Ständig Angst – Dem Teufelskreis entkommen

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Es gibt Christen, die in ständiger Angst leben. Ich gehörte auch dazu. Ich war gefangen in einer Teufelsspirale. Ich hatte ständig Angst vor der Hölle, vor Versagen, vor Sünde und hatte keine Heilsgewißheit. Ich wollte wissen, dass ich nicht in die Hölle komme, sondern in dem Himmel. Ich vertraute Jesus nicht. Bei jeder Sünde dachte ich: „Nun ist das Maß überschritten und Gott wird mich verwerfen.“ Ich hatte Angst vor Gott, der, wie ich meinte, wie ein Buchhalter jede meiner Sünden zählen würde und mich dafür bestrafen würde. Der Teufel schürte dieses Feuer noch indem er mir einflüsterte, ich wäre verloren. Jede Hoffnung und jede Verheißung schien in weitester Ferne und unerreichbar für mich. Dadurch begann ich auch Gott zu hassen. Ich hatte ständig Angst die Sünde gegen den heiligen Geist begangen zu haben. Für immer von Gott abgeschnitten zu sein und wartete schon auf die Verdammnis. Einigen Christen geht es ähnlich. Sei es dadurch, dass sie Gott mit ihren Eltern verwechseln oder ein falsches Gottesbild haben. In einem Forum stieß ich auf einen Bericht, der meinem früheren Leben ganz ähnlich war. Hier ist meine Antwort an diesen jungen Mann und an Christen, die ebenfalls diese Probleme haben:

(Der Christ hat Probleme auch mit Drogen und Spielsucht, Verdammnisgedanken usw.)

Die Geschichte, die Du erzählt hast ist fast deckungsgleich mit meiner Geschichte. Ich hatte viele Psychatrieaufenthalte, Befreiungsgebete, Angst vor der Hölle, Versagensangst und keine Heilsgewißheit. Ich kämpfe jetzt noch mit Spielsucht (wie Du), damit kämpfen viele Leute – auch Familienväter. Ich werde versuchen zu erklären, was mir geholfen hat, aus diesem Teufelskreis herauszukommen.

1. Heilung und Freiwerden ist ein Prozess
In der heutigen Zeit erwartet man, dass man mit minimalem Aufwand die größtmöglichen Resultate erzielt. Man meint, man müsse nur ein schnelles Gebet sprechen und die Sache wäre in Ordnung. Das kann zwar geschehen, ist aber selten immer die Regel. Lies dir mal das Leben Jakob´s des Patriarchen durch. Er mußte jahrelang kämpfen, bis er gesegnet wurde. Gott hat ihm zwar diesen Segen versprochen, doch Gott mußte jahrelang an Jakob arbeiten, bis sich sein Charakter änderte. Genauso ist es häufig bei Christen. Das Leben als Christ ist kein Sprint, sondern ein langer Marathon, wo man mit Ausdauer laufen muß. Daher, erwarte keine schnellen Lösungen, sondern habe Geduld.

2. Glaube ist unabhängig von Gefühlen
Die (für mich) größte Verheißung der ganzen Bibel lautet: „Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.“

Joel 3.5, Apg 2.21, Röm 10.13

Gott sagt uns zu, dass jeder, der den Namen Jesu Christi anruft, gerettet werden wird.
Christen machen häufig jetzt den Fehler, dass sie die Rettung sehen und spüren wollen. Doch Gefühle sind schlechte Ratgeber. Ein Ehebruch z. B. kann sich super anfühlen und ist doch total falsch. Wenn wir uns an Jesus hängen und seinen Namen anrufen sind wir gerettet. Aber wir können diese Rettung nicht sehen. Meiner Meinung nach macht das Jesus aus folgendem Grund: Er will, dass wir an ihm dranbleiben und ihn täglich in unser Leben miteinbeziehen. Denn wenn wir Gewißheit hätten, dann würden wir schnell vom Weg abdriften. Versuche einmal jeden Tag mit Jesus zu leben. Die Gewißheit des Heils hängt nicht von Dir ab, sondern von Ihm. Egal was du denkst oder fühlst.

3. Hölle und Verdammnis
Diese Angst hat mich jahrelang in den Teufelskreis geworfen. Der Teufel liebt es, den Kindern Gottes ständig mit der Verdammnis zu drohen. Jesus Christus hat am Kreuz für Deine vergangen, gegenwärtigen und zukünftigen Sünden bezahlt. Wann ist Jesus Christus gestorben: Vor 2000 Jahren. Er hat bereits bezahlt, bevor du auf der Welt warst. D. h. Er wußte schon deine ganzen Sünden, bevor du überhaupt geboren warst. Die Erlösung schließt dein Leben von der Geburt bis zum Tod und darüber hinaus mit ein.

