Die Hebrew Roots Bewegung

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Gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut, so lautet ein altes Sprichwort. In der Theologie ist das ähnlich. Durch die Geschichte hindurch zeigte sich, dass gute Ideen sich im Nachhinein als schlecht herausstellten. Die Hebrew Roots Bewegung ist eine davon. Bei der HRB und der Judaisierung des christlichen Glaubens, geht man davon aus, dass dem christlichen Glauben, wie wir ihn seit 2000 Jahren haben, etwas Entscheidendes fehlt: Die jüdische Kultur und die alttestamentlichen Gebote. Es wird durch diese Bewegung massiv versucht, dem christlichen Glauben einen jüdisch hebräischen Anstrich zu geben, und damit entsteht der Anspruch, das volle, ursprüngliche Evangelium zu predigen. Es gibt auf YouTube diverse Videomacher, die diese Lehre aktiv vorantreiben. Sie machen teilweise sehr gute Videos, die auch besonders anerkannt werden müssen, aber sie predigen auch einen gewaltigen Irrtum. So predigen sie das alttestamentliche Sabbatgebot, Speisegebote und Lehren, die auf alttestamentlichen Aussagen beruhen. Aus Jesus wird „Yeshua“, aus Friede wird „Shalom“, viele jüdische Begriffe werden in die Videos aufgenommen, und Judentum wird mit Christentum vermischt. Laut neuster Aussage eines Videomachers, soll sogar unsere Bibelübersetzung falsch übersetzt worden sein, weil die Übersetzer falsche Absichten gehabt haben sollen. Diese Behauptung wird von ihm aufgestellt, damit er die alttestamentlichen Speisegebote in die christliche Lehre mit einbauen kann. Ein anderer stellt sogar die Behauptung auf, dass das Christentum viele Jahrhunderte lang die falsche Lehre gehabt hätte, indem er erklärt, dass die Lehre von Trinität falsch sei und dass es keine ewige Hölle gebe. Die Verwirrung wird immer größer; gleichzeitig scharen diese YouTuber immer mehr Anhänger um sich, die mit in diese Lehren hineingerissen werden.

Doch wie sollten wir diese Lehren beurteilen? Haben die Apostel tatsächlich Speisegebote, Sabbatgebote und Festtage, die im Judentum stattfanden, den Christen befohlen? Fehlt dem christlichen Glauben, wie wir ihn seit 2000 Jahren kennen, die jüdische Identität?

Als erster Anhaltspunkt dient uns zuerst einmal der Galaterbrief. Der Heidenapostel Paulus, der im Gegensatz zu den anderen zwölf Aposteln, die für Israel zuständig waren, der Apostel der Nichtjuden war und im römischen Reich aktiv Gemeinden gründete und das Evangelium predigte, geht in diese Brief sehr scharf gegen Judaisierer vor, die in die Gemeinde eingedrungen waren. Diese Judaisierer gingen ähnlich wie die heutigen Vertreter der Hebrew Roots Lehre vor. Sie sagten sinngemäß: „Es ist ja schön und recht, dass ihr Galater an Jesus Christus glaubt. Um jedoch Gott voll und ganz zu gefallen, müsst ihr Euch beschneiden lassen und das Gesetz des Mose halten. Ihr braucht eine jüdische, hebräische Identität!“ Die Antwort des Apostels Paulus an diese falschen Arbeiter und die von ihnen beeinflussten Galater war:

Gal 5,2 Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden laßt, wird euch Christus nichts nützen.

Wer die Argumente des Paulus gegen eine Judaisierung des christlichen Glaubens nachlesen will, der sollte zuerst einmal den Galaterbrief lesen.

