Probieren geht über Studieren

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Es gibt Menschen, die sich fragen, welche Gabe sie vom Heiligen Geist bekommen haben. Das ist eine wichtige Frage. Wenn wir Gott dienen wollen, dann müssen wir verstehen, wo unser Aufgabengebiet liegt. Aber wie finden wir das heraus? Ich kann hier nicht für jeden sprechen, aber die Gabe eines Menschen wird in der Regel etwas sein, was er gerne tut und was ihn erfüllt. Gott zwingt uns nicht, ständig etwas zu tun, was wir ablehnen und was in uns Widerwillen hervorruft. Wer in einem falschen Beruf arbeitet, weiß das. Manchmal können wir uns nicht aussuchen, was wir tun müssen; aber es ist sehr anstrengend, einer Arbeit nachzugehen, die nicht unseren Gaben, nicht unserer Berufung entspricht. Wer im falschen Beruf steckt, quält sich selber. Er muss sich zwingen, morgens aufzustehen und schleppt sich frustriert zum Arbeitsplatz, das konnte ich an mir selber und meinen Arbeitskollegen immer wieder beobachten. Die Resultate einer solchen Arbeit sind qualitativ meist minderwertig. Wer eine Arbeit nicht gerne tut, tut sie meist nachlässig. Wer jedoch einen Job hat, der seinen Begabungen entspricht, wird nicht nur seine Arbeit gerne ausführen, er wird sie auch mit Erfolg und Gewinn für den Arbeitgeber durchführen, weil er sich für seine Firma und die Ziele seines Chefs interessiert.

Nun vergleicht sich auch Gott mit einem solchen Arbeitgeber. Ein sehr bekanntes Gleichnis des Herrn Jesus Christus beschreibt das folgendermaßen:

Das Gleichnis von den anvertrauten Talenten

Mt 25

14 Denn es ist wie bei einem Menschen, der außer Landes reisen wollte, seine Knechte rief und ihnen seine Güter übergab. 15 Dem einen gab er fünf Talente, dem anderen zwei, dem dritten eins, jedem nach seiner Kraft, und er reiste sogleich ab. 16 Da ging der hin, welcher die fünf Talente empfangen hatte, handelte mit ihnen und gewann fünf weitere Talente. 17 Und ebenso der, welcher die zwei Talente [empfangen hatte], auch er gewann zwei weitere. 18 Aber der, welcher das eine empfangen hatte, ging hin, grub die Erde auf und verbarg das Geld seines Herrn. 19 Nach langer Zeit aber kommt der Herr dieser Knechte und hält Abrechnung mit ihnen. 20 Und es trat der hinzu, der die fünf Talente empfangen hatte, brachte noch fünf weitere Talente herzu und sprach: Herr, du hast mir fünf Talente übergeben; siehe, ich habe mit ihnen fünf weitere Talente gewonnen. 21 Da sagte sein Herr zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht! Du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über vieles setzen; geh ein zur Freude deines Herrn! 22 Und es trat auch der hinzu, der die zwei Talente empfangen hatte, und sprach: Herr, du hast mir zwei Talente übergeben; siehe, ich habe mit ihnen zwei andere Talente gewonnen. 23 Sein Herr sagte zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht! Du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über vieles setzen; geh ein zur Freude deines Herrn! 24 Da trat auch der hinzu, der das eine Talent empfangen hatte, und sprach: Herr, ich kannte dich, daß du ein harter Mann bist. Du erntest, wo du nicht gesät, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; 25 und ich fürchtete mich, ging hin und verbarg dein Talent in der Erde. Siehe, da hast du das Deine! 26 Aber sein Herr antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler Knecht! Wußtest du, daß ich ernte, wo ich nicht gesät, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe? 27 Dann hättest du mein Geld den Wechslern bringen sollen, so hätte ich bei meinem Kommen das Meine mit Zinsen zurückerhalten. 28 Darum nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat! 29 Denn wer hat, dem wird gegeben werden, damit er Überfluß hat; von dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er hat. 30 Und den unnützen Knecht werft hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird das Heulen und Zähneknirschen sein.

