„Ja, aber du brauchst noch…“

DSCN0787 (Large)„Ja, aber Du brauchst noch…“, kann man immer wieder hören, wenn man sagt, man sei Christ und glaube an Jesus Christus. Vor allem frisch bekehrte junge Christen stehen in Gefahr, sich neuen Lehren zu öffnen, wenn Leute auftreten und sagen, dass das, was man glaubt, noch nicht ausreichen würde.

– Die Adventisten kommen und sagen: „Ja, aber Du mußt auch den Sabbat halten und Ellen G. White lesen!“
– Die Zeugen Jehovas sagen: „Ja, aber nur, wenn Du bei uns bist und den Wachturm studierst, gehörst Du zu den Auserwählten!“
– Die römisch-katholische Kirche sagt: „Ja, aber Du brauchst noch die Sakramente und viele gute Werke um vielleicht in den Himmel zu kommen!“
– Die Mormonen sagen: „Ja, aber Du mußt das Buch Mormon lesen!“
– Die Pfingstler und Charismatiker sagen: „Ja, aber Du brauchst noch die Geistestaufe und die Charismen wie das Zungenreden!“
– Die jüdischen Gesetzeslehrer sagen: „Ja, aber Du mußt dich beschneiden lassen und das Gesetz des Mose halten!“

Gerade frisch bekehrte Menschen stehen daher in der Gefahr, sich für Sekten und Sondergruppen zu öffnen, die einem noch das I-Tüpfelchen auf den Glauben aufsetzen wollen. Die Bibel sagt dazu ziemlich nüchtern:

Hebr 13,9 Laßt euch nicht von vielfältigen und fremden Lehren umhertreiben; denn es ist gut, daß das Herz fest wird, was durch Gnade geschieht, nicht durch Speisen, von denen die keinen Nutzen hatten, die mit ihnen umgingen.

Die wichtigste Lehre des gesamten Neuen Testaments ist das Kreuz Jesu Christi. Paulus wollte z. B. die Korinther nichts anderes wissen lassen (1. Kor 2,2). Auf diesem Grund baut das Neue Testament die Lehren auf, die eigentlich recht einfach sind: Gottesliebe und Nächstenliebe (Mt 12, 28-31). Diese zwei Gebote werden in den Briefen der Apostel und Propheten in ihrer ganzen Tragweite entfaltet.

Bei Sektierern ist es hauptsächlich so, dass sie sich einen nebensächlichen Sektor aus dem Neuen oder Alten Testament herauspicken, und daraus eine Hauptlehre zu machen. Man kann dies immer daran erkennen, dass wichtige Aussagen der Bibel in den Hintergrund treten und der Hauptaugenmerk auf eine bestimmte Lehre geworfen und nur noch darauf geachtet wird. Wir sollen jedoch die ganze Bibel lesen und alles halten, was Jesus uns befohlen hat:

Mt 28,18 Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden.
19 So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
20 und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen.

– Wenn man das Gesetz des Mose für Israel von den Geboten trennt, die der HERR Jesus Christus der Gemeinde gegeben hat, wird man nicht auf die Lehre der Adventisten durch Ellen G. White hereinfallen.
– Wenn man sieht, dass Jesus Christus und das Kreuz nicht mehr der Mittelpunkt der Verkündigung der Zeugen Jehovas ist, dann kann man die Lehren der Zeugen Jehovas ad acta legen.
– Wenn man erkennt, dass wir an nicht sichtbare Tatsachen glauben, dann werden wir herausfinden, dass die römisch-katholische Kirche, mit ihren Sakramenten, Bildnissen und sichtbaren Zeichen, danebenliegt.
– Wenn wir erkennen, dass die Bibel mit der Offenbarung des Johannes abgeschlossen wurde, dann fallen wir nicht auf die zwielichtigen Offenbarungen eines Engels herein, der das Buch Mormon diktierte.
– Wenn wir erkennen, dass jeder Christ, der an Jesus Christus glaubt, bereits den Heiligen Geist hat, dann brauchen wir uns nicht nach einer Geistestaufe und besonderen Charismen, wie das Zungenreden, auszustrecken.
– Wenn wir erkennen, dass ein Unterschied zwischen Israel und der Gemeinde existiert, dann wechseln wir nicht zum Judentum mit der Beschneidung und den Gesetzen über.

