Der gute Cowboy und der böse Rapstar

Früher war der gute, sanfte Cowboy der Held. Vor allem in Hollywood. Als Kind verschlang ich die alten Western, in denen der gute Cowboy gegen den bösen Großgrundbesitzer kämpfte, der mit seiner gefährlichen Bande die guten, braven Leute terrorisierte, die zu schwach waren, um sich zu wehren. Dabei lernte der Cowboy meistens eine schöne Frau kennen, in die er sich verliebte. Im Laufe des Films geriet der gute Cowboy in Lebensgefahr und die Bösen schienen zu gewinnen. Doch in einem verzweifelten Kampf kam der beste Freund des Cowboys oder die Kavallerie zu Hilfe und die Guten konnten nach einer spannenden Schießerei, bei der der Bösewicht sein Ende fand, endlich aufatmen. Der gute Cowboy heiratete daraufhin die schöne Frau und der Film endete mit einem Happyend. Von so einem Leben träumt in der Regel jeder normale Junge. Jeder kleine Junge will normalerweise ein Held sein, gerecht und moralisch sauber, der eine schöne Frau erobert.

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Wenn ich mir heute die amerikanische und deutsche Rapper-Szene anschaue und die am meisten angehörte Musik heute beobachte, dann wird genau das Gegenteil von diesen guten Werten angepriesen. In den heutigen Videos geht es vor allem um Besitz, Drogen und schöne Frauen. Es geht um schöne Autos, Goldketten, Geld und Huren. Dabei prahlen die Rapper für alle sichtbar mit ihren Statussymbolen und schönen Frauen, die in den Videos halbnackt herumtanzen. Die Rapper geben aber auch mit ihren Verbrechen an. Sie präsentieren stolz und arrogant ihr zusammengerafftes Vermögen und demütigen im gleichen Atemzug andere Menschen mit schlimmen Ausdrücken und Beleidigungen, sprich: ihren „Lines“. Wer dabei dann die bösesten Beleidigungen, den besten „Diss“, von sich gibt, der ist gegenwärtig der Held. Wer andere Menschen verbal so niedermacht, dass sie gedemütigt schweigen und nichts mehr erwidern können, ist gut – so ist das heute.

Diese Videos sehen sich die kleinen Kinder und Jugendlichen heute täglich an, und natürlich wollen sie auch so werden wie ihre Idole. Das ist aber Teil der satanischen Agenda. Der Teufel arbeitet in unseren Tagen aktiv daran, alle gottgegebenen Regeln und Ordnungen zu zerstören. (Darüber habe ich schon viele Artikel hier veröffentlicht.) Familien, elterliche Bindungen, sexuelle Moral, die Vielfalt der Völker, von denen jedes in seinem eigenen Land lebt, christliche Werte, ja göttliche Gebote – all das, was dem Menschen an sich gut tut, will der Teufel zerstören. Der Teufel will entwurzelte Menschen, die er wie Figuren auf einem Schachbrett hin und her schieben kann, wie er gerade will. Und er setzt dabei an den Kindern und Jugendlichen an, die sich diese widerwärtigen Gewalt-, Sex- und Drogen-verherrlichenden Videos anschauen. Dabei werden aber auch diese Rap-Stars, mit Geld, Sex und Drogen eher nur ruhig gestellt. Der Teufel ködert sie, indem er vorgibt, ihnen Ruhm und Ehre zu verschaffen. Aber sie sind genauso seine Marionetten wie die Zuschauer, die sich diese in den Videos angepriesenen, kaputten Werte zu eigen machen. Die Musikindustrie ist fest in der Hand des Teufels, nicht nur seit seit kurzer Zeit, sondern schon sehr lange.

Schon in meiner Kindheit in den 80er und 90er Jahren prägte der Teufel die Welt durch die Rockmusik. Doch er konnte damals noch nicht so offen für das Böse werben wie heute. Die Menschen waren damals noch moralisch höher stehend als heute. Es gab zwar satanische Bands, aber die wurden nur von einer Minderheit gehört und viele Alben und Videos waren damals noch auf dem Index. Heute kann man mit diesen Liedern, von denen man früher dachte, sie wären hart und beängstigend, keinem 12-Jährigen mehr Angst einjagen. Er sieht im Vorabendprogramm des Fernsehens bereits schon schlimmere Dinge, er ist bereits abgehärtet.

