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Von Begierden beherrscht

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Röm 6,12 So soll nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leib, damit ihr [der Sünde] nicht durch die Begierden [des Leibes] gehorcht; 13 gebt auch nicht eure Glieder der Sünde hin als Werkzeuge der Ungerechtigkeit, sondern gebt euch selbst Gott hin als solche, die lebendig geworden sind aus den Toten, und eure Glieder Gott als Werkzeuge der Gerechtigkeit! 14 Denn die Sünde wird nicht herrschen über euch, weil ihr nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade.

Heute habe ich meinen morgendlichen Kaffee getrunken und hätte dazu eine Zigarette rauchen können. Ich bin jetzt schon fast zwei Jahre lang Nichtraucher und bekomme beim Kaffeetrinken manchmal immer noch den Impuls, mir eine anzustecken. Auch wenn ich abends den Kachelofen anzünde, weckt der Duft des verbrannten Streichholzes oder des brennenden Anzünders die Erinnerung an eine Kippe. Man sagt, dass man ein Suchtgedächtnis lebenslang mit sich herumträgt. Die Spuren einer Sucht sind so tief in das Gedächtnis eingegraben, dass schon der kleinste Reiz in Richtung des Suchtstoffes eine Reaktion hervorrufen kann.

Die Bibel spricht auch von Begierden oder auch von Lüsten und Gelüsten:

1Petr 4,1 Da nun Christus für uns im Fleisch gelitten hat, so wappnet auch ihr euch mit derselben Gesinnung ; denn wer im Fleisch gelitten hat, der hat mit der Sünde abgeschlossen, 2 um die noch verbleibende Zeit im Fleisch nicht mehr den Lüsten der Menschen zu leben, sondern dem Willen Gottes. 3 Denn es ist für uns genug, dass wir die vergangene Zeit des Lebens nach dem Willen der Heiden zugebracht haben, indem wir uns gehen ließen in Ausschweifungen, Begierden, Trunksucht, Belustigungen, Trinkgelagen und frevelhaftem Götzendienst.

Geldgier (1Tim 6,9), Hurerei und Unzucht (Röm 1,24), Alkoholismus (1Petr 4,3), Drogensucht, welche die Bibel auch Zauberei nennt, (Offb 21,8) oder auch Schlemmerei (Röm 13,13) sind solche Auswüchse, die aus unseren Begierden erwachsen. Meist fangen sie ganz unscheinbar an und verfestigen sich mit der Zeit beständig.

Als ich mit dem Rauchen begann, dachte niemals daran, davon abhängig zu werden. Denn die Zigaretten schmeckten mir nicht. Ich rauchte damals, weil es zum Erwachsenwerden dazuzugehören schien. Man fühlte sich im Kreis der Raucher als wäre man angenommen, unabhängig und stark. Auch mein erster Schluck an einem Bier ließ mich Ekel spüren. Ich glaubte, niemals vom Bier abhängig werden zu können, denn es schmeckte grauenhaft, wenn ich als Kind aus dem Bierglas meines Vaters einen Schluck nahm. Doch aus diesen Vorsätzen wurde nichts. Ich entwickelte in meiner Jugend und dann später massive Suchtprobleme. Unzucht, Spielsucht, Drogensucht, Raucherei und regelmäßiger Alkoholkonsum gehörten zu meinem Leben dazu. Ich kann nicht sagen, woran es lag. Vielleicht lag es an meinen Genen oder meinen Kindheitserlebnissen, dass ich solch eine unersättliche Gier entwickelte; denn es gibt auch viele Menschen, die solche Begierden nicht zu haben scheinen. Aber diese Menschen werden dann in der Regel von anderen Sünden beherrscht. (Auch Hochmut und Stolz sind Sünden, genauso wie üble Nachrede, Geiz oder Faulheit…)

Ich erkannte erst relativ spät, dass es nicht so weitergehen konnte. Mein Onkel starb einen grauenhaften Rauchertod, weil er es nicht schaffte, vom Nikotin zu lassen. Ein Bekannter von mir leidet unter Fettleibigkeit, die er durch zu viel Essen bekam. Daraufhin bekam er nicht nur Wasser in den Beinen und Lungen, sondern hatte auch noch ein Nierenversagen und später noch einen Schlaganfall. Was so eine Fresssucht alles auslösen kann!? In meiner Familie konnte ich beobachten, wie extrem negativ sich Alkoholismus nicht nur auf die Beziehungen untereinander, sondern auch auf die Gesundheit des Trinkenden auswirkte. Und Ehebruch und Hurerei will ich gar nicht groß erwähnen, – die vielen Scheidungskinder können ein Lied davon singen.

