Sorgen abgeben, auf Gottes Führung vertrauen

Ps 37,5 Befiehl dem Herrn deinen Weg, und vertraue auf ihn, so wird er es vollbringen.

Spr 16,3 Befiehl dem Herrn deine Werke, und deine Pläne werden zustandekommen.

1Petr 5,7 Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.

Viele Christen – ich gehöre auch ab und an dazu – bekehren sich zu Jesus Christus, tun Buße und lassen sich von ihrer Schuld reinigen. Danach wissen sie nicht so recht, wie es weitergehen soll. (Ich bin darauf schon in mehreren Artikeln eingegangen.) Also nehmen sie die Bibel zur Hand und schauen sich an, was jetzt zu tun sei. Sie lesen die Befehle und Gebote, die Jesus Christus fordert, und versuchen mit eigener Kraft, so zu leben, wie es Gott wohlgefällig ist.

Es ist aber tatsächlich so, dass nach der Bekehrung oft Probleme auftauchen, wenn man versucht, aus eigener Kraft so zu leben, wie es die Bibel fordert. Wir stoßen recht schnell an unsere Grenzen. Wir können einfach die Forderungen Christi aus eigener Kraft nicht erfüllen und wir wollen nicht unter unseren eigenen Nöten zusammenbrechen.

Das Thema, das parallel läuft, sind allgemeine Probleme, die nach der Bekehrung auftauchen können, ja müssen. Gott will uns ja erziehen und im Glauben wachsen lassen, und so ist es unausweichlich, dass in unserem Leben nicht immer alles glatt läuft. Wer das nicht glaubt, der braucht nur die Geschichten der biblischen Heiligen zu lesen und wird danach feststellen, dass es ein Leben ohne Probleme nicht gibt, gerade wenn man an Gott glaubt. Vielleicht hat man mit einer Sucht oder schlechten Gewohnheit zu kämpfen. Man hat Probleme am Arbeitsplatz. Probleme mit der finanziellen Situation. Probleme mit Mitmenschen und in der Familie. Gesundheitliche Probleme.

Viele Christen sind zuerst einmal entsetzt, wenn diese Probleme auftauchen, weil in unserer westlichen Welt über viele Fernsehkanäle und andere Medien das Wohlstandsevangelium verkündet wird. Bei Wohlstandsevangelium wird ausgesagt: „Komm zu Jesus, und alle Deine Probleme und Nöte werden von ihm gelöst werden.“ Das ist nur eine Teilwahrheit. Sie legt den Schwerpunkt darauf, dass Christen nie wieder mit Problemen konfrontiert werden können, und das alles in ihrem Leben glatt laufen muss. Das klingt vielleicht fromm, ist aber nicht logisch, da uns Jesus Christus verheißen hat, dass wir leiden werden und unser Kreuz auf uns nehmen sollen. So ist es logisch, dass Probleme kommen müssen. Doch was machen wir mit den Problemen? Sehr schnell sind wir geneigt, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und unsere Probleme zu lösen. Bei einer Sucht könnten wir eine Therapie machen, bei Probleme am Arbeitsplatz könnten wir die Ellenbogen einsetzen, bei Geld könnten wir schummeln, mit Mitmenschen grob umgehen und bei der Gesundheit auf esoterisches Gedankengut oder die Psychologie zurückgreifen. Diese Dinge mögen ja alle nicht ganz schlecht sein (bis auf das Esoterische, das wirklich nicht zu empfehlen ist); aber wir sollten doch zuerst die Sache zu Jesus Christus bringen. Denn er ist mehr für uns besorgt, als wir vielleicht selbst um uns und andere besorgt sind. Unsere Sorgen sind seine Sorgen.

