Die Trinität – Muss die Kirchengeschichte umgeschrieben werden?

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Es dauerte viele Jahre und viele Kämpfe, bis die Theologie von der Trinität Gottes festgelegt und als offizielles Dogma verkündet wurde. Über viele Jahrhunderte wurde die Lehre von der „Dreieinigkeit“ Gottes, auch bekannt als Lehre von der „Dreifaltigkeit“, von den Gläubigen geglaubt. Nicht einmal die Reformatoren leugneten diese Lehre, und auch sie beriefen sich auf diese Beschlüsse. Sie konnten zwar vieles an der katholischen Kirche bemängeln, übernahmen aber die bibeltreuen Aussagen, die es auch in der katholischen Kirche am Anfang noch gab. Obwohl der Mainstream der Christenheit an diesem Erklärungsmodel festhielt, gab es immer wieder Personen, die es in Frage stellten. Z. B. die Zeugen Jehovas oder andere Sekten. Heutzutage wird die Lehre der Trinität von vielen, die sich Christen nennen, wieder erneut in Frage gestellt.

In einem früheren Artikel bin einmal darauf eingegangen, wie ich mir die Trinität erkläre (ein Auszug):

(…)“Die Frage, ob Jesus ein normaler Mensch war, ein großer Lehrer wie z. B. Buddha oder wahrhaftig Gott in Menschengestalt war, beschäftigt die Menschheit schon seit langem. Die vier Evangelien schildern uns vier Eigenschaften Jesu Christi.

1. Matthäus schildert uns Jesus als König

2. Markus schildert uns Jesus als Knecht

3. Lukas schildert uns Jesus als vollkommenen Menschen

4. Johannes schildert uns Jesus als Gott

Da der Apostel Johannes den Auftrag hatte, uns Jesus als Gottes Sohn (göttliche Natur) darzustellen, wollen wir uns etwas mehr mit dem Johannesevangelium und den Johannesbriefen und der Offenbarung des Johannes beschäftigen.

Der erste Satz des Johannesevangeliums (Kapitel 1) lautet:

1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.

Dieser Satz könnte leicht verwirrend sein. Hier steht, dass das Wort bei Gott war und Gott das Wort war. Im Schöpfungsbericht lesen wir, dass Gott sprach und es wurde. Da hier gesagt wird, dass das Wort Gott war, muß das Wort ebenso eine Person sein, die gleichzeitig Gott ist und gleichzeitig eine andere Person, als der höchste Gott (Gott-Vater) ist. Hier haben wir ein Paradoxon. Wie kann jemand Gott sein und gleichzeitig nicht Gott-Vater sein.

In Vers 14 lesen wir:

14 Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Jetzt wird es schon genauer. Das Wort, das am Anfang, also vor der Schöpfung bei Gott war, wurde Fleisch. Das heisst nichts anderes, als das es Mensch wurde. Das Wort das Gott ist, gleichzeitig aber eine andere Person und doch gleich als Gott ist, wurde Mensch.

Wir wissen, dass hier von Jesus Christus die Rede ist, denn der ganze Text bezieht sich auf Ihn.

Im letzten Buch der Bibel findet sich wieder dieser Ausdruck von dem Wort Gottes, die Person wird hier folgendermaßen beschrieben:

Offb 19,13 Und er ist bekleidet mit einem Gewand, das in Blut getaucht ist, und sein Name heißt: »Das Wort Gottes«.

Es ist wieder Jesus, der am Kreuz sein Blut vergossen hat. Er ist Gott, wie aus Johannes 1/1 hervorgeht und ist doch eine andere Person.

In Johannes 20/28 wird Jesus wieder mit Gott angesprochen, obwohl er nicht Gott, der Vater, ist. Er ist jedoch Gottes Sohn:

Joh 20,28 Und Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!

