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Böses beim Namen nennen

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Gestern las ich wieder einmal ältere Artikel von mir durch und stellte fest, dass manche schon sehr scharf formuliert waren. Manche Artikel von mir beinhalten harte Worte, manchmal zu harte Worte. Ich versuche, daran zu arbeiten…

Ich stellte mir erneut wieder einmal die Frage, ob ich nicht auch ein Hass-Prediger geworden bin. Das wollte ich nie werden. Ich fragte mich außerdem, ob ich zu viel Gericht predige und dabei zu wenig auf die Gnade und Liebe Gottes eingehe. Und ja, so kann man es sehen. Ich muss mich selber korrigieren.

Trotzdem bekam ich gestern ein Wort von Gott, das mir bestätigte, dass ich nicht in allen Punkten falsch liege. Diese Wort lautete:

Spr 8,13a Die Furcht des HERRN bedeutet, das Böse zu hassen

Wohlgemerkt: Christen sollen das Böse an sich hassen, nicht die Menschen an sich! Christen müssen hassen, das zeigt die Bibel in diesem Spruch sehr gut auf! Zuerst muss man das Böse im eigenen Leben hassen und dann das Böse, das anderen Menschen zugefügt wird. Als Christ hat man durchaus die Aufgabe, sich der Schwachen und Armen, die keinen Helfer haben, anzunehmen und ihnen beizustehen (vgl. Röm 14,1; Jak 1,27; Ps 72,4). Das bedeutet, dass wir eine Position gegen diejenigen beziehen, die Unrecht gegen diese Personen ausführen. Dazu kommt außerdem, dass wir auf das Schlechte aufmerksam machen und es beim Namen nennen (vgl. Eph 5,11). Leider wird es heute zunehmend schwieriger, solche Punkte anzusprechen. Wir nähern uns einer Zeit – eigentlich sind wir schon darin – dass diejenigen verfolgt werden, welche böse Dinge aufdecken, und diejenigen umsorgt und geschützt werden, die das Böse tun. Heute wird in manchen Fällen aus dem Opfer ein Provokateur, der der den Täter provoziert haben soll, und der Täter zum Opfer. Dazu kommt noch, dass das Böse oft nicht mehr als schlecht gesehen wird, sondern als Krankheit, die sich der Täter unglücklicherweise zugezogen hat, weil er angeblich eine schwere Kindheit oder ein Trauma hatte. Nun, ich hatte auch eine teilweise schwere Kindheit und bin psychisch krank, aber ich wende keine körperliche Gewalt gegen meine Mitmenschen an und ich versuche jeden zu respektieren, so gut ich kann. Eine schwere Kindheit und ein Trauma gibt nicht das Recht, Unrecht zu tun.

Da wir jetzt in einer antichristlichen Zeit leben, bedeutet das für uns, dass das Böse förmlich wie ein Krebs den ganzen Körper der Menschheit übernimmt. Jesus Christus sprach davon:

Mt 24,12 Und weil die Gesetzlosigkeit überhandnimmt, wird die Liebe in vielen erkalten.

Mich wundert dabei nicht, dass der letzte Brief im neuen Testament, der Brief von Judas (Bruder des Herrn) eine sehr scharfe und deutliche Sprache spricht. Meiner Meinung nach müssen Christen heute in der Zeit vor der Wiederkunft des Herrn Jesus Christus mehr denn je auf das Dilemma, in dem sich die Welt befindet, hinweisen, anstatt jedem Menschen immer gleich zuerst die Liebe Gottes vorzustellen und ihm gute Versprechungen zu machen. Natürlich müssen wir auch die Liebe Gottes zur verlorenen Menschheit aufzeigen, aber viele Menschen setzen sie schon als natürliche, selbstverständliche Gegebenheit voraus und glauben, dass sie diese Liebe sowieso verdient haben. Sie sehen Gott als Dienstleister oder eine Art geistlichen Catering-Service, der sie rundum versorgt, weil sie meinen, ein Recht darauf zu haben. Dabei vergessen sie, das alles, was sie verdient hätten, der gerechte Zorn Gottes ist.

Leider hat eine Großteil der Kirche versagt. Man predigt die bedingungslose Liebe Gottes ohne Gottes Anspruch an uns Menschen aufzuzeigen. Gott will uns nicht nur beschenken, er will auch etwas von uns haben, nämlich, dass wir in der Heiligung leben (vgl. 1Thess 4,3), aber Er will z. B. auch, dass wir Ihm dienen, gehorchen und Ihm glauben und vertrauen. Er will eine Beziehung mit uns. Damit wir so leben können, müssen wir wissen, was gut und böse ist. Dazu müssen wir Böses auch beim Namen nennen und entfernen, zuerst in unserem eigenen Leben, danach in unserem Umfeld (Mt 7,3-5).

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