All dies schützt uns vor Sekten und Sondergruppen.

Die Bibel sollte man sehr genau lesen. Man sollte lesen, was Gott zu wem sagt und was er damit meint. Man muß in der Bibel zwischen drei großen Hauptgruppen unterscheiden:

Was sagt Jesus zu

– den Heiden (Nationen), die nicht an Gott glauben
– Israel, das eine besondere Aufgabe in der Welt hat
– der Gemeinde, zu der Gläubige aus den Nationen und Israel gehören

Zu jeder dieser Gruppe sagt Gott etwas anderes. Wenn wir diese drei Hauptgruppen unterscheiden können, dann können wir die Aufgaben und Funktionen der Gruppen richtig zuordnen.
Beispiel: Wenn Gott sagt,

Joel 3,1 Und nach diesem wird es geschehen, daß ich meinen Geist ausgieße über alles Fleisch; und eureSöhne und eure Töchter werden weissagen, eure Ältesten werden Träume haben, eure jungen Männer werden Gesichte sehen;
2 und auch über die Knechte und über die Mägde will ich in jenen Tagen meinen Geist ausgießen;

dann meint er damit Israel und nicht die Gemeinde.

Wenn Er sagt,

Kol 2,16 So laßt euch von niemand richten wegen Speise oder Trank, oder wegen bestimmter Feiertage oder Neumondfeste oder Sabbate,

dann meint er die Gemeinde und nicht Israel, denn Israel ist dazu aufgerufen, den Sabbat zu halten und auch die hohen Feste zu feiern.

Und wenn Gott sagt,

Jes 34,5 Denn mein Schwert ist trunken geworden im Himmel; siehe, es wird herabfahren auf Edom, zum Gericht über das Volk, das ich mit dem Bann belegt habe.

dann meint er die Nachkommen Esaus auch Edom genannt (Nation), die heute in Südjordanien leben und weder zu Israel, noch zur Gemeinde gehören.

So können wir lernen zu unterscheiden und sind damit nicht so anfällig für Sonderlehren.

Die nächste Frage ist: Wie handelt Gott zu bestimmten Zeitpunkten? Er handelt nicht immer gleich, obwohl er doch der Gleiche bleibt.

– In der Zeit des HERRN Jesus Christus und den Aposteln gab es Zeichen und Wunder. In der Endzeit sind Zeichen und Wunder hauptsächlich mit gefährlicher Verführung gekoppelt.

– Als Israel in Ägypten war, tat Gott viele Zeichen und Wunder. Im Buch Esther finden wir keine Zeichen und Wunder und der Name Gottes wird nicht einmal erwähnt.

– Zur Zeit der Könige gab es mächtige Propheten. Während 400 Jahre vor Jesu Geburt, keiner mehr aufstand um zu prophezeien.

Wenn wir das richtig einteilen, dann verstehen wir, dass Zeichen und Wunder nicht der Maßstab für Gottes Handeln sind. Gott kann auch einmal schweigen und es geschieht nichts Aufregendes. Er muß nicht immer so handeln, wie wir uns das vorstellen. Wenn wir das berücksichtigen, dann fallen wir nicht auf Privatoffenbarungen und gewaltige Zeichen und Wunder herein, die der Teufel beinahe ebenso wirken kann, um die Auserwählten zu verführen.
Die Bibel sagt zu unserer Zeit, der Endzeit, dass Zeichen und Wunder als Verführung kommen werden (Mt 24, 24) und das viele falsche Propheten kommen werden (Mk 13, 22). Wenn wir jedoch die Anfänge der Christenheit untersuchen (Apostelgeschichte), dann lesen wir von vielen Zeichen und Wundern. Auch hier handelt Gott zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich.

Und dann sollten wir noch zwischen Gesetz und Gnade unterscheiden.

Wenn wir diese Dinge schon etwas unterscheiden können, dann werden wir nicht so leicht auf vielfältige und fremde Lehren hereinfallen, die uns vom einfachen Glauben an Jesus Christus abziehen wollen.

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