Schon in der Apostelgeschichte 15 wird uns folgende Begebenheit geschildert:

Die Beratung in Jerusalem über das Verhältnis zu den Heidenchristen

1 Und aus Judäa kamen einige herab und lehrten die Brüder: Wenn ihr euch nicht nach dem Gebrauch Moses beschneiden laßt, so könnt ihr nicht gerettet werden! 2 Da nun Zwiespalt aufkam und Paulus und Barnabas eine nicht geringe Auseinandersetzung mit ihnen hatten, bestimmten sie, daß Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen wegen dieser Streitfrage zu den Aposteln und Ältesten nach Jerusalem hinaufziehen sollten. 3 So durchzogen sie nun als Abgeordnete der Gemeinde Phönizien und Samaria, indem sie von der Bekehrung der Heiden erzählten und allen Brüdern große Freude bereiteten. 4 Als sie aber nach Jerusalem kamen, wurden sie von der Gemeinde, den Aposteln und den Ältesten empfangen und berichteten alles, was Gott mit ihnen gewirkt hatte. 5 Aber einige von der Richtung der Pharisäer, die gläubig geworden waren, standen auf und sprachen: Man muß sie beschneiden und ihnen gebieten, das Gesetz Moses zu halten! 6 Da kamen die Apostel und die Ältesten zusammen, um diese Sache zu untersuchen. 7 Nachdem aber eine große Auseinandersetzung stattgefunden hatte, stand Petrus auf und sprach zu ihnen: Ihr Männer und Brüder, ihr wißt, daß Gott lange vor diesen Tagen mitten unter uns die Heiden erwählt hat, daß sie durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören und zum Glauben kommen sollten. 8 Und Gott, der die Herzen kennt, legte für sie Zeugnis ab, indem er ihnen den Heiligen Geist gab gleichwie uns; 9 und er machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, nachdem er ihre Herzen durch den Glauben gereinigt hatte. 10 Weshalb versucht ihr denn jetzt Gott, indem ihr ein Joch auf den Nacken der Jünger legt, das weder unsere Väter noch wir tragen konnten? 11 Vielmehr glauben wir, daß wir durch die Gnade des Herrn Jesus Christus gerettet werden, auf gleiche Weise wie jene. 12 Da schwieg die ganze Menge und hörte Barnabas und Paulus zu, die erzählten, wieviele Zeichen und Wunder Gott durch sie unter den Heiden getan hatte. 13 Nachdem sie aber zu reden aufgehört hatten, ergriff Jakobus das Wort und sagte: Ihr Männer und Brüder, hört mir zu! 14 Simon hat erzählt, wie Gott zuerst sein Augenmerk darauf richtete, aus den Heiden ein Volk für seinen Namen anzunehmen. 15 Und damit stimmen die Worte der Propheten überein, wie geschrieben steht: 16 »Nach diesem will ich zurückkehren und die zerfallene Hütte Davids wieder aufbauen, und ihre Trümmer will ich wieder bauen und sie wieder aufrichten, 17 damit die Übriggebliebenen der Menschen den Herrn suchen, und alle Heiden, über die mein Name ausgerufen worden ist, spricht der Herr, der all dies tut.«1 18 Gott sind alle seine Werke von Ewigkeit her bekannt. 19 Darum urteile ich, daß man denjenigen aus den Heiden, die sich zu Gott bekehren, keine Lasten auflegen soll, 20 sondern ihnen nur schreiben soll, sich von der Verunreinigung durch die Götzen, von der Unzucht, vom Erstickten2 und vom Blut zu enthalten. 21 Denn Mose hat von alten Zeiten her in jeder Stadt solche, die ihn verkündigen, da er in den Synagogen an jedem Sabbat vorgelesen wird.

