Begegnung zweier Christen

Vor einiger Zeit begegnete mir ein Mann mit einer Bibel unter dem Arm.
„Bist du ein Christ?“, fragte ich ihn.
„Ja“, sagte er ganz begeistert.
Ich hielt an, aber ich habe gelernt, dass man nie vorsichtig genug sein kann.
Darum fragte ich weiter.
„Jungfrauen-Geburt?“
„Natürlich, glaub ich!“
„Tod am Kreuz?“
„Er starb für alle Menschen.“
Könnte es sein, dass ich hier Angesicht zu Angesicht mit einem richtigen Christen stand?
Vielleicht! Dennoch fuhr ich mit meiner Checkliste fort.
„Status vom Menschen?“
„Sünder, der Gnade braucht.“
„Definition von Gnade?“
„Gott tut, was wir nicht tun können.“
„Wiederkunft Jesu?“
„Jederzeit möglich.“
„Bibel?“
„Inspiriert.“
„Die Gemeinde?“
„Der Leib Jesu.“
Jetzt wurde ich richtig aufgeregt.
„Konservativ oder liberal?“
Jetzt funkelten auch die Augen meines Gegenübers: „Konservativ.“
Mein Herz begann noch schneller zu schlagen.
„Herkunft?“
„Protestantismus – Pietistisch – Landeskirchliche Gemeinschaft.“
Das war meine!
„Welche Fraktion?“
„Pro Millenium – Nicht-Charismatisch – Elberfelder Übersetzung.“
Mir standen Tränen in den Augen.
Ich hatte nur noch eine letzte Frage.
„Ist euer Predigtpult aus Holz oder Fieberglas?“
„Fieberglas“, antwortete er.
Ich zog meine Hand zurück und mein Genick versteifte sich.
„Ketzer!“, sagte ich – und wandte mich ab.

Autor unbekannt

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