Nun, wie können wir mit diesem Paradoxon umgehen? Es gibt eine ganz einfach Erklärung aus der Natur. Schauen wir uns einmal das Wasser an:

Wasser hat drei Aggregatzustände. Zum einen einen gibt es das Wasser. Erhitzt man Wasser auf hundert Grad Celsius, haben wir Wasserdampf. Dies ist immer noch Wasser, aber in einem anderen Zustand. Kühlt man Wasser auf 0 Grad Celsius ab, haben wir Eis. Es ist immer noch Wasser, allerdings in einem anderen Zustand.

Natürlich ist diese Erklärungsmodell mangelhaft, aber es kann uns als Anschauung dienen: Wasser hat einen Grundstoff und kommt in drei Aggregatzuständen vor. So ähnlich könnte es beim Wesen Gottes auch sein.

Es gibt noch eine ähnliche Erklärung. Schauen wir uns selbst als Personen an. Wir sind eine Person und nach dem Ebenbild Gottes geschaffen, jedoch bestehen wir aus drei Komponenten, die eine einzige Person ausmachen: Aus Körper, Geist und Seele:

1Thess 5,23 Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer ganzes [Wesen], der Geist, die Seele und der Leib, möge untadelig bewahrt werden bei der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus!

Wenn also der Mensch eine Einheit aus Geist, Seele und Körper ist und er nach dem Ebenbild Gottes geschaffen wurde, warum soll dann nicht auch Gott aus einer Einheit mit drei Personen bestehen? Der Heilige Geist, der noch nicht erwähnt wurde, gehört dann daher auch, neben dem Vater und dem Sohn, zur göttlichen Einheit. Wir haben also eine Einheit aus Geist (Heiliger Geist), aus Seele (Vater) und Körper (Sohn).

Aus dem Zitat von Elihu aus Hi 33,4 geht ganz klar hervor, dass der Heilige Geist auch als Schöpfer tätig ist, daher muss es sich um eine Person handeln:

Hi 33,4 Der Geist Gottes hat mich gemacht, und der Odem des Allmächtigen erhält mich am Leben. (..)“

Soweit dazu.

Heute wird die allgemeine Lehre von der Trinität wieder massiv in Frage gestellt. Es herrscht große Verwirrung. Es scheint so, als hätte man aus der Kirchengeschichte nichts gelernt. Man rühmt sich gerne neuer Erkenntnisse, während es doch klar ist, dass der Glaube ein- für allemal überliefert worden ist. Eine Frage, die auch noch aufkommt, ist: Warum gilt die Lehre von der Trinität für viele unserer Zeitgenossen so verwerflich? Was ist so schlimm daran?

Eine ähnliche Diskussion kam auf einem anderen Blog auf. Zunächst wurde ein Artikel verfasst, in dem behauptet wird, dass Jesus Christus nicht der Vater sein könne. Das stimmt natürlich! Als dann ein Leserbrief einging, der für die Trinität sprach, kam eine Antwort, die ich schon viele Male gehört habe. Hier der Artikel:

http://best-superblog.de/rb/dreieinigkeit-ja-nein/#comment-531

Ein daraus herausgegriffener Aspekt ist: Als Antwort des Blogbetreibers wurde angeben, dass man sich lieber auf das persönliche Bibelstudium verlassen sollte, statt den Theologen und Kirchenvätern blind zu trauen. Das glaube ich zwar auch, jedoch können und dürfen wir von den Erkenntnissen, die die Glaubensvorfahren erarbeitet haben, durchaus profitieren. Daher habe ich einen Kommentar dazu auf der Seite gelassen. Ich bin der Meinung, das wir nicht 2000 Jahre Kirchengeschichte einfach so vom Tisch wischen können. Wir müssen uns auch nicht alles neu erarbeiten. Dies habe ich dann auch in folgendem Kommentar dargelegt, der hier nur wesentlich wiedergegeben ist:

„Ja, dieses Argument hört man immer wieder: „Ich halte nichts von den Lehren der Theologen und Kirchenmänner. Ich bilde mir selber eine Meinung durch das Lesen der Bibel! Ich lasse nur die Bibel sprechen!“ Manche Christen, die so argumentieren, sind nach meiner Erfahrung häufig für gutgemeinte Argumente und Korrektur nicht mehr offen, weil sie es ja besser wissen. Sie vergessen dabei, dass sie selber die Bibel häufig auch nur subjektiv lesen und auslegen – einem Grundsatz, dem jeder Bibelleser mehr oder weniger unterworfen ist – und machen ihre Meinung zum absoluten Maßstab. Dabei sind sie auch nicht besser wie die Leute, die sie kritisieren. (Gerade darum haben wir heute so viele verschiedenen Lehren, Irrlehrer und Spinner.)

