungsdiktatur sehen. Die Zensur wird zunehmen und gleichzeitig auch die Verfolgung von der Norm abweichenden Menschen. Wir haben also jetzt noch die einmalige Gelegenheit, dieses noch offene Zeitfenster zu nutzen, um noch möglichst viele Menschen mit dem Evangelium zu erreichen. Das ist trotz der oben erwähnten Nachteile immer noch eine gute und sinnvolle Aufgabe.

Hebr 3,13 Ermahnt einander vielmehr jeden Tag, solange es »Heute« heißt, damit nicht jemand unter euch verstockt wird durch den Betrug der Sünde!

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