Mit einem krummen Winkel lässt sich kein gerades Haus bauen

DSCN0975 (Medium)Ps 127,1 Ein Wallfahrtslied. Von Salomo. Wenn der Herr nicht das Haus baut, dann arbeiten umsonst, die daran bauen; wenn der Herr nicht die Stadt behütet, dann wacht der Wächter umsonst.

Mit einem krummen Winkel kann man kein gerades Haus bauen. Jeder Bauarbeiter weiß das. Aber in geistlicher, religiöser Hinsicht versuchen viele Menschen, genau das zu tun.

In letzter Zeit bin ich verstärkt auf YouTube unterwegs, da sich diese Plattform hervorragend dafür eignet, das Evangelium weiterzugeben. So kam ich auch in das Gespräch mit einem Moslem. Er hatte Vorurteile gegen den christlichen Glauben, wie auch wir Christen Vorurteile gegen die Muslime haben, die manchmal auch nicht richtig sind. Man kann den Muslimen nicht vorwerfen, dass sie gleichgültig leben würden. Sie sind stets bemüht, gut und gerecht zu leben, gleich wie es der Koran vorschreibt. (Der Koran hat jedoch viele falsche Aussagen und falsches Denken.)
Man kann strenge Muslime mit strengen Katholiken vergleichen, die auch sehr stark darauf bedacht sind, ihre Regeln und Vorschriften einzuhalten. Alle Religionen, bis auf das echte Christentum, haben Satzungen, Traditionen und Regeln. Wenn diese eingehalten werden, dann hoffen ihre Anhänger, vor Gott gerecht zu sein und von ihm angenommen zu werden. Sie haben Eifer und strengen sich an, und sie glauben, damit Pluspunkte bei Gott sammeln zu können, wenn sie beständig an sich arbeiten, gute Werke tun und die religiösen Vorschriften einhalten.

Alle Weltreligionen sind von diesen Punkten geprägt: Der Mensch versucht durch eigene Anstrengung und Willenskraft, edler und besser zu werden.

Diese Bemühungen sind auch der Sicht des Gottes, der sich in der Bibel als einzig wahrer Gott vorstellt, zum scheitern verurteilt. Wenn wir die Bibel lesen und unser Leben anschauen, dann merken wir, dass wir alle hinter der Vorgabe Gottes weit zurückbleiben. Wir sind so von Sünde durchsäuert, dass wir nicht dazu in der Lage sind, unser Wesen zu ändern. Es ist, wie wenn man versuchen würde, mit einem krummen Winkel ein gerades Haus zu bauen. Wir haben vielleicht einen einigermaßen gut funktionierenden Körper, aber der wird mit der Zeit krank, alt und gebrechlich. Genauso, wie unser Körper dem Tod unterworfen ist, ist auch unser Denken begrenzt und fehlerhaft. Aufgrund der Erbsünde, die auf Adam und Eva zurückzuführen ist, haben wir böse und kranke Gedanken. Unser ganzes Wesen ist krumm. Wir haben ein böses Herz, wie es die Bibel treffend beschreibt. Das ganze ist so, wie wenn man ein Glas absolut reines Wasser hat. Leert man nun in dieses Wasser Kaffee, dann haben wir ein Gemisch aus Kaffee und Wasser. Aber wir haben kein reines Wasser mehr. Oder wenn wir die Farbe weiß mit schwarz vermischen, haben wir die Farbe grau. Wir können diese Farbe nie wieder in weiß zurückverwandeln. So haben auch wir durch die Sünde kein weißes Kleid mehr, sondern sind besudelt und unrein.

Die Religionen versuchen nun, durch eigene Anstrengung wieder in den ursprünglichen Zustand zurückzukommen, den Adam ursprünglich im Garten Eden hatte. Doch wie sich das Wasser nicht mehr von Kaffee trennen lässt, oder wie man grau nicht mehr in weiß und schwarz aufteilen kann, so sind diese Bemühungen von Anfang an zum scheitern verurteilt. Und damit kommen wir zur guten Nachricht:

Nicht wir müssen uns abrackern, bemühen und anstrengen. Das übernahm Gott für uns. Am Kreuz von Golgatha tauschte Jesus mit uns. Er nahm (um auf die Beispiele zurückzukommen) das Kaffee-Wasser-Gebräu und die Farbe grau und gab uns stattdessen wieder ein neues Glas klares Wasser oder die Farbe weiß. Er nahm unsere Schuld und Sünde auf sich, zog unser beflecktes Kleid an und gab uns sein sauberes Kleid. Er versuchte nicht, den Schaden rückgängig zu machen, sondern starb und gab uns neues Leben. Er nahm den Schaden auf sich und gab uns einen neuen Anfang. Diese Botschaft ist einfach und leicht zu begreifen. Für manche jedoch ist sie zu leicht.

Der religiöse Mensch hat damit ein großes Problem. Der Stolz hindert ihn daran, das Angebot Jesu anzunehmen. Er will keine Hilfe; er will es selber schaffen. Darum hatte auch die religiöse Elite zur Zeit Jesu so starke Probleme mit seiner Botschaft. Sie wollten sich einerseits nicht eingestehen, dass sie Versager waren, und sie wollten auf der anderen Seite keine Hilfe von Gott akzeptieren. So ist es in allen Weltreligionen. Der Stolz und die Engstirnigkeit verhindern, dass das Ziel, das sie sich gesetzt haben, erreicht werden kann. Gott jedoch hat nicht vor, unser Leben schwieriger zu machen, sondern er will es einfacher und leichter machen. Gott wünscht sich eine Vater-Kind-Beziehung mit uns. Das werden religiöse Menschen niemals akzeptieren. Darum hat Allah keinen Sohn, und in der katholischen Kirche wird das Augenmerk auf den „Heiligen Vater in Rom“ gelenkt, statt auf Gott-Vater. Gott-Vater wird als abstrakt und weit weg gesehen. Zudem wird die Mutterrolle zu stark betont. So wie ja auch die heidnischen Religionen das Weibliche stark verehren. Sollte in diesen Religionen dann doch mal eine Vater-Figur auftauchen, dann sehen sie ihn nicht als liebenden Vater, sondern als fordernden Tyrannen.

Um nochmal das Bild mit dem Winkel zu gebrauchen: Wir müssen nicht mehr versuchen, mit unserem Winkel ein gerades Haus zu bauen. Das ist nur zum Scheitern verurteilt. Gott hat einen geraden Winkel und baut das Haus für uns. Wir dürfen uns darüber freuen und, wenn das Haus fertig ist, einziehen. Ohne Stress, Mühe und Anstrengung. Einfach „danke“ sagen und sich freuen!

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