Perfektionismus ist eine Zielverfehlung

DSCN0959 (Medium)Ein Perfektionist ist jemand, der sich in seinem Leben meist hohe Massstäbe setzt, die er zu erfüllen hat, damit er sich wertgeachtet fühlt. Er meint nur dann, wenn er eine wahnsinnig hohe Leistung erbringt, hat er ein Recht dazu zu leben und wird von Gott akzeptiert. Ich gehör(t)e auch dazu.

Vor allem für den christlichen Glauben ist eine selbstgewollte Perfektion tödlich. Ein Perfektionist erwartet nämlich dass die anderen genauso handeln und danach trachten, wie er es meint. Daraus entstehen Streit, Anschuldigungen und Herabwürdigungen.

Ein Perfektionist legt die Messlatte dermaßen hoch, dass er seine Ziele eigentlich nie erreichen kann. Und sollte er es dann doch einmal schaffen, dann meint er, er habe die Messlatte zu tief angesetzt und ist mit der erbrachten Leistung nicht zufrieden.

Gott, der Vater, ist kein Perfektionist. Das Gesetz des Mose (Torah) vom Sinai war gegeben, damit der Mensch erkennt, dass er nicht dem Willen Gottes entsprechen kann. Die Messlatte war so hoch – Kein Mensch konnte darüber kommen. Dies hatte den Grund, dass der Mensch erkennt, dass er ein Sünder ist und niemals von sich selbst aus dem Willen Gottes entsprechen kann. Er sollte erkennen, dass er ständig das Ziel verfehlt.

Dann sandte Gott seinen Sohn Jesus Christus! Jesus war der Einzige, der das Gesetz halten konnte und vollkommen dem Willen Gottes entsprach. Und was tat Jesus? Er ging zu Sündern, also Menschen, die das Gesetz Gottes nicht erfüllen konnten. Zu denjenigen allerdings, die meinten, sie würden es können, ging er anfangs. Da sie jedoch seine Hilfe nicht wollten, blieben sie in ihren Sünden. Ich spreche von den Pharisäern.

Als Jesus am Kreuz starb und sein Blut auf die Erde herabrann, bezahlte er die Schuld, die aus dem Nichthaltenkönnen des Gesetzes vorhanden war. Nachdem er auferstanden war und in den Himmel auffuhr, sandte er den Heiligen Geist, der uns wieder in Beziehung zu Gott-Vater bringen kann.

Und wenn wir durch Jesus zu Gott-Vater unterwegs sind, wird Gott-Vater uns entgegengehen (Gleichnis vom verlorenen Sohn) und uns dort abholen und annehmen wie wir sind. Nicht so, wie wir sein sollten. Wir müssen nicht erst perfekt werden um von Gott angenommen zu werden, sondern wir sollen ihn suchen und darauf vertrauen, dass Jesus unsere Schuld bezahlt hat. Gott verlangt keine Perfektion von uns, sondern nur, dass wir kommen. Und wenn wir mit ihm eine Beziehung aufbauen, dann wird der Heilige Geist uns nach und nach verändern. Er wird keine unmöglichen Dinge von uns verlangen, die wir nicht können, sondern Schritt für Schritt leiten.

Wenn wir jedoch Perfektionisten sind, dann sind wir ständig unzufrieden. Wir legen dann die Messlatte weiterhin hoch, auch in der Beziehung zu Gott. Weil wir es nicht schaffen darüber zu kommen, verachten wir uns selbst und andere, die das auch nicht können.

Daher sollten wir vielleicht beten: Lieber Vater im Himmel, ich bin ein Perfektionist. Ich mache mir selbst und anderen und Dir das Leben schwer. Bitte erlöse mich, durch den heiligen Geist, von meinen falschen Massstäben und fehlerhaften Gedanken. Zeige mir, dass Du mich so liebst und annimmst wie ich bin und nicht so, wie ich meine, dass ich sein müßte. Bitte sei mir Sünder gnädig. Es tut mir leid, dass ich so bin.

Noch eine Anmerkung zum Perfektionismus: Ich glaube dass Perfektionismus entweder in der Kindheit oder durch das harte Leben erworben wird. Sicherlich sind mangelnde Liebe und mangelnde Annahme dafür verantwortlich. Man versucht die Leere, die dadurch entsteht, zu kompensieren. Doch man muß hier nicht stehenbleiben. Gott liebt auch die Perfektionisten und wird sie verändern, wenn sie zu ihm kommen und ihm vertrauen.

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Eigene Gedanken, gesammelt unterwegs im Dschungel des Lebens…