Die Last der Lust

Heute wird uns durch die Medien suggeriert, dass wir ein Recht auf ein erfülltes Sexualleben hätten. Wir werden mit Sex bombardiert, sei es im Kino, im TV oder im Internet. Ich will hier keinesfalls die Sexualität verteufeln, sie ist ein Geschenk Gottes. Aber man kann mit der Sexualität in falscher Weise umgehen, wie ich aus eigener leidvoller Erfahrung weiß. Sex ohne Liebe ist eine der destruktivsten Dinge die es gibt. D. h. Sex ohne Liebe schadet der Seele.

Hinter dem lustvollen Verlangen nach sexueller Vereinigung steckt mehr, als nur seine Triebe zu befriedigen. Es steckt eine Sehnsucht nach völliger Liebe und Annahme, verbunden mit dem Wunsch, sich mit seinem Partner eins zu machen. Man kann nur die Kontrolle verlieren, wenn man sich geliebt weiß. Ist aber keine Liebe vorhanden, so kommt es zu Scham, Schmerz und dem Gefühl missbraucht worden zu sein oder andere missbraucht zu haben. Diese Gefühle werden dann an das Gewissen weitergegeben, das, wenn es intakt ist, sich meldet und keine Ruhe mehr gibt.

Wir können an einem Beispiel der Bibel sehen, wie sich Sex ohne Liebe auswirken kann:

2Sam 13,1 Absalom aber, der Sohn Davids, hatte eine schöne Schwester, die hieß Tamar; und es geschah, daß Amnon, Davids Sohn, sich in sie verliebte. 2 Und Amnon bekümmerte sich so, daß er krank wurde wegen seiner Schwester Tamar; denn sie war eine Jungfrau, und es schien Amnon unmöglich, ihr das Geringste anzutun. 3 Amnon aber hatte einen Freund, der hieß Jonadab, ein Sohn Simeas, des Bruders Davids; und Jonadab war ein sehr kluger Mann. 4 Der sprach zu ihm: Warum bist du jeden Morgen so niedergeschlagen, du Königssohn? Willst du es mir nicht sagen? Da sprach Amnon zu ihm: Ich bin verliebt in Tamar, die Schwester meines Bruders Absalom! 5 Da sprach Jonadab zu ihm: Lege dich auf dein Bett und stelle dich krank. Wenn dann dein Vater kommt, um dich zu besuchen, so sprich zu ihm: Laß doch meine Schwester Tamar kommen und mir Speise zu essen geben und ein Essen vor meinen Augen zubereiten, damit ich zusehe und aus ihrer Hand esse! 6 So legte sich Amnon nieder und stellte sich krank. Als nun der König kam, um ihn zu besuchen, sprach Amnon zum König: Laß doch meine Schwester Tamar kommen, daß sie zwei Herzkuchen1 vor meinen Augen mache und ich von ihrer Hand esse! 7 Da sandte David zu Tamar ins Haus und ließ ihr sagen: Geh doch hin in das Haus deines Bruders Amnon und bereite ihm eine Speise! 8 Und Tamar ging hin in das Haus ihres Bruders Amnon. Er aber lag [im Bett]. Und sie nahm einen Teig und knetete und bereitete ihn vor seinen Augen und backte die Herzkuchen. 9 Und sie nahm die Pfanne und setzte sie ihm vor; aber er weigerte sich zu essen. Und Amnon sprach: Laßt jedermann von mir hinausgehen! Da ging jedermann von ihm hinaus. 10 Da sprach Amnon zu Tamar: Bring mir das Essen in die Kammer, daß ich von deiner Hand esse! Da nahm Tamar die Herzkuchen, die sie gemacht hatte, und brachte sie ihrem Bruder Amnon in die Kammer. 11 Und als sie ihm diese zum Essen hinreichte, da ergriff er sie und sprach zu ihr: Komm her, liege bei mir, meine Schwester! 12 Sie aber sprach zu ihm: Nicht doch, mein Bruder! Schwäche mich nicht2, denn so etwas tut man nicht in Israel! Begehe nicht eine solche Schandtat! 13 Und ich, wo sollte ich mit meiner Schande hin? Und du würdest sein wie einer der Schändlichen in Israel. Nun aber, rede doch mit dem König; denn er wird mich dir nicht versagen! 14 Aber er wollte nicht auf ihre Stimme hören, sondern er überwältigte sie und schwächte sie und schlief bei ihr. 15 Danach aber haßte Amnon sie mit überaus großem Haß, so daß der Haß, mit dem er sie verabscheute, größer wurde, als zuvor die Liebe, mit der er in sie verliebt war; und Amnon sprach zu ihr: Mach dich auf und davon! 16 Sie aber sprach zu ihm: Nicht doch! Dieses Unrecht, mich wegzutreiben, ist gewiß noch größer als das andere, welches du mir angetan hast! Aber er wollte nicht auf sie hören. 17 Und er rief seinen Burschen, der ihn bediente, und sprach: Treibe doch diese von mir hinaus und schließe die Tür hinter ihr zu! 18 Sie trug aber ein langes buntes Kleid; denn das trugen die Königstöchter, die Jungfrauen, als Obergewand. Und sein Diener trieb sie hinaus und schloß die Türe hinter ihr zu. 19 Da warf Tamar Asche auf ihr Haupt und zerriß das lange bunte Kleid, das sie trug; und sie legte die Hand auf ihr Haupt und lief schreiend davon.

Ohne viel Worte zu dieser Begebenheit zu verlieren, sei angemerkt, dass die sexuelle Lust höchst destruktiv ist, während und nachdem man ihr, ohne Liebe zu empfinden, nachgegeben hat. Als Folge davon war Tamar geschändet und Amnon verlor später sein Leben deswegen (2Sam 13,29).

Sexuelle Lust ist nicht Liebe. Die Liebe ist nicht Zugabe zur Sexualität, sondern genau umgekehrt. Zuerst sollte Liebe da sein und sich festigen, und danach kommt die Vereinigung miteinander. So hat es Gott vorgesehen.

Ist die Liebe nicht vorhanden, dann kommt sie auch nach der Vereinigung nicht. Das habe ich während meines Lebens immer wieder sehen und beobachten können. Nur im Rahmen der Liebe ist eine erfüllende Sexualität möglich. Lust erfüllt nicht, sie ist ähnlich, wie wenn man durstig ist und Salzwasser trinkt. Trinkt ein Durstiger Salzwasser, dann wird er immer noch durstiger und verzweifelt daran. So ist es mit Pornografie und nichtehelicher Sexualität, die die Bibel Unzucht und Hurerei nennt. Bei diesen Dingen entsteht keine tiefe Befriedigung, sondern ein schlechtes Gewissen, Schmerz und Scham. Natürlich ist das auch in einer Ehe möglich, aber bedeutend weniger.

Angesichts dieser Dinge wäre es wieder gut, einmal enthaltsam zu leben. Viele Menschen können das nicht mehr. Für sie ist Sex zur Sucht geworden, und sie werden dabei doch nicht befriedigt. Aber Gott kann Enthaltsamkeit schaffen, denn sie ist eine Frucht des Heiligen Geistes für diejenigen, die an Gott glauben:

Gal 5,22 Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.

In einer Welt, in der Sex wie eine Billigware verschleudert wird, wäre es mal wieder schön, wenn viel mehr Menschen, die Frucht des Geistes hätten. Ein Aspekt davon ist die Selbstbeherrschung. Ist das heute überhaupt noch möglich? Ja, bei Gott schon! Bei Gott sind alle Dinge möglich.

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