Mit dem sanften Joch pflügen

DSCN0959 (Medium)Sünde ablegen – wie macht man das? Das fragte ich mich als verzweifelter Christ, der immer noch unter seinen Gewohnheitsünden litt. Ich habe mich aus der schwarmgeistigen Verführung heraus im Jahr 2008 bekehrt. Damals war ich ungefähr 32 Jahre alt. Aufgrund meines vorherigen sündigen Lebensstils war ich hochgradig Sex- und Spielsüchtig. Ich war ein Swinger, der in Nachtlokale und Clubs ging, und war häufig in Spielhallen zu finden. Die Sexsucht steigerte sich nach meiner Bekehrung dann im Jahr 2011 zu ihrem Maximum – trotz der Bekehrung. Ich muss zugegeben, dass ich damals schon Christ war, aber ich wusste nicht, wie ich diese Sucht hätte ablegen können. So gab ich dem Trieb immer wieder nach. Danach litt ich unter schweren Schuldgefühlen und Selbstverdammungsgedanken, weil ich es nicht schaffte sexuell rein zu sein. Auch die Spielsucht forderte ihren Tribut. Ich litt unter chronischem Geldmangel und verbrachte viele Stunden vor den Automaten. Stunden, die viel besser zu nutzen gewesen wären. Als sich also diese Süchte derart gesteigert hatten, begann ich im Jahr 2011 mit meinem ersten christlichen Blog. Ich schrieb christliche Texte und begann das, was ich über viele Jahre in der Bibel gelernt hatte, auszudrücken und umzusetzen. Das erste, was mir dann auffiel, war, dass ich nach und nach darauf verzichtete, meiner Sexsucht nachzugeben. Je mehr ich mich meinem Blog widmete, umso mehr wusste ich, dass ich nur dann richtig schreiben konnte, wenn ich meinem sexuellen Verlangen nicht mehr nachgehen würde. Und mit dem Schreiben wurde der Suchtdruck immer weniger. Im Jahr 2013 dann fiel die Automatenspielsucht weg. Ich hörte einfach auf, zu spielen. Das lag unter anderem auch daran, dass ich im gleichen Jahr mein christliches Forum gestartet hatte, das viel Zeit in Anspruch nahm. Zeit, die nicht mehr für das Automatenspielen da war. Je mehr ich mich in der christlichen Arbeit übte, umso mehr wurden die gefährlichen Süchte weniger. Erst später fand ich heraus, warum das so war. Wenn man Gewohnheitssünden aufgeben will, dann sollte man zuerst einmal Geduld haben. Nicht jede Sucht wird man sofort los. Aber Jesus Christus ist geduldig und arbeitet am Gläubigen. Nicht sofort gibt es Erfolge. Manchmal ist das Freiwerden ein längerer Prozess. Aber wenn man wirklich wiedergeboren ist, dann wird bei fortschreitender Heiligung die Sünde weniger. Ich tat unbewusst, was der Apostel Paulus in einem seiner Briefe ausdrückte:

 

Röm 6,17 Gott aber sei Dank, daß ihr Sklaven der Sünde gewesen, nun aber von Herzen gehorsam geworden seid dem Vorbild der Lehre, das euch überliefert worden ist. 18 Nachdem ihr aber von der Sünde befreit wurdet, seid ihr der Gerechtigkeit dienstbar geworden. 19 Ich muß menschlich davon reden wegen der Schwachheit eures Fleisches. Denn so, wie ihr [einst] eure Glieder in den Dienst der Unreinheit und der Gesetzlosigkeit gestellt habt zur Gesetzlosigkeit, so stellt jetzt eure Glieder in den Dienst der Gerechtigkeit zur Heiligung.

Es gibt eine alte Regel: Wenn du ein schlechte Gewohnheit hast, dann ersetze sie durch eine gute. Nichts anderes sagt Paulus hier. Paulus meint, dass man anstatt der Sünde zu dienen, als Christ der Gerechtigkeit dienen solle. Die schlechte Gewohnheit soll durch eine gute ersetzt werden. Das Ganze ist eigentlich einfach. Hierbei ist auch zu beachten, dass jeder Christ eine oder mehrere Begabungen durch den Heiligen Geist bekommen hat. Diese Gaben, die wir von Christus erhalten haben, dienen dazu, das Reich Gottes zu bauen und die Gemeinde zu erbauen:

1Kor 12,4 Es bestehen aber Unterschiede in den Gnadengaben, doch es ist derselbe Geist; 5 auch gibt es unterschiedliche Dienste, doch es ist derselbe Herr; 6 und auch die Kraftwirkungen sind unterschiedlich, doch es ist derselbe Gott, der alles in allen wirkt. 7 Jedem wird aber das offensichtliche Wirken des Geistes zum [allgemeinen] Nutzen verliehen.

Wie man seine Gabe herausfinden kann, dazu gibt es mehrere gute Bücher, die von erfahrenen Christen geschrieben wurden. Aber man kann auch Gott selbst fragen, welche Gabe man von ihm bekommen hat, als man sich bekehrt hat. Mit der Bekehrung und dem Empfang des Heiligen Geistes bekam jeder Christ seine Gnadengabe(n). Es kann eine oder können mehrere sein. Eine Gnadengabe ist immer auch etwas, was man gut kann und was einem Freude bereitet. Gott gibt einem keine Gnadengabe, unter der man sich qualvoll abmühen muss. Sie ist immer etwas, was einem selbst auch Freude macht. Je mehr man diese Begabungen einsetzt, umso mehr macht sich Zufriedenheit breit und man dient anderen. Jesus gibt einem Christen das richtige Joch, das zu ihm passt:

Mt 11,30 Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.

Ein Joch ist der Ausdruck für die Befestigung am Hals eines Ochsen, mit der er einen Pflug ziehen musste. Das Joch ist mit dem Pflug verbunden, so dass der Ochse mit seiner Kraft den Pflug zieht. Wenn das Joch, das um den Hals des Ochsen gelegt ist, nicht passt, dann leidet der Ochse an Quetschungen und Wunden, die er sich beim Ziehen selber zufügt. Passt das Joch aber genau auf den Rücken des Tieres, dann kann er den Pflug ohne Schmerzen ziehen. Genauso macht es Jesus Christus, wenn er uns das passende Joch auferlegt. Wir pflügen sinnbildlich im Reich Gottes mit einem Joch, das uns genau passt und uns eine schmerzfreie Arbeit gewährt. So ist es auch mit der Gnadengabe – sie passt genau zu unserem Wesen und Charakter und Körper. (Wenn jeder Christ nach seiner Gnadengabe dienen würde, und nicht nach seinem eigenen Willen, indem er sich vielleicht in eine fremdes Amt drängt, dann gäbe es mehr zufriedenen Christen und das Reich Gottes sähe besser aus.)

Lange Rede kurzer Sinn: Diene nicht mehr der Sünde. Ersetze die sündige Gewohnheit mit dem Dienst an der Gerechtigkeit, mit der Gabe, die Du vom Heiligen Geist zum Bau des Reiches Gottes bekommen hast! Wenn Du das tust, dann wirst Du sehen, wie sündige Gewohnheit von alleine aufhören! Das soll nicht heißen, dass man hier auf Erden schon den Zustand der Vollkommenheit erreichen könnte. Wer so etwas behauptet, ist blind für seine eigene Verdorbenheit. Aber wir können uns immer die Worte des Paulus ins Gedächtnis rufen:

Phil 3,13 Brüder, ich halte mich selbst nicht dafür, daß ich es ergriffen habe; eines aber [tue ich]: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt, 14 und jage auf das Ziel zu, den Kampfpreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.

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