Zudem vergessen sie, dass nicht jeder Gläubige die Gabe des Lehrens hat. Auch nicht jeder Gläubige ist ein Hirte, nicht jeder hat eine soziale Gabe und nicht jeder hat die Gabe der Geistunterscheidung. Das Zusammenspiel im Leib Christi ist so geregelt, dass die Glieder voneinander abhängig sind. Warum sollten wir dann nicht auf die von Gott eingesetzten und bestätigten Hirten und Lehrer hören (Eph 4,11), die diese Gabe hatten und haben? Warum sollen wir ihnen nach einer gewissenhaften Prüfung, die durchaus nötig ist, nicht auch glauben? Ich spreche nicht von blindem Gehorsam, sondern von der Unterordnung unter die von Gott in der Gemeinde eingesetzten Autoritäten. Dazu zählen auch unsere Vorfahren.

Wir erleben heute einen Dammbruch, wie es ihn noch nie gab. Biblische Wahrheiten, die von den Kirchenvätern, Reformatoren und Pietisten in großen Kämpfen und mit vergossenem Blut aus der Bibel herausgearbeitet wurden, werden heute größtenteils über Bord geworfen. Die Kirchengeschichte wird heute für ungültig erklärt und man bildet sich in seinem Hochmut ein, alles besser zu wissen als die die Kirchenväter (siehe Emerging Church und Liberale Theologie). Dabei sind wir nichts anderes als Laodizea, dass sich seines Reichtums rühmt, obwohl gar keiner vorhanden ist. Gut, die Kirchenväter waren auch nur fehlbare Menschen, die sich auch geirrt haben, manchmal sogar wesentlich. Deswegen brauchen wir aber nicht gleich alles zu verwerfen, was sie gesagt haben.

(Die Lehre von der Dreieinigkeit ist nur eines von vielen Beispielen, wie eine Lehre, die mühsam erarbeitet wurde, mit einem Schlag vom Tisch gewischt wird. Ich habe bis heute noch nicht begriffen, warum diese Lehre so schlimm sein soll, wenn man glaubt das Gott einer ist, der aus drei Personen besteht. Im Übrigen besteht ein Mensch auch aus drei Komponenten (Geist, Seele und Körper).)

Stattdessen tauchen die alten Irrlehren, die es schon von Anbeginn der Kirche gab, in großen Massen wieder auf, weil die richtige Lehre nicht mehr da ist. Es herrscht ein absolutes Chaos, weil es eben keine klaren theologischen Richtlinien mehr gibt.

Ich werde mich weiterhin an einen Luther, Calvin, Spurgeon oder Hudson Taylor halten. Ich werde weiterhin aus dem Schatz der Kirchengeschichte Reichtümer heben, den uns die vorhergehenden Generationen hinterlassen haben, wenngleich ich auch dabei prüfe. Es ist ungeheuer spannend, sich mit den Personen und Geschichten der vorhergehenden Generationen zu befassen. Wir können von ihren Siegen profitieren und von ihren Niederlagen lernen.

Ein guter Link zum Verständnis der Kirchengeschichte:

http://www.sermon-online.de/search.pl?lang=de&id=23319&title=&biblevers=&searchstring=&author=0&language=0&category=0&play=0&tm=2“ (…)

Meiner Meinung nach müssen wir uns nicht alles neu erarbeiten. Die Kirchengeschichte endete nicht mit den Aposteln. Natürlich haben wir nur eine Bibel und dadurch eine vorgegebene Lehre. Natürlich hat ein Christ mit Jesus Christus, dem Heiligen Geist und dem Wort Gottes seine volle Ausrüstung. Doch ein Christ ist in den Leib Christi mit eingebunden und daher nicht isoliert, wie ich in dem Kommentar bereits dargelegt habe. Daher können wir gerne von dem profitieren, was die frühen Kirchenlehrer zum Wesen Gottes, zur Trinität, gesagt haben.

