Mit Gott Er-leben

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Vor gut einem Jahr schrieb ich den Artikel „Worauf baue ich meinen Glauben? Auf Erlebnisse oder das Wort?“. Der Artikel beschäftigte sich damit, dass wir unser Glaubensleben durch die Bibel betrachten sollen und nicht umgekehrt. Ich stehe nach wie vor zu diesem Artikel, doch ich möchte noch etwas anmerken: Wir sollten in unserem Glaubensleben nicht nur Bibel-Theoretiker, sondern auch Praktiker sein:

Jak 1,22 Seid aber Täter des Wortes und nicht bloß Hörer, die sich selbst betrügen.

D. h. wir müssen auch bereit sein, mit Gott zusammen Glaubenserfahrungen zu machen. Natürlich müssen wir diese Erfahrungen anhand der Bibel beurteilen. Nicht alles, was glänzt, ist Gold. Gott hat zwar das Leben jedes wiedergeborenen Christen in der Hand, doch nicht jeder Impuls oder jeder Gedanke muss auch Seinem Willen entsprechen. Der Satan funkt gerade auch bei hingegebenen Gläubigen immer wieder allzu gerne dazwischen. Es geht daher in diesem Artikel nicht um übernatürliche Erscheinungen, innere Stimmen und Zeichen und Wunder, sondern um den Alltag im Christenleben.

Wenn wir also mit Gott leben wollen, dann müssen wir Erfahrungen mit ihm machen können, denn ein hingegebenes Leben in der Praxis ist das Ziel der christlichen Lehre und Unterweisung. Wir sollen nicht nur im Kopf den Dogmen und Glaubensgrundsätzen zustimmen, sondern auch unsere Hände und Füße bewegen. Wie könnte das aussehen? Nun, wir machen Erfahrungen, wenn wir beten! Die einfachste Methode im Glaubensleben Erfahrungen zu machen, ist das Gebet. Gott erhört Gebete. Er erhört sie häufig nicht sofort; er antwortet manchmal anders, als wir es uns das vorstellen. Meist erhört Gott Gebete auf seine eigene Weise. Ich konnte in meinem Glaubensleben immer wieder feststellen, dass Gott gerade die Gebete, die ich für andere als Fürbitte ablegte, am häufigsten beantwortete. Nicht die Bitten für mich selber, sondern die Bitten für andere setzte Gott sehr schnell um. Wobei ich sagen muss, dass er selbstbezogenen Bitten auch sehr gerne erhörte, wenngleich es meistens etwas länger dauerte. Das muss nicht bei jedem so sein, das soll nicht das Muster für jeden Gläubigen sein. Gott geht auf jeden Menschen speziell ein.

Ein anderer Weg, mit Gott Erfahrungen zu machen, ist die Bereitschaft, das Evangelium in Wort und Tat weiterzugeben und in seinem Leben umzusetzen. Die vielfältigen Gaben, die die Glieder am Leib Christi haben, sollen auch eingesetzt werden:

1Petr 4,10 Dient einander, jeder mit der Gnadengabe, die er empfangen hat, als gute Haushalter der mannigfaltigen Gnade Gottes: 11 Wenn jemand redet, so [rede er es] als Aussprüche Gottes; wenn jemand dient, so [tue er es] aus der Kraft, die Gott darreicht, damit in allem Gott verherrlicht wird durch Jesus Christus. Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Wenn wir unsere Gaben einsetzen, dann werden wir feststellen, dass wir Erfahrungen mit Gott machen. Das können erbauende Dinge sein, das kann aber auch Zurechtweisung beinhalten, die uns anfangs nicht unbedingt immer schmeckt (vgl. 2Tim 3,16; Hebr 12,5). Doch wenn wir unsere Gaben einsetzen, dann werden wir Erfahrungen mit Gott machen.

Jesus Christus sprach sehr oft über Geld. Ein Prediger sagte in einer Predigt, die ich vor einiger Zeit hörte, dass unser Glaube sehr häufig in Bezug auf unseren Umgang mit unserem Geld sichtbar wird. Man erkennt daran, ob ein Mensch Gott vertraut oder nicht. Geldliebe ist eine Wurzel allen Übels:

1Tim 6,10 Denn die Geldgier ist eine Wurzel alles Bösen; etliche, die sich ihr hingegeben haben, sind vom Glauben abgeirrt und haben sich selbst viel Schmerzen verursacht.

