Gefahren kurz vor der Bekehrung

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Lk 8,12 Die am Weg sind die, welche es hören; danach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihren Herzen weg, damit sie nicht zum Glauben gelangen und gerettet werden.

Seit einigen Jahren schaue ich mir die Lebenszeugnisse von Menschen, die Christen wurden, an. Vor allem der ERF produzierte gute Sendungen dazu. Früher hieß die Reihe des ERF´s „Hof mit Himmel“, jetzt heißt sie „Mensch, Gott!“. Es gab und gibt dort gute Sendungen, aber manche musste ich leider schon in Frage stellen. Die Zeugnisse sind nicht unglaubwürdig. Ich nehme den meisten Interviewten ab, dass sie die Dinge so erlebt haben, wie sie sie schildern. Jedoch stelle ich bei manchen in Frage, ob die erzählten Wunder, die berichtet werden, tatsächlich von Gott sind. Manche Gesprächsteilnehmer berichten nämlich von Jesus-Erscheinungen, Visionen, Stimmen und Zeichen, die aus der übernatürlichen Welt stammen, von denen aber angenommen werden muss, dass die Quelle dieser Manifestationen nicht unbedingt von Gott kommen muss. Ich bin bereits in einem früheren Artikel darauf eingegangen, dass Jesus- und Engelserscheinungen nicht zwangsläufig aus der guten, himmlischen Welt stammen müssen, sondern auch Blendwerk des Teufels sein können. Wir wissen ja, dass sich der Teufel auch als Engel des Lichts ausgeben kann (2Kor 11,14).
Ich will im Folgenden auf eine Methode des Teufels eingehen, bei der er versucht, Menschen, die kurz vor der Bekehrung zu Jesus Christus stehen, noch im letzten Moment von der Wahrheit abzulenken. Das hat er nicht nur bei mir schon getan, sondern auch bei vielen anderen Menschen.

Als ich Anfang 20 begann, nach einem Sinn im Leben zu suchen, stieß ich auf christliche Bücher und Traktate, die aufzeigten, dass der Sinn des Lebens in einer Beziehung zum Schöpfer besteht. Ich las auch ab und zu in der Bibel, aber ich verstand so gut wie nichts. Ich wusste jedoch instinktiv, dass Jesus unter allen anderen Menschen herausragte. Dies war zum Teil auch auf meine Erfahrungen in der Römisch Katholischen Kirche zurückzuführen, in der ich aufgewachsen war. Ich erkannte auch, dass sich die Bibel von allen anderen Büchern unterschied. Diese Worte in diesem Buch waren so kraftvoll und mit einer Autorität geschrieben, die ich einfach nicht leugnen konnte. In den christlichen Büchern, die ich las, stand außerdem geschrieben, wie Jesus Christus das Leben derer, die sich ihm ausgeliefert hatten, veränderte. Ich wusste, das will ich auch haben. Aber ich wusste nicht, wie ich diesem heiligen Gott begegnen konnte, da mein Leben voller Sünde war. Es ist eine Tragik, dass in der Katholischen Kirche das Evangelium zu einer Werksgerechtigkeit verzerrt wurde. Von Klein auf wurde mir beigebracht, dass ich etwas tun müsse, damit Gott mich liebt. Aufgrund dieses Wissens, das total falsch war, vermutete ich, dass ich Gott ein Opfer bringen müsse, damit ich von ihm angenommen werden könnte. So opferte ich in einem Akt der Selbstkasteiung meinen guten Ruf, indem ich mich vor Menschen demütigte. Daraufhin kam auch eine Antwort – allerdings nicht von Gott, sondern vom Teufel. Ich hatte eines Abends eine Erscheinung in meinem Zimmer, die sich als Gott-Vater ausgab. Dieser Geist drang in meine Seele ein, so dass ich von ihm infiziert wurde. Es war jedoch nicht der Heilige Geist, sondern ein anderer Geist aus der dämonischen Welt, der sich in Licht und Liebe kleidete. Ab diesem Zeitpunkt war ich mit einem Schwarmgeist infiziert, der mein ganzes Leben beeinflusste. Erst ca. 7 Jahre später entdeckte ich, dass ich massiv getäuscht worden war. Ich hatte nicht Gott gedient, den ich ja eifrig gesucht hatte, sondern einem Dämonen. Erst als ich erkannte, dass Jesus Christus für meine Schuld bezahlt hatte und ich kein Opfer für ihn bringen muss – weil er ein Opfer für mich gebracht hat – wurde ich frei. Der Teufel hatte erreicht, dass ich einer Erscheinung mehr geglaubt hatte als den Worten des Evangeliums. Der Teufel hatte es geschafft, mich im letzten Moment von der Wiedergeburt von Gott wegzubringen, indem er sich als Gott ausgab und mich dadurch täuschte.

