Buchtipp: Majelle Lenzen – Fürchte dich nicht

Es ist nicht nur ein Armutszeugnis für die Römisch-Katholische Kirche. Es ist sogar eine Schande. Stellen sie sich vor, dass eine Nonne 40 Jahre für die Kirche arbeitet und das mit größtem Einsatz in einem Entwicklungsland in Afrika, in Tansania. Sie nimmt körperliche, geistige und seelische Strapazen auf sich und kümmert sich um AIDS-Kranke. Als sie immer mehr feststellt, dass diese Krankheit durch den Gebrauch von Kondomen eingedämmt werden könnte, beginnt sie selber, Kondome zu transportieren. Das ist nun ein Dorn im Auge der Kirche, die durch ihr absurdes Kondomverbot bewirkt, dass AIDS nicht eingeschränkt werden kann, sondern sich wie eine Epidemie weiter ausbreitet. Aufgrund unwichtiger und geringfügiger Regelverstöße wird diese Nonne zuerst gemaßregelt und danach unehrenhaft aus ihrem Dienst entlassen. Sie, die sich für Arme und Kranke eingesetzt hat, bekommt keine Rente und keine richtige finanzielle Unterstützung durch die Kirche. Die Kirche hat sie nicht nur fallengelassen, sondern auch Halbwahrheit und Gerüchte über sie verbreitet. Dies ist die Geschichte von Majelle Lenzen, die darüber in ihrem Buch „Fürchte dich nicht – Mein Weg aus dem Kloster“ berichtet.

Ich habe das Buch gelesen und war schockiert. Die ehemalige Nonne beschreibt nicht nur die Zustände im durch AIDS gezeichneten Afrika, sondern auch die Zustände in der Kirche, die sie in einem Orden als besonders schlimm wahrgenommen hat. Nach ihrer Entlassung musste sie erst wieder in einer Welt Fuß fassen, in der sie eigene Entscheidungen treffen und sich wieder einleben musste. Das eigenständige Denken war ihr in der Kirche nicht erlaubt gewesen. Dort hatte sie nur zu funktionieren, ohne Kritik üben zu dürfen.

Sie engagierte sich jedoch weiterhin in der AIDS-Arbeit und hat auch ihren Glauben nicht aufgegeben.

Das Buch ist eher ein Frauenbuch, wie ich festgestellt habe, aber es ist auch für Männer geeignet. Majelle Lenzen reflektiert darin ihr Leben und ihren Dienst. Immer wieder prangert sie auch die Missstände in der Römisch-Katholischen Kirche an, die an Heuchelei und Gesetzlichkeit nicht zu überbieten sind. Sie beleuchtet auch die Schicksale derjenigen, die wie sie selbst aus dem Kirchendienst ausgetreten sind. Viele von ihnen waren völlig mittellos und mussten sich erst wieder einen Platz im Leben erkämpfen.

Dazwischen finden sich immer wieder Berichte über ihr geliebtes Afrika, das sie als ihre eigentliche Heimat betrachtet. Sie beschreibt die Lebensweise der Afrikaner, die unter der ständigen Bedrohung durch AIDS leben. Die Schönheit Afrikas und der Schrecken der Armut und Krankheit bilden einen starken Kontrast, den die Autorin ausgezeichnet zu beschreiben weiß.

Fazit: Das Buch ist interessant und abwechslungsreich geschrieben. Es ist mehr als ein Lebensbericht, weil es viele Informationen zur Kirche und zu Afrika enthält.

Das Buch kann hier gekauft werden:

http://www.dumont-buchverlag.de/buch/Majella_Lenzen_Fuerchte_dich_nicht!/11404

Hier kann man sich über ihr Projekt in Afrika informieren:

http://www.heri-na-baraka.de/heri-na-baraka.de/Rafiki_Projekt.html

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