Demonstrierende Menschen – Quo vadis Mahnwache, Pegida, HoGeSa

422131_web_R_K_by_Holger Lang_pixelio.de
422131_web_R_K_by_Holger Lang_pixelio.de

Spr 24,21 Fürchte den Herrn, mein Sohn, und den König, und laß dich nicht mit Aufrührern ein!

Anfangs dachte ich mir: Endlich geht mal jemand auf die Straße, um gegen die Missstände in unserem Land zu demonstrieren! Ich verfolgte gebannt die Videos um Ken Jebsen, Jürgen Elsässer, Jutta Ditfurth (die gegen die Friedensbewegung ist), Lars Mährholz und vielen andere Demonstrationen wie HoGeSa und PEGIDA. Nun wird vielleicht vieles besser werden, dachte ich. Doch nach und nach schlichen sich bei mir Zweifel ein. Es wird ja von vielen Aktivisten bereits durchschaut, dass unsere Massenmedien zielgerichtet gesteuert sind und tendenziös berichten. Das wird auch lautstark angeprangert und die Massenmedien, die aus gekauften Journalisten bestehen, reagieren aggressiv auf die Friedensbewegung. Ebenso die Politiker.
Das Dilemma der Massenmedien war für mich jedoch nichts Neues. Als Christ weiß ich, wer die Medien hauptsächlich benutzt: Der Teufel. Nicht nur durch die Rockmusik, die es schon einige Jahrzehnte gibt, sondern auch durch Filme, Dokus und Blockbuster werden die Menschen getrimmt, gottloses Gedankengut in sich aufzunehmen und in die Tat umzusetzen. Das ist eigentlich eines der ersten Dinge, die man als Christ lernt. Das sehen viele Friedensaktivisten (die Nichtgläubigen davon) nicht.
Jetzt wird lauthals gegen die Massenmedien und die korrupte Politik demonstriert und es werden im Internet viele Videos mit alternativen Sichtweisen zu der Politik und ihren Hintergründen veröffentlicht.
Ist das jetzt das große Erwachen? Ich glaube nicht, denn das ist meiner Meinung nach leider auch nur eine Änderung des Zeitgeistes. Der Zeitgeist ändert sich, aber die Leute bleiben weiterhin in der Dunkelheit. Ich will das an folgendem Beispiel erklären:

Die 68er Revolution war ein Bruch mit allen bis dahin geltenden Werten und Regeln der Nachkriegsgeneration. Damals gab es viele Jugendliche, die sich als Rebellen sahen. Es wurde öffentlich Freiheit und Zügellosigkeit propagiert. Man ging gegen das ganze konservative, alte System vor. Diese Leute dachten sich: Wir werden alles anders und viel besser machen als unsere Eltern und Vorfahren. Wir starten eine Revolution. Wir schaffen eine bessere Welt.
Damals änderte sich der Zeitgeist, doch nichts wurde besser. Die Propagierung von Drogenkonsum zerstörte die Gesundheit und Psyche der Jugendlichen. Die freie Sexualität zerstörte viele Familien und lies entwurzelte, asoziale Wracks übrig. Die Öffnung für die fernöstlichen Religionen und die Esoterik machte viele Menschen dämonisch besessen und brachte sie unter okkulte Belastung. Die Psychiatrien sind voll von Menschen, die heute noch unter den Folgen dieser Revolte leiden. Das zeigt, dass gutgemeinte, pragmatische Lösungsversuche oft ins Gegenteil umschlagen können und man am Ende noch schlimmer dasteht als vorher.

Jetzt ist wieder so eine Zeit, in der sich der Zeitgeist wandelt. Plötzlich reden alle von „Erwachen“, „Ausbruch aus dem System“, „Evolution“ und “ neuem Bewusstsein“. Es wird wieder eine Revolution geben, so scheint es mir. Aber der Denkfehler dieser Bewegung ist gravierend. Der Humanismus herrscht hier nach wie vor. Man denkt nämlich immer noch, dass der Mensch an sich gut wäre. „Wir nehmen jetzt unsere Verantwortung war, rebellieren gegen das System und schaffen eine bessere Welt“, so sind die Sätze, die sinngemäß ausgesprochen werden. Was sie dabei nicht sehen, ist:

Alle ihre Bemühungen werden höchstwahrscheinlich scheitern, weil der Mensch eine zwanghafte Neigung zum Bösen hat.

