Gott oder nicht? Gott-Vater-Erlebnisse beim Soaken

DSCN0973 (Medium)Saulus von Tarsus war auf dem Weg nach Damaskus. Er hatte den Auftrag, die neu entstandene „Sekte“ von Jesus, dem Nazaräer, zu verfolgen und auszurotten. Unterwegs sah er ein gewaltiges Licht und stürzte vom Pferd. Er begegnete Jesus Christus und hörte ihn zu sich reden:

Apg 9,4 Und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die zu ihm sprach: Saul! Saul! Warum verfolgst du mich?

Die folgende Geschichte ist dem Leser wahrscheinlich bekannt: Saulus bekehrte sich und arbeitete von nun an für Jesus Christus. Er wurde der eifrigste Apostel unter allen. Er missionierte die Heiden und soll, neben Rom und Griechenland, auch bis nach Spanien gekommen sein. Die Bekehrung des Saulus zum Paulus geschah dadurch, dass ein Mann buchstäblich vom Pferd stürzte und für eine gewisse Zeit blind war. Seine Bekehrung war radikal und begleitet von großen Zeichen.

Vor einigen Jahren hatte ich auch eine Art „Damaskus-Erlebnis“, dass sich jedoch als „Fake“ der finsteren Welt herausstellte. Ich hatte schon begonnen, die Bibel und christliche Bücher zu lesen und war im Kontakt mit jemanden, der sich als Christ bezeichnet. Da ich katholisch aufgewachsen war und mit den Dogmen der Kirche vertraut war, wollte ich an Gott glauben, aber ich wußte nicht, wie ich Gott so besänftigen könnte, dass er mich annehmen würde. Die katholische Religion ist geprägt vom Leistungsdenken und guten Werken, durch die man sich das Heil verdienen will. Ich war ratlos, denn ich wußte nicht, was ich tun sollte, damit Gott mich liebgewinnt. So beschloss ich, mich öffentlich, vor allen meinen Arbeitskollegen, zu demütigen, damit Gott sehen würde, dass ich ihn ernst nahm. Ich brachte ein Opfer – nämlich meinen guten Ruf.
Als dies geschehen war, brach ich innerlich zusammen. An dem Tag, als dies geschehen war, lag ich im Bett und hatte ein mystisches Erlebnis. Ich war mit meiner Seele direkt mit einem unsichtbaren Wesen verbunden. (Es ähnelte einer früheren Reiki-Erfahrung). Das Wesen sagte mir, es sei mein Vater und es wäre stolz auf das, was ich an diesem Tag getan hätte. Ich spürte ein überwältigendes Gefühl der Liebe, Wärme und Annahme. Ich war davon überzeugt, Gott begegnet zu sein. Doch ich geriet über die Jahre weiter in Verstrickung und zuletzt unter dämonische Belastung. War ich wirklich Gott begegnet?

Einige Jahre später begann ich das Erlebnis zu hinterfragen. Ich staunte nicht schlecht, als ich zwei Berichte beim ERF sah, wo andere ähnliches erlebt haben.

1. Der Bericht von Dario Pizzano bei einem ERF Interview
http://www.erf.de/fernsehen/mediathek/hof-mit-himmel/meine-zwei-leben/67-234

2. Der Bericht von Michael Willford ebenfalls beim ERF
http://www.erf.de/fernsehen/mediathek/hof-mit-himmel/goettliche-inspiration/67-187

Danach stellte ich fest, dass in der Vineyard-Bewegung, beim Soaking, das ähnlich wie das Ruhen im Geist ist, ebenfalls ein Vatergeist wahrgenommen wird, der sich als Gott-Vater ausgibt.

Hier ein Auszug aus einer Seite der Vineyard-Bewegung:

Immer mehr Menschen in Deutschland – und weit darüber hinaus – entdecken neu die Vaterliebe Gottes in Form von Heilung und Wiederherstellung. Denn das Erleben der Vaterliebe Gottes bringt eine neue Freude und Entspannung ins Leben. Menschen, besonders müde und ausgebrannte Christen, lernen neu als geliebte Kinder des Allerhöchsten zu leben.  Eine Offenbarung von Gottes Vaterherzen kann das Leben radikal verändern und die Lebensqualität enorm erhöhen. Del und Jeannie Penner sind vor 26 Jahren als Missionare aus den USA nach Deutschland gekommen. Del war mehr als 20 Jahre Pastor einer deutschen Gemeinde in Idar-Oberstein und ist seit Januar zusammen mit Jeannie im übergemeindlichen Diensten tätig.  Vor sechs Jahren haben sie sich auf eine Reise begeben, auf der sie lernen in der Liebe des Vaters zu leben.  Ihre Lebensbotschaft, „geliebt leben“, geben sie gern an andere weiter. Del und Jeannie sind 36 Jahre verheiratet, Eltern von 4 erwachsenen Kindern und genießen es Eltern und Großeltern sein. Sie werden Vineyard Inspiration gemeinsam mit einem Team durchführen.

Quelle: http://www.vineyard-sha.de/newsletter-leser/items/newsletter-vineyard-sha-nr-11-2011—worship-night—hauskonzert–seminar-vaterliebe-gottes.html

Beim sogenannten „Soaking“, einer Entspannungsübung, die mehr einer esoterischen Praktik und Meditation gleicht, als dem biblischen Glauben, wird solche ein Vater-Geist auch wahrgenommen:

„Seek His Face” (sein Angesicht suchen) war der Titel für die Abendveranstaltungen. Und tatsächlich, viele Besucher hatten eine Begegnung mit dem Himmlischen Vater oder sind Ihm wirklich näher gekommen. Ich habe in den Jahren gelernt, daß es wichtig ist, daß die Sprecher selber tief in der Liebe des Vaters verwurzelt sind. Ein „Wiederspiegeln” der Herrlichkeit Gottes bewirkt mehr als die beste Theologie. Auch von Jesus, dem „Theo Logos” an sich heisst es: „ER ist der Abglanz Gottes Herrlichkeit.”

