Das Kreuz Christi: Ärgernis, Torheit oder gute Nachricht

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Der Apostel Paulus hatte es nicht leicht. Von seinen eigenen Volksgenossen (Juden) wurde er verfolgt und von den Heiden (Nichtjuden) wurde er verlacht. Gott hatte ihm eine Botschaft gegeben, die bei vielen seiner Zeitgenossen nicht gut ankam. Es ist die Botschaft vom gekreuzigten Christus. Über diese Botschaft schrieb Paulus:

1. Kor 1,22 Während nämlich die Juden ein Zeichen fordern und die Griechen Weisheit verlangen,
23 verkündigen wir Christus den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgernis, den Griechen eine Torheit;

Diese Botschaft, die den Kern des Christentums ausmacht und den Kern des Judentums ausmachen sollte, ist nicht sehr populär. Auch in der heutigen Zeit. Es gibt sogar solche, die sich Christen nennen, die diese Botschaft ebenso ablehnen. Der Kern des Christentums gerät immer mehr aus dem Mittelpunkt und stattdessen finden unsinnige Annahmen und Irrlehren ihren Platz in der Christenheit. Wieso ist das so?

Ein Punkt ist sicherlich, dass der Mensch von heute nicht mehr hören will, dass er vor Gott schuldig geworden ist. Jesus Christus wurde ja für die Sünden der ganzen Welt, für die Sünden von jedem von uns, gekreuzigt:

1Joh 2,2 und er ist das Sühnopfer für unsere Sünden, aber nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.

Am Kreuz nahm Gott unsere Sünden und legte sie auf Jesus Christus, der stellvertretend für uns dafür bezahlte. Dies wird an folgendem Ausruf deutlich:

Mt 27,46 Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lama sabachthani, das heißt: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?«

Jesus Christus erlitt die Gott-Verlassenheit, die wir eine Ewigkeit lang erdulden müssten, wenn wir die Strafe für unsere Sünden erhalten würden.

Der Mensch von heute, hört nicht mehr gerne, dass er ein Sünder und vor Gott schuldig ist. Man schiebt seine bösen Eigenschaften lieber auf die Umwelt oder auf die Eltern. Der Mensch heute, will klüger sein als Gott und will sich nicht eingestehen, dass er Hilfe braucht. Leider hat diese Sichtweise auch vor der Kirche nicht haltgemacht. Für viele Theologen und Prediger ist das Kreuz ein Ärgernis und die Botschaft, dass wir alle Sünder sind, nicht mehr zeitgemäß. Doch wenn diese Botschaft nicht mehr gepredigt wird, dann können wir das Predigen ganz aufhören. Man kann dann vielleicht noch einen frommen Verein aufmachen und versuchen, selbst die Welt zu verbessern.

Doch für eine Gruppe, egal ob studiert oder Analphabet, ist diese Botschaft lebenswichtig. Ich spreche von Sündern. Von schuldig gewordenen Menschen. Von kaputten Menschen, von kranken Menschen, von Menschen, die einfach nichts auf die Reihe bringen.

Jesus kam und nahm die Sünden von Zuhältern, Prostituierten, Pornosüchtigen, Dieben, Mördern, Betrügern, Politikern, Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, Schwulen, Lesben, Lügnern, Meineidigen, schlechten Eltern, Alkoholikern, Drogensüchtigen, Spielern, Mafiabossen, Schlägern, lieblosen Menschen und alle anderen Gruppen von Sündern auf sich und bezahlte die Forderungen, die durch das Gesetz Gottes gefordert wurden. Das Gesetz Gottes fordert, dass der Mensch so zu sein hat, dass er vollkommen gerecht ist und heilig lebt. Kein Mensch kann das erfüllen.

Das Himmelreich ist für geistlich Arme, d. h. für Menschen, die es trotz bester Anstrengungen nicht schaffen, gut zu sein:

Mt 5,3 Glückselig sind die geistlich Armen, denn ihrer ist das Reich der Himmel!

Wer erkennt, dass er vor Gott bankrott ist. Wer erkennt, dass er trotz bester Bemühungen ein Versager ist und bleibt, für den wird die Botschaft vom Kreuz die beste Botschaft sein, die er je gehört hat.

Gott bietet vollständige Amnestie für Sünder. Für diejenigen, die zu ihm kommen, ihre Schuld bekennen und sich einen Neuanfang von Gott schenken lassen, ist völlige Annahme von Gott garantiert. Gott ist ein Gott, der immer wieder neue Anfänge schenkt. Das ist die frohe Botschaft.

Doch um die Botschaft zu verstehen, muss man zuerst seine Hilflosigkeit und Unfähigkeit erkennen. Man muss erkennen, dass man kein guter Mensch ist.

Für schlechte Menschen ist die Botschaft Leben. Für die Selbstgerechten wird sie den Tod bedeuten. Denn wer keine Vergebung der Sünden hat, wird für seine Schuld selbst bezahlen müssen.

Es kommt nicht darauf an, ob man Theologe, Professor oder Lehrer ist, damit man diese Botschaft verstehen kann. Diese Personengruppe hat es sogar schwerer, das zu verstehen:

1. Kor 1,26 Seht doch eure Berufung an, ihr Brüder! Da sind nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme;
27 sondern das Törichte der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen;
28 und das Unedle der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, und das, was nichts ist, damit er zunichte mache, was etwas ist,
29 damit sich vor ihm kein Fleisch rühme.

Jedes Kind kann diese Botschaft verstehen und viele Theologen, Studierte und Prominente werden ein Leben lang die Bibel lesen und nichts davon verstehen.

Paulus wusste, dass viele Menschen diese Botschaft ablehnen würden. Für diejenigen, die die Botschaft des Paulus annahmen, galt und gilt:

1Kor 1,24 denen aber, die berufen sind, sowohl Juden als auch Griechen, [verkündigen wir] Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit.

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