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Die Schatzsuche mit dem Heiligen Geist – welche Quelle steckt dahinter?

Die folgende Ausführung über „die Schatzsuche mit dem Heiligen  Geist“ soll nicht dazu dienen, Menschen zu verurteilen. Christen, die solche „Evangelisationen“ durchführen, können durchaus gute Motive dafür haben. Sie mögen Seelen für Gott gewinnen und damit verlorene Menschen retten wollen. Ihr Eifer und ihre Motive stehen selten zur Frage. Meiner Meinung werden sie aber vom Teufel benutzt, ohne dass sie es merken. Und: Jeder kann getäuscht werden!

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Die regelmäßig Lesenden auf diesem Blog werden höchst wahrscheinlich schon gemerkt haben, dass ich viele Geistesströmungen innerhalb der Christenheit sehr kritisch sehe, weil ich selber davon betroffen war. Es ist ein Fakt, dass der Teufel und seine Diener bestrebt sind, die Christenheit zu unterwandern. Dazu schleust er einen anderen Geist in die Gemeinde, der zwar vorgibt, der Heilige Geist zu sein, es aber nicht ist. Dieser Geist kann sehr religiös erscheinen, ja mit der Bibel in der Hand auftreten. Hinter diesem Geist, auch Schwarmgeist genannt, steht zudem eine wirksame Kraft, die sich in großen Zeichen und Wunder manifestieren kann. Der Herr Jesus Christus warnte eindringlich davor:

Mt 24,24 Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden große Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen.

Schon zur Zeit der Apostel war dieses „Geheimnis der Gesetzlosigkeit“, das in 2. Thessalonicher 2,7-12 beschrieben ist, am Wirken. In unserer Zeit für die keine Erweckung, sondern Abfall vom Biblischen und der moralische Niedergang der Menschheit prophezeit ist, treten diese Zeichen und Wunder verstärkt auf, jedoch ist das ein Gericht über die Menschen, die die göttliche Wahrheit über sich nicht akzeptieren wollen.

Ein erstaunliches Phänomen, welches meiner Meinung nach von diesem Geist gelenkt wird, ist die sogenannte „Schatzsuche mit dem Heiligen Geist“, die vor allem in charismatischen Gemeinden praktiziert wird. So eine „Schatzsuche“ wird folgendermaßen beschrieben. Zitat:


„Evangelisationsmethode.

Die Idee dazu stammt von Kevin Dedmon, einem Pastor der Bethel Church in Kalifornien.

Das Ganze läuft so ab:

Eine Gruppe Christen betet vorher gemeinsam und jeder hört im Gebet, was Gott an Eindrücken für die Schatzsuche gibt.

Das sind genauer gesagt sogenannte „Worte der Erkenntnis“: Bestimmte Informationen und Hinweise über die Menschen, die gefunden bzw. gesucht werden.

Zum Beispiel: Beschreibungen von Personen. Orte. Gebetsanliegen. Ungewöhnliches…

Diese Worte der Erkenntnis können als gedanklich hörbare Worte, als Bild oder Vision empfangen werden. Die Informationen haben immer einen bestimmten Grund: Wenn Gott z.B. eine Krankheit offenbart, dann mit dem Zweck, dass Er den Menschen mit dieser Krankheit heilen will.

Wenn jemand Hinweise zum Aussehen der Person bekommt, dann natürlich mit dem Zweck, dass diese Person gefunden und angesprochen wird.

Und eine Ortsangabe hilft, um zu wissen, wo gesucht werden soll.

Diese Eindrücke schreibt jeder aus der Gruppe auf seinen eigenen vorgefertigten Zettel, auf seine „Schatzkarte“.“

(Quelle: http://prayer4u.de/TEXTE/Schatzsuche/)


Diese „Eindrücke“ werden gesammelt auf Zettel oder Karten geschrieben. Zitat:


Ausfüllen der Schatzkarte

1.) Gehe an einen Ort der Ruhe.

2.) Brich mit allen störenden Gedanken und setze das Reich Gottes über Dir frei.

3.) Bitte um Worte der Erkenntnis.

4.) Nimm Dir einen Timer (Handy, Smartphone, Eieruhr) und stelle 5 Minuten ein.

5.) Schreibe alles auf, was Dir in den Sinn kommt – wirklich alles.

6.) Schreibe Zeile für Zeile oder auch durcheinander.

7.) Schreibe alle Felder voll – die Schatzkarte muss komplett ausgefüllt sein.

8.) Danke dem Herrn für die Worte der Erkenntnis.

9.) Bete für den Einsatz und danke Ihm dafür, dass Du jetzt unterwegs sein darfst, Sein Reich zu bauen und die Werke des Teufels zu zerstören.

