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Die Gemeinde ist nicht das alttestamentliche Israel!

Es gibt Dinge, die hat man einmal kapiert und danach hat man sie bleibend im Kopf, bzw. im Herz. Wer einmal begriffen hat, dass die Bibel unterschiedliche Heilzeitalter mit unterschiedlichen Anforderungen und Gesetzgebungen kennt, hat in der Regel schon so viel erkannt, dass er die schlimmsten Irrlehren entlarven kann. Man muss nicht alle Aussagen der Bibel in den heutigen Kontext setzen, manche Befehle und Aufforderungen galten nur für die damalige Zeit. Manche biblischen Aussagen betreffen schon verstorbenen Menschen und alte Völker. Sie sind nicht mehr aktuell. Wir können zwar von ihnen lernen, aber sie sind deswegen keine Aufforderungen an uns. Trotzdem gibt es auch wichtige Aussagen, die für uns heute wichtig sind. Um das nicht zu vermischen, muss man die Bibel einfach kennen! Richtiges Bibelverständnis schützt vor Irrlehre.

Zur Zeit macht die Hebrew-Roots-Sekte immer noch viel von sich reden. Diese „Prediger“ des Alten Bundes haben immer noch nicht erkannt, dass wir durch den Opfertod von Jesus Christus am Kreuz vom Golgatha in einen Neuen Bund mit hinein genommen sind. Über Jesus Christus wird gesagt:

Hebräer 8

Jesus Christus — der Mittler eines neuen, besseren Bundes

6 Nun aber hat er einen umso erhabeneren Dienst erlangt, als er auch der Mittler eines besseren Bundes ist, der aufgrund von besseren Verheißungen festgesetzt wurde. 7 Denn wenn jener erste [Bund] tadellos gewesen wäre, so wäre nicht Raum für einen zweiten gesucht worden. 8 Denn er tadelt doch, indem er zu ihnen spricht: »Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen werde; 9 nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern gemacht habe an dem Tag, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus dem Land Ägypten zu führen — denn sie sind nicht in meinem Bund geblieben, und ich ließ sie gehen, spricht der Herr —, 10 sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel schließen werde nach jenen Tagen, spricht der Herr: Ich will ihnen meine Gesetze in den Sinn geben und sie in ihre Herzen schreiben; und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. 11 Und es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: Erkenne den Herrn! Denn es werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen; 12 denn ich werde gnädig sein gegen ihre Ungerechtigkeiten, und an ihre Sünden und ihre Gesetzlosigkeiten werde ich nicht mehr gedenken.«

Schon im Alten Testament hatte Gott durchscheinen lassen, dass der Bund vom Sinai eines Tages durch einen besseren Bund ersetzt werden sollte. Mit der Zerstörung des Tempels in Jerusalem und der folgenden Zerstreuung der Juden in die ganze Welt war klar, dass der Opferdienst des Alten Bundes nicht mehr durchgeführt werden konnte. Viele Befehle des Alten Bundes, den Gott nur mit dem Volk Israel am Berg Sinai schloss, waren damit hinfällig. Sie konnte nicht mehr eingehalten werden, weil das Glaubensleben der Israeliten mit dem Tempel und dem dort stattfindenden Opferdienst verknüpft war. So hätte jeder Israelit inzwischen merken müssen, dass ein anderes Heilszeitalter angebrochen war: Das Zeitalter der Gemeinde. Mit Gründung der Gemeinde wurde ein Neuer Bund einführt, der Alte ging langsam zu Ende.

Auch wenn es uns die Hebrew-Roots-Lehrer gerne schmackhaft machen wollen: Wir sind weder das Volk Israel noch unter dem Bund vom Sinai. Durch das Kommen des Messias und seiner Verwerfung durch die Masse des jüdischen Volkes brach am Pfingsttag eine Neue Heilszeit an, die mittlerweile schon bald 2000 Jahre währt und ihrem Ende zuläuft. Jesus Christus sagte schon zu irdischen Zeiten:

Joh 10,16 Und ich habe noch andere Schafe, die nicht aus dieser Schafhürde sind; auch diese muss ich führen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte sein.

Mit den „anderen Schafen“ waren die Heiden gemeint, die bis dahin von Israel getrennt waren, außer sie wurden Proselyten, d. h. sie mussten sich früher beschneiden lassen und das Gesetz von Mose halten. Man konnte im Alten Bund nur an den Segnungen teilhaben, wenn man sich beschneiden ließ. Doch mit der Himmelfahrt des Messias Jesus Christus und der Ausgießung des Heiligen Geistes war das nicht mehr notwendig, denn jeder, der an Jesus Christus gläubig geworden war, bekam den Heiligen Geist als Unterpfand zur Erlösung:

Eph 1,13 In ihm seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eurer Errettung, gehört habt — in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung, 14 der das Unterpfand unseres Erbes ist bis zur Erlösung des Eigentums, zum Lob seiner Herrlichkeit.

