Fasten und Beten?

Das Thema Fasten scheint ein Thema zu sein, dass nicht sehr oft in Predigten oder christlichen Büchern auftaucht. Obwohl sogar viele ungläubige Menschen in der Fastenzeit vor Ostern auf bestimmte Dinge wie Süßigkeiten oder Alkohol verzichten, scheint es in der Christenheit nicht mehr so präsent zu sein wie früher. Dabei ist Fasten eine Aktion, mit der man seinen Gebeten Nachdruck verleihen kann.

Im Buch Esther finden wir eine Stelle, wie durch Fasten ein ganzes Volk (Israel) vor seinen Feinden gerettet wurde. Haman, der Feind der Juden und Günstling des Königs Ahasveros, wollte das Volk Israel komplett vernichten lassen. Aber der König Ahasveros war mit der israelitischen Frau Esther verheiratet. Ihr Ziehvater regte Esther darum an bei dem König, bei dem niemand unaufgefordert erscheinen durfte, um Gunst für das Volk Israel zu bitten. Dem ging ein dreitägiges Fasten voraus:

Est 4,16 »So geh hin, versammle alle Juden, die in Susan anwesend sind, und fastet für mich, drei Tage lang bei Tag und Nacht, eßt und trinkt nicht. Auch ich will mit meinen Mägden so fasten, und dann will ich zum König hineingehen, obgleich es nicht nach dem Gesetz ist. Komme ich um, so komme ich um!«

Nachdem Esther beim König unaufgefordert erschien, was den Tod bedeuten konnte, fand sie doch Gnade bei ihm und konnte damit ihr Volk retten. Vielleicht wäre das ohne das vorausgehende Fasten für Gott nicht geglückt.

Auch der Prophet Daniel fastete anscheinend regelmäßig, um für sein Volk, das sich schwer versündigt hatte, einzutreten:

Dan 9,3 Und ich wandte mein Angesicht zu Gott, dem Herrn, um ihn zu suchen mit Gebet und Flehen, mit Fasten im Sacktuch und in der Asche.

Dan 10,3 Ich aß keine leckere Speise, und Fleisch und Wein kamen nicht über meine Lippen, auch salbte ich mich nicht, bis die drei Wochen um waren.

Die Folge war, dass Gott Daniels Gebete erhört hat und ihm gewaltige Visionen über die Zukunft gab. Gott beantwortete das Fasten und Gebet von Daniel in einer gewaltigen und spannenden Art und Weise.

Fasten hat meistens etwas mit Bedrängnis, Gefahr und Trauer zu tun. Man ist in einer Situation der Angst und Not, oder man bedauert seine Sünden und die Konsequenzen, die sich daraus ergeben haben. Darum verzichtet man auf leckere Speise und vielleicht auf auf Getränke, um Gott zu bitten, dass er doch etwas bewegen möchte.

Auch Jesus und die Apostel fasteten und in der Apostelgeschichte wird uns ebenso vom Fasten berichtet:

Mt 4,1 Darauf wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er vom Teufel versucht würde.
2 Und als er 40 Tage und 40 Nächte gefastet hatte, war er zuletzt hungrig.

Jesus fastete in der Wüste, danach kamen die Engel und dienten ihm.

Der Hauptmann Kornelius fastete, wie in der Apostelgeschichte beschrieben wird, und wird damit der erste Heide, der gerettet wird und zur christlichen Gemeinde hinzugefügt wird:

Apg 10,30 Und Kornelius sprach: Vor vier Tagen fastete ich bis zu dieser Stunde, und ich betete um die neunte Stunde in meinem Haus. Und siehe, da stand ein Mann in glänzender Kleidung vor mir 31 und sprach: Kornelius, dein Gebet ist erhört, und deiner Almosen ist vor Gott gedacht worden!

Nachdem Paulus und Barnabas gefastet hatten, wurden sie zu einem gewaltigen Auftrag berufen:

Apg 13,2 Als sie nun dem Herrn dienten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Sondert mir Barnabas und Saulus aus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe!

Man kann also erkennen, dass immer etwas geschieht, wenn Menschen fasten, wie bei Esther und Daniel, aber auch bei Jesus und den Aposteln. Es scheint so, als würde Gott das aufrichtige demütige Fasten und Beten großzügig beantworten und die Menschen, die das tun, in besonderer Weise gebrauchen und segnen. Wie nun das Fasten bei jedem einzelnen aussehen könnte, will ich hier nicht beschreiben. Das ist eine Sache zwischen Gott und dem Einzelnen. Jeder muß das selber herausfinden, wie er das handhabt. Aber ich möchte den Leser dazu ermutigen zu fasten. Dies verleiht dem Gebet einen ernsthaften Ausdruck und wird sicherlich nicht unbeantwortet bleiben, wenn es aufrichtig getan wird. Vielleicht geschieht gerade in unserer westlichen Welt, in der wir reichlich zu essen haben, so wenig, weil wir nicht mehr fasten. Und wenn doch, dann nur um abzunehmen oder um unsere religiösen Gefühle zu befriedigen. Echtes Fasten ist jedoch mit Gebet und Flehen verbunden, wie dem Volk Israel in Joel 2 Vers 12 gesagt wird:

Joe 2,12 Doch auch jetzt noch, spricht der Herr, kehrt um zu mir von ganzem Herzen, mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen!

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.