Emerging Church

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Zur Zeit beschäftige ich mich mit der „Emerging Church“ Bewegung und habe auf den Blogs der Vertreter dieser Bewegung gestöbert. Grob gesagt: Viele Vertreter dieser Bewegungen beklagen, dass sich die Christen zu einer Subkultur formiert hätten. Sie beklagen, dass sich die Christen lieblos von Homosexuellen abgrenzen würden und lieber die Lehre als die Nächstenliebe gegenüber Randgruppen und Weltmenschen praktizieren würden. So der Grundtenor.

Die Lösung, die die Emerging Church anbietet ist (auch grob gesagt): Verzichte auf biblische Wahrheiten und Lehraussagen, zugunsten von Nächstenliebe und Gemeinschaft!

Nun, ihre Diagnose ist gar nicht einmal so falsch. Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen habe ich auch festgestellt, dass sich manche Christen nicht an die Anweisung Jesu halten, die im Missionsbefehl ausgesprochen wird:

Mk 16,15 Und er sprach zu ihnen: Geht hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium der ganzen Schöpfung!

Vielmehr scheint es so, dass einige Christen einfach warten, bis die Leute von sich aus in ihre Gemeinde kommen. Als ich für Jahre krank war, hat mich neben meiner gläubigen Mutter nur ein gläubiger Bruder besucht.
Auch Lieblosigkeit habe ich des manches Mal erlebt: Mir wurde gesagt, ich sei an meiner Krankheit selbst Schuld. Ein Bruder kam in´s Krankenhaus um mir Vorwürfe zu machen und ein anderer sprach mir aufgrund meines Aussehens den Glauben ab. Wäre ich jetzt auch noch ein Homosexueller gewesen, dann hätte ich mich gewiß von diesen Brüdern ferngehalten. Dies sind jetzt nur meine eigenen Erlebnisse, aber mehrere Leute aus meinem Bekanntenkreis haben Ähnliches erlebt. Um aber kein einseitiges Bild aufzubauen: Ich habe ebenso Hilfe, Anteilnahme und Tipps bekommen, wenn ich die Leute anrief oder besuchte. Und es wurde auch sehr oft für mich gebetet.

Die Emerging Church stellt der Gemeinde, die sich bibeltreu und fundamentalistisch nennt, genau so ein negatives Zeugnis aus, unterschlägt aber alle positiven Leistungen der Gemeinde. Sie bewertet alles einseitig und sie fällt damit genau auf der anderen Seite vom Pferd herunter. Daher will sie toleranter sein und nicht mehr so auf die richtige Lehre und biblische Wahrheiten pochen, die ihr lieblos erscheinen.

Wenn man biblische Wahrheiten und gesunde Lehre zugunsten von Toleranz und Gemeindewachstum aufgibt, dann salzt das Salz nicht mehr. Wenn ein Mensch nicht mehr erkennen kann wie groß seine Verlorenheit ist, dann wird er auch die Gnade nicht verstehen. Wenn die Lehre von Hölle, Sünde und Schuld nicht mehr gepredigt wird, wofür braucht er dann noch einen Erlöser? Ich befürchte, hier werden dann zwar viele Leute bekehrt, die den Weg aber wieder verlassen werden, wenn nicht alles nach ihren Vorstellungen verläuft. Christsein bringt viele Probleme mit sich, die man nur bewältigen kann, wenn man sich fest an Jesus Christus klammert. Wenn man allerdings immer gepredigt bekommt, dass man schon gut sei wie man ist und das Jesus noch der Zusatz, das I-Tüpfelchen ist, um das Leben noch etwas besser zu machen, dann wird man enttäuscht werden. Denn Jesus hat uns keinen leichten Weg versprochen, sondern einen steinigen Pfad. Daher wenden sich auch viele wieder vom Glauben ab.

Christsein ist Leben in einer von der Sünde kranken Welt. Die heile Welt, die die Vertreter der Emerging Church anstreben, wird es erst dann geben, wenn Jesus Christus von Jerusalem aus regieren wird. Vorher nicht! Jesus Christus ist der Grund für den Glauben und sein Wort gilt! Gutgemeinte Lösungsansätze des Emerging-Church-Systems, die nicht seiner Lehre entsprechen, sind daher auch nicht hilfreich. Es geht nicht um ein System, Lösungsansätze oder Gedankengebäude – es geht um eine Person! Verliert man diese Person, dann ist der ganze Glaube sinnlos.

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