Die richtige Haltung gegenüber Israel und den Juden (Teil 2)

Kristin Scharnowski / pixelio.de

Im ersten Teil dieser Reihe, der schon vor einiger Zeit hier veröffentlicht wurde, ging ich darauf ein, wie speziell wir Deutschen und Christen uns meiner Meinung nach Israel gegenüber verhalten sollten. Ich zeigte auf, dass Gott einen Plan mit Israel hat. Ich zeigte aber auch auf, dass Israel genauso von den endzeitlichen, antichristlichen Bestrebungen betroffen sein wird wie die Welt. Es wird auch noch massiver davon betroffen sein als wir Deutschen, denn der falsche Messias, das Tier aus der Erde, wird aller Wahrscheinlichkeit nach ein Jude sein. Ich zeigte auf, dass sowohl Segen und Fluch von diesem Volk ausging und ausgeht, und dass dieses Volk Segen und Fluch erlebte und noch erleben wird.

Es gab gottesfürchtige Juden und Israeliten, die zum Segen wurden; und es gab Juden und Israeliten, die zum Fluch wurden. Das wird sich auch so fortsetzen. Natürlich kann man das von jeder Volksgruppe, auch von uns Deutschen sagen, aber speziell am israelischen Volk sieht man den Kontrast zwischen gut und böse sehr stark. Im letzten Artikel habe ich das an ein paar Persönlichkeiten gezeigt.

Gerade im Internet kursieren sehr viele Israel- und judenfeindliche Videos, Texte und Botschaften, die von einer jüdischen Weltverschwörung sprechen, die z. B. der Bänkerfamilie Rothschild nachgesagt wird.  Ob tatsächlich etwas Wahres daran ist, lasse ich einfach mal dahingestellt. Ich persönlich weiß es nicht. Doch ich will hier etwas näher auf den Segen und Fluch, der von dem auserwählten Volk ausgeht, eingehen. Aus dem Volk Israel kam der verheißene Erlöser, Jesus Christus, „das Heil kommt aus den Juden“ (Joh 4,22). Aus dem Volk Israel wird aber auch der falsche Prophet kommen, „das Tier aus der Erde“ (Offb 13,11), der die ganze Welt mit dem kommenden Weltdiktator ins Unheil stürzen wird.

Zu diesem Thema habe ich eine kleinen Text aus dem Buch „Der Heilsplan Gottes“ von Fritz Hubmer abgeschrieben, der auf diesen starken Kontrast zwischen gut und böse im auserwählten Volk sehr gut eingeht und ihn erklärt. Hier das Zitat:

„(…)So hatte die Volksgeschichte Israels jeweils ein Doppelgesicht. Auf der einen Seite prächtige Glaubensgestalten, die in bewundernswürdigem Gehorsam dem unsichtbaren Gott vertrauen, herrliche Gottespropheten, die mit verzehrendem Eifer sich ihrem Prophetenauftrag hingeben, Menschen, getrieben vom Heiligen Geist, und auf der andern Seite wollüstige Schwächlinge, Menschen, vom Geist der Hölle entzündet und ein entartetes Geschlecht.

Oft wurde die Frage gestellt, warum Gott wohl gerade diesem Volk die Spezialgeschichte gegeben habe, Träger seiner Offenbarung und seines Heils zu sein. Wir wissen es nicht. Der Herr der Geschichte ist souverän in seinem Handeln. Jedoch bezeugt Gott selber, dass Er sein Volk weder um seiner Quantität noch um seiner Qualität willen erwählt habe (siehe 5. Mose 7,7 und 9,6). Hat Gott bei seiner Wahl an die besonderen Seeleneigenschaften des Volkes gedacht? In jedes Menschen Brust wohnt eine Doppelnatur der Seele. Goethe sagt von ihr im Faust:

Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust

die eine will sich von der andern trennen.

Die eine hält in herber Liebeslust

sich an die Welt mit klammernden Organen,

die andere hebt gewaltsam sich vom Dust,

zu den Gefilden hoher Ahnen.