Die meisten Begierden scheinen sich in der Jugend zu entwickeln. Auf jeden Fall ist das meine Beobachtung. Während man als Kind vielleicht noch von Schokolade und Süßigkeiten träumt, kommen die anderen Dinge mit Beginn der Pubertät auf. Viele Jugendliche entdecken das andere Geschlecht und sind auf der Suche nach einer stabilen Identität. Was tut man nicht alles, um von Gleichaltrigen anerkannt zu werden und beim anderen Geschlecht punkten zu können? Hinzukommen noch Gruppendynamik bis hin zum Gruppenzwang alles mitzumachen, was die anderen auch tun. In diesem Alter darf man sich Unsicherheit nicht anmerken lassen, so steckt man sich halt die Kippe an, um beachtet zu werden, oder man trinkt mutig den harten Stoff oder zieht tief am Joint. Andere prahlen mit ihren Bettgeschichten. Daraus können lebenslange Probleme und hartnäckige Süchte entstehen. Man hört dabei zwar immer wieder von Drogentoten, von Lungenkrebs und Leberzirrhose, aber man glaubt: Mich kann so etwas nicht treffen, ich habe das Ganze unter Kontrolle! Anfangs stimmt das noch. Doch nach und nach, mit fortschreitender Zeit und den vergehenden Jahren verliert man die Kontrolle über das Suchtmittel, so dass das Suchtmittel zum Schluss einen selber kontrolliert statt umgekehrt. Man wird zum Sklaven seiner eigenen Sucht und bekommt dann in der Regel nicht nur gesundheitliche, sondern auch soziale Probleme bis hin zum möglichen Konflikt mit dem Gesetz. Um diese Probleme auszublenden, braucht man dann das Suchtmittel umso mehr, um sich und seinen Schmerz und die negativen Gefühle zu betäuben. Ein Teufelskreis entsteht.

Nicht wenige Menschen wurden von solchen Dingen befreit, nachdem sie in sich gegangen sind und Gott um Hilfe gebeten haben. Es gibt ein große Anzahl an Zeugnissen von Menschen, die schildern, wie Gott sie frei gemacht hat, nachdem sie sich zu Ihm bekehrt haben. Manche wurden sofort frei, manche mussten für längere Zeit dafür kämpfen. Aber in der Regel wird Gott an jedem echten Christen zu arbeiten beginnen, der von Suchtmitteln abhängig ist, denn der Heilige Geist kann eine Sucht nicht dulden (Jak 4,5). Gott kann auch aus dem verpfuschtesten und kaputtesten Leben noch etwas machen, wenn man ihn lässt. Dazu sollte man offen und ehrlich zu ihm kommen und sich ihm unterordnen:

Jak 4,1 Woher kommen die Kämpfe und die Streitigkeiten unter euch? Kommen sie nicht von den Lüsten, die in euren Gliedern streiten? 2 Ihr seid begehrlich und habt es nicht, ihr mordet und neidet und könnt es doch nicht erlangen; ihr streitet und kämpft, doch ihr habt es nicht, weil ihr nicht bittet. 3 Ihr bittet und bekommt es nicht, weil ihr in böser Absicht bittet, um es in euren Lüsten zu vergeuden. 4 Ihr Ehebrecher und Ehebrecherinnen, wisst ihr nicht, dass die Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wer also ein Freund der Welt sein will, der macht sich zum Feind Gottes! 5 Oder meint ihr, die Schrift rede umsonst? Ein eifersüchtiges Verlangen hat der Geist, der in uns wohnt; 6 umso reicher aber ist die Gnade, die er gibt. Darum spricht er: »Gott widersteht den Hochmütigen; den Demütigen aber gibt er Gnade«.

Wir haben einen Gott, dem es nicht gleichgültig ist, wenn wir zugrunde gehen. Er sandte seinen Sohn, Jesus Christus, um uns auch aus solchen Süchten zu befreien:

Joh 8,36 Wenn euch nun der Sohn frei machen wird, so seid ihr wirklich frei.

Noch ein persönlicher Tipp:

Ich halte zwar auch nichts vom Fitnesswahn und Körperkult, der auch zur Sucht und zum Götzen werden kann, aber wer von stofflichen Süchten wegkommen will, der sollte in Betracht ziehen, vielleicht mit einer sportlichen Betätigung zu beginnen. Mir hat das Fahrradfahren sehr geholfen, vom Rauchen wegzukommen und wegzubleiben. Für das Rauchen gebraucht man ja auch seinen Körper, und man kann durch Sport auch ähnliche Glücksgefühle wie vom Nikotin erfahren. Wenn man eine Sucht ablegen will, dann sollte man sie durch eine positive Eigenschaft ersetzen, die Freude macht. Die Spielsucht konnte ich ablegen, weil ich mit dem Schreiben und Fotografieren begann, genauso wie die Hurerei, die ich auch durch meine Blogger-Arbeit ablegen konnte. Man sollte nur darauf Achthaben, nicht von einer Sucht in die nächste zu rutschen. Früher mussten die Menschen noch körperlich härter arbeiten als heute. Man war am Abend müde und erschöpft, was auch Befriedigung in sich birgt; heute kann man das gleich Resultat durch Sport erzielen. Darum würde ich jedem, der an einen Suchtstoff gebunden ist, den Sport empfehlen, vor allem den Sport in der Natur!

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