Die richtige Haltung gegenüber Israel und den Juden

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Es ist unverkennbar, dass Gott ein großes Werk an Israel tut. Nach fast 2000 Jahren Zerstreuung der Juden in alle Welt, findet seit dem Jahr 1888 eine gewaltige Sammlung der Juden statt, so dass viele Juden und andere Israeliten aus den zehn verloren geglaubten Stämmen wieder ins Land der Väter eingewandert sind. Seit der Staatsgründung 1948 und der Eroberung des Tempelberges 1967 geht es Israel, das sich durch mehrere Existenzkriege hindurch behaupten musste, besser als je zuvor, auch wenn immer noch von islamischer Seite mit Terrorakten oder Krieg zu rechnen ist. Die Behauptung des kleinen Volkes gegen seine Feinde ist nur mit göttlicher Hilfe zu erklären. So sagten bereits die Propheten voraus, dass Israel am Ende der Tage wieder gesammelt werden würde. Was wir heute sehen, sind die Erfüllungen von Prophetien, die bereits mehrere tausend Jahre alt sind. Gott wirkt und jeder kann es erkennen.

Das Christentum, dass sich normalerweise aus Juden und Nichtjuden (Heiden) zusammensetzt, hatte in der Vergangenheit ein gespaltenes Verhältnis zu den unbekehrten Juden. Juden wurden viele Jahre lang als „Christusmörder“ gebrandmarkt. Dadurch wurde die Judenverfolgung oft scheinbar legitimiert. Die großen Kirchen behaupteten, dass sämtliche Verheißungen der Bibel ausschließlich den Kirchen gegeben worden wären. Israel wäre von Gott für ewig verworfen worden, war die allgemeine Lehrmeinung. Das richtete ungeheuren Schaden an diesem Volk an. Leider!

Auf der anderen Seite ist heute eine verstärkte Glorifizierung der Juden von christlicher Seite her wahrzunehmen. Die Juden werden als auserwähltes Volk verehrt, und alles, was der Staat Israel macht wird für gut gehalten. Zudem wird von manchen Christen die „Hebrew Roots“-Lehre gepredigt, einer Vermischung des Christentums mit den alttestamentlichen Vorschriften, Geboten, Festen und Gesetzen, die eigentlich nur für das Volk Israel bestimmt waren. Hier fällt man von der anderen Seite vom Pferd.

Ich denke, dass beides nicht gut ist: Weder der bösartige Antisemitismus und Israel-Hass, noch die übertriebene, sentimentale Verehrung der Juden.

Wir wissen, dass Gott mit diesem Volk noch etwas Großes vorhat. Höchstwahrscheinlich werden sich nach der Entrückung der Gemeinde zuerst einmal 144 000 Israeliten im Land zu Jesus Christus bekehren (Offb 7,4). Das heißt, sie werden Jesus Christus noch vor seiner Wiederkehr auf die Erde als rechtmäßigen König über Israel erkennen. Zudem werden diese messianischen Israeliten eine große Evangelisation im noch unbekehrten Volk Israel starten, so dass ein Drittel des ganzen Volkes in der großen Drangsal gläubig werden wird. Dieses Drittel von Israel wird sich also in den endzeitlichen Katastrophen noch von Jesus Christus, der auf dem Ölberg in Jerusalem wiederkommen wird, retten lassen (Sach 13,8-9). Das sind die guten Nachrichten für Israel. Und wir Christen dürfen uns darüber freuen.

Auf der anderen Seite können wir durch die biblische Prophetie erkennen, dass der falsche Prophet, das Tier aus der Erde, der die ganze Welt unter satanische Herrschaft des Tieres aus dem Meer, dem kommenden Weltdiktator, bringen wird, ein Israelit sein wird (Joh 5,43; Offb 13,11). Die Masse des Volkes Israel, also zwei Drittel, werden dem falschen Messias folgen und somit unter satanischen Einfluss gelangen. Diese werden nicht von Jesus Christus gerettet werden, sondern auf ewig verlorengehen. Das sind die schlechten Neuigkeiten; wir Christen dürfen also nicht blinde Verehrung diesem Volk darbringen, weil nicht alles Gold ist, was glänzt.

Israel wird zwar weiterhin von Gott geliebt (Röm 11,28) um der Väter willen, aber eine große Zahl wird nicht zur Bekehrung kommen.

Meiner Meinung nach sollten wir zwar für Israel sein – vor allem wir Deutschen, die sich an den Juden während der Progrome des 2. Weltkriegs an der gewollten Ausrottung der Juden beteiligt haben. Wir müssen, so gut wir können, wieder gutmachen, was unsere Vorfahren verbrochen haben. Das schließt die Unterstützung des Staates Israel mit ein.

Andererseits müssen wir auch damit rechnen, dass der antichristliche Geist, der in der Welt bereits gewaltig am Wirken ist (1Joh 4,3; 2Thess 2,9), darauf hinarbeitet, dieses Volk zu unterjochen. Diese Bestrebungen sind höchstwahrscheinlich schon stark im Gange. Darum sollten wir uns vor einer zu sentimentalen Israel-Liebe, die alles gutheißt, hüten.

Wir wissen, dass aus diesem Volk sehr viel Segen für die Menschheit gekommen ist (Joh 4,22). Es gab große Nobelpreisträger, Wissenschaftler wie Albert Einstein und Künstler, die Juden waren. Aber auch viele schädlichen Persönlichkeiten wie Karl Marx waren Juden. Auch die Bänker-Familie Rothschild, der man eine jüdische Weltverschwörung nachsagt, ist der Welt nicht gerade zum Segen geworden.

Diese zwei Gegensätze müssen wir immer im Auge haben, wenn wir an das Volk und Land Israel denken.

Wir sollten weder bösartigen Antisemiten sein, die durch ihren Hass diesem Volk gewaltiges Unrecht zufügen. Noch sollten wir in blinder Sentimentalität für Israel die unguten Seiten, die teilweise auch jetzt schon vorhanden sind, leugnen. Ich denke, der Mittelweg wäre hier richtig. Wir als Christen sind für Israel, speziell wir deutschen Christen, und wir sollen den Juden zuerst das Evangelium verkündigen (Röm 11,16) und ihnen helfen. Jedoch sollten wir nicht übertrieben naiv ins andere Extrem fallen und die Juden, die auch nur Menschen sind, vergöttern.

Es gilt, nüchtern und wachsam zu bleiben:

1Thess 5,6 So laßt uns auch nicht schlafen wie die anderen, sondern laßt uns wachen und nüchtern sein!

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