Ich will ein kurzes Beispiel geben: Da ist einer, der arbeitslos geworden ist. Er möchte gerne wieder arbeiten, aber er findet einfach nicht das Richtige. Dort, wo er arbeiten will, wird er abgelehnt und dort wo er nicht arbeiten will, würde man ihn einstellen. Er kommt in richtige Not – denn Arbeit ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Dieses Grundbedürfnis kennt auch Jesus Christus. Er will, dass die Menschen, bis auf die, die es aus gesundheitlichen Problemen oder anderweitig nicht können, arbeiten. Das erste, was Gott Adam gab, war eine Arbeit. Erst danach wurde Eva gemacht.

Wie soll dieser Mann nun vorgehen?

Er sollte sich bewusst machen, dass Jesus Christus um dieses Problem weiß. Er hat es in seinem Leben zugelassen. Aber Jesus Christus weiß und will das dieser Mann eine Arbeit hat, außer er beschließt, ihn noch eine Weile auf der Wartebank zu lassen oder hat andere Pläne. Wenn wir aber die Bibel studieren, dann kommen wir zu der Annahme, dass Gott will, dass der Mensch etwas tut. Also übergibt der Mann sein Problem Gott. Er sagt: „Gott-Vater (oder Herr Jesus), ich weiß, dass Du für jeden Menschen eine Aufgabe hast, außer Du beschließt, dass es nicht so sein soll. Mein Problem ist also Dein Problem. Bitte kümmere Du Dich darum.“

Das entspannt ungemein.

Der Mann weiß, dass er Arbeit braucht und übergibt seine ganze Last Jesus Christus, der mehr für ihn besorgt ist, als der Mann selber. Was Gott nun daraus macht, liegt ganz bei Gott. Denn Gott hat auf jedes Problem eine Lösung. Sonst wäre er nicht allmächtig. Wenn wir unser Problem auf Gott legen, dann wird er sich darum kümmern und wir müssen uns nicht abmühen.

So gesehen ist das oben erwähnte Wohlstandsevangelium zwar auch nicht ganz falsch, denn wer in Christus ruht, der darf alle Probleme an ihn abgeben und zur Ruhe kommen; aber es ist eben nur eine Teilwahrheit, denn es werden im Normalfall immer wieder neue Probleme auftauchen, die Gott lösen will.

Wir dürfen unsere Last bei Jesus ablegen und darauf hoffen, dass er mit unseren Problemen fertig wird. Er kann das Problem lösen. Doch seine Lösung muss nicht das sein, was wir erhoffen. Vielleicht lässt er uns auch in dem Problem, weil er will, dass wir gerade darin wachsen. Er will uns vielleicht darin reifen lassen und helfen, das Problem auszuhalten.

Für den Mann aus dem Beispiel kann das bedeuten, dass er vielleicht für lange Zeit keine neue Arbeit als Angestellter findet, aber dann anfängt ehrenamtlich zu arbeiten. Er verdient vielleicht kein Geld und ist auf Unterstützung angewiesen, aber hat wenigstens eine Tätigkeit, wo er sich einbringen kann. Andere profitieren dann davon. Vielleicht kann er gerade dort gezielt seine Gabe einsetzen, die Gott ihm gegeben hat.
Andererseits könnte es auch sein, dass er einen Umweg gehen muss. Vielleicht arbeitet er zuerst bei der Zeitarbeit und muss Erfahrungen sammeln, bis er dorthin kommt, wo er eigentlich gebraucht wird.
Oder er findet im gewünschten Fall sofort die richtige Arbeit.
Wie dem auch sei: Er hat seine Last auf Gott geworfen und sich so erleichtert und dem souveränen Willen Gottes ausgesetzt. Er rechnet mit Gottes Führung, egal, wohin Gott ihn auch führt.

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Werfen wir unser Lasten, Nöte und Probleme auf Jesus Christus, er sorgt für uns und er will uns führen. Er hat für jedes Problem die richtige Lösung. Wir dürfen darauf vertrauen, dass er das Richtige tut, auch wenn es vielleicht nicht immer nach unserem Willen geht. Wir brauchen uns nicht unnötig abmühen und schwere Sorgenlasten tragen. Diese will uns ja gerade Jesus Christus abnehmen. Keiner ist so darum bemüht wie er.

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