4. Jesus ist geduldig mit uns, wie ich meine
Ich hatte z. B. jahrelang die Meinung ich dürfte dies und jenes nicht tun, was auch stimmt. Aber es ist doch ein wenig anders. Ich hatte jahrelang Probleme mit Unzucht. Ich ging z. B. gerne in Swingerclubs. Natürlich wußte ich, dass das eine schlimme Sünde ist und ich hatte jedesmal ein ganz schlechtes Gewissen danach und wollte mich umbringen. Aber ich blieb im Gebet dran. Ich betete um Befreiung. Ich sagte zu Jesus. „Jesus, ich bin süchtig. Ich muß das jetzt einfach tun. Bitte hilf mir es nicht zu tun, aber ich kann nicht anders.“ Ich kam einfach nicht davon los. Jahrelang. Doch eines Tages kam die Wende. Ich hatte im Urlaub meiner Sünde ganz nachgegeben und ging in einen Club. Dort hatte ich ein Erlebnis auf das ich jetzt nicht näher eingehen will. Dieses Erlebnis schockierte mich dermaßen, dass ich nie wieder in einen Club gegangen bin und auch keine Lust mehr habe jemals wieder dorthin zu gehen. Jesus hat mich befreit davon.
Glücksspiel ist Sünde. Die Sünde dahinter ist Habgier. Ich spiele auch noch gelegentlich. Wenn das Verlangen zu groß wird, dann gebe ich nach. Ich weiß wie sich das Automatenspielen anfühlt. Das Glücksgefühl, wenn ein Scatter oder eine Serie kommt. Ich spreche mit Jesus immer noch darüber. Er hat mich noch nicht davon freigemacht. Aber ich mache es jetzt so: Ich habe eine Person, der ich meinen Monatslohn überweise. Diese Person gibt mir in regelmäßigen Abständen immer etwas Geld. So bin ich nie in Gefahr, schon am Anfang des Monats mein ganzes Geld zu verspielen. Das ist nicht die perfekte Lösung, aber es hilft wenigsten ein bißchen.
Trotzdem bleibe ich im Gebet dran.
Sünde ist falsch. Spielen und Unzucht ist falsch. Diese Probleme lösen sich nicht von heute auf morgen, sondern Jesus muß in einem Prozess an uns arbeiten. Da gibt es viele Rückschläge und Schmerzen, aber wir dürfen immer wieder kommen.

5. Es gibt keine Patentlösung
Jeder Mensch ist verschieden. Mit jeder Person in der Bibel schrieb Gott eine andere Geschichte. Im Wandeln im Geist gibt es auch nicht viele Patentlösungen. Ich würde Dir aber raten: Geh spazieren mit Jesus und sprich alles so aus, wie Du es fühlst. Wenn Du das nicht kannst, dann lies einmal die Psalmen. Die Psalmisten kamen mit allen möglich Problemen zu Gott. Sie loben Gott, sie baten Gott, sie flehten, sie weinten, sie schrien und sie klagten Gott auch an. Mit all den Dingen, so wie sie sind und nicht so wie sie sein sollten, dürfen wir zu Gott kommen. Mach deinen Geist und dein Herz frei, indem du genau das aussprichst was dich bewegt. Das hilft oft besser als eine Psychotherapie. Klage Gott an, weine, schreie (natürlich nicht vor anderen) und schleuder ihm deine Angst und deine Wut ins Gesicht. Er kann damit besser umgehen als der gutmütigste Mensch. Glaub mir: Gott wird das nicht verachten. Gott verachtet es nur, wenn man mit seinen Problemen und Sorgen nicht zu ihm kommt und selbst sein eigener Gott sein will. Ich habe Gott schon in tiefster Not und Verzweiflung schlimm beleidigt. Es ging nicht anders. Natürlich tat es mir hinterher leid und ich habe um Verzeihung gebeten. Aber genau dieses Gebet hat er erhört.

6. Sei mutig und stark
Sei mutig unangenehme Fragen zu stellen. Sei mutig Gott herauszufordern. Sei mutig mit Gott zu kämpfen, sei mutig Gott zu lieben.

Das wünsche ich Dir in Jesu Namen

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