Glauben oder Schauen?

669719_web_R_K_B_by_wobigrafie_pixelio.de
669719_web_R_K_B_by_wobigrafie_pixelio.de

Wir leben heute in total ver-rückten Zeiten. Heute dominiert das Gefühl vor dem Verstand. Das liegt auch daran, dass heutzutage das Weibliche dominiert, im Gegensatz zu früheren Zeiten, als das männlich Rationale das Sagen hatte. Natürlich will ich nicht leugnen, dass viele Frauen früher unterdrückt wurden. Sie hatten wenig zu sagen und wurden oft als „Heimchen am Herd“ behandelt. Frauen durften nicht wählen, in manchen Ländern durften sie nicht Autofahren, sie durften nicht studieren und keine akademischen Berufe erlernen. Das war tatsächlich ein großes Übel. Aber heute fällt man in das genaue Gegenteil. Heute wird das Weibliche gegenüber dem Männlichen bevorzugt. Es werden ausschließlich die Mädchen gefördert, die Jungen bleiben dabei weitgehend auf der Strecke. Nicht nur in der Schule, sondern auch neuerdings in den Universitäten.

Dadurch wurde der rationale Verstand in den Hintergrund gedrängt. Das Gefühl, das Bild, die Seele stehen im Vordergrund. Was sich gut anfühlt, das ist gut für mich – so denkt man heute. Damit geht auch die Drogenwelle einher, die sexuelle Entartung und der übermäßige Konsum von leckeren Spezialitäten und auch von Gütern. Die Seele muss schließlich befriedigt werden; und ist sie es nicht, dann geht man zum Psychiater um seine Seele aufzupeppeln.

Diese zeitgeistlichen Strömungen haben auch vor den Christen nicht halt gemacht. Der Glaube an Gott soll nicht mehr zu einem rechtschaffenden Leben führen, sondern Gott soll mit allen Mitteln unserer Sinne erfahrbar gemacht werden. Unzählige Menschen machen dabei die Erfahrung, dass sie Visionen, Gesichte und starke Gefühlsregungen haben, die sie dem Heiligen Geist zuschreiben, auch Gott-Vater und Jesus Christus. Es gibt Jesus-Erscheinungen auf der ganzen Welt. Zeichen und Wunder, in denen sich Gott angeblich bemerkbar macht. Starke seelische Regungen, die angeblich von der unsichtbaren Welt ausgehen sollen. Die Bibel wird abgewertet und die Erfahrung auf den Podest gehoben. Doch soll unser Glaube wirklich auf seelischen Erfahrungen gegründet sein? Sollen wir die seelische Befriedigung durch Gott anstreben? Sollen wir nach Zeichen und Wundern Ausschau halten? Ich glaube nicht.

Ich bekehrte mich aus der Esoterik, wo ich schon viele Zeichen und Wunder erlebt hatte und auch seelische Eindrücke hatte. Als ich nun gläubig wurde, dachte ich, dass Liebe ein starkes Gefühl ist, dass ich von Gott erhalten wollte. Ich sehnte mich nach etwas Übernatürlichem, das mir zeigte, dass Gott mich lieben würde. Und tatsächlich antwortete ein Geist darauf und gab mir ein unwahrscheinliches Liebes- und Glücksgefühl ein, dass nur von Gott kommen konnte, wie ich es felsenfest glaubte. Doch im Nachhinein stellte ich fest, dass es sich dabei um einen Dämonen gehandelt haben muss, oder um eine psychische Krankheit. Auf jeden Fall führte mich diese Erfahrung zuerst in ungeahnte Höhen, nur um mich dann die tiefste dämonische Besessenheit zu treiben. Nur durch die Hinwendung zu Jesus Christus konnte ich diese Abwärtsspirale beenden. Die Dämonen gingen dann tatsächlich weg. Aber mit dem biblischen Glauben konnte ich noch nicht so recht umgehen. Ich meinte jetzt, dass der echte Gott mir wieder ein Liebesgefühl eingeben müsste, damit ich glauben konnte, dass Gott mich liebt. So betete ich eine ganze Zeit lang: „Herr, zeige mir deine Liebe. Lass mich spüren, dass Du mich liebst.“ Erst später war ich Gott dankbar, dass er es nicht erhört hat, denn Gott geht nicht so vor, wie die Dämonen, die sich direkt mit der Seele ihres Opfers verbinden. Gott geht total anders vor. Wenn ich wissen will, ob Gott mich liebt, dann brauche ich weder die Bibel willkürlich aufzuschlagen, um sie als Wahrsagebuch zu missbrauchen und dann das Gelesene auf mich zu deuten, als direkte Antwort. Nein, ich suche mir einfach die Stellen in der Bibel, die von Gottes Liebe sprechen, und tatsächlich steht geschrieben:

Joh 3,16 Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.