Das Schreiben an die Gemeinden

22 Daraufhin beschlossen die Apostel und die Ältesten zusammen mit der ganzen Gemeinde, Männer aus ihrer Mitte zu erwählen und mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden, nämlich Judas mit dem Beinamen Barsabas und Silas, führende Männer unter den Brüdern. 23 Und sie sandten durch ihre Hand folgendes Schreiben: Die Apostel und die Ältesten und die Brüder entbieten den Brüdern in Antiochia und in Syrien und Cilicien, die aus den Heiden sind, ihren Gruß! 24 Da wir gehört haben, daß etliche, die von uns ausgegangen sind, euch durch Reden verwirrt und eure Seelen unsicher gemacht haben, indem sie sagen, man müsse sich beschneiden lassen und das Gesetz halten, ohne daß wir sie dazu beauftragt hätten, 25 so haben wir, die wir einmütig versammelt waren, beschlossen, Männer zu erwählen und zu euch zu senden mit unseren geliebten Barnabas und Paulus, 26 Männern, die ihr Leben3 hingegeben haben für den Namen unseres Herrn Jesus Christus. 27 Wir haben deshalb Judas und Silas gesandt, die euch mündlich dasselbe verkündigen sollen. 28 Es hat nämlich dem Heiligen Geist und uns gefallen, euch keine weitere Last aufzuerlegen, außer diesen notwendigen Dingen, 29 daß ihr euch enthaltet von Götzenopfern und von Blut und vom Erstickten und von Unzucht; wenn ihr euch davor bewahrt, so handelt ihr recht. Lebt wohl! 30 So wurden sie nun verabschiedet und gingen nach Antiochia, und sie versammelten die Menge und übergaben das Schreiben. 31 Und als sie es gelesen hatten, freuten sie sich über den Trost. 32 Und Judas und Silas, die selbst auch Propheten waren, ermahnten die Brüder mit vielen Worten und stärkten sie. 33 Und nachdem sie einige Zeit dort zugebracht hatten, wurden sie von den Brüdern mit Frieden zu den Aposteln zurückgesandt. 34 Silas aber beschloß, dort zu bleiben. 35 Paulus und Barnabas hielten sich aber in Antiochia auf und lehrten und verkündigten zusammen mit noch vielen anderen das Wort des Herrn.

Als die Apostel die Stellung der Heidenchristen zum Gesetz des Mose untersuchten, kamen sie zu dem Schluss, dass den Heidenchristen kein großes „Joch“ – gemeint ist die Beschneidung und das Gesetz des Mose, auferlegt werden sollte, – weil, wie Petrus beschrieb, selbst die Juden dieses Joch nicht tragen hatten können (Apg 15,10). Das Gesetz des Mose und die Beschneidung zu halten, war für die Gläubigen aus den Nationen nicht notwendig, sondern sie sollten sich von „Götzenopfern und von Blut und vom Erstickten und von Unzucht“ fernhalten. Hier wurde nicht befohlen, dass die Christen den Sabbat halten sollten, noch dass sie reine und unreine Tiere unterscheiden sollten, es wurden keine Speisegebote gefordert, jedoch wurde den Christen verboten, tierisches Blut als Nahrung benutzen (Blutwurst scheidet also für Christen aus!). Auch ein ersticktes Tier sollte nicht gegessen werden. Es wurde hierin auch nicht gesagt, dass die Christen am Tempeldienst in Israel oder an den jüdischen Festen und Neumonden teilnehmen müssten. Noch dass sie die jüdischen Traditionen halten sollten.

Wenn wir die Briefe der Apostel lesen, denn Christen sind nicht an das Gesetz des Mose gebunden, sondern an die Lehre der Apostel (1Joh 4,6), dann finden wir ganzen Neuen Testament keinen einzigen Befehl, den Sabbat zu halten. Wir finden auch keinen einzigen Befehl, zwischen reinen und unreinen Tieren als Nahrung zu unterscheiden. Sogar das Essen von Götzenopferfleisch wird von unserem Heidenapostel Paulus genehmigt (1Kor 10,27), mit der Einschränkung, dadurch keinen Bruder zu verunsichern oder gar zu Fall zu bringen (1Kor 8,13):

1Kor 10,25 25 Alles, was auf dem Fleischmarkt angeboten wird, das eßt, ohne um des Gewissens willen nachzuforschen;

Wenn Paulus sagt, dass man alles (sic!), was auf dem Fleischmarkt angeboten wird, essen darf – das schließt auch aus jüdischer Sicht unreine Tiere mit ein, denn die Heiden in Korinth unterschieden nicht zwischen reinen und unreinen Tieren wie die Juden – dann meint er es auch so. D. h. auf uns übertragen: alles an Fleisch (kein Blut), welches in der Metzgerei oder dem Supermarkt angeboten wird, darf auch gegessen werden.