Dazu noch:

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8 Gedanken zu „Die Trinität – Muss die Kirchengeschichte umgeschrieben werden?“

  1. Die Kirchengeschichte endet nicht mit den Aposteln, aber
    die Legitimation, neue Lehren und Gebote zu schaffen, ist
    mit den Aposteln abgeschlossen. Weiterhin ist die Kirchen-
    geschichte ab dem 5bis 6 Jhrd. , voller Irrtümer, Irrlehren
    und dreister Kirchenfürsten , die sich Lehren zum Vorteil
    ihres religiösen Verein zusammen phantasierten.
    Die sogenannte Dreieinigkeit, wurde letzendlich von Kaiser
    Konstantin befohlen, um Ruhe in seiner geschaffenen
    Staatskirche zu schaffen. Diese Staatskirche führte letztendlich zur katholischen Kirche, mit ihren Greulsünden
    und vielen Kriegen und einer Christenverfolgung, die ihres
    Gleichen sucht. Eins ist klar in meiner Bibel steht nichts von
    einer Dreieingkeit, genausowenig wie Gott sterben kann, oder
    irgend etwas lernen muß, noch Selbstgespräche führt, oder sich selbst die Herrschaft über die Erde übertragen muß.
    Die Bibel lehrt das am Ende der Tage, also heute ,er selbst
    dafür sorgen wird, das seine Erwählten die Schrift verstehen,
    dazu braucht man kein staatskirlichen Theologen.

    1 Zu jener Zeit wird sich der große Fürst Michael erheben, der für die Kinder deines Volkes einsteht; denn es wird eine Zeit der Drangsal sein, wie es noch keine gab, seitdem es Völker gibt, bis zu dieser Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk gerettet werden, jeder, der sich in dem Buch eingeschrieben findet.
    2 Und viele von denen, die im Staub der Erde schlafen, werden aufwachen; die einen zum ewigen Leben, die anderen zur ewigen Schmach und Schande.
    3 Und die Verständigen werden leuchten wie der Glanz der Himmelsausdehnung, und die, welche die Vielen zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich.
    4 Du aber, Daniel, verschließe diese Worte und versiegle das Buch bis zur Zeit des Endes! Viele werden darin forschen, und die Erkenntnis wird zunehmen.
    5 Und ich, Daniel, schaute, und siehe, da standen zwei andere da, der eine an diesem Ufer des Flusses, der andere am jenseitigen Ufer des Flusses.
    6 Und einer sprach zu dem in Leinen gekleideten Mann, der oberhalb der Wasser des Flusses stand: Wie lange wird es dauern, bis diese unerhörten Zustände zu Ende sind?
    7 Da hörte ich den in Leinen gekleideten Mann, der oberhalb der Wasser des Flusses war, wie er seine Rechte und seine Linke zum Himmel erhob und bei dem schwor, der ewig lebt: Eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit; und wenn die Zerschmetterung der Kraft des heiligen Volkes vollendet ist, so wird das alles zu Ende gehen!
    8 Das hörte ich, verstand es aber nicht. Darum fragte ich: Mein Herr, was wird das Ende von diesen Dingen sein?
    9 Er sprach: Geh hin, Daniel! Denn diese Worte sollen verschlossen und versiegelt bleiben bis zur Zeit des Endes.
    10 Viele sollen gesichtet, gereinigt und geläutert werden; und die Gottlosen werden gottlos bleiben, und kein Gottloser wird es verstehen; aber die Verständigen werden es verstehen.
    11 Und von der Zeit an, da das beständige [Opfer] beseitigt und der Gräuel der Verwüstung aufgestellt wird, sind es 1 290 Tage.
    12 Wohl dem, der ausharrt und 1 335 Tage erreicht!
    13 Du aber geh hin, bis das Ende kommt! Du darfst nun ruhen und wirst einst auferstehen zu deinem Erbteil am Ende der Tage!

