Jesus-Erscheinungen – Erscheint Jesus Christus in unseren Tagen?

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Da sitzt jemand in unseren Tagen im Gefängnis und verbüßt zu Recht eine Haftstrafe. Er ist alleine in Einzelhaft. Plötzlich kommt eine übernatürliche Gestalt in den Raum und verkündet ihm, Jesus Christus zu sein. Die Person ist von der Erscheinung tief beeindruckt und bezeichnet sich fortan als besonders begnadeter Christ mit einem besonderen Auftrag, denn diese Erscheinung begegnet ihm in Zukunft noch öfter und gibt ihm angeblich Instruktionen. Solche Berichte hören wir heute zuhauf. Nicht nur Muslime berichten davon, auch hartnäckige Atheisten und Menschen, die dem Gott der Bibel fern stehen, aber auch okkult verstrickte Menschen stehen auf und erklären, dem echten Jesus Christus begegnet zu sein. Doch was ist davon zu halten?

Zunächst einmal stellt sich die Frage: Wie rettet Jesus Christus Menschen? Wir wissen, dass Jesus Christus als vollkommener Mensch und vollkommener Gott auf der Erde lebte. Die Menschen der damaligen Zeit konnten ihn sehen, jeder konnte mit ihm sprechen oder ihn in besonderen Fällen auch berühren. Wir müssen uns auch vor Augen halten, dass Er zuerst als Gott Israels kam und später als Gott auch der Heiden, der Nicht-Israeliten. Als Jesus Christus seinen Dienst anfing, war er zuerst unter Juden unterwegs und wandte sich in erster Linie an sie (Mt 15,24). Erst als Israel seinen Messias verwarf, bekam nach der Rückkehr des Herrn in den Himmel speziell der Apostel Paulus und seine Mitarbeiter den Auftrag, zu den Nationen zu gehen (Apg 13,47), nachdem Gott Israel für bestimmte Zeit auf die Seite setzte. Paulus war der letzte Apostel, dem sich der auferstandene Herr in besonderer Weise offenbarte.

Paulus schrieb an die Korinther:

1Kor 15,8 Zuletzt aber von allen erschien er auch mir, der ich gleichsam eine unzeitige Geburt bin. 9 Denn ich bin der geringste von den Aposteln, der ich nicht wert bin, ein Apostel zu heißen, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. 10 Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin; und seine Gnade, die er an mir erwiesen hat, ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe mehr gearbeitet als sie alle; jedoch nicht ich, sondern die Gnade Gottes, die mit mir ist.

Wir wissen natürlich, dass Jesus Christus noch dem letzten verbliebenen Apostel, Johannes, auf Patmos erschien. Dieser hatte aber den auferstandenen Herrn schon Jahre zuvor, bevor Paulus ihn traf, kennengelernt. Er wusste bereits, dass Jesus Christus der Messias ist. Nicht so Paulus. Relativ gesehen ist in gewisser Weise Paulus die Person, der sich Jesus Christus noch zuletzt in besonderer Weise offenbarte, weil Paulus ihn in Gestalt seiner Nachfolger bis auf´s Blut verfolgte. Das Wort „zuletzt“, das Paulus im ersten Korintherbrief benutzt, deutet also darauf hin, dass Paulus als letzter berufener Apostel den auferstandenen Herrn kennenlernen durfte. Von da an war das Ziel vor allem die Verkündigung des Evangeliums:

Röm 10,17 Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort.

Das Mittel, Menschen zu retten, ist das Wort Gottes, nicht Zeichen und Wunder, die zwar anfangs noch zur Autorisierung der Apostel und ihrer Botschaft dienten, aber dann mit der Zeit aufhörten. Ich bin auf diesem Blog schon mehrmals darauf in einigen Beiträgen darauf eingegangen. (Siehe z. B. HIERHIER und HIER.)

