Der „falsche“ Heilige Geist

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Hier ein interessanter Beitrag aus der Zeitschrift „Komm!“, die man unbedingt abonnieren sollte oder kostenlos herunterladen kann.

Quelle:

http://l-gassmann.de/media/wysiwyg/Content/Komm/Komm_54.pdf

Schwarmgeist ist ein Infekt und keine ›Erkenntnisrichtung‹! Er dringt grundsätzlich von außen ein. Niemals entsteht er von selbst bei nüchterner Verkündigung und Wortbetrachtung und bei einem gesunden Glaubensleben. Irrige Vorstellungen in bezug auf die Lehre, die Prophetie und den Heilsplan Gottes können jedem unterlaufen; das ist keine Schwärmerei, sondern menschlicher Irrtum. Der Schwarmgeist ist außerbiblische Inspiration, weil er die satanische Nachbildung des Heiligen Geistes ist! Gerade das macht ihn so schwer durchschaubar und gefährlich. Hier handelt es sich um eine Einflussnahme fremder Mächte und irreführender Geister.
Schwarmgeist wird in jedem Fall übertragen, wenn man dafür offen ist. Dies geschieht in der Regel durch Handauflegung oder durch sonstige schwärmerische Praktiken: nächtelanges ›Durchbeten‹, Fasten zum Zweck des Geistesempfanges, Konzentrationsübungen, transzendentale Meditation, endloses Wiederholen des Namens Jesu, Anrufen des Geistes, des Blutes Jesu, unter das Blut Jesu stellen, ekstatische Singen und dergleichen mehr.

Schon das Lesen mystisch-schwarmgeistiger Literatur kann medial veranlagte Personen in Gefahr bringen.
Dazu gehören u. a.: Lorber-Schriften Dudde-Schriften, Schriften von Madame Guyon, Swedenborg-Werke und alles übrige außerbiblische Schrifttum über jenseitig-okkulte Dinge, kurz: alle spiritualistische Literatur und alles, was auf dem pfingstlich-schwarmgeistigen Markt an Büchern und Schriften angeboten wird. Sachliche Diskussionen und brüderliche Aussprachen mit vom Schwarmgeist infizierten Personen sind von jeher erfolglos verlaufen. Das ist nicht nur meine Erfahrung, sondern auch die der Brüder der deutschen Gemeinschaftsbewegung. Der schwärmerische Bruder steht unter dem ›Sonderstatus der Erleuchtung‹, somit ist er unangreifbar und unbelehrbar!
Aber auch im harmlosesten Fall ist eine Gemeinschaft mit schwärmerisch-pfingstlich veranlagten Geschwistern schon deswegen so problematisch und beinahe unmöglich, weil das Zeugnis der Schrift auf die Lehre vom Heiligen Geist im allgemeinen und das Verständnis der sogenannten Geistesgaben im besonderen, buchstäblich reduziert wird.

Kräftige Irrtümer (2Tim 2,11)

