Glaube: Wissen und Vertrauen

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Ich bekenne mich schuldig! Ich habe eine doppelte Portion Verstand und eine halbe Portion Herz. Ich versuche, alles verstandesmäßig zu erklären, zu analysieren, kleine Dinge in einen großen Gesamtzusammenhang zu bringen. Das ist eine Gabe Gottes, dafür bin ich dankbar, aber es kann auch ein Hindernis im Leben mit Gott sein.

Männer gehen mehr vom Verstand aus, Frauen mehr von ihren Emotionen. Im christlichen Lager gibt es mehr Frauen als Männer. Es gab nicht nur große Gottesmänner, sondern auch große Gottesfrauen. Es scheint mir, als wäre es für emotionalere Menschen, meist Frauen, einfacher an Gott zu glauben, weil sie seine Botschaft der Liebe glauben. Männer müssen zuerst das Für und Wider gegen den Glauben analysieren, bevor sie sich entschließen, auf Jesus Christus zu vertrauen. Sie müssen Pro und Contra abwägen, um zu einer Entscheidung zu gelangen. Beides, die männliche und weibliche Herangehensweise an den Glauben, ist gut und notwendig, doch beides birgt auch Gefahren.

(Natürlich schreibe ich hier etwas überzogen. Ich will hier nicht pauschalisieren, sondern die natürlichen Grund- und Gegensätze herausstellen. Das mag sicher nicht auf jeden Mann und jede Frau zutreffen. Es geht mir nur um das Gesamtbild.)

Da Frauen also meist emotional agieren, sind für die unsichtbare Welt offener, in der nicht nur Gott und die Engel, sondern auch der Teufel und seine Dämonen agieren. Weil die erste Frau, Eva, emotional naiver war, konnte der Teufel sie besser als den Mann, Adam, verführen. Darum warnt auch der Apostel Paulus Frauen davor ein Lehramt auszuführen, weil sie auf gefühlsmäßiger Ebene leichter versucht werden können:

1Tim 2,11 Eine Frau soll in der Stille lernen, in aller Unterordnung. 12 Ich erlaube aber einer Frau nicht, zu lehren, auch nicht, daß sie über den Mann herrscht, sondern sie soll sich still verhalten. 13 Denn Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva. 14 Und Adam wurde nicht verführt, die Frau aber wurde verführt und geriet in Übertretung;

Auf der anderen Seite besteht für Männer die Gefahr, dass sie Glauben mit Wissen gleichsetzen. Wir können jahrelang die Bibel studieren, am Besten noch mit einer guten Konkordanz. Wir können unzählige christliche Bücher lesen, Seminare und Freizeiten besuchen, viele Predigten hören und uns einen Wasserkopf an Wissen ansammeln. Glaube beinhaltet zwar Wissen, aber Wissen ist nicht alles. Wissen sollte eigentlich zum Vertrauen an Gott führen.

Die Bibel beschreibt uns sehr eindrücklich das Wesen, die Taten und die Gedanken Gottes. Die Bibel will uns damit informieren, dass Gott absolut vertrauenswürdig ist. Am Beispiel der Glaubenshelden, der Geschichte des auserwählten Volkes Israel und der Nationen um Israel herum wird uns gezeigt, wie Gott ist. Dass Gott absolut heilig und gerecht ist, dass er aber auch liebevoll, gut, barmherzig und gnädig ist. Diese Informationen sollen uns in erster Linie nicht nur Wissen vermitteln, sondern zum kindlichen Vertrauen führen. – Glauben bedeutet auch Vertrauen:

Spr 3,5 Vertraue auf den Herrn von ganzem Herzen und verlaß dich nicht auf deinen Verstand; 6 erkenne Ihn auf allen deinen Wegen, so wird Er deine Pfade ebnen.

Wenn das Studium der Bibel nur dazu führt, um über Meinungen und die unzähligen theologischen Richtungen zu diskutieren, dann haben wir etwas Wesentliches nicht verstanden. Die geistlichen Kämpfe, die wir dann mit unseren Glaubensbrüdern und Ungläubigen ausfechten, sind zwar für die geistliche Ausrichtung sehr wichtig, und sie können uns vor geistlichem Schiffbruch bewahren; wenn sie jedoch nicht zu einer besseren Beziehung zu Gott und Jesus Christus führen, dann ist das eine Zielverfehlung. Wenn theologisches Wissen nicht zu einer tieferen Beziehung zu Gott führt, dann wird mir sämtliches Wissen nicht viel bringen.

In den Stürmen des Lebens brauchen wir beides: Wissen und Vertrauen! Nur wer weiß, kann vertrauen. Und nur wer vertraut, wird sich geborgen und sicher wissen. Gott fordert aber manchmal auch blindes Vertrauen, weil wir einfach nicht alle Dinge wissen können. Manchmal erklärt er uns aber auch, was er vorhat. Je nach Situation. Daher brauchen wir beides. Und wir Männer sollten uns vielleicht manchmal mehr auf das Vertrauen konzentrieren, statt immer nur wissen zu wollen. Für Frauen dagegen gilt das Gegenteil. Ausgewogen, statt abgehoben.

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