Warum sollte also Jesus Christus heute noch erscheinen? Und vor allem: Warum sollte er auf die Erde kommen, da doch mehrmals gesagt wurde, dass er für alle Menschen sichtbar zurückkehren würde bei seiner Wiederkunft (Sach 12,10; Mt 24,27; Lk 21,27).

Der größte Teil der Menschheit hat Zugang zu Gottes Wort. Der Teil an Menschen, der noch fehlt, wird ihn höchstwahrscheinlich auch noch bekommen. Es gibt heute keine Apostel mehr. Also warum sollte Jesus Christus heute noch erscheinen? Wer der Botschaft der Bibel nicht glaubt, wird auch dann nicht glauben, wenn ein Toter aufersteht (Lk 16,31), wobei gesagt werden muss, dass Jesus Christus sogar noch der erste auferstandene von den Toten ist. Manche Menschen wollen selbst das nicht glauben, obwohl die Beweise dafür da sind.

Wir müssen letztendlich davon ausgehen, dass die heutigen Jesus-Erscheinungen zur vorhergesagten endzeitlichen Verführung gehören. Denn der Herr Jesus Christus sagte selber:

Mt 24,23 Wenn dann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist der Christus, oder dort, so glaubt es nicht! 24 Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden große Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen. 25 Siehe, ich habe es euch vorhergesagt. 26 Wenn sie nun zu euch sagen werden: »Siehe, er ist in der Wüste!«, so geht nicht hinaus; »Siehe, er ist in den Kammern!«, so glaubt es nicht!

Mk 13,21 Und wenn dann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist der Christus! oder: Siehe, dort!, so glaubt es nicht. 22 Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen. 23 Ihr aber, habt acht! Siehe, ich habe euch alles vorhergesagt.

Zwar beziehen sich diese Wort auf die große Drangsal, aber wir können davon ausgehen, dass sie auch uns gelten, denn die Dämonen und der Teufel verkleiden sich schon seit der Zeit Jesu als Engel des Lichts:

2Kor 11,14 Und das ist nicht verwunderlich, denn der Satan selbst verkleidet sich als ein Engel des Lichts.

Und vor allem steht in Johannes 16 folgende Aussage:

Joh 16,7 Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, daß ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden. 8 Und wenn jener kommt, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und vom Gericht; 9 von Sünde, weil sie nicht an mich glauben; 10 von Gerechtigkeit aber, weil ich zu meinem Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht; [Unterstreichung ist Hervorhebung von mir]

Die Jünger und auch wir nachfolgenden Generationen sollte den Herrn Jesus nicht mehr sehen, denn der Heilige Geist würde von nun an in den Gläubigen wirken, denn Jesus Christus selber sollte zum Vater zurückkehren, wo er bis heute für uns Fürbitte tut (vgl Lk 22,69; 1Joh 2,1). Und bekanntlich sind das Wort und der Geist Gottes untrennbar miteinander verbunden (Joh 6,63), sodass die Menschen durch das Wort, im Heiligen Geist gewirkt, gerettet werden. Der Heilige Geist ist nicht für uns sichtbar, aber er tut beständig sein Werk. Wir sehen das an den sichtbaren, erfahrbaren Folgen der Wirkungen des Heiligen Geistes.

Aus diesen Gründen müssen wir sehr skeptisch sein, wenn jemand behauptet, den auferstandenen Herrn Jesus Christus gesehen haben zu wollen. Meiner Meinung nach weicht der Herr nicht von seinem Heilsplan ab, in unseren Tagen durch den Heiligen Geist und die Predigt zu retten, während er selber als Person zur Rechten Gottes sitzt. Darum bin ich persönlich sehr skeptisch, wenn jemand eine Erscheinung gehabt haben will.

1Petr 1,8 Ihn liebt ihr, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt; an ihn glaubt ihr, obgleich ihr ihn jetzt nicht seht, und über ihn werdet ihr euch jubelnd freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Endziel eures Glaubens davontragt, die Errettung der Seelen!
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