Die totalitäre Diktatur der „guten Menschen“

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Wenn man ein Jugendlicher ist, dann ringt man um einen Platz im Spiel des Lebens und um eine stabile Identität, die auch dann trägt, wenn es schwierig wird. Am ersten Tag meiner Ausbildung in einem mittelgroßen Betrieb lernte ich meinen Arbeitskollegen kennen, mit dem ich fast vier Jahre verbringen sollte. Wir waren die einzigen zwei Auszubildenden dieses Jahrgangs in unserem Beruf und teilten fortan nicht nur unsere Arbeitszeit, sondern hatten neben der Arbeit noch gemeinsame Interessen und gemeinsame Unternehmungen. Mein Kollege prägte mich ein Stück weit, wie ich hoffentlich auch ihn. Nicht nur in Kleidung und Musik, sondern auch in Ansichten und im Wissen. Dieser Kollege kam am ersten Tag mit Irokesenschnitt und Bomberjacke in die Lehrwerkstatt! Welch ein Schock! Am ersten Tag meinte ich, es mit einem richtigen Rebellen zu tun zu haben. Denn ich dachte, ein Punker kann nur ein radikaler Rebell sein, der zu jeder Zeit jede über ihm stehende Autorität hinterfragt und gegen alles aufbegehrt, was ihm etwas vorschreiben will. Dass er dabei in manchen Dingen noch konservativer dachte als ich, auch von Zeit zu Zeit besser mitarbeitete, konnte ich damals noch nicht wissen. Trotzdem war er in gewisser Weise auch ein echter Rebell und prägte mich ein Stück weit auch so. Ich bin heute daher jemand, der auch manchmal einfach nur „dagegen“ ist, weil er gerade Lust dazu hat!

Früher war ein Rebell derjenige, der gegen das System rebellierte, meistens war er links eingestellt und auf der Ökoschiene zu finden. Er begehrte gegen die konservative Führung auf und setzte durch sein Auftreten eine klare Abgrenzung zum derzeitigen Establishment. Während dieses Establishment die Ehe und Familie hochhielt, lebte der Rebell in sexueller Freizügigkeit. Während sich die „Normalen“ „normal“ kleideten, trug der Jugendliche zerrissene Hosen und hatte gefärbte oder lange Haare. Während die Spießbürger Bier und Wein tranken, rauchte der Aufbegehrende Haschisch. Klassische Musik und Volksmusik wurde von eingängiger und aggressiver Rockmusik ersetzt. Statt sich auf Ausbildung und Berufsleben vorzubereiten, lebte man in Kommunen und mied die Arbeit, gleichzeitig war man gegen die Atomkraft. Man tat allgemein das Gegenteil von dem, was erwartet wurde. Und vor allem schimpfte man über Gott und sein Bodenpersonal, die Kirche und die Kirchgänger.

Doch jetzt haben wir eine Situation, in der diejenigen die Radikalen sind, die die biblischen Werte vertreten und ausleben; also die, die sich früher meist in konservativen Kreisen aufhielten. Ich hätte mir das vor 20 Jahren nicht vorstellen können, – aber heute gilt jemand als gefährlich, der glaubt, dass es zwischen Mann und Frau wesentliche Unterschiede gibt. Glaubt er also, dass es nur zwei Geschlechter gibt, dann hält man ihn für einen Sonderling. Wer außerdem glaubt, dass das Universum durch einen Gott und nicht durch einen kosmischen Knall entstanden ist, wird so betrachtet, als wäre er geisteskrank. Wer dann noch so dreist ist und den Klimawandel und Öko-Religion in Frage stellt, gilt wie früher ein Massenmörder oder Aufständischer und wenn er eine schöne Ehe hat, die auf Treue und Verbindlichkeit basiert, ist er in den meisten Augen moralisch verklemmt, schlimmer als ein Perverser. Letztendlich ist er, wenn er an einen Gott glaubt und für gesichert hält, dass die Bibel zu 100 Prozent Gottes Wort ist, der größte Ketzer und Aufrührer entgegen der Wissenschaft mit ihren Dogmen, sowie aller Überzeugungen und „richtigen“ Ansichten.

Also: Wer heute aufbegehren will, der sollte sich einfach nach Gott und seinem Wort richten, es halten und auch aussprechen. Es gibt nichts Radikaleres und Schärferes um den Gutmenschen ihre „fromme“ Maske zu entreißen, denn das Wort Gottes entlarvt ihre Fehler. Wer sich nach der Bibel richtet, ist ein gefährlicher Rebell in einer totalitären Diktatur von sogenannten Gutmenschen, Toleranten, Weltoffenen, Pazifisten und Weltverbesserern, die in ihren Augen gute Menschen sein mögen, aber gleichzeitig die größten Narren sind, die diese Welt hervorgebracht hat.

Ps 53,2 Der Narr spricht in seinem Herzen: »Es gibt keinen Gott!« Sie handeln verderblich und begehen abscheulichen Frevel; da ist keiner, der Gutes tut.

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