Buchtipp: „Dein Leid ist nicht sinnlos“ von Richard Kriese

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Vorausgeschickt: Manchmal sind die alten christlichen Bücher einfach die besseren. Sie unterliegen noch nicht den einengenden, unerwünschten, auch im christlichen Raum verbreiteten zeitgeistlichen Verhaltensregeln, die unser Leben Schritt für Schritt beschneiden. Früher gab es keine Genderideologie, keine vorgegebene Sprache, keine empfindlichen Ohren, die sich von der Wahrheit abwenden und sich den Mythen (2Tim 4,3-4) zuwenden. Ein Buch aus solch einer Zeit möchte ich hier vorstellen. Es handelt sich um das Buch des ehemaligen ERF-Seelsorgers Richard Kriese, bei dem er auf Themen wie „Schwermut“, „Depressionen“, „Enttäuschung“ und verschiedene andere Arten von negativen Ereignissen, die in einem Menschenleben vorkommen können, Antworten gibt. Ich finde dieses Buch sehr auferbauend und seelsorgerlich, einfühlsam geschrieben. Für angeknackste Menschen ein sehr nützliches Buch. Der Titel lautet: „Dein Leid ist nicht sinnlos“ von Richard Kriese. Das Buch, im Frage und Antwort Stil geschrieben, wurde im Jahr 1976 erstmals herausgegeben, hat aber nichts von seiner Aktualität eingebüßt.

Hier nun ein Auszug:

Frage: In meinem Leben gibt es viel Traurigkeit, ist soviel Dunkel. Manches ist schiefgegangen. Viele Wünsche bleiben unerfüllt. Warum muss das so sein? Eigentlich werde ein bisschen neidisch, wenn ich andere sehe, denen es bei weitem besser geht.

Antwort: Wir können das weithin bekannte Bibelwort nicht oft genug sagen: „Denen, die Gott lieben, dienen alle Dinge zum Besten“ (Röm 8,28). Also sind auch die Dunkelheiten unseres Lebens sinnvoll eingeplant.

Ich stand gelegentlich vor einem großen Schaufenster und sah, wie zwei junge Frauen in ihren bunten orientalischen Trachten vor den Augen der Straßenpassanten einen Perserteppich knüpften. Neben ihnen lagen auf dem Boden verschiedenfarbige Garnspulen, die sie abwechselnd in die Hand nahmen und geschickt zwischen die Partien der Längsfäden legten. Die eingeschobenen Garnenden wurden nach unten gedrückt und dann durch andere Farben ergänzt. So entstand Zentimeter um Zentimeter ein buntes Muster, das freilich im Knotengewirr kaum zu erkennen war. Auf der anderen Seite des Teppichs allerdings bot sich ein anderes Bild: Ein farbenprächtiges Motiv war zu erkennen, das sonst keiner vermutet hätte.

Lässt sich das nicht gleichnishaft auch auf unser Leben übertragen? Immer wieder kommt etwas dazwischen. Leider durchaus nicht immer nur erfreuliche Ereignisse. Im Gegenteil, die Längsfäden unserer Jahre werden gleichsam viel häufiger von dunklen oder grau in grau gehaltenen Geschehnissen durchkreuzt, als uns das lieb ist. Das alles wäre noch zu ertragen, könnten wir einen Sinn erkennen. Vergeblich zerbrechen wir uns den Kopf. Überall nur Knoten, Fetzen, ein buntes Durcheinander! Von einem geordneten Plan nichts zu erkennen.

Wie viele fragen in leidvollen Ereignissen ihres Lebens, welchen Sinn das alles haben soll. Wenn uns das Leid noch obendrein von Menschen zugefügt wird, die man liebt, kann das Leben zu einer unerträglichen Last werden. Sind es nicht oft gerade die nächsten Angehörigen, die für die dunklen Partien in unserem Lebensmuster verantwortlich sind? Man müsste die andere Seite sehen – vielleicht nur für einen kurzen Augenblick -, dann käme man leichter über die vielen Enttäuschungen hinweg. Das Muster wäre dann zumindest teilweise zu erkennen. Aber wenn uns dieser Blick nicht gewährt wird? Wenn wir nur Knoten, dunkle Fadenenden, mit einem Wort: Die Sinnlosigkeit des Leides sehen und sich unser Denken an der Warum-Frage wundreibt?

In einer solchen inneren Spannung sollten wir den Herrn um Geduld bitten. Manchmal zeigt er uns eher, als wir das vermuten, gewissermaßen einen Teil des Musters, das so schön, so sinnvoll, so geordnet ist, dass wir zu ahnen beginnen: Der Meister am Webstuhl unseres Lebens macht keine Fehler. Spätestens aber werden wir in der Ewigkeit darüber staunen, wie weise uns Jesus Christus geführt hat. Wenn Gott die Tränen von unseren Augen abwischt, werden wir nichts mehr fragen. Dann lösen sich alle Disharmonien auf in jubelnde Harmonie. Nicht die Dunkelheit hat das letzte Wort, sondern das Licht – genauer: unser Herr Jesus Christus!

Das Buch wird leider aktuell von keinem Verlag mehr aufgelegt, aber man kann es noch gebraucht bei booklooker, buecher.de, amazon oder Ebay bekommen. Schaut einfach mal und sichert Euch so ein seltenes Juwel.

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