„Dekonstruktion“ ist das neue Zauberwort

Lustige Wolke
Lustige Wolke

Stellen wir uns vor, ein junger Mann, dessen Vater gestorben ist, erbt dessen Haus. Er zieht fröhlich ein. Doch nach und nach bemerken die Nachbarn etwas Seltsames: Der junge Mann beginnt zuerst damit, die Dachplatten herunterzunehmen. Dann baut er den Dachstuhl ab. In den darauffolgenden Tagen klopft er die Steine des Obergeschosses aus dem Putz. So geht es weiter und weiter. Nach ein paar Monaten ist das ganze Haus abgebaut und der Schutt wird von einem örtlichen Unternehmen abgeholt. Jetzt hat der junge Mann ein Zelt auf dem Grundstück stehen, in dem er lebt. Bei Regen läuft das Wasser ins Zelt und bei Schnee friert er. Aber er ist so richtig glücklich jetzt.

Viele Leute hätten für dieses Verhalten nur Kopfschütteln übrig. Doch wenn die Kirche das macht, dann ist sie „hip“. „Dekonstruktion“ ist das Zauberwort der Emerging Church. Bei der Dekonstruktion nimmt man die Bibel so lange auseinander, bis nichts mehr von der Aussage, die die Bibel hat, übrig ist. Die Emerging Church ist stolz darauf, keine Dogmen und Lehrauffassungen zu haben, sondern alles zu hinterfragen. Wenn man die Artikel der führenden Emerging Church Vertreter durchliest, dann findet man viele Fremdwörter, erfundene Begriffe und Zitate von anderen Emerging Church Vertretern, aber selten klare Aussagen. Man lässt alles in der Schwebe, will sich nicht festlegen und sieht den christlichen Glauben ausschließlich als Diskussionsplattform. Die Diskussion ist das eigentliche Ziel. Wie die Pharisäer zur Zeit Jesu´, die der Bibel ihre eigenen Überlieferung zufügten, deren Umfang so groß war, dass man sie in einem Leben nicht durchlesen konnte, fügt die Emerging Church dem christlichen Glauben unzählige Bücher hinzu. Das Buch, das dabei auf der Strecke bleibt, ist die Bibel selber.

Die Reformatoren und unzählige Christen haben uns während der Kirchengeschichte einen bleibenden Schatz hinterlassen. Wer liest nicht gerne Biografien von Menschen, die in ihrem Leben mit Christus gewaltige Dinge vollbracht haben? Wer liest nicht gerne die Geschichte der Reformatoren und die Ausführungen eines Spurgeon, Luther oder Hudson Taylor? Das, was diese Leute erkannt haben, hat das Gesicht der Christenheit entschieden geprägt. Wir können an ihren Fehlern lernen und von ihren Triumphen profitieren.

Das will jedoch die Emerging Church nicht. Sie diese ganze, wertvolle Fracht über Bord werfen und komplett von Null anfangen. „Zweifel“ sind in. „Hinterfragen“ ist in. Alles muss soweit reduziert werden, damit möglichst viele Menschen in die Kirche kommen und sich nur noch wohlfühlen, statt vor wichtige Entscheidungen gestellt zu werden. Jeder, der nur den Namen Jesus gehört hat, ist dann automatisch Christ. Keine Buße, keine radikale Umkehr zum Gott der Bibel. Kein Verzicht auf sündige Gewohnheiten, sondern nur noch Toleranz und Einheit – das bleibt dann vom Christentum übrig.

Wieso verzichten diese Vertreter eigentlich nicht komplett auf die Bibel? Diese Frage stelle ich mir immer wieder. Wieso halten sie an einem Buch fest, an das sie sowieso nicht mehr glauben? Es gibt unter ihnen genug Buchautoren und Menschen mit Grips. Sie könnten eine komplett neue Bibel schreiben. Sie könnten eine komplett neue Lehre definieren.

Stattdessen ärgern sie sich doch sowieso ständig an diesem Buch. Wenn mir ein Buch nicht gefällt, dann werfe ich es weg. Aber sie holen ständig dieses Buch hervor, um aufzuzeigen, dass es sowieso ganz anderes gedeutet werden muss, als es die früheren Generationen taten.

Mein Rat an alle Emergenten: Macht klar Schiff! Entweder, oder! Alles andere ist lauwarmer Kaffee. Und lauwarmer Kaffee schmeckt nicht. Entweder man ist überzeugt, dass die Bibel Gottes Wort ist, oder es ist ein Märchenbuch. Dazwischen gibt es nichts!

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.