Archiv der Kategorie: Kirche

Leistungsdruck nach der Bekehrung

Wenn man das Glück hatte, das Evangelium zu verstehen und die Errettung durch Jesus Christus anzunehmen, dann freut man sich zunächst. Man ist gerettet. Natürlich nicht aus Glück, sondern weil Gott es so gewollt hatte. Im Leben findet ein tiefer Einschnitt statt, die Vergangenheit wird abgehakt und ein neues Leben beginnt.

Jetzt fragt man sich: „Wie soll es weitergehen?“ Nachdem Gott einen gerettet hat, will man sein Leben in den Dienst Gottes stellen und für ihn arbeiten. Bei den meisten ist das so. Also beginnt man sich vielleicht an anderen zu orientieren. Andere lesen in der Bibel und beten. Also liest man auch in der Bibel und betet. Andere predigen das Evangelium. Also predigt man auch das Evangelium. Andere strengen sich an, in guter Beziehung zu allen Menschen zu leben. Also versucht man auch in guten Beziehungen mit seinen Mitmenschen zu leben. Ehe man sich versieht, hat man einen Katalog mit einer To-Do-Liste vor sich liegen, die man abhacken muss, um weiterhin Christ zu sein und für Gott zu arbeiten. Im Laufe der Zeit wird diese Liste immer länger und man fühlt sich unter Druck gesetzt. Man dient dann Gott nicht mehr aufgrund der Errettung, sondern darum, weil man Gott alles recht machen will und ihm gefallen will. Mit der Zeit wird der Druck immer größer und man brennt langsam aus. Man hat sich im Dienst aufgeopfert und man muss auch feststellen, dass man die To-Do-Liste nicht erfüllen kann. Viel zu oft sündigt man und tut nicht das Richtige. Verzweiflung und Verdammnisgedanken machen sich breit. Man scheitert an den eigenen Anforderungen. Man ist gesetzlich geworden und von der Freude, die einst da war, ist nichts mehr übrig.

In dieser ganzen Rechnung ist ein Rechenfehler, den wahrscheinlich jeder einmal gemacht hat. Man dachte: Die Errettung ist Gottes Sache, und nun, da ich errettet bin, will ich meinen Teil dazu betragen, richtig zu leben.

Hierbei erkennt man nicht die Wahrheit, die einen wirklich frei macht! Jesus Christus ist nicht nur gekommen, um uns zu retten. Er ist auch gekommen, um das Leben durch uns zu leben, das wir selber nicht leben können. Das Geheimnis dieses Lebens besteht darin, dass Christus in uns lebt und die Dinge tut, die wir von uns aus nicht tun können. „Christus in uns.“

Kol 1,27 Ihnen wollte Gott bekanntmachen, was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Heiden ist, nämlich: Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.

Jesus Christus wohnt durch den Heiligen Geist in uns. Er lebt in uns. Alles, was wir ist tun müssen, ist, ihm die Kontrolle über unser Leben zu überlassen. Der Heilige Geist wird uns dann nach und nach verändern:

Gal 5,16 Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen.

Wir können unsere Mitmenschen nicht lieben, wie Jesus es tut.
Wir können nicht unsere Sünde besiegen, wie Jesus ohne Sünde war.
Wir können unsere Feinde nicht lieben, wie Jesus seine Feinde liebte.
Das alles kann nur Jesus. Und er muss es in uns vollbringen.

Jesus sagte:

Joh 15,5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.

Jesus ist der Weinstock. Wir sind nur die Reben. Alles was eine Rebe tun muss, ist am Weinstock zu bleiben und den Saft des Weinstocks in sich aufzunehmen. Das ist ein schönes Bild. Wir können nur Frucht bringen, wenn wir am Weinstock bleiben. Frucht bringen, das vollbringt der Weinstock, nicht die Rebe.

Daher bete ich in letzter Zeit immer mehr: „Herr Jesus lebe Du Dein Leben durch mich. Ich kann nichts von mir aus, aber Du kannst die Dinge tun, die ich nicht kann! Wirke durch mich!“

Das erleichtert und nimmt viel Leistungsdruck weg. Das Leben ist dann kein Krampf mehr, sondern Freude. Denn in der Freude, die wir bei der Errettung hatten, sollen wir bleiben…

Share Button