Sprüche, die wehtun

Man hat so seine Lieblingsbücher in der Bibel. Ich lese sehr gerne die Propheten. Das Alte Testament fasziniert mich besonders. Es ist so bunt und farbenfroh. Das AT ist mir manchmal sogar lieber als das NT, weil ich mich mit vielen schillernden Figuren darin vergleichen kann und weil das AT einen Hauch von Abenteuer hat. Ähnlich geht es mir aber auch mit der Apostelgeschichte. Nur ein Buch im AT versuche ich häufig zu meiden oder zu überspringen. Das wäre eigentlich das wichtigste Buch in bestimmten Lebenslagen, speziell für mich. Aber ich mache häufig eine großen Bogen darum: Das Buch der Sprüche Salomos.

Es tut mir manchmal regelrecht weh, dieses Buch zu lesen, denn es entlarvt die Sünden und Schwächen, die ich habe. Heute wollte ich auch wieder in der Bibel lesen und schlug sie auf. Zufällig waren es die Sprüche. Mein erster Impuls war, eine andere Stelle aufzuschlagen, aber ich glaubte, dass Gott mir hier etwas sagen wollte und las weiter.

Das Buch der Sprüche ist eine Sammlung von Weisheiten. Darin wird erklärt, wie bestimmte Menschentypen auf ihre Art reagieren. Es gibt dort den Toren, den Spötter, den Reichen, den Armen, die Eltern, die Kinder und natürlich auch den Weisen. Daneben noch viele andere Facetten von Personen und Lebensumständen. Ich lese dieses Buch nicht gerne, weil ich meistens der Tor, der Verleumder und auch der Arme bin. Seine Schwächen derart vorgestellt zu bekommen, tut weh.
Natürlich wäre man gerne der Weise oder der König, aber mir geht es so: Ich finde mich meistens bei dem Toren wieder.

Heute hat mich dieses Buch besonders angesprochen. Es zeigte mir Mängel auf, die ich in meinem geistlichen Leben und dem irdischen Leben habe. Aber daran braucht man nicht zu verzweifeln. Hätte man nur dieses Buch, dann müsste man vielleicht verzweifeln. Aber wir wissen ja, das Jesus Christus genau für diese Mängel gestorben ist und wir unsere Schuld vor ihm bekennen können. Dazu gehört auch das Buch der Sprüche. Es deckt unsere Schwächen und Fehler auf und zeigt uns den Weg zu Christus. Denn Weisheit muss man sich erwerben:

Spr 4,7 Der Anfang der Weisheit ist: Erwirb Weisheit, und um allen deinen Erwerb erwirb Verstand!

Man hat Weisheit nicht von Natur aus. Weisheit ist auch nicht etwas, was wir selber erzeugen können, denn die Weisheit ist eine Person:

1Kor 1,30 Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht worden ist zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung,

Jesus Christus ist die Weisheit. Im Buch der Sprüche noch verborgen. Im Neuen Testament geoffenbart. Darum sollte man dieses Buch immer mit dem Hintergedanken ans Neue Testament lesen. Jesus Christus kommt im Buch der Sprüche natürlich oft vor, wenn auch noch nicht so wie im Neuen Testament.

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