Christliche Auswüchse schrecken Ungläubige ab

701826_web_R_B_by_Ferdinand Ohms_pixelio.deEs ist klar, dass die Welt das Christentum immer missverstehen wird. Es ist aber Tatsache, dass die Welt ein Gespür für unglaubwürdiges, falsches und schwärmerisches Christentum hat, und dies zurecht ablehnt.

„Es ist Heidenarbeit, Christen zu missionieren.“

Dieser Satz trifft den Nagel auf den Kopf. Wir leben heute in einer Zeit, in der die Nachfolge oft aus Events, Holy-Spirit-Nights und Gefühlsduselei besteht. Das Wirken des Heiligen Geistes wird mit musikalischen Tönen gleichgesetzt. Es werden Dämonenaustreibungen an Christen vorgenommen. (Was gar nicht biblisch ist.) Ein Hochgefühl jagt das Nächste, bis man in völliger Verzweiflung endet. Es gibt kleine Päpste, die über ihre Schafe herrschen und ihnen das Geld absaugen. Theologie wird zu okkult magischem Denken umgewandelt, während man sich auf der anderen Seite von der Magie abzuwenden meint. Geld und Wohlstand stehen im Mittelpunkt. Statt den Weg der Heiligung zu beschreiten, wird mittels „vollmächtigen“ Worten eine Lösung von Problemen herbeigeredet, die gar nicht der Wirklichkeit entspricht, sondern auf Einbildung beruht. Gläubige kennen nicht einmal mehr das ABC des christlichen Glaubens, sondern sind in völlig abstrusen Denkmustern verhaftet. Jesus- und Hallelujahrufe werden mit geistlichem Leben gleichgesetzt. Echte Heiligung findet nicht mehr statt. Dazu kommt Gruppendynamik und Massenhysterie mit peitschenden Lobpreisliedern.

Kein Wunder, dass sich die Welt von einem solchen Christentum entsetzt abwendet und sagt: „Die spinnen, die Christen!“

Petrus sprach darüber in seinem 2. Brief in Kapitel 2:

1 Es gab aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, die heimlich verderbliche Sekten einführen, indem sie sogar den Herrn, der sie erkauft hat, verleugnen; und sie werden ein schnelles Verderben über sich selbst bringen.
2 Und viele werden ihren verderblichen Wegen nachfolgen, und um ihretwillen wird der Weg der Wahrheit verlästert werden.
3 Und aus Habsucht werden sie euch mit betrügerischen Worten ausbeuten; aber das Gericht über sie ist längst vorbereitet, und ihr Verderben schlummert nicht.

Der Weg der Wahrheit wird verlästert werden, durch falsch ausgelebtes Christentum. Statt in der Stille einem geregelten Leben nachzugehen, wird lauthals propagiert und mit schönen Worten oder Aggression eine Bekehrung der Ungläubigen erzwungen, nur um Machtspiele und Missbrauch an Menschen zu treiben. Echte Frömmigkeit dagegen zeichnet sich durch Stille, Nachdenken und echte Nächstenliebe aus:

2Tim 2,2b, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Gottesfurcht und Ehrbarkeit;

1Tim 6,6 Es ist allerdings die Gottesfurcht eine große Bereicherung, wenn sie mit Genügsamkeit verbunden wird.
7 Denn wir haben nichts in die Welt hineingebracht, und es ist klar, daß wir auch nichts hinausbringen können.
8 Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, soll uns das genügen!

Röm 12,18 Ist es möglich, soviel an euch liegt, so haltet mit allen Menschen Frieden.

Echte christliche Führungspersonen sind keine Rockstars, sondern Menschen, die anderen dienen und nicht über sie herrschen:

1 Pet 5,1 Die Ältesten, die unter euch sind, ermahne ich als Mitältester und Zeuge der Leiden des Christus, aber auch als Teilhaber der Herrlichkeit, die geoffenbart werden soll:
2 Hütet die Herde Gottes bei euch, indem ihr nicht gezwungen, sondern freiwillig Aufsicht übt, nicht nach schändlichem Gewinn strebend, sondern mit Hingabe,
3 nicht als solche, die über das ihnen Zugewiesene herrschen, sondern indem ihr Vorbilder der Herde seid!

Was ist noch übrig von der „kleinen Herde“, die Jesus Christus als guter Hirte leitet? Ein lautes, schrilles und krankes Eventchristentum. Ein Wohlstandschristentum, das finanzielle Erfolge mit geistlichem Leben gleichsetzt. Damit ist auch eine völlige Verzerrung über die Lehre des Heiligen Geistes verbunden, der missbraucht werden will, um schöne Gefühle und fleischlich seelische Höhepunkte hervorzurufen, die sexuelle Begierden wecken. Zum einen distanziert man sich von sexueller Unzucht, zum anderen kann man in diesen Bewegungen immer wieder beobachten, wie es zu Ehebruch und Hurerei kommt.

Diese endzeitlichen Auswüchse kann man nur mit den Worten Jesu´ an die letzte Gemeinde, die endzeitliche Gemeinde Laodizea, wiedergeben:

Offb 3,14 Und dem Engel der Gemeinde von Laodizea schreibe: Das sagt der »Amen«8, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Ursprung der Schöpfung Gottes: 15 Ich kenne deine Werke, daß du weder kalt noch heiß bist. Ach, daß du kalt oder heiß wärst! 16 So aber, weil du lau bist und weder kalt noch heiß, werde ich dich ausspeien aus meinem Mund. 17 Denn du sprichst: Ich bin reich und habe Überfluß, und mir mangelt es an nichts! — und du erkennst nicht, daß du elend und erbärmlich bist, arm, blind und entblößt. 18 Ich rate dir, von mir Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst, und weiße Kleider, damit du dich bekleidest und die Schande deiner Blöße nicht offenbar wird; und salbe deine Augen mit Augensalbe, damit du sehen kannst! 19 Alle, die ich liebhabe, die überführe und züchtige ich9. So sei nun eifrig und tue Buße! 20 Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde ich zu ihm hineingehen und das Mahl mit ihm essen und er mit mir. 21 Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, so wie auch ich überwunden habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe. 22 Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!

Bin ich, der Schreiber dieser Zeilen, besser? Nein, ich bin auch nicht besser! Ich leide genauso um meiner Lauheit und mangelnden Geistlichkeit. Wir alle sitzen in einem Boot. Es geht auch nicht darum, mit dem Finger auf andere zu zeigen, sondern zuerst uns selbst zu richten. Bei uns selbst gibt es Mängel zu genüge. Aber man muss auch zu dem Punkt kommen, wo man erkennt, wie sich Gott geistliches Leben in Wirklichkeit vorstellt. Daher muss man sämtliche Auswüchse scharf ablehnen.

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