Wir finden außerdem an keiner einzigen Stelle in den Briefen der Apostel die Aufforderung oder den Befehl an Christen, den Sabbat nach jüdischer Weise zu halten. (Ich biete jedem, der das Gegenteil behauptet, hier an, mir eine eindeutige Stelle zu zeigen, wo das der Fall ist.) Wiederholt sage ich: Für Christen ist nicht das Gesetz von Sinai verbindlich, sondern die Lehre der Apostel. Selbst die ersten Judenchristen hielten sich an die Lehre der Apostel:

Apg 2,42 Und sie blieben beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und in den Gebeten.

Stattdessen sagte Paulus zu den Kolossern:

Kol 2,16 So laßt euch von niemand richten wegen Speise oder Trank, oder wegen bestimmter Feiertage oder Neumondfeste oder Sabbate, 17 die doch nur ein Schatten der Dinge sind, die kommen sollen, wovon aber der Christus das Wesen hat.

Und zu den Römern:

Röm 14,5 Dieser hält einen Tag höher als den anderen, jener hält alle Tage gleich; jeder sei seiner Meinung gewiß!

Bis auf wenige Sekten und spezielle Gruppierungen wurde in der Christenheit nicht der Sabbat gefeiert, sondern der Gottesdienst und Ruhetag war am Sonntag. In der 2000jährigen Kirchengeschichte wurde das vom größten Teil der Christen so gehandhabt. Ich frage die Judaisierer: Haben unsere christlichen Väter nicht richtig gelebt? Haben sie Gott Schande bereitet, weil sie den Sabbat nach jüdischer Form mit allen Ritualen und Richtlinien nicht befolgten? Es scheint mir manchmal, als würden diese Lehrer, die angeblich etwas Neues bringen wollen, 2000 Jahre Kirchengeschichte mit einer Hand vom Tisch wischen wollen. Haben ein Spurgeon, ein Luther, ein Hudson Taylor und die vielen anderen Märtyrer und Christen während 2000 Jahren alles falsch verstanden und nicht richtig vor Gott gelebt, weil sie keinen Sabbat gehalten und vielleicht Schweinefleisch gegessen haben? Waren das alles Narren? Und wenn sie zu Jesus Christus „Jesus“ und nicht „Yeshua“ sagten, waren sie darum weniger geistlich? Sorry, aber im griechischen Grundtext der Bibel steht im Neuen Testament nicht „Yeshua Hamashiach“, sondern „Ἰησοῦς Χριστός – Iēsous Christos“. „ Iēsous steht da, Jesus!“ Ist etwa die hebräische Sprache heiliger als die anderen heidnischen Sprachen? Waren Luther und seine Anhänger ungeistlich, weil sie in deutscher Sprache statt in hebräischer sprachen und schrieben? Ist eine ältere Christin aus Deutschland, die die Lutherübersetzung liest und die nicht über eine fundamentales Bibelstudium über Jahre verfügt, sondern in einfacher Art und Weise an das Wort Jesu glaubt, weniger wert als ein messianischer Jude, der die Bibel im Original versteht und dazu noch griechisch kann? Solche Fragen kommen bei mir auf, wenn ich diese Videos sehe. Sind wir Narren, weil wir das Erntedankfest bei uns feiern und nicht das Laubhüttenfest in Israel?

