Archiv der Kategorie: Zeitgeist

Zombies, Vampire, Werwölfe und Mutanten

412205_web_R_B_by_Thomas Max Müller_pixelio.de
412205_web_R_B_by_Thomas Max Müller_pixelio.de

Der erste Zombiefilm der Neuzeit, war George A. Romeros Film: „Die Nacht der lebenden Toten“. George A. Romero machte diesen Film mit dem Hintergedanken, dass die Untoten für die amerikanische Gesellschaft stehen sollten:

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Nacht_der_lebenden_Toten

Die Zombies, die in den Kinos auftauchen, scheinen ein Spiegelbild für die Gesellschaft zu sein, die sich dem Konsum verschrieben hat. Egal, ob Drogen, Koffein, Nikotin, Geld, Macht, Extremsportarten usw. Viele Menschen scheinen nur noch für den Konsum zu leben. Sie gehen meist einer eintönigen Arbeit nach, die durch die einheitliche Industrialisierung jeder Kreativität und Eigeninitiative beraubt wurde. Die Massenproduktionen und Massenfertigung führten dazu, dass der Arbeiter häufig immer die gleichen Handgriffe tun muss und mehr oder weniger einfach wie eine Maschine zu funktionieren hat, wie z. B. bei der Fliessbandarbeit und Fliessfertigung. Diese Arbeiter sind moderne Zombies, die sich in der Arbeit gleichmäßig bewegen müssen und in ihrer Freizeit konsumieren.

Die Vampire stehen für Menschen, die eine dunkle Sexualität haben. Nicht selten, sind Vampire erotische Wesen, die ihre Opfer verführen und ihnen das Blut aussaugen um weiterexistieren zu können. Es gibt Parallelen zu Menschen, die die Sexualität nicht mehr von einer treuen Beziehung abhängig machen, sondern vom Lustgewinn. Der Partner wird missbraucht, damit man seine eigenen Bedürfnisse befriedigen kann, und danach schnell gegen einen anderen ausgetauscht.
Vampire schaffen wiederum neue Vampire. D. h. Menschen, die in ihren ersten Beziehungen vom anderen „ausgesaugt“ wurden, handeln in ihren neuen Beziehungen meistens genauso und behandeln den neuen Partner, wie sie selbst behandelt wurden. Wir sehen, dass der Vampir im realen Leben tatsächlich existiert, wenn auch in einer anderen Form.

Der Werwolf steht für eine brachiale, männliche Gewalt. Der Werwolf ist nicht so ästhetisch wie der Vampir. Er verwandelt sich beim Mondschein in ein Wesen, dass auf brutale Weise tötet und wütet. Er steht für rohe männliche Gewalt. Für machohaftes Gehabe. Der Werwolf zieht nachts los, aber nur wenn Vollmond ist. Viele Männer ziehen nachts in Horden los, von Kneipe zu Kneipe, von Schlägerei zu Schlägerei, von Happyhour zu Happyhour auf der Suche nach Gewalt und Rausch. Egal ob mit der Harley unterwegs, oder mit dem getunten BMW. Der Werwolf steht für Gewalt und Brutalität.

Der Mutant gleicht dem spirituellen Menschen, der übersinnliche Fähigkeiten hat und selbst verstümmelt ist. Viele Menschen, die Tattoos, Brandings und Piercings haben, haben dies aus einer gewissen religiösen Überzeugung. Die Tattoos sind oft Totenköpfe, Kreuze, Ikonen und Dämonen. Viele dieser Menschen haben eine gewissen Medialität. Sie werden von der Dunkelheit und Magie angezogen. Wie die Mutanten sind sie häufig offen für Aberglauben und Magie. Früher tätowierte man Sklaven und Gefangene. Heutzutage tätowieren und verstümmeln sich viele Menschen bewusst oder unbewusst, um zu zeigen, dass sie sich dem Dunklen verschrieben haben.

Die heutigen Filme, die diese Themen aufgreifen, sind deshalb so erfolgreich, weil sie uns unbewusst einen Spiegel hinhalten und den modernen Menschen, der eigentlich ein Antiheld ist, zum Helden machen. Viele von uns (ich auch) können uns in den Figuren wiederfinden. Vom der gefährlichen Anregung dieser Filme zu schweigen, zeigen sie uns ein Durchschnittsbild der modernen Gesellschaft.

Share Button