Einer der folgenschwersten Irrtümer in frommen Kreisen ist die rein subjektive Schriftauffassung, wie sie besonders bei Schwärmern anzutreffen ist. Man tut so, als lebten wir heute noch in der Apostelgeschichte oder vor Golgatha. Einerseits ignoriert man, dass Satan ein besiegter Feind ist, und versucht, ihn in eigener Kraft und Vollmacht zu bekämpfen, (man treibt Dämonen aus, wo keine sind!), andererseits fällt man in seiner Wundersucht auf alle satanischen Verführungskünste blind herein, indem man seine ›Wunder der Lüge‹ (2Thess 2,9) als göttliche Wirkungen ansieht. Das biblische Zeugnis von der frommen Verführung am Ende der Tage wird entweder nicht beachtet oder irrig umgedeutet. Viele Gotteskinder unserer Tage nehmen alles Wundersam-Übernatürliche als vom Heiligen Geist gewirkt ungeprüft und unbedenklich hin; zum Teil aus Furcht, den Geist zu betrüben, zum anderen, weil sie von ihrem falschen Bibelverständnis her nicht in der Lage sind, die Geister zu unterscheiden. Somit hat Satan ›grünes Licht‹, sein verführerisches und zerstörendes Werk mitten in der Gemeinde in unvorstellbarem Ausmaß zu betreiben.Vergessen wir nicht: Der Teufel kommt für fromme Menschen zunächst nicht mit unbiblischen Dingen. Er platziert sie aber an der falschen Stelle und präsentiert sie zum falschen Zeitpunkt. Hier wäre noch ein warnendes Wort zum Missbrauch der Handauflegung zu sagen, die in schwarmgeistigen Kreisen unbedenklich und allzu freimütig zum Zweck der Segnung, der Heilung oder der Gabenvermittlung, praktiziert wird. Ernstzunehmende Brüder mit Erfahrung bezeichnen das voreilige Handauflegen als eine Sucht, die schon als geistliche Hurerei bezeichnet werden könnte, weil hier unkontrollierbare Mentalkräfte und unbereinigte Sünden durch den leiblichen Kontakt unmittelbar übertragen werden. Nicht nur der Handauflegende ist nach 1Tim 5,22 durch ›Teilhaftigwerden fremder Sünden‹ in Gefahr, auch der Empfangende und scheinbar ›Gesegnete‹ kann durch solcherlei Praxis direkt belastet werden. Es ist übrigens eine bekannte Tatsache, dass heute durch ›segnende‹ Handauflegung in der Gemeinde mehr Menschen belastet werden als durch die Beschäftigung mit okkulten Praktiken.

Unterscheidungsfähigkeit in der Beurteilung von Geisteswirkungen ist eine der wichtigsten Voraussetzungen zum geistlichen Überleben in der Endzeit. Geisteswirkung und Leitung ist darum niemals drängerisch-nötigend, auch nicht überfordernd- unlogisch, weil sie unseren Verstand nicht übergeht, sondern einbezieht. Geistesmenschen unterstellen sich zwar bewusst der Führung des Geistes, weil sie in ihren Vorentscheidungen bereits mit dem Willen Gottes eins sind und seine Wünsche und Ziele schon von der
Bibel her kennen – und sie zu ihren eigenen gemacht haben. Aber nur ein erneuter Denksinn ist fähig, auf die zarten Hinweise und Mahnungen des Geistes einzugehen. Er bekommt geübte Sinne zur Unterscheidung oder Beurteilung des Idealen wie auch des Üblen, nach Hebr 5,14. Geistesmenschen müssen nicht wie Ochsen, Maultiere oder Rosse gezügelt und geritten werden. Ihre normalen Entscheidungen ruhen im Willen Gottes, der sich durch den Geist im Einklang mit der Schrift in ihrem Geist und Gewissen bezeugt.
Der seelisch-schwärmerische, unmündige Gläubige wird, wenn er unter Geister-Leitung gerät, beinahe willenlos durch akustische oder innere Stimmen, Eingebungen und Gesichte bedrängt, genötigt, getrieben und buchstäblich vergewaltigt. Er steht unter einer zwingenden Macht, der er sich nicht entziehen kann, und er führt automatisch aus, was der ›Geist‹, d.h. die Geister, befehlen, selbst wenn es wider alle Vernunft und Logik ist. Außergewöhnliche Erfolgserlebnisse und Erfahrungen werden ungeprüft für göttlich-geistliche Wirkungen gehalten. Die Persönlichkeitsfeindlichkeit der Geister bewirkt in kurzer Zeit ein höriges Marionettenverhältnis. Die Irrgeister wirken nicht nur auf die Seelen- und Gefühlswelt des Verführten ein, sondern auch auf die Gedankenwelt. Sie steuern ihr Opfer in jeder gewünschten Richtung, selbst gegen klare Anweisungen des Wortes Gottes. Dabei kommt ihnen das sklavische Passivitätsverhalten des Betrogenen vorzüglich zu Nutzen. Die verständliche Furcht, dem vermeintlichen Heiligen Geist zu widerstreben, kann zu den widernatürlichsten und ungeistlichsten Handlungen führen. Während das echte Leiten und Wirken des ›Heiligen Geistes‹ am Menschen sich imühevoll-liebenden und geduldig-tragenden Mitgehen äußert, blendet der Pseudo-Geist spontan durch frappierende und imponierende Augenblickserfolge.
Im übrigen kann nicht eindringlich genug darauf hingewiesen werden, dass fast der gesamte Irrtum in der Gemeinde Jesu heute mit der Tatsache zusammenhängt, dass die drei Inspirationsgaben, die zum Aufhören bestimmt waren, entgegen dem Wort des Paulus von 1.Korinther 13,8 weiter gepflegt werden! Sogenannte ›Neupropheten‹ haben der Gesamtgemeinde nichts mehr zu sagen (Hebr 1,1). Der erhöhte Christus hat durch den Mund der neutestamentlichen Apostel und Propheten alles gesagt, was die Gemeinde bis zu ihrer Hinwegnahme wissen muss. Prophetisch begabte Brüder schließen das Wort auf und machen es für unsere Zeit aktuell bis in das persönliche Leben des einzelnen Gemeindegliedes hinein.