Anbei noch einige Vorträge, die Licht in diese Fragen bringen, von Dr. Roger Liebi, der zwar ein Israelfreund aber kein Judaisierer ist:

Nachtrag vom 18.06.2017: Interessante Predigt von Norbert Lieth zum Thema „Neuer Wein in neue Schläuche“:

Hier noch ein Nachtrag vom 28.09.2017. Gesetz und Gnade erklärt:

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14 Gedanken zu „Die Hebrew Roots Bewegung“

  1. Vielen Dank für deine Worte. Auch ich habe etliche Jahre den Sabbat gehalten, aber auf die Dauer war es rein praktisch nicht möglich.
    Was aber ein Grund wäre: Der Sabbat wird auch in den 10 Geboten erwähnt. Darüber könnte man vielleicht stolpern. Aber wie du ja auch schreibst, die Apostel erwähnen nicht den Sabbat als Gebot.
    Was mir aber in den letzten Wochen schwer durch den Kopf geht:
    Mir wurde gelehrt, dass es kein ewiges Höllenfeuer gibt, sondern „der ewige Tod“ nach dem Gericht stattfindet, also die Hölle nur für den Teufel, den falschen Propheten und den Antichristen gemacht ist.
    Gott würde niemals Menschen im ewigen Feuer belassen, das würde sich mit seiner Liebe nicht vereinbaren.
    Ein schwieriges Thema, und vor allem ein „Tod“ernstes Thema.
    Herzliche Grüße von
    Rosmarie

    1. Hallo Rosmarie,

      ich denke, wenn das ewige Leben ewig ist, dann ist auch die Verdammnis ewig. Jesus Christus hat sehr eindrücklich vor der Hölle gewarnt. Würde eine verlorene Person nur ausgelöscht werden, dann wäre so eine intensive Warnung höchstwahrscheinlich nicht nötig gewesen. Meine Meinung.

  2. Wenn du die Bibel anerkennst, dann sagst du auch „Ja!“ zu den Gesetzen Mose.
    Jesus hat nie gesagt, dass das Gesetz Mose (welches direkt von Gott kommt) aufgehoben sei – im Gegenteil. “ Denn Yeshua (der eigentliche aramäisch-hebräische Name von Jesus) sagt: »Meint nur nicht, ich sei gekommen, das Gesetz und die Worte der Propheten aufzuheben. Nein, ich will sie nicht aufheben, sondern voll zur Geltung bringen! Ich versichere euch: Nicht der kleinste Buchstabe im Gesetz Gottes – auch nicht ein Strichlein davon – wird je an Gültigkeit verlieren, solange Himmel und Erde bestehen. Alles muss sich erfüllen.«
    Matthäus 5:17‭-‬18 HFA
    Sind die Worte Jesu nicht eindeutig genug?
    Ja, es stimmt, wenn gesagt wird, dass der Glaube allein rettet. Aber es kann nicht verwerflich sein, wenn man Gottes Gesetze hält, weil man Gott liebt.
    Und selbstverständlich kann es sein, dass Fehler bei den Übersetzungen gemacht worden sind – schon allein die beiden Sprachen (Aramäisch/Hebräisch und Griechisch), die kann man nicht einfach so vergleichen. Diese Sprachen haben einen komplett anderen Geist und ein anderes Verständnis. Das ganz leicht miteinander zu vergleichen finde ich fragwürdig.
    Ich denke du hast da ein ganz persönliches Problem mit diesem Thema und ich wünsche dir, dass du Ruhe findest. Ich wünsche dir nur das Beste. Gott segne dich 🙂

    1. Das Gesetz des Mose umfasst nicht nur die 10 Gebote, sondern alle 613 Gebote der Thora. Das ist ein kompaktes Paket! Wenn diese noch gelten würden, dann müsste man Ehebrecher steinigen. Jemand der flucht, müsste ebenso gesteinigt werden. Man dürfte kein Gewand mit zweierlei Stoff tragen, müsste Quasten an sein Gewand machen, dürfte beim Sabbat nur eine gewisse Strecke zurücklegen und, und, und.
      Christen halten sich an die Gebote des Herrn Jesus, die in den Evangelien und Briefen der Apostel aufgeführt sind. Liebe Leute, habt ihr noch nicht begriffen, dass es ein Neues (!) Testament gibt?
      Nur Jesus Christus konnte das Gesetz erfüllen!
      Lest einmal den Galaterbrief!