Es ist leicht von den „bösen, korrupten Politikern“ zu sprechen, wenn man nicht erkennt, dass man bei ähnlichen Umständen und Gelegenheiten vielleicht genauso handeln würde. Darum bin ich dankbar, dass ich nichts zu sagen habe, weil ich das gleiche bitterböse Potential in mir habe. Fielen erst einmal angedrohte, negative Konsequenzen weg und die Gelegenheit, mich zu bereichern, wäre da, dann könnte ich nicht versprechen, dass ich es besser machen würde als unsere Politiker. Genauso kann sich das Gesicht der Leute, die jetzt die Missstände in unserem Land anprangern, ändern, wenn sie die Gelegenheit bekommen, Macht auszuüben.
Der Mensch kann mit Macht einfach nicht umgehen. Der Einzige, der mit Macht umgehen kann, ist Jesus Christus, der zuerst einmal seine Macht niederlegte und zu unserer Erlösung einen Verbrechertod starb (Phil 2,6). Jesus Christus ist der Erste und Letzte (Offb 22,13). Der Löwe aus dem Stamm Juda wurde am Kreuz zum Wurm (Ps 22,7).

Man sollte auch nicht vergessen, dass sich in der Friedensbewegung viele Esoteriker, Humanisten und Verschwörungstheoretiker befinden. Das Thema Verschwörungstheorien habe ich HIER behandelt, objektiv – denn nicht alles, was sie sagen, ist falsch. Aber mit solchen Leuten soll ich als Christ nicht zusammenarbeiten (2Kor 6,14), auch wenn sie es noch so gut meinen.

Ich weiß nicht, wie das Ganze ausgeht, aber ich befürchte, dass es so ausgehen wird wie die 68er Revolte. Es könnte, falls sich die Demonstranten durchsetzen, noch schlimmer werden als vorher. Wir haben ja auch in den arabischen Ländern gesehen, wie diktatorische Regimes durch noch schlimmere Regimes ersetzt wurden. Dabei hat auch hier alles so gut angefangen. Die Lage und das politische Wetter können sich sehr schnell zum Schlechteren wenden.

Wir haben zwar jetzt eine gottlose Regierung. Aber es könnte noch schlimmer kommen. Die schlechteste Regierung ist immer noch besser als die totale Anarchie.

Gerade wir Christen wissen, dass es kein „goldenes Zeitalter“ geben wird, bevor Jesus Christus nicht seine rechtmäßige Herrschaft angetreten hat. Stattdessen wird der Abfall von christlichen Glauben weiter fortschreiten und die Gesetzlosigkeit zunehmen (2Thess 2,3; Mt 24,12). Gipfeln wird das im Kommen des Antichristen, der als großer Friedensbringer gefeiert werden wird (Offb 6,2). Und hier müssen wir, gerade als Christen, hellhörig werden:

1Thess 5,3 Wenn sie nämlich sagen werden: »Friede und Sicherheit«, dann wird sie das Verderben plötzlich überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden nicht entfliehen.

Der Ruf nach Frieden wie bei der Friedensbewegung ist zwar ein wichtiges Anliegen, aber er lässt sich nicht verwirklichen, weil die gefallene Natur des Menschen nicht dazu in der Lage ist, Frieden auszuüben und zu leben. „Friede und Sicherheit“ ist zwar in aller Munde, und doch ist er weiter entfernt als zu früheren Zeiten.

Aus diesen Gründen bin ich den allgemeinen Demonstrationen gegenüber vorsichtiger geworden. Es liegt ein Aufbruch in der Luft. Sie haben auch gute Anliegen. Aber wie bei der 68er Revolution weiß eigentlich niemand so richtig wo der Weg hinführt. Protest ist die eine Sache, aber gute Lösungsvorschläge und ihre Umsetzung eine andere. Auf einem einem guten Anfang kann sehr schnell ein böses Ende und Erwachen folgen. Darum versuche ich wachsam zu bleiben (Mk 13,37).

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.