Der „liebe Gott“ oder der „liebende Gott“?

Heutzutage wird in der christlichen Welt von Gott oft ein Bild vermittelt, das einem Kuschelpapa gleichkommt. Es wird immer wieder gesagt: „Gott liebt dich!“, „Du bist ein Königskind“, „Du bist eine kleine Majestät“ usw. Es wird auch ein Bild vermittelt, als würde Er immer stolz auf uns sein. Die Engel würden uns applaudieren, wenn wir am Morgen aufstehen und Gott würde uns ständig tätscheln und sagen wie wertvoll wir wären. Buchautoren wie Max Lucado und andere vermitteln heute dieses Bild sehr häufig und es ist weit in die Christenheit hinein gedrungen und es ist eine seltsame Betrachtungsweise.

Zum einen liegt das daran, dass die Kirche stark verweiblicht wurde. In der Kirche gibt es mehr Frauen als Männer. Das ist kein Vorwurf an die Frauen, eher an die Männer. Allein in unserer Zeit, in der das Weibliche dominiert, gibt es einfach auch keine richtigen Männer mehr, die ihre Verantwortung wahrnehmen und auch wahrnehmen können. Wir leben in einer Vaterlosen Gesellschaft. Darum ist auch unser Bild von Gott verzerrt worden. Ein Schriftsteller hat mal gesagt: „Ein Kind wird in Gott kaum einen Vater finden, wenn er in seinem Vater nicht etwas von Gott findet.“ Ob dieser Spruch jetzt ganz richtig ist, sei dahingestellt. Es können auch Jungen, die keinen Vater hatten trotzdem zu Gott finden. Aber es ist etwas Wahres daran.

Auf jeden Fall ist der Kuschelgott oder der senile alte Opa ein Trugbild. Es ist ein Götze, den sich viele zurecht machen.
Unser Gott hat auch die Hölle gemacht. (Eigentlich wäre sie nur für die Dämonen und den Teufel bestimmt gewesen, aber es werden auch Menschen hineinkommen).
Gott hat die Zerstreuung Israels und den Holocaust zugelassen. (Warum weiß Er.) Gott lässt auch Katastrophen zu.
Gott läßt es zu, dass Christen ermordet werden.

Das ist nicht der oben genannte „liebe Gott“.

Ist Gott jetzt nicht Liebe? Wenn Gott nicht Liebe wäre, dann wäre vor allem das Johannesevangelium, die Briefe des Johannes und viele weiteren Stellen in der Bibel falsch. Gott ist Liebe:

1Joh 4,8 Wer nicht liebt, der hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist Liebe.

Ich glaube jedoch, dass wir häufig eine falsche Vorstellung von Gott haben und ihn nicht richtig erkennen und daher auch die Liebe verzerrt wird. Man hat Gott noch nie gesehen und man erkennt in der Bibel nur Bruchstückhaft, aber man kann etwas von Liebe ahnen, wenn man sich im Lichte Gottes selbst betrachtet.

Heute werden Menschen oft einseitig zuerst mit der Liebe Gottes missioniert. Das ist nur halb richtig. Als erstes sollte der Mensch, der missioniert wird, an den Punkt kommen wo er sieht, wie verloren und verdorben er eigentlich ist. Dazu muß das Gesetz gepredigt werden:

Röm 3,20 weil aus Werken des Gesetzes kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden kann; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.

Erst wenn der Mensch erkennt, das in ihm überhaupt gar nichts Gutes ist, dann kann er vor das Kreuz von Golgatha treten. Nur dort kann er Frieden finden, wenn er Jesus Christus am Kreuz hängen sieht und erkennt, dass er hier eigentlich hängen müßte.

1Kor 2,2 Denn ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu wissen als nur Jesus Christus, und zwar als Gekreuzigten.

Wenn wir erkennen wie sündig, verdorben und verloren wir sind und dann Jesus Christus am Kreuz betrachten, der unsere Stelle einnahm, dann, können wir Gottes Liebe erahnen. Gott zeigt seine Liebe an einem Folterwerkzeug, an dem er so weit ging seinen über alles geliebten Sohn für diejenigen, die zu Gott kommen wollen, herzugeben. Das ist Liebe! (Das muß ich auch immer mehr lernen).

Joh 3,16 Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.

1Kor 14,1a Strebt nach der Liebe,

Den „lieben Gott“ gibts nicht, dafür aber den „liebenden Gott“.

Maranatha!

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Eigene Gedanken, gesammelt unterwegs im Dschungel des Lebens…