  3. Es wird immer wieder gesagt, dass der Sabbat dem Volk Israel gegeben wurde und deshalb auch nur für Israel relevant ist. Nun hier sollte man nicht nur dem Buchstaben predigen, sondern den gesunden Menschenverstand walten lassen.

    Natürlich wurde der Sabbat Israel gegeben, weil es Gottes Volk war. Aber der Sabbat war nicht nur für Israel, sondern auch für die Heiden. Jeder Heide der ein Proselyt wurde, wurde als vollständiger Israelit angesehen.

    Auch heute ist es nicht anders. Alle Verheißungen die Gott der Gemeinde gegeben hat, sind auch nur für die Gemeinde. Aber jeder Heide der sich bekehrt, bekommt ebenso Anteil daran.

    Würde man das Sabbatverständnis einiger auf unseren Glauben heute anwenden, würde keine Heide gerettet werden, denn das Evangelium ist ja nur für die Auserwählten…

    Die Gebote, Feste und Bestimmungen hat natürlich nur Israel bekommen, weil sie das einzige an Gott gläubige Volk waren. Aber jeder der sich damals bekehrte durfte ebenso zu diesem Volk gehören. Der Sabbat war keineswegs ausschließlich Israel bestimmt. Er war allen Gläubigen gegeben ob Israelit oder Heide.

  4. Genau 🙂 Der Glaube an Gott und seine Gebote, waren schon immer für alle Menschen bestimmt. Wie sollte es auch anders sein? Keine Rettung für die alttestamentlichen Heiden? Das kann nie und nimmer sein.

    Die Gesetze des Mose dagegen waren nur für Israel als Nation bestimmt. Vergleichbar mit dem deutschen Grundgesetz, dass auch nur für die deutsche Nation gilt. Dennoch gilt wie Paulus sagt: Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, (2.Tim 3,16). Die Beachtung einiger mosaischen Gesetze, kann durchaus nützlich sein.

    Der Glaube an Gott, seine Feste und seine Gebote, waren von Anfang an für alle da. Nun woher kommt der Glaube? Der Glaube kommt aus der Predigt(Röm 10). Wer sollte aber vor der Erwählung Israels predigen??? Da war keiner. Also erwählte Gott Abraham und seinen Nachkommen, als Träger seines Glaubens, seiner Feste und Gebote.

    Gott erwählte Abraham und seine Nachkommen ganz sicher nicht wegen ihres vorbildlichen Wandels. Als Abraham erwählt wurde, wohnte er in der Gründungstadt des babylonischen Baalskultes(Ur in Chaldäa) und hatte sehr wahrscheinlich Anteil daran. Jakob vergrub noch Götzen unter der Eiche in Sichem. Irgendwo, irgendwann mit irgendwem musste Gott einfach beginnen.

    Und Er fing mit Abraham und seinen Nachkommen an. Dort wurde der Glaube etabliert. Dort nahm der Glaube Form und Struktur an. Durch Israel kam dann der Glaube zu allen Menschen. Nicht erst als unser HERR für die Sünden der Menschen starb. NEIN. Der Glaube kam schon im AT zu den Heiden. Es wird alttestamentliche Heiden geben, die gerettet sind und es wird alttestamentliche Israeliten geben, die auf ewig verdammt sind.