Wohin dieser Musik- und Lebensstil führt, konnte ich selber am eigenen Leib erfahren. Nachdem ich als junger Mann zuhause ausgezogen war und in einer mittelgroßen Stadt wohnte, kam ich durch meine Arbeit in Kontakt mit kriminellen Jugendlichen. Ich musste am Morgen einen Arbeitskollegen in meinem Auto mit zur Arbeit nehmen, der Kontakt zur Drogenszene hatte. Durch ihn kam ich in Kontakt mit jugendlichen Gangstern, die Hip Hop und Rap hörten und dazu Speed und Haschisch konsumierten, woran ich ab und zu auch teilnahm. Das waren recht abgehärtete, kalte Leute, die etliche Probleme im Leben hatten. Außerdem gingen sie keiner Arbeit nach und hatten ständig Geldprobleme durch den Drogenkonsum. Eine junge Frau von ihnen arbeitete in einem Nachtclub und die anderen „vercheckten“ Drogen. Ich hielt mich ein paar Monate in diesem Kreis auf, doch nach und nach erkannte ich, dass ich nur ausgenutzt wurde. Von mir wurde Geld geborgt und nicht zurückgezahlt. Ich rettete eine junge Frau vor dem Knast, indem ich ihre Schulden bezahlte, aber ich bekam nie etwas zurück. Auch mein Arbeitskollege hatte Schulden, von denen ich auch manche beglich, doch es kam auch hier nie etwas zurück. Also verließ ich diese Kreise, letztendlich bezahlte ich zwar ein nicht kleines Lehrgeld, aber ich bin heute froh, dass es so gekommen ist, denn sonst wäre ich vielleicht selber kriminell geworden. Die meisten dieser jungen Leute kamen irgendwann in den Knast oder mit der Polizei in Konflikt. Hip Hop und Rap, Gewalt, Drogen und Verbrechen waren der Soundtrack ihres Lebens, und sie machten es so wie ihre Idole.

Ja – wer sich mit Verbrechern einlässt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er selber Opfer eines Verbrechens wird. Wer es anstrebt, Verbrecher zu werden, weil es ihm seine Musik-Idole schmackhaft machen, braucht sich nicht zu beklagen, wenn ihn dann ein anderer Verbrecher angreift. Ein Merkmal von Verbrechern ist, dass sie in der Regel unberechenbar sind. Auch das Wort Gottes warnt davor:

Spr 1,10 Mein Sohn, wenn dich Sünder überreden wollen,8 so willige nicht ein, 11 wenn sie sagen: »Komm mit uns, wir wollen auf Blut lauern, wir wollen dem Unschuldigen ohne Ursache nachstellen! 12 Wir wollen sie verschlingen wie das Totenreich die Lebendigen, als sänken sie unversehrt ins Grab. 13 Wir wollen allerlei kostbares Gut gewinnen und unsere Häuser mit Raub füllen. 14 Schließ dich uns auf gut Glück an, laß uns gemeinsame Kasse führen!« 15 Mein Sohn, geh nicht mit ihnen auf dem Weg, halte deinen Fuß zurück von ihrem Pfad! 16 Denn ihre Füße laufen zum Bösen und eilen, um Blut zu vergießen. 17 Denn vergeblich wird das Netz ausgespannt vor den Augen aller Vögel; 18 sie aber lauern auf ihr eigenes Blut und stellen ihrem eigenen Leben nach. 19 So geht es allen, die nach [ungerechtem] Gewinn trachten: er kostet seinen Besitzern das Leben!

Was ist so schön an den ganzen Statussymbolen, mit welchen diese Musiker prahlen? Lassen sie nicht die Seele genauso leer wie eine Beziehung zu einer Hure, die nur da bleibt wegen des Geldes und nicht nicht wegen echter, zärtlicher Liebe? Was ist so erstrebenswert daran, von Drogen abhängig zu sein und im Drogenrausch verrückte Dinge zu tun; Dinge, für die man sich als Nüchterner schämen müsste? Was ist so schön daran, seine Mitmenschen mit Gewalt einzuschüchtern und zu drangsalieren – sei es verbal oder mit Gewalt? Das sind keine Helden, das sind die Bösewichte, die der gute Cowboy früher bekämpfte!!! Merken wir noch, wie sich die Werte verschoben haben? Merken wir noch, wie das Böse uns immer mehr abstumpft und unsere tiefsten und edelsten Gefühle tötet? Wir brauchen wieder mehr von den guten Cowboys, die die schiefe Sache wieder gerade rücken!

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