Christlicher Machtmissbrauch

Atheisten werfen dem Christentum häufig vor, in der Geschichte der Menschheit Macht an sich gerissen und missbraucht zu haben. Schauen wir uns diese „christlichen“ Machtmissbrauch etwas näher an:

Der „christliche“ Machtmissbrauch mit der einhergehenden Gewalt ist eine Bestätigung der Echtheit des Wortes Gottes. Dieser Satz kann zuerst einmal missverstanden werden. Fordert die Bibel den Missbrauch von Macht heraus? Nein, aber sie bestätigt, dass innerhalb der Christenheit in dieser Beziehung viel schief läuft und gelaufen ist.

Schon von Anfang an war die Lehre Jesu´ stark umstritten. Im Judentum hatten die Pharisäer und Sadduzäer das Sagen und missbrauchten Gottes Wort für ihre eigenen Zwecke. Die Pharisäer selbst schlossen das Himmelreich für diejenigen zu, die sie als unwerte Sünder betrachteten (Mt 23,13). Sie selbst wollten gut angesehen sein und Macht über andere ausüben (Mt 23,6;7). Sie verfolgten die echten Propheten und auch die Christen (Mt 23,34). Sie übervorteilten andere Menschen (Mt 23,14). Wir können also sehen, dass schon innerhalb des Volkes Israels, als das Christentum noch nicht da war, Machtmissbrauch im Namen Gottes stattgefunden hat. Das war noch vor Pfingsten. Vor der Geburt der Gemeinde.

Auch in der Apostolischen Zeit, worüber uns vor allem die Briefe der Apostel und Propheten berichten, gab es innerhalb der Gemeinde Jesu´ immer wieder Menschen, die ihre an sich gerissene Macht geltend machen wollten und ausüben wollten. Der Apostel Paulus z. B. sagte zu den Christen in Ephesus:

Apg 20,29 Denn das weiß ich, daß nach meinem Abschied räuberische Wölfe zu euch hineinkommen werden, die die Herde nicht schonen; 30 und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen in ihre Gefolgschaft.

Die Briefe der Apostel, vor allem der 2. Timotheusbrief, der 2. Petrusbrief und der Judasbrief zeigen auf, dass Menschen in der Gemeinde Jesu´ Macht für sich beanspruchen, die ihnen nicht zusteht. Sie werden unter anderem falsche Apostel, falsche Propheten und auch Irrlehrer genannt. Wir können also sehen, dass schon die frühe Gemeinde starken Auseinandersetzungen ausgeliefert war. Die Apostel waren stets bemüht, dem zu widerstehen und die falschen Lehren und Lehrer abzuwehren. (Überprüfen sie einmal diese drei Briefe!)

In der Kirchengeschichte hat sich dann vor allem durch das Papsttum gezeigt, wie „christlicher“ Machtmissbrauch aussieht. Der Klerus herrschte über das Kirchenvolk und die Päpste setzten sogar in grausamer Weise ihre Macht durch, indem sie sogar Könige ein- und absetzten. Sie unterdrückten die Völker, die echten Christen und vergossen während diesen Zeiten sehr viel unschuldiges Blut.

Auch heute können wir in den verschiedenen Denominationen sehen, wie „christlicher“ Machtmissbrauch aussieht. Es gibt unzählige Führungspersönlichkeiten, die Macht und Geld für sich beanspruchen. Nicht nur in Sekten ist das so, auch in Landeskirchen und Freikirchen können wir Machtmissbrauch feststellen, wenn z. B. Gläubige, die ihren Glauben auf das Fundament der Bibel ausrichten, denunziert und verbal niedergemacht werden.

Atheisten führen meistens an, dass diese Dinge ein Zeichen für die Falschheit des Christentums sein sollen. Sie sagen: „Christen sollten doch ein Vorbild sein. Es gab aber zu allen Zeiten den Machtmissbrauch innerhalb der Christenheit. Darum kann diese Botschaft des Evangeliums nicht von einem Gott stammen, sondern sie ist fehlerhaft!“

Dieses Argument, das auf den ersten Blick plausibel erscheint, lässt sich aber mit den vorherigen Erklärungen entkräften und sogar Jesus Christus sprach davon, dass das Christentum ungesund und verhältnismäßig übergroß werden würde, so dass es sogar zu einer dämonischen Behausung werden würde. Dies führte der Herr Jesus Christus in folgendem Gleichnis aus:

Matthäus 13:
Das Gleichnis vom Senfkorn

31 Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Reich der Himmel gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte.
32 Dieses ist zwar unter allen Samen das kleinste; wenn es aber wächst, so wird es größer als die Gartengewächse und wird ein Baum, so daß die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten.

Dieses Gleichnis ist im Gegensatz zu manchen Meinungen nicht positiv gemeint. Denn auch das folgende Gleichnis vom Sauerteig ist ein negatives Gleichnis. Manche Ausleger sagen, dass diese Vögel, die in Vers 32 beschrieben werden, für die bösen Mächte stehen, die im Reich Gottes Platz nehmen werden. Da Jesus Christus der Prophet war, der kommen sollte, wusste er schon im voraus, wie sich die Geschichte der Christenheit entwickeln würde. Auch folgender Satz von ihm ist sehr interessant:

Mt 11,12 Aber von den Tagen Johannes des Täufers an bis jetzt leidet das Reich der Himmel Gewalt, und die, welche Gewalt anwenden, reißen es an sich.

Das Himmelreich leidet Gewalt, weil es die, welche Gewalt anwenden, an sich reißen. Auch das war dem Herrn schon lange bekannt.

Die Bibel spricht also schon im Voraus von einer Christenheit, in der Machtmissbrauch und Gewalt ein Thema sein würden. Dies hat sich alles erfüllt bis auf diesen Tag. Weil die Bibel das erwähnt und nicht beschönigt, ist das das Zeichen dafür, dass der „christliche“ Machtmissbrauch die Echtheit der Bibel bestätigt. Ständig haben sich Mächte in Gottes Ratschluss eingemischt, die hier nicht hingehörten, und die Bibel spricht davon. Gottes Wort ist also wahr!

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Ein Gedanke zu „Christlicher Machtmissbrauch“

  1. Sehr gut erklärt Danke dafür.
    das mit dem Bibelstechen war für mich hilfreich
    da ich selbst einmal in einer schwierigen Situation
    machte und hatte ein schlechtes Gewissen dabei.
    heute weiss ich warum ,weil Jesus das nicht möchte .
    wir sollen ihm vertrauen und nicht erpressen .
    Danke für die gute Botschaft
    Gisela Inselmann Sent

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