Diese Gleichnis ist eigentlich nicht zu missverstehen. Gott, bzw. der Herr Jesus Christus, gibt gerne. Ein Talent war zur damaligen Zeit eine große Summe und entsprach ca. 300 Monatslöhnen. Für ein Talent hätte man also 25 Jahre arbeiten müssen. (Quelle dazu: Münzeinheiten zur Zeit Jesu) Das ist ein großer Vertrauensvorschuß unseres Herrn an jeden seiner Knechte. Dabei sollte man auch beachten, dass der Herr je nach Kraft und Begabung austeilt. Keiner soll überfordert, aber auch nicht unterfordert werden.

Wir wissen, wie die Geschichte ausging. Diejenigen die mit ihren Talenten gehandelt hatten, erwarben noch zusätzliche Talente hinzu. Derjenige, der aus unbegründeter Angst nichts tat, wurde sehr schwer verurteilt. Die Geschichte zeigt uns, dass der Herr Jesus die Talente anscheinend nicht zurücknahm, sondern den guten Knechten noch größere Aufgaben gab. Daraus können wir schließen, das der böse und faule Knecht, – hätte er das Talent durch Fehlkalkulation verloren und in den Sand gesetzt, – höchstwahrscheinlich nicht dafür bestraft worden wäre. Was den Herrn meiner Meinung nach störte, war, dass dieser Knecht untätig war und seinen Herrn gar nicht richtig kannte. Denn hätte er ihn gekannt, dann hätte er sich mit Freuden an die Arbeit gemacht.

Diese Geschichte soll uns Mut machen, mit Gott Risiken einzugehen, denn wir wissen in der Regel nicht, ob wir mit unseren Gaben etwas Gutes bewirken oder eben nicht. Dazu passt folgende Aufforderung:

Pred 11,6 Am Morgen säe deinen Samen, und am Abend laß deine Hand nicht ruhen; denn du weißt nicht, ob dieses oder jenes gedeihen wird, oder ob beides zugleich gut wird.

Aber wichtig ist, dass wir uns in Bewegung setzen! Gott hat jedem Christen mindestens eine Gabe gegeben, wenn nicht mehr; das geht aus dem Gleichnis eindeutig hervor. Ein fahrendes Auto kann man in die gewünschte Richtung lenken, ein stehendes Auto kommt nicht vom Fleck. Genauso ist es im geistlichen Leben auch. Wenn man nicht weiß, welche Gabe man hat, dann sollte man einfach einmal irgend etwas ausprobieren. Wenn du dich um Menschen kümmern sollst, dann suche Kontakt zu ihnen. Du wirst feststellen, dass dir z. B. ein Pflegedienst eines Kranken genauso sehr Freude gibt wie dem Kranken Hilfe und Trost. Das wäre eine karitative Gabe. Wenn du für andere gerne betest, dann könnte dich Gott selber zum Erfüllungsgehilfen deiner Gebete machen, indem du vielleicht eine Bibel verschenkst oder der Person anderweitig weiterhilfst. Denn Gott baut uns selber häufig in seinen Plan mit ein, wenn wir für andere Fürbitte tun. Wenn du Prediger oder Evangelist werden sollst, dann probiere aus, ob dein Reden für die Zuhörer verständlich ist und ob sich Menschen bekehren, wenn du die Bibel auslegst. Wenn du eine Führungsperson sein sollst, dann prüfe, ob sich Menschen an deine Schultern anlehnen können, ob sie durch deine Qualitäten selber bereichert werden und sie vor Gefahren und eigenen Fehlern geschützt sind. Wenn du dann dazu noch feststellst, dass dir deine Arbeit große Freude macht, bei der Tätigkeit die Zeit wie nichts verfliegt, wenn du dich selber vergisst, wie ein spielendes Kind, dann hast du höchstwahrscheinlich deine Gabe gefunden.

Dabei sollte man beachten, dass der Erfolg nicht sofort sichtbar werden muss. Es gibt Menschen, welche jahrelang für eine Person oder ein bestimmtes Anliegen beten, aber ihr Wunsch wird zu ihren Lebzeiten nicht erfüllt. Genauso wenig können wir die Wirkung unserer eingesetzten Gaben in diesem Leben vollständig erfassen. Trotzdem sollten wir, wenn wir unsere Gaben erkannt haben, nicht nachlassen:

2Chr 15,7 Ihr aber, seid stark und laßt eure Hände nicht sinken; denn euer Werk hat seinen Lohn!«

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Mehr dazu finden man im: Handbuch der geistlichen Gaben: Wie man seine Geistesgaben entdecken und gebrauchen kann – Bruce W. Black

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