Luthers Kritiker

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Es ist einfach, heute über Luther zu urteilen – 500 Jahre später. Neulich sah ich ein Video eines YouTubers, in dem er nur zwei, drei Sätze von Luther zitierte und damit aufzeigen wollte, dass Luther mehr Fehler als Vorzüge hatte. Luther sei ein Judenhasser und falscher Lehrer gewesen. Solche Kritiker machen es sich recht einfach. Zum einen ist Luther schon lange tot, er kann sich nicht mehr wehren, zum anderen wissen wir heute mehr als er; wir wissen Dinge, die Luther nicht wusste, nicht wissen konnte. Wir haben heute auch mehr Wissen über die biblische Prophetie, wir haben mehr Informationen über die Schöpfung und über geistliche Zusammenhänge. Luther kam aus dem tiefsten götzendienerischen Katholizismus. Auch er war ein Kind seiner Zeit. Er war von Aberglauben und magischem Denken geprägt. Wir sollte das nie vergessen. Es dauerte schon sehr lange, bis er überhaupt erst verstand, wie er vor Gott gerecht werden konnte. Diese Wahrheit ist heute allgemein bekannt, sie ist Teil jeder Verkündigung. Sie wird in bibeltreuen Gemeinden allgemein jeden Sonntag gepredigt. Luther wusste das über viele Jahre lang nicht. Etliche Jahre quälten ihn Gedanken der Angst vor der Hölle und hatte große, unterdrückte Wut auf Gott, den er gleichzeitig fürchtete. Zudem musste sich Luther sehr vieles, fast alles selber erarbeiten. Er hatte kein Internet und nicht die Möglichkeit auf bibeltreue Literatur zuzugreifen, es gab nur die Schriften des Katholizismus und dessen Traditionen. Wenn man diese Tatsachen bedenkt, ist das Lebenswerk von Dr. Martin Luther schon gewaltig, wobei man natürlich zugeben muss, dass Luther auch ungute Seiten hatte. Luther hatte dunkle Seiten! Gleichzeitig litt er manchmal unter starken Anfechtungen und Depressionen. Ist das ein Wunder? Es ist doch klar zu erkennen, dass eine Person, die dem Reich des Teufels solchen großen Schaden zufügt, ebenso starke Angriffe von der dämonischen Seite bekommt. Die Reformation musste nicht nur auf dieser Welt, sondern auch in der unsichtbaren Welt durchgekämpft werden. Der Teufel funkte dabei ständig dazwischen. Sehr wahrscheinlich, dass Luther deshalb oft so negativ reagierte. Ein depressiver Mensch sieht fast alles nur noch schwarz.

Wer von Luthers Kritikern heute hätte heute den Mut, gegen Papst, Kaiser, Fürsten und den Klerus aufzutreten und die Wahrheit gegen diese zu verteidigen. Luther saß nicht im warmen Zimmer vor dem PC und machte ansprechende Videos oder schrieb einen scharfen Kommentar auf Facebook. Er hatte mächtige Feinde und er lebte ständig mit dem Gedanken, eines Tages womöglich umgebracht zu werden, er war ja auch schon als vogelfrei erklärt worden. Jemand, der solch eine Gefahr nicht kennt, sollte lieber etwas zurückhaltender urteilen.

Es reicht dann auch nicht zwei, drei Aussagen zu nehmen und über Luther zu urteilen, wenn man bedenkt, wie viele Bücher und Lieder Luther geschrieben hat, wie viele Predigten er gehalten hat. Man sollte nicht so mit Luthers umfangreicher Arbeit umgehen.

Meiner Meinung nach hat Gott mit seinem Werkzeug Luther dem Reich des Teufels erheblichen Schaden zugefügt. Die Römisch Katholische Kirche, Satans Meisterstück, hat sich nie mehr richtig von der Reformation erholt. Noch bis heute sind Luther und die anderen Reformatoren bei ihr verhasst. Auch wenn die Vertreter der Evangelischen Kirche Deutschlands heute wieder zu Rom zurück wollen, können wir in unserer Zeit immer noch von den Früchten der Reformation profitieren. Und natürlich gebührt Gott die Ehre dafür!

Hier ein guter Vortrag von Rudolf Ebertshäuser dazu, wie es überhaupt zur Reformation kommen konnte:

https://www.dwgload.net/play/8420?q=Reformation

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