Diese Methode des Teufels, im letzten Moment noch sein Blendwerk aufzuführen und den Menschen, der kurz vor der Wiedergeburt steht, noch vom Weg abzubringen, ist weit verbreitet. Vor allem durch die Abwerbungsmethoden der Pfingst- und Charismatischen Bewegung, in der großer Wert auf Zeichen und Wunder gelegt wird. Es ist nicht selten so, dass Menschen, die bereits erleuchtet sind, aber noch nicht wiedergeboren, von der Pfingst- und Charismatischen Bewegung angeworben werden mit dem Versprechen, bei ihr den wahren Glauben zu finden und noch vollmächtiger als die „normalen“ Christen zu werden. Alexander Seibel berichtete einmal in einer Predigt, dass ein Prediger ungläubige Menschen in sein Haus einlud, um ihnen das Wort Gottes nahezubringen. Durch die Bibelstunden begannen sich die Menschen durch das Wirken des Heiligen Geistes langsam dem Evangelium zu öffnen und sich Gott zu nähern. Kurz bevor sie vor dem Durchbruch zur Wiedergeburt waren, tauchten „Gläubige“ aus der Pfingst- und Charismatischen Bewegung auf und lockten sie in ihre Gemeinde. Sie versprachen ihnen das blaue von Himmel und behaupteten, dass bei ihnen mehr Vollmacht im Glauben und mehr Zeichen und Wunder zu finden wären. Ob diese abgeworbenen Menschen dann noch zum rechten Glauben fanden, ist nicht geklärt. Es kann gut sein, dass sie ebenfalls unter einen Schwarmgeist kamen.

Menschen, die unter einem Schwarmgeist stehen, sind in der Regel für Kritik nicht offen und werden meistens aggressiv, wenn man ihre Bekehrung und ihre Erlebnisse in Frage stellt. Da sie tatsächlich Zeichen und Wunder erleben, gewaltige „positive“ seelische Gefühle haben und auch Gebetserhörungen vorweisen können, kommen sie nur schwer auf die Idee, dass sie Getäuschte sein könnten. Dadurch ist es fast nicht mehr möglich, dass sie zu einer echten Bekehrung kommen, außer sie geraten in schwere Krisen und bemerken, dass ihr Fundament nicht hält. Sie müssen zuerst die falschen Lehren und Lügen, denen sie aufgesessen sind, durchschauen und dann Buße tun. Das ist jedoch bei den Wenigsten der Fall – obwohl immer wieder Menschen dem Schwarmgeist entkommen können. Wenn sie erkennen, dass sie an einen „anderen Jesus“ geglaubt haben, einen „anderen Geist“ haben und ein „anderes Evangelium“ (2Kor 11,4) angenommen haben, dann gibt es Hoffnung.

Doch nicht immer geht der Teufel so vor. Manchmal sind seine Methoden einfacher. Gerade Jugendliche, die sich dem Wirken Gottes langsam öffnen und von Gott ergriffen werden, stehen in der Gefahr, dass plötzlich der langersehnte Partner oder die Partnerin auftaucht, den/die man sich immer schon gewünscht hat. Natürlich ist dieser neue Partner nicht gläubig und bringt die betroffene Person durch Liebe und „vernünftige“ Argumente vom Glauben an Gott ab. Das ist oft auch durch eine gezielte Verkuppelung, bewirkt durch satanischen Mächte, geschehen. Das ist nur eine Methode unter vielen. Auch plötzlicher Reichtum oder ein anderer Wunsch, der durch Zu-Fall eintritt, können bewirken, dass erleuchtete Menschen nicht zum Durchbruch im Glauben kommen.

Für jeden Betroffenen und Menschen, die mit Betroffenen zu tun haben, ist daher die Warnung Jesu wichtig:

Mt 7,13 Geht ein durch die enge Pforte! Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der ins Verderben führt; und viele sind es, die da hineingehen.

Lass Dich von nichts und niemandem abbringen, Dein Leben mit Gott in Ordnung zu bringen.

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