Apg 11,18 Als sie aber das hörten, beruhigten sie sich und priesen Gott und sprachen: So hat denn Gott auch den Heiden die Buße zum Leben gegeben!

Von da an gab es die Gemeinde, die aus Juden und Heiden besteht, mit einer neuen Heilzeit und einer neuen Gesetzgebung durch den Messias. Zu dieser Gemeinde zählen also nun Nichtjuden wie Juden, wobei keine Volksgruppe bevorzugt wird (siehe Vers 28).:

Galater 3

Die Knechtschaft des Gesetzes und die Sohnschaft in Christus

23 Bevor aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahrt und verschlossen auf den Glauben hin, der geoffenbart werden sollte. 24 So ist also das Gesetz unser Lehrmeister geworden auf Christus hin, damit wir aus Glauben gerechtfertigt würden. 25 Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Lehrmeister; 26 denn ihr alle seid durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus; 27 denn ihr alle, die ihr in Christus hinein getauft seid, ihr habt Christus angezogen. 28 Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Knecht noch Freier, da ist weder Mann noch Frau; denn ihr seid alle einer in Christus Jesus. 29 Wenn ihr aber Christus angehört, so seid ihr Abrahams Same und nach der Verheißung Erben.

Das Gesetz vom Sinai führte zu Jesus Christus, der bekanntermaßen durch den Glauben rettet, nicht durch das Einhalten von Geboten. Natürlich wollen wir gottgefällig leben und haben daher die Gebote der Apostel. Aber zur Errettung können wir keine Werke beitragen, wir können aber die Werke tun, „die Gott zuvor bereitet hat.“(Eph 2,10). Das ist ein wesentlicher Unterschied. Wir arbeiten nicht mehr, um uns das ewige Leben zu verdienen, sondern wir dienen, weil wir das ewige Leben haben.

Die Gemeinde ist kein gesetzloser Haufen, wie manche dieser Hebrew-Roots-Lehrer so gerne argwöhnen, sie ist untrennbar auf dem Fundament der Apostel und der neutestamentlichen Propheten mit Jesus Christus als Eckstein aufgebaut:

Eph 2,19 So seid ihr nun nicht mehr Fremdlinge ohne Bürgerrecht und Gäste, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, 20 auferbaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, während Jesus Christus selbst der Eckstein ist, 21 in dem der ganze Bau, zusammengefügt, wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn, 22 in dem auch ihr miterbaut werdet zu einer Wohnung Gottes im Geist.

Dabei soll sich die Gemeinde an die Lehre der Apostel halten:

Apg 2,42 Und sie blieben beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und in den Gebeten.

1Joh 4,6 Wir [die Apostel (Anm. von mir)] sind aus Gott. Wer Gott erkennt, hört auf uns; wer nicht aus Gott ist, hört nicht auf uns. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums.

Wir sind jetzt der neue Tempel! Eph 2,21 (siehe oben) macht es klar. Ein neuer Tempel hat auch eine besondere Gesetzgebung! Gott wohnt jetzt nicht mehr in einem Haus aus Stein, sondern durch den Heiligen Geist in jedem Gläubigen, in Juden und Heiden! Dieses Geheimnis jedoch war im Alten Bund noch verborgen. Dort wusste man noch nichts von der Gemeinde:

Röm 16,25 Dem aber, der euch zu festigen vermag laut meinem Evangelium und der Verkündigung von Jesus Christus, gemäß der Offenbarung des Geheimnisses, das von ewigen Zeiten her verschwiegen war, 26 das jetzt aber offenbar gemacht worden ist und durch prophetische Schriften auf Befehl des ewigen Gottes bei allen Heiden bekannt gemacht worden ist zum Glaubensgehorsam 27 — ihm, dem allein weisen Gott, sei die Ehre durch Jesus Christus in Ewigkeit! Amen

Fazit: Wir stehen nicht unter dem Alten Bund, sondern unter dem Neuen. Der Tempel existiert nicht mehr, somit können viele Gebote des Alten Bundes gar nicht mehr eingehalten werden. Wir, d. h. die Christen, sind der derzeitige Tempel Gottes auf Erden. Wir haben eine andere Gesetzgebung als die Israeliten früher, aber wir sind nicht gesetzlos, denn wir sollen die Lehre der Apostel befolgen. Diese finden wir vor allem in den 21 Briefen der Apostel. Wir bestehen aus Juden und Heiden, wobei keiner den Vorzug hat.

Es gäbe noch mehr zu sagen, aber nicht in diesem Artikel.

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