    Israel hatte keine Sonderstellung. Sie waren die Auserwählten ebenso wie die Christen es heute sind. Aber jeder darf dazu gehören. Das ist heute so und das war schon immer so. Wer also behauptet, die Gebote wie der Sabbat, wären nur für Israel, irrt gewaltig. Israel war das Sprachrohr Gottes. Als würde Gott ein Volk erwählen und alle anderen zugrunde gehen lassen. Mit Israel hat Gott angefangen. Sie sollten den Glauben und alles was dazugehört, unter den Nationen kundmachen.

    1. Liebe(r) RS,
      es tut mir leid, ganz kann ich dir nicht folgen. Ich muss es wohl noch ein paar mal lesen….
      Ich finde keinen Widerspruch in der Tatsache, dass Gott will, dass ALLE Menschen errettet werden und trotzdem das Gebot für Israel nur damals für Israel gültig war.
      Ich verstehe auch den letzten Absatz nicht ganz: auserwählt sein ist ja eine Sonderstellung, oder?

  5. Hallo Stefanie,

    es wird behauptet, dass die 10 Gebote und die Feste ausschließlich Israel gegeben wurden. Man möchte damit die Gemeinde von Israel trennen. Wenn aber der Glaube im AT und der Glaube an Gott schließt nun mal seine Feste und seine Gebote ein, NUR für Israel bestimmt waren, dann hätte und dürfte kein Heide, jemals Israelit werden. Aber selbst Gott befahl den Israeliten, Heiden die sich bekehren als vollständige Israeliten anzunehmen. Somit ist es ausgeschlossen, dass Gottes Gebote und Feste nur für Israel waren.

    Wenn dem so wäre, nach welchem Gesetz würden dann die Heiden gerichtet werden? Wenn die Gebote und alles was dazu gehört, nur für Israel war, dann ist Jesus Christus unser HERR auch nur für die Israeliten gestorben. Denn die Heiden sind dann ohne Gesetz. Wo aber kein Gesetz, da keine Sünde. Das Gesetz war für alle gültig. Israel bekam es schriftlich und als Volk, sollten sie Gottes Gesetz unter den Menschen kundtun.

    In der heutigen Theologie geht es ja darum, Gemeinde und Israel unbedingt zu trennen. Diese These kann aber nur stimmen, wenn die Gebote und Feste ausschließlich und nur ausschließlich für Israel waren und kein anderer dürfte daran Teilhaben. Dem ist aber nicht so. Die Heiden durften Israeliten werden und damit galten die Gebote und Feste auch für sie.

    Sicherlich ist Auserwählung eine Sonderstellung. Aber nicht indem Sinne wie es verstanden wird. Verstanden wird: Auserwählung=Gesetz nur für Israel. Das ist Falsch.

    Das Gesetz war direkt nach dem Sündenfall(Erkenntnis von Gut und Böse) in die Herzen aller Menschen geschrieben worden. Doch die Menschen hielten sich nicht dran. Dann kam als Strafe die Sintflut und dennoch dauerte es nicht lange und die Menschen gingen wieder auf sündigen Wegen.

    Gott gab Israel keine neuen Gebote. Die Gebote waren schon nach dem Sündenfall vorhanden. Er gab zu den Geboten, an die sich niemand halten wollte —>>> Verheißungen. Er machte sein Gesetz dem Volk Israel schmackhaft. Wenn ihr dies und dies tut, werdet ihr dies und dies bekommen.

    Die Sonderstellung der Auserwählten besteht darin, dass Gott ihnen Verheißungen gegeben hat. Er hat aber nicht ein paar Leute ausgewählt und ihnen gesagt nur ihr seit prädestiniert für das Himmelreich. Im Gegenteil. Die Auserwählten haben die Verheißungen, aber auch eine wesentlich höhere Verantwortung, weil sie die Wahrheit kenn. Deswegen sagt Jesus, dass die welche die Wahrheit kannten, aber nicht danach lebten, es viel schlimmer haben werden, als Unbekehrte. Petrus sagt, sie werden die Elendsten unter den Menschen sein.