Öffnet sich ein Mensch mit der „einen Seele“ den Offenbarungen Gottes, dann wird er nach oben gezogen werden, öffnet er sich mit der „andern Seite“ den Inspirationen der Hölle, dann wird diese ihn in die Hölle stürzen. So kommt es, dass auch in der deutschen Heldengeschichte neben einem Hermann dem Cherusker, dem Befreier des Vaterlandes, die verräterische Gestalt des eigenen Bruders steht, der ihn im Auftrag der Feinde ums Leben bringen will. Diese Doppelnatur tritt in den jüdischen Gestalten der biblischen Geschichte besonders stark in Erscheinung. Öffnet sie die eine Natur den Inspirationen Gottes, dann wird ein Jeremia zum Sprecher Gottes und verkündigt ohne Rücksicht auf Menschengunst oder -ungunst das Gericht über die Sünden seines Volkes. Ein Jesaja, Micha, Amos, Sacharja und andere werden zu leidenschaftlichen Propheten des Heilandes, zu Verkündern der ewigen Reichspläne Gottes. Ein Mose legt sich aufs Angesicht und bittet über den Sünden seines Volkes: „Streiche mich aus deinem Buch, aber rette dein Volk um deiner Ehre willen.“

Aus einem Christenverfolger Saulus wird der glühender Apostel seines Herrn. Ein Stephanus betet unter den Steinwürfen seiner Verfolger: „Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht!“ Ein Joseph spricht in der Stunde der Versuchung: „Wie sollte ich denn ein solch großes Übel tun und wider meinen Gott sündigen?“ Der gefallene David aber demütigt sich in herzlicher Reue vor seinem ganzen Volke, lässt sich die göttliche Strafe willig gefallen und dichtet Bußpsalmen, die ein ehebrecherisches Geschlecht unserer Tage beschämen könnten. Aus dem Gesinnungslumpen und Betrüger Levi wird ein aufrichtiger Jesusjünger, der, vom Geiste Gottes getrieben, das Leben Jesu beschreibt und in tiefer Demut aus seinem eigenen Leben Tagebuchblätter eines geretteten Sünders dazwischenheftet.

Wehe aber, wenn derselbe Jude sich den Inspirationen der Hölle öffnet, dann wird ein Judas Ischariot aus ihm, der seinen größten Wohltäter um 30 Silberlinge verkauft. Dann wird er zum Verräter an den heiligen Propheten seines eigenen Volkes. Dann entsteht der Welt- und Geld-Jude, von dem schon Paulus in unerhörter Geschichtsoffenheit erklärt: „… sie gefallen Gott nicht und sind allen Menschen zuwider.“ (1Thess 2,15) (…)“

Angesichts dieser Tatsachen müssen wir uns vor einer übertriebenen, sentimentalen Israelliebe hüten, die alles, was dieses Volk tut, gutheißt. Auf der anderen Seite müssen wir immer im Auge behalten, dass es sich um das auserwählte Volk handelt, das noch zum vollen Segen kommen wird, jedenfalls der gläubige Überrest. Segen und Fluch liegen nahe beieinander. Am Beispiel des Volkes Israel wird das sehr stark und kontrastreich deutlich.

Sagen wir mit Paulus:

„Brüder, der Wunsch meines Herzens und mein Flehen zu Gott für Israel ist, daß sie gerettet werden.“ Röm 10,1 

(Das Buch: Der Heilsplan Gottes von Fritz Hubmer ist leider nur noch im Antiquariat zu bekommen. Allerdings kann ich es jedem, der sich für biblische Heilsgeschichte interessiert, wärmstens empfehlen. Ich hoffe, ich habe mit diesem Zitat keine Rechte verletzt, da ich keinen Recht-Inhaber gefunden habe. Wer das Buch kaufen will, wird noch fündig. Einfach „Fritz Hubmer“ und „Der Heilsplan Gottes“ bei Google eingeben.)

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