Herrschaftszeiten?!

Pred 4,1 Und so wandte ich mich um und sah alle Bedrückungen, die verübt werden unter der Sonne; und siehe, da flossen Tränen von Unterdrückten, die keinen Tröster hatten; und weil die Hand ihrer Unterdrücker so stark war, konnte sie niemand trösten.

When I grow up there will be a day /

When everybody has to do what I say /

Diese Zeilen aus einem alten Clawfinger-Lied drücken das starke Verlangen eines Kindes aus, selber eines Tages das Sagen zu haben. Eigentlich wird sich so praktisch jeder Mensch einmal vorgestellt haben, wie es wäre, wenn er/sie König/in von Deutschland, oder gar König/in der Welt wäre. Aus der unteren Perspektive, – die meisten der Leser, wie ich auch, werden höchstwahrscheinlich „nicht viel zu melden haben“ -, sieht die Welt „da oben“ ungerecht aus. Mir würden unzählige Dinge einfallen, die ich an der jetzigen Regierung in Deutschland beanstanden könnte. Aber ehrlich gesagt, würde ich auch auf viele Probleme unserer Zeit keine Antwort haben. Man kann es nicht jedem Recht machen. Irgend jemand würde sich immer beschweren. Wie viele Regierungen der Welt könnte ich es vielleicht gut meinen, aber schlecht machen. Ich glaube auch, dass manche der derzeitigen Herrscher vielleicht sogar gute Absichten haben; wir können nicht allen unterstellen, dass sie die Welt mit ihren darauf lebenden Geschöpfen absichtlich so stark negativ beeinträchtigen. Vielleicht glauben sie auch, der Welt mit ihrem Handeln einen Dienst zu erweisen. Nicht jeder ist an der Macht interessiert, um sich persönlich zu bereichern. Nicht jeder ist an die Macht gekommen, weil sie seinen Durst nach Anerkennung scheinbar stillt. Es gab ab und zu auch Phasen in der Weltgeschichte, wo an einzelnen Orten Frieden und Gerechtigkeit herrschte.

Wer an der Macht ist, muss sich bewusst sein, dass er eine große Verantwortung nicht nur vor Menschen, sondern auch vor Gott hat. Als Gott den König David einsetzte, musste dieser zuerst durch eine sehr lange und schwere Schule seines Lebens und des Leidens gehen, bevor er das Volk Israel gerecht regieren konnte. Er musste nicht nur ein Auge für die Geringen haben, sondern das Volk auch beständig an Jahwe, den Heiligen Gott, erinnern. Wir wissen aus den Büchern der Bibel, dass er das teilweise sehr gut, teilweise aber auch schwerwiegende Fehler machte. Einmal setzte König David seine Macht ein, um Ehebruch zu begehen und ließ den betrogenen Ehemann töten (2Sam 11). Aber er kehrt davon um und kam wieder in die Gemeinschaft mit Gott.

Bei seinem Sohn Salomo sah das Ganze etwas anders aus. Salomo kam ohne eine lange Schule des Lebens an die Macht. Er bekam von Gott Weisheit geschenkt, wie sie noch niemand zuvor hatte (1Kön 5,9). Er war der reichste König von Israel (1Kön 10,23). Trotzdem fiel er gegen Ende seines Lebens von Gott ab, indem er sich anderen Göttern zuwandte. Die Tragik liegt darin, dass Salomo trotz seiner großen Weisheit den Götzendienst in Israel wieder einführte, was die nachfolgenden Generationen immer weiter und intensiver zu ihrem eigenen Schaden fortführten.

Wenn sogar diese beiden Männer Gottes teilweise so stark versagten, obwohl eigentlich gute Voraussetzungen vorhanden waren, dann muss das zu denken geben. Würde man selber besser handeln? Wäre man selber auch der Gefahr ausgesetzt, die Macht zu missbrauchen, um sich selber Vorteile zu sichern? Würde man sich  mehr auf die Bequemlichkeit und den Komfort, auf eine trügerische Sicherheit verlassen als auf Gott? Die Beispiele der Bibel verdeutlichen auf jeden Fall, dass die meisten Herrscher nicht sinnvoll mit ihrer Macht  umgehen konnten. Fast jeder hatte seine Defizite und Fehler, auch wenn er noch so gottesfürchtig war.

Leider ist es eine Tatsache, dass der Mensch mit Macht sehr schwer umgehen kann. Ja, man schimpft auf die „Oberen“, aber im Endeffekt wäre man selber vielleicht genau das Gleiche, nur in einer anderen Farbe.

Wer an Jesus Christus glaubt, der weiß, dass es letztendlich nur einen gerechten Herrscher geben kann: Jesus Christus, der Sohn Gottes. Nur Gott ist in der Lage, seine Schöpfung richtig zu lenken, zu pflegen und zu beherrschen – Er hat sie ja auch gemacht. Das ganze Elend der Welt resultiert eigentlich daraus, dass der Satan, der Feind Gottes, meinte, besser als Gott herrschen zu können, denn er wollte sein wie Gott (1Mo 3,5; Hes 14,12-15). Er riss auch die Menschheit mit. Unsere heutige Welt sieht nur darum so schlimm aus, weil der Satan immer mehr Einfluss und Macht auf diesem Globus gewinnt, was auch Schuld einzelner Menschen ist. Das zeigt sich auch daran, dass hunderttausende Christen, Feinde Satans, jedes Jahr getötet werden. Andere werden bedroht und verfolgt, wieder andere werden verführt und vom rechten Weg weggelockt. Der normale Mensch muss lernen, wie es ist, seinen Gott zu verlassen:

Jer 2,19 Deine Bosheit straft dich, und deine Abtrünnigkeit züchtigt dich! Erkenne doch und sieh, wie schlimm und bitter es ist, daß du den Herrn, deinen Gott, verlassen hast, und daß keine Furcht vor mir in dir ist! spricht der Herrscher, der Herr der Heerscharen.

Es scheint so, als würde Gott absichtlich zulassen, dass die Welt die schlechten Früchte ihrer Rebellion selber auskosten muss. Der zukünftige Antichrist kommt nur, weil Gott ihm das gestattet, nicht weil er Gott überrumpelt hätte. Die schlimmen Zustände auf der Welt, die wir beklagen, sind stets präsent, weil man sich weigert, zu Gott umzukehren. Es scheint so, als würde Gott uns zeigen, wie es ist, unter der Herrschaft des Teufels zu sein, weil man die Herrschaft Gottes nicht wollte. Doch das ist zum Glück nicht das letzte Wort Gottes! Jesus Christus hat am Kreuz bereits die Macht wieder zurückgeholt und Er wird sie in den zukünftigen Zeiten mit seinen Erlösten teilen:

Offb 20,4 Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und das Gericht wurde ihnen übergeben; und [ich sah] die Seelen derer, die enthauptet worden waren um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen, und die das Tier nicht angebetet hatten noch sein Bild, und das Malzeichen weder auf ihre Stirn noch auf ihre Hand angenommen hatten; und sie wurden lebendig und regierten die 1 000 Jahre mit Christus.

Offb 22,5 Und es wird dort keine Nacht mehr geben, und sie bedürfen nicht eines Leuchters, noch des Lichtes der Sonne, denn Gott, der Herr, erleuchtet sie; und sie werden herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit.

In nicht mehr allzu langer Zukunft werden diejenigen, die an Christus glaubten und Unrecht litten, mit Christus selber herrschen. Ich bin gespannt, wie das aussieht!

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