    1. In meiner Bibel steht die Dreieinigkeit. Hier:

      Mt 28,19 So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

      „Den“ ist Singular, die Namen Vater, Sohn und Heiliger Geist Mehrzahl.

      Auch in Mt 3 finden wir bei der Taufe des Herrn Jesus alle drei Personen der Gottheit:

      Mt 3,13 Da kommt Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. 14 Johannes aber wehrte ihm und sprach: Ich habe es nötig, von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir? 15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt so geschehen; denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen! Da gab er ihm nach. 16 Und als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser; und siehe, da öffnete sich ihm der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabsteigen und auf ihn kommen. 17 Und siehe, eine Stimme [kam] vom Himmel, die sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe!

      Jesus Christus wird getauft, der Heilge Geist kommt herab und Gott, der Vater, spricht.

      Der Begriff Dreieinigkeit kommt zwar in der Bibel nicht namentlich vor. Aber diese Wesenszüge Gottes lassen sich genauso daraus ableiten wie die Kirchenväter es bereits getan haben. Es ist egal, wer eine Lehre formuliert, wenn sie nur der Wahrheit entspricht.

        1. Du kannst ruhig glauben, was du willst, aber auch ich bleibe bei meiner Meinung: Die Lehre von der Trinität, auch wenn sie nicht explizit so genannt wird, lässt sich an unzähligen Stellen aus der Bibel ableiten!

  2. Der Heilige Geist ist kein Wesen. Er bzw. es ist Geist von Gottes Geist. Im Sinne von geistigen Fähigkeiten. Wäre der Heilige Geist eine Person, dann würde das Geschenk bzw. die Gabe des Heiligen Geistes ja bedeuten, dass derjenige quasi „besessen“ von diesem Geisteswesen würde! Was Quatsch ist. Der Heilige Geist ist eine Kraft, eine Geistesgabe, die damals die Apostel zum Zungenreden befähigte und heute Menschen z. B. dazu befähigt, die Bibel richtig zu verstehen (nur ein Beispiel). Der Heilige Geist ist KEIN Wesen; er wird lediglich deshalb „heilig“ genannt, weil er von Gott ist und nicht, weil da ein drittes heiliges Geisteswesen angebetet werden soll. Angebetet werden soll nur Gott, der Vater! Selbst Jesus (= Sohn) betete zu Gott (= seinem Vater). Übrigens, wäre Jesus Gottvater selber, in einem anderen „Aggregatzustand“, hätte er ja zu sich selbst gebetet… absurd. Jesus ist deshalb Gott, weil er von Gott abstammt, so wie jemand Mensch ist, der von einem Menschen abstammt und eine Katze ist eine Katze, weil von einer Katze abstammend. Jesus hat uns auch gezeigt, wie wir beten sollen („Unser Vater im Himmel, geheiligt werde Dein Name…“). Es gibt also nur zwei göttliche Personen: Gott den Vater und Jesus = Gott den Sohn und es gibt deren Geisteskraft, von der auch einige Menschen einen Anteil erhalten, eben den sogenannten Heiligen (weil von Gott stammenden) Geist. Also nix Trinität. Sondern zwei Gottpersonen und deren Geisteskraft.

    1. Ja, ich weiß, der Vergleich mit den drei Aggregatzuständen hinkt, aber:

      Seit wann kann eine Kraft reden:

      1Tim 4,1 Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden werde

      Offb 2,29 Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!

      Seit wann kann eine Kraft belogen werden:

      Apg 5,3 Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, sodass du den Heiligen Geist belogen hast und von dem Erlös des Gutes etwas für dich auf die Seite geschafft hast? 4 Hättest du es nicht als dein Eigentum behalten können? Und als du es verkauft hattest, war es nicht in deiner Gewalt? Warum hast du denn in deinem Herzen diese Tat beschlossen? Du hast nicht Menschen belogen, sondern Gott!