Jeremy und Connie verbringen täglich viel Zeit mit dem himmlischen Vater in einer Weise, die wir Soaking nennen. Soaking bedeutet passiv und entspannt vor Gott zu sein und „Qualitätszeit” mit ihm zu verbringen. Hören was Er sagt, träumen was Er träumt, sehen was Er sieht. Viel Entspanntheit, Weisheit und Vollmacht erwächst uns aus dieser Zeit.

Gott wird in absehbarer Zeit große Dinge in unserer Gegend tun. Wir nehmen viele Aufbrüche in unserer unmittelbaren Umgebung war, Herzen werden neu entflammt, Hunger nach Gott wird ausgestreut und die hungrigen Menschen sammeln sich mehr und mehr.

Wenn es viel zu tun gibt brauchen wir umso mehr ruhige Zeit allein mit dem Vater.

Danke an das Team aus Toronto. Das waren sehr wertvolle Tage.

Quelle: http://revivegermany.wordpress.com/2013/09/21/die-vaterliebe-gottes-erleben/

Nun stellt sich die Frage, ist dieses Baden in Vaterliebe tatsächlich Gott der Vater, der sich den Menschen offenbart? Ich glaube nicht! Ich glaube, dass dies eine satanische Nachäffung von Gott ist.
Die Praktiken ähneln Ritualen, Meditationen und Übungen, die in der Esoterik ebenso vorkommen. Die Bibel kennt nur eine Form der Meditation – Nachdenken über Gottes Wort. Dies ist keineswegs eine passive Praktik, sondern eine Aktive:

Psalm 1
1 Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen,
2 sondern seine Lust hat am Gesetz des Herrn und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht.
3 Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und alles, was er tut, gerät wohl.

Ein passiver Gottesdienst wird in der Bibel nicht erwähnt. Ein passiver Gottesdienst dient nicht Gott, sondern den Götzen und damit den Dämonen und Satan:

1Kor 12,2 Ihr wißt, daß ihr einst Heiden wart und euch fortreißen ließt zu den stummen Götzen, so wie ihr geführt wurdet.

Dieser Vers in 1. Kor 12,2 zeigt auf, dass die Götzendiener fortgerissen wurden, so wie sie geführt wurden. Götzendienst ist passiv, nicht aktiv. So können wir annehmen, dass Passivität immer mit Götzendienst zu tun hat, hinter dem die gefallene, böse Engelswelt steckt. Egal ob eine buddhistische Meditation oder Soaking oder „Ruhen im Geist“. Dass letztere zwei Praktiken im christlichen Gewand daherkommen, ändert nichts am Ursprung des Ganzen. Es ist letztlich Götzendienst und nicht christlich. So können wir durchaus behaupten, dass dieser Geist, der dort wahrgenommen wird, nicht der Heilige Geist ist, und der Vater, der wahrgenommen wird, nicht Gott ist.

Wir finden außerdem im Neuen Testament wenige Worte von Gott dem Vater und wenn, dann verweist er auf Gott den Sohn, Jesus Christus.
Gott spricht im Neuen Testament, wenn er nicht durch ein Gleichnis dargestellt wird, über Jesus Christus:

Mt 3,17 Und siehe, eine Stimme [kam] vom Himmel, die sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe!

Mt 17,5 Als er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke, und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; auf ihn sollt ihr hören!

Mk 9,7 Da kam eine Wolke, die überschattete sie, und aus der Wolke kam eine Stimme, die sprach: Dies ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören!

Lk 9,35 Und eine Stimme kam aus der Wolke, die sprach: Dies ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören!

2Petr 1,17 Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit, als eine Stimme von der hocherhabenen Herrlichkeit an ihn erging: »Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe!«

Gott der Vater verweist auf Jesus Christus und nicht auf Menschen. Daher ist es fragwürdig, ob solche Erlebnisse der Vaterliebe, die immer auf die eigene Person zielen, statt auf Jesus Christus zu verweisen, tatsächlich von Gott gewirkt sind.

Auch auf die Frage der Jünger nach Gott dem Vater gibt der Herr Jesus eine ungewöhnliche Antwort:

Joh 14,8-9 Philippus spricht zu ihm: Herr, zeige uns den Vater, so genügt es uns!
Jesus spricht zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich noch nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen. Wie kannst du da sagen: Zeige uns den Vater?

Der Vater ist nicht durch sich selbst zu erkennen, sondern durch Jesus Christus. Wenn wir diese Verse ernst nehmen (und das müssen wir), dann ist es fragwürdig, wenn jemand eine Offenbarung Gottes des Vaters ohne Glauben an Jesus Christus hat. Auch ist Jesus Christus der einzige Weg zum Vater:

Joh 14,6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!

Wenn wir Jesus kennen, dann kennen wir auch den Vater:

1Joh 2,23 Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht. Wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater.

Ich, der Schreiber dieser Zeilen, muss zugeben, dass das dies kein leichtes Thema ist. Allerdings, wenn der Vater auf den Sohn verweist und der Sohn der Weg zum Vater ist, dann können wir annehmen, dass die Bibel auch meint, was sie sagt. Wir haben Jesus und wenn wir ihn haben, haben wir auch den Vater. Jesus ist der Mittler zum Vater. Eine Gottesoffenbarung ohne Jesus ist daher abzulehnen.

Das schließt auch innere Schauungen und Visionen mit ein.

Joh 1,18 Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat Aufschluß [über ihn] gegeben.

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