Kurz vor dem Aufgeben

dscn1082
Gottes Handeln kommt immer zur richtigen Zeit. Heute fragte ich mich selber, welchen Sinn es noch haben sollte, dass ich diesen Blog und das Forum betreibe. In den letzten Tagen und Wochen wurde mir deutlicher klar, was für ein elender und bösartiger Mensch ich doch bin. Ich versuche ja, meine Mitmenschen zu lieben, aber das was dabei herauskommt, kann der Liebe Gottes nie das Wasser reichen, im besten Fall ist es ein einigermaßen wohlwollendes warmes Gefühl, mehr aber auch nicht. Hinter der Liebe von Jesus Christus bleibt das weit, weit zurück. Ich versuche nicht zu hassen und muss sagen, dass meine Gedanken alles andere als wohlwollend gegen manche Zeitgenossen sind. Wie Johannes und Jakobus würde ich liebend gerne höllisches Feuer auf meine Umwelt fallen lassen, damit diese elenden Kreaturen das bekommen, was sie verdienen. Im Endeffekt bin ich sehr oft zutiefst fleischlich, dem Leben Gottes fern, obwohl ich es wirklich ernst mit Jesus Christus gemeint habe. Ich habe mich „bekehrt“, weil ich instinktiv wusste, dass nur Jesus Christus und seine Lehre echte Antwort auf unser Leben geben. Ich wusste, dass nur, wirklich NUR das lebendige Wort und das geschriebene Wort die Wahrheit sein konnten und dass nur bei Jesus Christus echte Hilfe zu finden ist. In dieser Beziehung bin ich kein Heuchler, aber ich bin deswegen nicht besser geworden.

So dachte ich mir heute: Was bringt die ganze Sache noch? Ich glaube jetzt seit acht Jahren an Jesus Christus. Bin ich deswegen ein besserer Mensch geworden? Nein, ich bin immer noch das gleiche Schwein wie vor acht Jahren, wenn ich auch manche Sünden nicht mehr tue. Aber das Potential ist immer noch vorhanden und könnte sich jederzeit wieder austoben. So dachte ich mir dann weiter: Was soll´s? Ich versetze den Blog in den Wartungszustand. Das Forum lasse ich vielleicht noch eine Weile weiterlaufen, aber trotzdem ziehe ich mich aus dieser Arbeit zurück, das Ganze bringt nichts mehr. Ich werde zwar weiterhin an Jesus Christus glauben, den Glauben gebe ich nicht auf, aber ich ziehe mich in Zukunft zurück, „denn ich bin nicht besser als meine Väter“.

Ich weiß nicht, ob der Leser das nachvollziehen kann. Auf der einen Seite meint man es absolut ernst, man ist überzeugt von der Wahrheit des Evangeliums. Auf der anderen Seite versucht man wie ein Irrer, seine Mitmenschen zu lieben, seine Feinde zu segnen, den Bedürftigen zu helfen und… MAN SCHAFFT ES EINFACH NICHT! Also fühlt man sich wie ein Heuchler. Zudem kommt dann der Teufel und sagt: „Du willst ein Christ sein? Ha! Schau dich doch mal an! Du kannst nicht mal eine Minute leben, ohne zu sündigen! Ich weiß noch, wie du gestern, das und das getan hast und erst deine Gedanken. Weißt du wie du…“ – und so geht es dann weiter.

Das Schlimmste dabei ist, dass der Teufel in manchen, ja vielen Fällen Recht hat!

Zum Glück bin ich keine Person, die in der Öffentlichkeit steht, denn die beachtet argwöhnisch die Fehler der Christen.

Mit diesen Gedanken ging ich heute zum Einkaufen. Ich kaufte meine Lebensmittel. Natürlich auch das Grundnahrungsmittel in Bayern, welches auch Bier genannt wird… Dann machte ich mich daran, das Zeug in meine Fahrradtaschen zu packen. Ich bemerkte dabei, wie jemand neben mir sein Fahrrad belud und mit jemanden redete. Da ich von Natur aus kein offener Mensch bin, versuchte ich die beiden nicht zu beachten und mich langsam vom Acker zu machen. Plötzlich fing der Ältere von den Beiden an über Jesus Christus zu sprechen. Dann sagte er: „Ich bin ein wiedergeborener Christ und der da “ – er deutete auf mich – „auch!“ Ich erschrak! Dann erst erkannte ich ihn: Das war ja der M., den ich vor fast 15 Jahren kennengelernt hatte.

Lange Rede, kurzer Sinn: Mein Freund M., den ich zuerst gar nicht erkannt hatte, sagte mir später, dass er an seinem eigenen Christenleben verzweifelte. Er sagte, dass das, was in der Bibel stand, und die Erfahrung, die er mit sich selber machte, nicht zusammenpasste. Ich wusste, dass das stimmte. Er war damals, als ich ihn das letzte Mal sah, auch mit mehreren Bieren unterwegs. Er sagte, dass er jetzt erkannt hätte, dass Jesus Christus Sein Leben mit dem unserem tausche und dass man von sich aus gar nicht in der Lage sei, ein echtes Christenleben zu führen. Nur Jesus Christus könne in uns so leben, wie es Gott angemessen sei. Wir dagegen müssten sterben. Das war genau mein Problem.

Natürlich kam jetzt kein übernatürliches Erlebnis, bei dem gewaltige Lichteffekte, himmlische Musik und eine Stimme von oben freigesetzt wurde. Es blieb alles gleich. Aber ich merkte, dass Gott immer noch am Ruder meines Lebens sitzt, indem er mir diesen lieben Bruder heute über den Weg schickte. Gott weiß, in welcher Situation ich mich befinde. Das gibt mir Mut weiterzugehen und auch weiterzumachen, bzw. zu schreiben. Ich bin noch nicht am Ziel und es gibt noch auch noch sehr viel zu lernen, aber ich bin kein Heuchler. Wenn auch mein Leben noch nicht passt – Gott weiß darum!

Wenn es dem Leser ähnlich geht, dann sollte er nicht aufgeben. Gott weiß um Deine Situation! Man muss sterben,  um zu leben!

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