Auge oder Ohr? Teil 2

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Im ersten Teil dieser Reihe behandelten wir das Auge. Wir haben uns angesehen, welche Funktionen und Gefahren das Auge beinhaltet. Nun wollen wir uns ansehen, dass der biblisch-richtige Glaube über die äußeren und inneren Ohren geht. Die äußeren Ohren beinhalten einfach die Organe, die normalerweise am Kopf sichtbar sind und akustische Reize erfassen. Die inneren Ohren, Ohren mit denen wir im Geist verstehen, sind nicht sichtbar. Mit ihnen verstehen wir Gottes Aussagen, die wir, wenn wir sie glauben, in die Tat umsetzen sollen. Die inneren Ohren können auch eingeschaltet sein, wenn man einen Text mit den Augen liest. Die Augen kommen dabei an zweiter Stelle, denn es ist wichtig, innerlich zu hören und zu verstehen.

Biblischer-richtiger Glaube geht nicht über die Augen, sondern über die Ohren. Dazu finden wir unzählige biblische Belege, von denen nur einige hier erwähnt werden:

2Kor 5,7 Denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen.

Hebr 11,1 1 Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht.

Joh 5,24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen.

Joh 10,27 Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach;

Joh 17,17 Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit. 18 Gleichwie du mich in die Welt gesandt hast, so sende auch ich sie in die Welt. 19 Und ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt seien in Wahrheit. 20 Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden, 21 auf daß sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; auf daß auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, daß du mich gesandt hast.

Röm 10,17 So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi. (Luther 1984)
Röm 10,17 Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort. (Schlachter 2000)

(Unterstreichungen sind von mir zur Hervorhebung.)

Acht Mal kommt in der Offenbarung des Johannes die Aussage „Wer ein Ohr hat, der höre“ in dieser und leicht abgewandelter Form vor. (Offb 2,7; Offb 2,11; Offb 2,17; Offb 2,29; Offb 3,6; Offb 3,13; Offb 3,23; Offb 13,9)

Der Apostel Thomas wollte den auferstandenen HERRN Jesus Christus sehen und berühren. Er war nur bereit auf dieser Grundlage zu glauben, weil seine Zweifel überwogen. Jesus Christus sagte zu ihm:

Joh 20,29 Jesus spricht zu ihm: Thomas, du glaubst, weil du mich gesehen hast; glückselig sind, die nicht sehen und doch glauben!

Auch hierbei legt der auferstandene Herr das „glückselig sind“ auf diejenigen, die an ihn glauben, obwohl sie ihn noch „nicht gesehen“ haben.

Petrus sagte zu den ersten Juden-Gläubigen in der Diaspora:

1Pet 1,6 Dann werdet ihr euch jubelnd freuen, die ihr jetzt eine kurze Zeit, wenn es sein muß, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, 7 damit die Bewährung eures Glaubens (der viel kostbarer ist als das vergängliche Gold, das doch durchs Feuer erprobt wird) Lob, Ehre und Herrlichkeit zur Folge habe bei der Offenbarung Jesu Christi. 8 Ihn liebt ihr, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt; an ihn glaubt ihr, obgleich ihr ihn jetzt nicht seht, und über ihn werdet ihr euch jubelnd freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, 9 wenn ihr das Endziel eures Glaubens davontragt, die Errettung der Seelen!

Ein wichtiger Aspekt, warum dieser Glaube so kostbar ist, ist: Man glaubt, obwohl man Jesus Christus nicht gesehen hat (Vers 8). Das macht den Glauben aus und macht ihn vor Gott viel kostbarer als das vergängliche Gold; denn wer sieht, muss nicht glauben.

Eine wichtige Stelle, die erklärt, dass der biblische Glaube über die Ohren vermittelt wird, finden wir in der Geschichte der Emmaus-Jünger:

Lukas 24
Die Jünger von Emmaus
13 Und siehe, zwei von ihnen gingen an demselben Tag zu einem Dorf namens Emmaus, das von Jerusalem 60 Stadien entfernt war. 14 Und sie redeten miteinander von allen diesen Geschehnissen. 15 Und es geschah, während sie miteinander redeten und sich besprachen, da nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen. 16 Ihre Augen aber wurden gehalten, so daß sie ihn nicht erkannten. 17 Und er sprach zu ihnen: Was habt ihr unterwegs miteinander besprochen, und warum seid ihr so traurig? 18 Da antwortete der eine, dessen Name Kleopas war, und sprach zu ihm: Bist du der einzige Fremdling in Jerusalem, der nicht erfahren hat, was dort geschehen ist in diesen Tagen? 19 Und er sprach zu ihnen: Was? Sie sprachen zu ihm: Das mit Jesus, dem Nazarener, der ein Prophet war, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk; 20 wie ihn unsere obersten Priester und führenden Männer ausgeliefert haben, daß er zum Tode verurteilt und gekreuzigt wurde. 21 Wir aber hofften, er sei der, welcher Israel erlösen sollte. Ja, bei alledem ist heute schon der dritte Tag, seit dies geschehen ist! 22 Zudem haben uns auch einige Frauen aus unserer Mitte in Verwirrung gebracht; sie waren am Morgen früh beim Grab, 23 fanden seinen Leib nicht, kamen und sagten, sie hätten sogar eine Erscheinung von Engeln gesehen, welche sagten, er lebe. 24 Und etliche der Unsrigen gingen hin zum Grab und fanden es so, wie es auch die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber haben sie nicht gesehen. 25 Und er sprach zu ihnen: O ihr Unverständigen, wie ist doch euer Herz träge, zu glauben an alles, was die Propheten geredet haben! 26 Mußte nicht der Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen? 27 Und er begann bei Mose und bei allen Propheten und legte ihnen in allen Schriften aus, was sich auf ihn bezieht. 28 Und sie näherten sich dem Dorf, wohin sie wanderten; und er gab sich den Anschein, als wollte er weitergehen. 29 Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt! Und er ging hinein, um bei ihnen zu bleiben. 30 Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch saß, nahm er das Brot, sprach den Segen, brach es und gab es ihnen. 31 Da wurden ihnen die Augen geöffnet, und sie erkannten ihn; und er verschwand vor ihnen. 32 Und sie sprachen zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Weg, und als er uns die Schriften öffnete?

Bedenken wir hierbei, dass die Augen der Jünger „gehalten waren“, dass sie den HERRN Jesus Christus zwar sahen, dieser ihnen jedoch zunächst äußerlich und augenscheinlich fremd war. Aber es geschah, dass ihr „Herz brannte“, als er mit ihnen „redete“. Diese Geschichte zeigt mir, dass der biblische Glaube über die Ohren geht. Sie erkannten den HERRN zuerst nicht an seinem Äußeren, – mit den Augen -, sondern erst später an Seinen Worten. Und als er „den Segen sprach“ und das „Brot brach“, war ihnen klar, dass es sich bei dem Fremden um den auferstandenen HERRN gehandelt hat. Erst dann erkannten sie ihn mit ihren Augen.

Glaube ist ein Risiko. Wir glauben an jemanden, den wir noch nie gesehen haben. Wir haben Seine Aussagen, seine Worte und Taten in Form von Berichten, die schriftlich festgehalten wurden in Gottes Wort, der Bibel.
Gott hat sich entschlossen, diejenigen zu erretten, die seinen Worten glauben. Das setzt voraus, dass man seine Worte gehört, verstanden hat und befolgt (Röm 10,14).

Auch unsere geistlichen Erlebnisse müssen durch das Wort gedeutet werden und nicht umgekehrt!

Heutzutage ist oft von Zeichen, Wundern und Visionen die Rede. „Auf-Teufel-komm-raus“ versucht man Gott zum Eingreifen und Handeln zu bewegen. Man will einen sichtbaren Beweis der Gegenwart und der Existenz Gottes. Man will sehen! Dass sich der Teufel dies zunutze macht, indem er betrügerische Zeichen und Wunder vollbringt, fällt vielen nicht auf. Das ist auch kein biblischer Glaube. In unserem Zeitalter, dem Zeitalter der Gemeinde, beschränkt sich Gott auf die Verkündigung des Wortes. Am Anfang der Gemeinde wurde das noch durch sichtbare Wunder begleitet, doch schon am Ende der Apostelzeit hörten diese Dinge auf (Hebr 2,4). Stattdessen müssen wir in der Endzeit mit verführischen Zeichen und Wundern rechnen, die von Satan und seinen Dämonen vollbracht werden ( Mt 24,24; Mk 13,22; 2Thess 2,6-12; Offb 13,14; Offb 19,20). Wir haben das Wort, das soll uns genügen! Wir werden Jesus Christus zur rechten Zeit, wenn Er kommt, alle sehen:

Offb 1,7 Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch die, welche ihn durchstochen haben; und es werden sich seinetwegen an die Brust schlagen alle Geschlechter der Erde! Ja, Amen.

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