    Du kannst auch gerne deine Sichtweise genauer darlegen, damit ich verstehe was du genau damit meinst: Ich finde keinen Widerspruch in der Tatsache, dass Gott will, dass ALLE Menschen errettet werden und trotzdem das Gebot für Israel nur damals für Israel gültig war.

    1. Also, ich versuche, zu beschreiben, was ich meine:

      In 2. Mose 20 gibt der Herr dem Mose die Gebote. Vorher heisst es in Kapitel 19, 3 : „So sollst du zum Haus Jakob sagen und den Söhnen Israel mitteilen.“ Und wieder in Kapitel 20 Vers 22: „So sollst du zu den Söhnen Israels sprechen“
      Auch in 5. Mose 4, 1: „Und nun, Israel, höre…“ und 5 Mose 5, 1 und 2: „Höre Israel, die Ordnungen und Rechtsbestimmungen(…)der Herr unser Gott hat am Horeb einen Bund mit uns geschlossen“

      Da steht, dass der Bund, die Gebote für Israel gegeben sind. Wir als Heiden sind nicht in dem Bund. Was nicht heisst, dass uns diese Prinzipien egal sein könnten, aber wir müssen die ganzen Vorschriften nicht mehr halten. Oder siehst du es als Sünde, wenn wir Kleidung aus Mischfasern tragen? Findest du es falsch vom Staat, dass Götzendienst nicht mit Todesstrafe geahndet wird? Sündigen männliche Christen, wenn sie keinen Bart tragen?
      Wenn sich im AT ein Heide zum wahren Gott bekehrt hat, wurde er ja mit aufgenommen, so wie heute, wenn sich ein Mensch zu Christus bekehrt, er zur Gemeinde gehört.
      D.h., die Stellung des Heiden verändert sich dahingehend, dass die jeweiligen Aussagen für Israel/Gemeinde zutreffen, nicht sie Aussagen treffen deswegen auf jeden Heiden zu. Das ist ein Unterschied.
      Wenn in Deutschland kein Tempolimit auf der Autobahn gilt, in der Schweiz jedoch 120 km/h, dann gilt 120 für jeden Deutschen, der in CH fährt. Aber nicht automatisch für alle deutschen Autofahrer, weil sie theoretisch auch in die Schweiz fahren dürften. Das ist doch was total anderes!
      Die Heiden können trotzdem gerichtet werden, weil sie nach Römer 1 wissen können, dass es einen Schöpfergott gibt, dem sie Ehre schuldig sind und dass jeder durch sein Gewissen es grundsätzlich wissen kann, dass er Sünder ist.
      Ausserdem gibt es ja durchaus Ansagen Gottes, die nicht im Bund für Israel festgeschrieben sind, sondern allgemeingültig formuliert (Menschenleben für Menschleben; kein Blutgenuss; Vermehrung).
      Natürlich ist Israel was anders als die Gemeinde, das muss doch nicht erst „künstlich“ getrennt und aufgespalten werden.
      Und wegen der Sonderstellung: 5. Mose 7, 6: „Denn du bist dem Herrn, deinem Gott, ein heiliges Volk, (….)“ Ja, eine besondere Stellung!
      Aber ich habe eben inne gehalten und den Originalartikel oben und alle bisherigen Kommentare in einem Rutsch durchgelesen, da steht eigentlich schon alles drin. Ich möchte nicht noch alles wiederholen, was eh schon da steht.
      Das was du über die Leute vor der Sintflut schreibst und der höheren Verantwortung usw., das seh ich auch so.
      Es ist mir nur völlig schleierhaft, wie man drauf kommt, deshalb den Sabbat halten zu müssen, 613 Vorschriften zu halten, die explizit für Israel gemacht wurden.
      Oder dass ich an Passah 6 Tage lang Knäckebrot essen muss und danach ein Tier mit allem, Eingeweiden und Drum und Dran. Oder dass wir jeden Herbst eine Woche lang in Palmwedelhütten übernachten sollen.
      Liebe Grüsse!

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