Ich brauche kein Zeichen oder eine Erfahrung von Gott, damit ich weiß, dass er mich liebt, sondern ich brauche einfach nur zu glauben, dass Gott mich schon geliebt hat, als ich noch gar nichts von Ihm wissen wollte. Das geht aus Joh 3,16 eindeutig hervor. Ich brauche keine Jesus-Erscheinung, die nachts in mein Zimmer kommt und mir bestätigt, dass er existiert. Ich brauche in der Bibel nur die Worte zu lesen und zu glauben:

Joh 8,58 Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich!

Wenn Jesus sagt, dass er existiert, dann glaube ich Ihm das einfach, ich muss nichts sehen und nichts spüren, denn wenn ich Ihm glaube, dann habe ich die Gewissheit.

Ich brauche keine Vliese auszulegen und Bestätigungen von christlicher Wahrsagerei, wenn ich den Weg für mein zukünftiges Leben nicht weiß. Ich brauche nur zu glauben:

Ps 32,8 — »Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, auf dem du wandeln sollst; ich will dir raten, mein Auge auf dich richten.

Vielleicht erfahre ich nicht, dass Gott mich geführt hat; aber ich darf glauben, dass er es tatsächlich tut, auch wenn ich momentan vielleicht an einer schwierigen Weggabelung stehe und nicht so recht weiter weiß. Gott führt mich. Punkt.

Ich brauche auch keine Stimmen im Kopf oder das Zungenreden, um zu wissen, dass ich den Heiligen Geist bekommen habe. Ich brauche einfach nur zu glauben, das geschrieben steht:

Eph 1,13 In ihm seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eurer Errettung, gehört habt — in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung,

Wenn ich Gott einfach beim Wort nehme, dann brauche ich keine mystischen, seelischen Erfahrungen. Ich muss einfach wie ein Kind meinem Vater glauben und sonst nichts.

Natürlich werden wir Erfahrungen mit Gott machen, wenn wir glauben. Aber diese sind eine Folge des Glaubens und nicht die Voraussetzung um überhaupt glauben zu können.

Zusammengefasst, lässt sich diese Argumentation in dem bekannten Bibelvers wiedergeben, der heißt:

2Kor 5,7 Denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen.

Wir haben die ganze Heilige Schrift, die Bibel, die uns Informationen über Gott gibt. Wenn wir sie erforschen, dann haben wir genug Informationen und brauchen uns nicht nach mehr auszustrecken, dass uns möglicherweise sogar noch unter dämonische Belastung bringen könnte. Denn der Teufel erklärt sich schnell bereit, seelische Bedürfnisse zu erfüllen, was allerdings auf Kosten der Seele geht. Wir brauchen keine Zeichen, Wunder und Erscheinungen. Wir brauchen einen nüchternen Glauben – mehr nicht. Und dann werden wir eines Tages tatsächlich zu Schauen kommen, wenn Jesus Christus wiederkommt. Bis dahin müssen wir uns einfach gedulden.

Share Button

Related Post

2 Gedanken zu „Glauben oder Schauen?“

  1. Mir gefällt das alles sehr gut, was du schreibst. Hier dieser Artikel und auch der vorhergehende „Heilige Kuh“. Ich danke dir für deine Arbeit die du dir machst und von der ich „profitiere“.
    Gottes Segen,
    Rosmarie

    1. Danke für die aufmunternde Antwort, liebe Rosmarie. Jedoch gilt bei allem, was ich schreiben: Prüfe alles und das Gute behalte. Kann mich auch manchmal irren und etwas falsches schreiben. Bin stets offen für Kritik und Korrektur.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.