Man hat mir oft den Vorwurf gemacht, ich würde das Kind mit dem Bade ausschütten. Dahinter steht der Gedanke, man müsse sich die Mühe machen, die Spreu vom Weizen zu trennen. Diesen Versuch habe ich viele Jahre gemacht und wegen seiner Undurchführbarkeit aufgegeben. Es genügt nicht, den Sektor des Charismatischen von unnüchternen Elementen zu reinigen – gleichsam einige Korrekturen vorzunehmen –, das gelingt nicht! Der Schwarmgeist hat nicht brauchbare und falsche Elemente, er hat nur unterschiedliche Entwicklungsphasen. Quillt auch aus einer Quelle Bitteres und Süßes (Jak 3,11)? Wo wir die Türen vor ihm nicht fest und entschlossen verriegeln, spielen wir mit dem Feuer durch den kleinsten Spalt dringt er ein–, dann aber werden wir mitschuldig an allen unheimlichen Folge-Ereignissen. Hüten wir uns auch vor der Befleckung des Geistes! (2Kor 7,1) Darum …

Wehrt den Anfängen!

Die sogenannten Charismatiker haben nicht ein Pfündchen, das uns bereichern könnte! Wo immer sie eindringen, gibt es Zertrennung und Ärgernis. Darum sagt Paulus in Römer 16,17.18: »Weichet von ihnen! . . . durch süße Worte und prächtige Reden verführen sie die Herzen der Arglosen.« In Christus allein haben wir alles und volle Genüge! Denn in Ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig. Und wir sind vollkommen in Ihm! Das genügt! Gott aber sei Dank für seine unaussprechliche Gabe (2Kor 9,15). Um jedem Missverständnis zu entgehen, möchte ich nochmals mit Nachdruck betonen, dass ich aufgrund der Schrift nur die drei für heute nicht bestimmten und nicht mehr benötigten Inspirationsgaben, die soviel Betrug, Verwirrung und Irrtum hervorrufen, ablehnen muss, dass aber alle übrigen Gnadengaben, von denen die Apostelbriefe sprechen, erhalten bleiben, weil der erhöhte Herr auch heute noch in seiner Gemeinde gemäß seiner Souveränität Weisheit, Macht, Gnade und Barmherzigkeit durch sie wirken möchte. Jesus Christus ist gestern, heute und in alle Zukunft noch derselbe, und Seine Durchhilfen haben wir hundertfach erfahren dürfen. Dafür sei Er gepriesen! Von der unnüchternen Schwerpunktverlagerung auf das Gabengebiet und der schwärmerischen Verfahrensart, mit diesen Gaben umzugehen, muss ich aber ernstlich und entschieden
warnen. Satan schreckt heute nicht davor zurück, die heiligsten Dinge zu missbrauchen. Joh. Seitz, Teichwolframsdorf, schrieb im ersten Kampf gegen den Schwarmgeist an den bekannten Evangelisten Elias Schrenk:

»Ich habe nicht gewusst, dass Satan sogar das Blut Jesu rühmen kann!« Nehmen wir diese Dinge nicht so leicht, es sind oft die ernstesten und treusten Gotteskinder, die seiner Täuschung zum Opfer fallen. Nach meiner Beobachtung und Erfahrung ist es sehr schwierig, aus der Umklammerung des Schwarmgeistes wieder herauszukommen, denn er wirkt wie ein Impfstoff, der gegen die Wahrheit immun macht! Eher wird ein Schwärmer an Gott irre, als dass er einsieht, ein Betrogener von Finsternismächten zu sein. Ich habe es nur selten erlebt, dass ein Verführter nach jahrelangen, schweren Kämpfen zur Erkenntnis der Wahrheit gekommen ist. Haben wir darum keine Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, vielmehr entlarvt sie!, sagt Paulus in Eph. 5,11.

Es könnte nun der Eindruck entstanden sein, als sei die charismatische Verführung die einzigste ernst zu nehmende Gefahr für die Endzeitgemeinde, so dass sich unsere Wachsamkeit auf andere gefährliche Einflüsse nicht zu konzentrieren hätte.

Die größere Gefahr

Der Fürst dieser Weltzeit hat viele ›Eisen im Feuer‹, und er weiß den Einzelnen und ganze Gruppen auf ihre Schwachstellen hin wohl anzusprechen. Wasser dringt durch alle Löcher ins Schiff, darum hilft es wenig, nur das größte abzudichten. Theologischer Neurationalismus, Wissenschafts- und Fortschrittsglaube, ökumenischer Synkretismus, historisch-kritische Bibelauslegung, sozialistisches Befreiungsevangelium und wie die babylonischen Varianten jenes andersartigen Evangeliums moderner Bibelvergewaltigung auch heißen mögen, sie faszinieren so manchen Unbefestigten. Im ganzen aber sind sie für die wahre Gemeinde Jesu noch irgendwie durchschaubar. Sie kennzeichnen allerdings den Abfall auf der kirchlich-religiösen Ebene. Darum halte ich die Verführung der Glaubenden auf dem geistlichen Sektor für die gefährlichere, weil gerade auf diesem der ernsthafte Christ, der seinen geistlichen Mangel noch spürt, am leichtesten ansprechbar ist.

Verführung beginnt in der Regel in der Übertreibung des Guten

Wer aber fühlt sich schon vom scheinbar Guten gefährdet? Die göttliche Weisheit liegt in der geistlichen Selbstbescheidung und nicht in der seelisch fleischlichen Selbsterhöhung. Die Charismatische Bewegung hat die Tendenz des Maßlosen in all ihren Erscheinungsformen, darum wird es uns so schwer, in ihr evangeliumsmäßige Bezüge zu entdecken. Ob es mir gelungen ist, ein Warnsignal zu setzen, muss ich Gott überlassen. Gewiss – niemand lässt sich gerne warnen. Jeder will doch – und das haben wir mit den Weltmenschen gemein – seine Torheiten selber machen. Unser Selbstvertrauen ist grenzenlos! Niemand lernt aus den Erfahrungen anderer, nur eigene Enttäuschungen machen klug. Und wenn wir dann doch eines Tages einsehen müssen, dass wir vom Feind übervorteilt wurden, dann ist der Lerneffekt um so größer. In dieser Hinsicht bin ich ohne Sorge. Nur das gebrannte Kind scheut das Feuer!

Dennoch! Zur Warnung ist jeder verpflichtet, der eine geistliche Lektion hinter sich hat. Gott lässt niemand ungewarnt ins Verderben rennen. Wie hat Er sich um sein Volk Israel gemüht, um es vor dem Abfall zu bewahren. Mose und alle Propheten, einschließlich ihres Messias Jesus, haben mit größter Eindringlichkeit und in detaillierter Gründlichkeit alle Gefahrenpunkte aufgezählt, und die Folgen des Ungehorsams und der Untreue gegen Gottes Gebote so plastisch dargestellt, dass es uns heute unvorstellbar erscheint, wie dieses Volk sich dennoch für den Irrtum und gegen seinen Gott entscheiden konnte. Wir alle kennen die Folgen.

Nach Rudi Holzhauer

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