      Seit wann besitzt eine Kraft Intelligenz, zu leiten, zu reden und zu hören:

      Joh 16,13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.

      Seit wann kann eine Kraft betrübt werden:

      Eph 4,30 Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid für den Tag der Erlösung!

      Und Jesus wird neben Gott-Vater auch angebetet:

      Offb 5,11 Und ich sah, und ich hörte eine Stimme von vielen Engeln rings um den Thron und um die lebendigen Wesen und die Ältesten; und ihre Zahl war zehntausendmal zehntausend und tausendmal tausend;
      12 die sprachen mit lauter Stimme: Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Ruhm und Lob!
      13 Und jedes Geschöpf, das im Himmel und auf der Erde und unter der Erde ist, und was auf dem Meer ist, und alles, was in ihnen ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm gebührt das Lob und die Ehre und der Ruhm und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit!

      Mt 2,11 und sie gingen in das Haus hinein und fanden das Kind samt Maria, seiner Mutter. Da fielen sie nieder und beteten es an; und sie öffneten ihre Schatzkästchen und brachten ihm Gaben: Gold, Weihrauch und Myrrhe.

      Mt 28,9 Und als sie gingen, um es seinen Jüngern zu verkünden, siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Sie aber traten herzu und umfassten seine Füße und beteten ihn an.

      1. Spät, aber das schreibe ich noch eben, dann gehe ich schlafen. Also:

        – Reden:
        Nicht „der Geist“ als ein Wesen spricht und teilt dieses Wissen mit. Sondern die Gabe des Heiligen Geistes befähigte einen Menschen, das zu wissen und weiterzugeben. Wie die Apostel beim Zungenreden.

        – Den Heiligen Geist belügen:
        Dieser Ananias schien bisher ein aufrichtiges Gemeindemitglied gewesen zu sein, denn sonst hätte er nicht gespendet. Also eigentlich ein guter Mensch und wohl auch mit dem Heiligen Geist beschenkt. Das Belügen des Heiligen Geistes ist gemeint im Sinne von wider das Wissen und des Empfindens, dass er aufgrund des Heiligen Geistes in sich hatte, also wider besseren Wissens und Empfindens. Deshalb auch „warum hat der Satan Dein Herz erfüllt“; vorher war er aufrichtig und ein untadeliges Gemeindemitglied. Bis er gegen sein bisher vom Heiligen Geist geleitetes Empfinden handelte.

        – Leiten, reden, hören:
        Mit dem Geist der Wahrheit ist auch hier eine Geistesgabe gemeint, Fähigkeiten, die ein Mensch aufgrund der Gabe des Heiligen Geistes hat. Der Geist befähigt Menschen zur Erkenntnis und Prophetie und hier ist ein Mensch gemeint, der von Jesus diese Geistesgaben empfangen und die Wahrheit verkünden wird, „von dem Meinen wird er empfangen und euch verkündigen. “ Also von Gottes Heiligem Geist, den ja auch Jesus hat („Alles, was der Vater hat, ist mein“) und von dem Jesus diesem Menschen gibt, damit er die Aufgabe erfüllen = prophetisch tätig sein kann. Du kennst doch die Formulierungen „im Geiste der Völkerverständigung“, „im Geist der Freiheit“ oder „im Geist der Aufklärung“? In diesem sprachlichen Sinne ist das gemeint.

        – Betrübt werden:
        Gegenfrage: Seit wann kan man mit einer Person versiegelt werden?
        „Betrüben“ ist hier im Sinne von „trüben, verunreinigen“ gemeint. Siehe Ananias.

        – Anbetung Jesu:
        Natürlich gebührt Jesus dem Lamm Ehre. Aber Jesus lehrte uns, seinen Vater anzubeten. Es ist die Beschreibung einer Szene, keine Anordnung.
        Dass die drei Könige das Kind anbeteten ist auch einfach nur eine Beschreibung und keine Anordnung.
        Jesu Jünger beteten ihn nicht an, sondern fielen vor ihm nieder und huldigten ihm. Hier müsste man den Urtext bemühen.

        So, jetzt muss ich ins Bett, bis später!

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