Das graue Leben von Otto Normalverbraucher

DSCN0738 (Medium)Soll es das gewesen sein?

Eigentlich ist Otto Normalverbraucher doch ein ganz normaler Mensch; nur hatte er noch nie eine richtige Chance:

Ja, man ist im Endeffekt kein gefährlicher Kinderschänder und Massenmörder, denkt man sich vielleicht. Man lebt doch eigentlich normal.

Man hat vielleicht noch nie Ehebruch begannen, obwohl man seiner Frau nur noch nebenher lebt. Meist sieht das dann so aus, dass die Frau in der Küche sitzt und der Mann im Wohnzimmer mit der geöffneten Bierflasche bei Sky-Sport. Zwanzig Jahre Ehe können hart sein, und man hat sich sowieso nichts mehr zu sagen, obwohl keiner der Beiden jemals fremdgegangen ist.

Auch bei der Arbeit schlägt man sich mal gut und mal schlecht durch. Ärger wird es immer geben, denn man kann sich seine „blöden“ Arbeitskollegen und Vorgesetzten ja nicht aussuchen. Der Mensch ist gut, nur die Leute sind schlecht, denkt man sich.

Die Regierung ist schuld, dass man ständig jeden Euro zweimal umdrehen muss. Diese Leute sind tatsächlich korrupt und die Hölle ist noch nicht genug für sie. Diese Meinung hat man sich angeeignet, wenn man feststellt, dass die Regierenden eigentlich nie das tun, wofür man sie gewählt hat. So hat man schon längst aufgegeben, noch irgend einen Anspruch an sie zu haben und zu äußern.

Das Highlight jeden Jahres bildet dann der Urlaub in Spanien, worauf man sich schon lange freute. Leider geht die Zeit dort viel zu schnell vorbei, und man muss wieder in die verhasste Firma zum mallochen. Aber irgendwann kommt ja die Rente und dann wird man alles Versäumte nachholen. Dann…

Neben dem Urlaub gibt es noch Schönwetterzonen im Alltag, vielleicht an Fasching, wenn man mal richtig die Sau raus lässt, oder bei den ständig wiederkehrenden Besäufnissen im Zirkel des Jahres.
Eigentlich ist man normal, kein schwerer Verbrecher, und man könnte noch wesentlich besser sein, wenn das Umfeld etwas weniger abgedreht und verrückt wäre.

So leben viele Menschen vor sich hin. Sie machen eine Ausbildung, Karriere, heiraten, kriegen Kinder, die Kinder verlassen das Haus, man baut das Haus um, kauft sich ein neues Auto und lässt am Stammtisch seinen Frust über als das aus.

Ab und zu denkt man auch an Gott. Vielleicht, wenn man zweimal im Jahr in die Festgottesdienste geht – an Ostern und Weihnachten. Vielleicht glaubt man ja auch die Theorie aus dem fernen Osten, dass nach dem Tod das nächste Leben kommt. Man will sich nicht unbedingt festlegen. Hauptsache man ist spirituell und „was Genaues weiß man sowieso nicht“. So blendet man auch den Tod aus seinem Leben vollständig aus. Man ist nur darüber entsetzt, wenn ein naher Verwandter oder Freund plötzlich stirbt. Dann sieht man für kurze Zeit die Tragik des Lebens und des Todes. Aber bald danach geht alles wieder seinen gewohnten Gang. Es sterben ja sowieso immer die anderen.

Soll das alles sein?

Je länger man lebt, umso deutlicher stellt man fest, dass das Leben nicht gerecht ist. Was wurde aus den Träumen, die man als Kind und Jugendlicher hatte? Als man noch jung war, erwartete man noch etwas von Leben. Man wollte in vollen Zügen das Leben genießen und sich im Glück baden. Der Song „Für mich sollt´s rote Rosen regnen“ ist nicht durch Zufall entstanden. Jeder junge Mensch hat Träume und Visionen. Die Wenigsten können sie auch wirklich verwirklichen.
Wenn man die Scherben der zerplatzten Träume sehen könnte, dann würden sie sich wahrscheinlich meterhoch auf unserer Welt stapeln. So hat auch Otto Normalverbraucher eingesehen, dass das Glück höchstwahrscheinlich nur für andere reserviert ist.

CS Lewis sagte einmal: „Wenn wir in uns selbst ein Bedürfnis entdecken, das durch nichts in dieser Welt gestillt werden kann, dann können wir daraus schließen, dass wir für eine andere Welt erschaffen sind.“

Wenn man erkennt, dass das Leben äußerst unbefriedigend ist und das die Löcher in der Seele nicht geschlossen werden können, dann fängt man an zu resignieren. Vielleicht betäubt Otto Normalverbraucher seinen Schmerz mit Alkohol oder einer prickelnden Affäre, aber diese Dinge geben nur eine kurzzeitige Befriedigung. Danach werden sie vom Loch in der Seele verschluckt, als wäre das Loch nie gefüllt gewesen. „I can´t get no satisfaction. I try and I try.“

Wenn man all das einmal erkannt hat, sich dem grau-samen Alltag gestellt hat und einmal darüber nachdenkt, dann gibt es Hoffnung. Jetzt könnte Otto Normalverbraucher vielleicht einmal darüber nachdenken, wie Gott das Ganze sieht. Und tatsächlich: Gott hat Vieles dazu zu sagen. Er sollte nur einmal das Buch Prediger lesen! Dort wird erklärt, warum der Alltag so grau ist.

Diese Welt ist nicht Gottes letztes Wort! Er wird eine Neue schaffen! Das Leben dort wird nicht grau, sondern bunt sein. Wer dort leben will, der sollte einmal die Bibel lesen, forschen und herausfinden, welche Menschen dort leben werden und welche nicht.

Jes 34,16 Forscht nach im Buch des Herrn und lest es! Nicht eines von alledem wird fehlen; zu keinem Wort wird man die Erfüllung vermissen; denn mein Mund ist’s, der es befohlen, und sein Geist ist’s, der sie gesammelt hat.

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