Gottesfurcht

Furcht und Angst sind zwar nicht in der Liebe (1Joh 4,18), aber Furcht ist trotzdem notwendig, um überhaupt erst einmal im Glaubensleben starten zu können:

Wenn man zum Glauben kommen will, muss man am Anfang einmal erkennen, wer man selber ist und wer der Heilige Gott ist. Wenn der Heilige Geist das Werk in einem Menschen beginnt, dann wird er ihn u. a. auf seine persönliche Sünden aufmerksam machen (Joh 16,8). Das löst normalerweise ein tiefes Unbehagen aus, möglicherweise auch die ein- oder andere schlaflose Nacht, in der man um seinen Platz in der Ewigkeit bangt. Wenn Gott die Sünder richtet, so erkennt man, dann muss er auch mich richten! Wer diese Gedanken dann durch Unglauben oder das Bagatellisieren vonseiten der Mitmenschen auf die Seite schiebt, kommt nicht zur Wiedergeburt, denn er kommt nicht zum Kreuz, um seine Schuld dem Heiland vorzubringen.

Als Jesaja in Jesaja Kapitel 6 vor dem Heiligen Gott steht und seine Sündhaftigkeit erkennt, kann er nur noch verzweifelt reagieren:

Jes 6,5 Da sprach ich: Wehe mir, ich vergehe! Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und wohne unter einem Volk, das unreine Lippen hat; denn meine Augen haben den König, den HERRN der Heerscharen, gesehen! 6 Da flog einer der Seraphim zu mir, und er hielt eine glühende Kohle in seiner Hand, die er mit der Zange vom Altar genommen hatte; 7 und er berührte meinen Mund [damit] und sprach: Siehe, dies hat deine Lippen berührt; deine Schuld ist von dir genommen und deine Sünde gesühnt!

So wie Jesajas Schuld weggenommen wurde, so können wir unsere Schuld von Jesus Christus wegnehmen lassen, nachdem uns der Heilige Geist unsere Schuld vor Augen geführt hat:

1Joh 1,9 Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.

Ja, Gott ist heilig und ist zu fürchten:

Offb 15,4 Wer sollte dich nicht fürchten, o Herr, und deinen Namen nicht preisen? Denn du allein bist heilig. Ja, alle Völker werden kommen und vor dir anbeten, denn deine gerechten Taten sind offenbar geworden!

Gott ist Gott und wir sind sterbliche Geschöpfe, das sollten wir niemals vergessen! Wer die Gottesfurcht verliert, der verliert alles. Denn nicht nur die Liebe motiviert uns, auch die Gottesfurcht motiviert uns, „dran zu bleiben“. Wer nie vor Gott gezittert hat, der kann sich in der Regel auch nicht über Golgatha freuen, denn dort starb der Herr Jesus Christus für unsere Schuld und unser Versagen, – er trug dabei den Zorn Gottes, so dass wir uns nicht mehr deswegen fürchten müssen. Aber eine gesunde Ehrfurcht und Scheu vor Gott müssen wir behalten. Sonst kommen wir auf Abwege:

Jer 2,19 Deine Bosheit straft dich, und deine Abtrünnigkeit züchtigt dich! Erkenne doch und sieh, wie schlimm und bitter es ist, dass du den HERRN, deinen Gott, verlassen hast und dass keine Furcht vor mir in dir ist!, spricht der Herrscher, der HERR der Heerscharen.

(vgl. Hebr 12,21; Offb 1,17)

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