Sexuelle Entartung, Pornografie und die Hölle

„Wer sich der Pornografie hingibt, der spielt mit dem höllischen Feuer. Er ist auf dem besten Weg in die Hölle!“, so dröhnte es heute aus meinem Lautsprecher, als ich eine Audio-Predigt anhörte.

Die Frage, die ich mir stellte, ist: Kann man so Menschen abhalten, Pornos anzuschauen?

Irgendwie werde ich manchmal wütend, wenn Prediger ein solch schweres Gewicht auf sexuelle Sünden legen. Ich oute mich hiermit als jemand, der in seinem Leben viele sexuelle Sünden aufgehäuft hat und auch heute noch Probleme mit seiner Sexualität hat, auch im Bereich der Pornografie. Meine Sexualität, die ich gezwungener Maßen nicht ausüben konnte (ich bin nicht verheiratet und fand keine Frau, die mich liebte), machte mir sehr schwer zu schaffen.

Ich wusste sehr genau, dass das, was ich tat, nicht richtig war.

Einem Christen, der mit Pornografie und Unzucht kämpft, braucht man normalerweise nicht zu sagen, dass diese Dinge Sünden sind. Wer ein Christ ist und Pornos anschaut oder Hurerei betreibt, der weiß, dass sein Verhalten nicht richtig ist. So braucht ihm niemand zu sagen, dass sein Lebensstil nicht der biblischen Lebensweise entspricht, wenn er ehrlich zu Gott und sich selber ist.

Gerade junge Männer sind auf diesem Gebiet sehr angreifbar. Ein junger Mann zwischen 16 und 25 Jahren steht ständig unter Strom, wenn er eine gesunde Sexualität hat. Schon kleinste visuelle und gedankliche Reize können ihn von Null auf 100 bringen, so dass er schnell die Beherrschung verlieren kann. Der Schöpfer, Gott, hat die meisten Männer von uns so geschaffen. Da der Mann auf visuelle Reize stark reagiert, kann das Anschauen von Pornos ganz schnell zur Sucht führen. Auch die einhergehende Masturbation lässt sich dann nicht mehr vermeiden.

Ich, als Single, fand es immer ärgerlich, wenn der mahnende Zeigefinger, wenn ich mein Verhalten bekannte, von verheirateten Leuten kam. Die Ehe ist zwar nicht zwangsläufig ein sexuelles Schlaraffenland, aber ein verheirateter Mann kann seinen sexuellen Druck loswerden, ohne sich schuldig zu machen. Was aber macht ein Single?

Ich stellte in meinem Leben fest, dass ich die Sexualität nicht unterdrücken konnte. Je mehr ich dagegen ankämpfte, umso stärker wurde das Verlangen. Das sieht man auch bei Geistlichen, die im Zölibat leben. Viele schaffen es anfangs, ihre Sexualität erfolgreich zu unterdrücken. Doch mit den Jahren bahnt sie sich wieder den Weg an die Oberfläche und explodiert. So kommt es dann zum Beispiel zu Kindesmissbrauch und anderen verbrecherischen Verfehlungen.

Um jetzt auf den am Eingang erwähnten Prediger zurückzukommen: Ist es weise, einem Süchtigen mit der Hölle zu drohen? Ich denke nicht:

Die Drohung von der Hölle, bei sexuellen Verfehlungen, wird den Sünder nicht von der Sünde abhalten. Im Gegenteil: Sie wird ihn nur noch weiter in die Sexsucht hineintreiben. Sie wird sein Hauptaugenmerk ständig auf die Sünde lenken, so dass er sich ausschließlich nur noch damit befasst. Und das auch noch aus der ständigen Furcht, in die Hölle zu kommen.

Prediger, die so vorgehen, kann ich nur als leichtsinnig und lieblos bezeichnen.

Der Sünder soll seinen Blick nicht auf die Sünde, sondern auf Christus richten. Die Bibel beschreibt uns viele Personen, die in sexuelle Sünde fielen. Aber Gott schrieb trotzdem Geschichte mit ihnen. Darunter wären:

-Lot: Wurde von seinen Töchtern betrunken gemacht und so zum Beischlaf mit ihnen verführt. Aus dem Inzest entstanden zwei Völker.  (1. Mose 19)

-Jakob: Hatte zwei Frauen und zwei Nebenfrauen und dadurch ständig Streit in der Familie. (u. a. 1. Mose 30)

-Juda: Hatte Sex mit Witwe seines Sohnes, die er für eine Prostituierte hielt. (1. Mose 38)

-Rahab: War eine Hure, die Stammbaum Jesu auftaucht. (Josua 2)

-Simson: Ging zu Huren und verlor dadurch seine beiden Augen. (Richter 14-16)

-David: Hatte nicht nur zahlreiche Frauen, sondern lies den Ehemann einer Frau töten, nachdem er mit ihr Ehebruch begangen hatte. (2. Samuel 11-12)

-Salomo: Hatte hunderte Frauen, die ihn zum Abfall vom lebendigen Gott verleiteten. (1. Könige 11)

-Hosea: War auf Gottes Gebot hin, mit einer Hure verheiratet. (Hosea 1)

-Die samaritische Frau am Brunnen: Hatte zahlreiche Männer und lebte danach in wilder Ehe. Jesus redete trotzdem mit ihr. (Johannes 4)

-Die Ehebrecherin: Wurde von den Pharisäern verurteilt, aber von Jesus freigesprochen. (Johannes 8)

-Die Gemeinde in Korinth: Bestand aus zahlreichen Ehebrechern, ehemaligen Homosexuelle und Leuten, die Tempelprostitution begingen. (1. und 2. Korintherbrief)

Das Volk Gottes ist also zusammengewürfelt aus vielen Menschen, die in sexuelle Sünden fielen.

Können wir dann sagen, dass Gott uns solche Verfehlungen erlaubt oder sogar empfiehlt?

Nein, Gott mag keine Sünde, auch keine sexuellen Sünden.  Er verabscheut die sexuelle Sünde sogar und wir sollten dieser Sünde fliehen:

1Kor 6,18 Flieht die Unzucht! [übersetzt: „Porneia“ – Anmerkung von mir.] Jede Sünde, die ein Mensch [sonst] begeht, ist außerhalb des Leibes; wer aber Unzucht verübt, sündigt an seinem eigenen Leib.

Was ist aber, wenn man immer wieder in sexuelle Sünde fällt und nicht mehr alleine herauskommt?

Darauf habe ich kein Rezept und keine Patentlösung. Aber der sicherste Weg ist: Zu Jesus gehen! Mit Jesus über das Problem sprechen! Sein Leben mit Jesus gestalten und ihn HERRN sein lassen. Die Lösung für sexuelle Probleme hat nur einen Namen: Jesus Christus! Aus eigener Kraft wirst Du es nicht schaffen. Aber wenn Du an Jesus Christus glaubst, dann wird er Dir auch helfen können. Denn er hat jahrelange Erfahrung mit sexuell gestrandeten Menschen und er freut sich darauf, wenn Du kommst.

Fazit: Sexuelle Sünde und Porno sind Sünden. Sie können auch in die Hölle führen! Wir sollen diesen Sünden fliehen. Wenn wir in Sünde gefallen sind und von selbst nicht mehr herauskommen, dann kann Jesus uns helfen. Wir sollen aber auch bereit sein, uns von ihm helfen zu lassen. Dies schließt auch Gehorsam und Willen zur Veränderung mit ein.

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