Wenn jemand geizig ist, dann zeigt er, dass er lieber auf sein Geld, als auf Gott vertraut. Sein Reichtum soll ihn schützen, ihn versorgen und ihm Freude bereiten. Der Geizige rechnet nicht mit Gott, stattdessen sammelt er sich ein „finanzielles Polster“, das ihm Sicherheit und Ruhe geben soll. Gerade in unserer Zeit zeigt sich aber, wie schnell Geld entwertet und wertlos sein kann. Die deutlich erhöhte Selbstmordrate in der Finanzbranche zeugt davon. Gestern war man noch Millionär, heute hat man alles verzockt.

Der Freigiebige zeigt dagegen, dass er eigentlich nur der Verwalter von Gottes Geld ist, d. h. dass das Geld, das er besitzt, nur ein vorübergehender, geliehener Besitz ist, der im Vergleich zum ewigen Leben in keiner Relation steht.

2Kor 9,6 Das aber [bedenkt]: Wer kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer im Segen sät, der wird auch im Segen ernten. 7 Jeder, wie er es sich im Herzen vornimmt; nicht widerwillig oder gezwungen, denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb! 8 Gott aber ist mächtig, euch jede Gnade im Überfluß zu spenden, so daß ihr in allem allezeit alle Genüge habt und überreich seid zu jedem guten Werk, 9 wie geschrieben steht: »Er hat ausgestreut, er hat den Armen gegeben; seine Gerechtigkeit besteht in Ewigkeit«.

Mt 6,19 Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo die Motten und der Rost sie fressen und wo die Diebe nachgraben und stehlen. 20 Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, wo weder die Motten noch der Rost sie fressen und wo die Diebe nicht nachgraben und stehlen!

Wer Geld für Gott einsetzt, z. B. an Missionswerke, Verkündiger oder diakonische Werke, der setzt sein Geld für etwas Gutes ein und sammelt sich so einen Schatz in der Ewigkeit. Er zeigt: Gottes Reich ist mir wichtiger als eine trügerische finanzielle Sicherheit.

Auch wenn es uns nicht gefällt: Gerade in finanziellen Notzeiten können wir Erfahrungen mit Gott machen! Wer zu wenig Geld hat, der ist voll und ganz auf die Versorgung von Gott persönlich angewiesen. Es gibt in der Kirchengeschichte unzählige Beispiele, bei denen Gott arme Christen regelmäßig versorgt hat, häufig auf wunderbare Weise:

Phil 4,18 Ich habe alles und habe Überfluß; ich bin völlig versorgt, seitdem ich von Epaphroditus eure Gabe empfangen habe, einen lieblichen Wohlgeruch, ein angenehmes Opfer, Gott wohlgefällig.

Nicht nur finanzielle Notzeiten, auch gesundheitliche Not und andere Probleme können uns helfen, mit Gott Erfahrungen zu machen. Wir sollten unsere Probleme als Gelegenheiten sehen, in denen Gott sich in unserem Leben verherrlichen kann. Oft sehen wir Gottes großartiges Eingreifen in unser Leben erst, nachdem wir durch die Probleme sicher hindurch gekommen sind. Wir meinten zwar, wir müssten zu Grunde gehen, aber in letzter Minute griff Gott ein und wendete die Situation. Die gewonnen Glaubenserfahrung wird uns dann auf die nächste Prüfung vorbereiten.

Jes 43,2 Wenn du durchs Wasser gehst, so will ich bei dir sein, und wenn durch Ströme, so sollen sie dich nicht ersäufen. Wenn du durchs Feuer gehst, sollst du nicht versengt werden, und die Flamme soll dich nicht verbrennen.

Das Glaubensleben wird uns nicht vor Leid, Schwierigkeiten, Not, Krankheit und Schmerz bewahren, denn gerade durch diese Dinge will sich Gott in unserem Leben verherrlichen (vgl. 1Petr 4,11 oben):

1Thess 3,3 damit niemand wankend werde in diesen Bedrängnissen; denn ihr wißt selbst, daß wir dazu bestimmt sind. 4 Als wir nämlich bei euch waren, sagten wir euch voraus, daß wir Bedrängnisse erleiden müßten, und so ist es auch gekommen, wie ihr wißt.

 Das waren drei Punkte, es gibt sicherlich noch mehr.

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