Erklärungen:

Ein Ort der Ruhe spricht für sich selbst. Wenn Erfahrung da ist, kann man die Karte auch in der überfüllten S-Bahn ausfüllen. Wenn Gedanken quälen und ablenken wollen (wenn man z.B. etwas nicht vergessen darf – einen Termin usw.), dann leg Dir ein Stück Papier hin und schreib das kurz auf und dann ist der Kopf wieder frei. Der Timer ist nur für den Anfang; wenn man mehr Erfahrung hat, kann man den Timer weglassen. Der Sinn des Zeitdrucks ist, dass man keine Zeit zum Überlegen hat und wirklich alles aufschreibt, was kommt – auch das Sonderbare und „Dumme“! Bitte um Worte der Erkenntnis und glaube, dass das was jetzt sprudelt, Worte der Erkenntnis sind. Die Schatzkarte sollte komplett ausgefüllt sein, denn nur so hat man eine Fülle von Indizien, die dem Schatz (wenn man ihn gefunden hat und er mit den Aufzeichnungen konfrontiert wird) als Beweis vorgelegt wird. Je mehr klare Eintragungen, desto mehr ist er „baff“!! Wenn man einen Eindruck nicht aufschreiben kann, dann skizziert man ihn (z.B. man sieht eine Zahl auf einem bestimmten Kleidungsstück; zeichnet eine Frisur, Turm, Haus, Skulptur …). Gebete und Proklamationen sind für den Einsatz wichtig.

Proklamiere, dass:

– Sein Reich komme und Sein Wille geschieht

– Er es mit unseren Händen, unseren Beinen und mit unserem Mund baut

– wir die Aufgabe und Vollmacht haben die Werke des Teufels zu zerstören

– wir größere Werke tun werden als Er es tat

– Blinde sehen und Lahme gehen

– …

Sein Reich kommt, Sein Wille geschieht!

(Quelle: http://vaterhaus.eu/wp-content/uploads/2016/06/Schatzkarte.pdf)


Der „Schatz“, der gesucht werden soll, besteht aus Menschen, für die gebetet werden soll, die missioniert werden und die eventuell durch Gebet von Krankheiten und Beeinträchtigungen übernatürlich befreit werden sollen. Zitat:


Wer ist der Schatz?

Der Schatz bzw. die Schätze sind natürlich die Menschen, nach denen gesucht wird.

JESUS selbst erzählt in Matthäus 13, 45-46 ein Gleichnis, in dem ein Kaufmann nach schönen Perlen sucht:

“Wiederum gleicht das Reich der Himmel einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine kostbare Perle fand, ging er hin, verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.”

(Matthäus 13, 45-46)

JESUS selbst ist in diesem Gleichnis der Kaufmann! Für Ihn ist jeder Mensch eine schöne und wertvolle Perle. Denn jeder Mensch ist einzigartig und es gibt niemanden, der so ist wie Du…

Für JESUS ist jeder Mensch so wertvoll, dass Er alles aufgab, um den Preis zu bezahlen. Er kam in diese Welt und bezahlte den Preis am Kreuz, um uns gewinnen zu können. So wertvoll bist Du für Ihn…

Und da jeder Mensch für JESUS eine solche wertvolle Perle bzw. ein wertvoller Schatz ist, gilt auch während der Schatzsuche:

Seid und bleibt auch offen für andere „Schätze“, wo ihr keine Hinweise auf euren Schatzkarten habt!

Denn der Heilige Geist kann auch neue und weitere Eindrücke während der Schatzsuche geben. Es kann sein, dass euch Menschen begegnen, mit denen ihr einfach so ins Gespräch kommt und z.B. für sie beten könnt.

(Quelle: http://prayer4u.de/TEXTE/Schatzsuche/)


Wenn man nun die Erfahrungsberichte der Schatzsucher so durchliest, dann scheint diese Methode wirklich zu funktionieren. Die suchenden Christen werden in der Regel tatsächlich fündig! Es geschehen beeindruckende Zeichen und Wunder und die Menschen, die damit konfrontiert werden, sind tatsächlich „baff“, wenn sie sehen, wie ihr Treffen von einer übernatürlichen Macht eingefädelt wurde.

Was ist davon zu halten?

Zunächst einmal ist es sonderbar, wie die „Schatzkarte“, also der Zettel, auf dem die Merkmale der zu treffenden Personen festgehalten wird, ausgefüllt wird. Durch den Zeitdruck und die damit verbundene Leerung des Verstandes wird der Sucher offen für die Wegweisung aus der unsichtbaren Welt; das ist eine uralte Methode, um die Geister um Informationen zu bitten. Der Verstand soll möglichst nicht zum Nachdenken kommen. Genauso wirkt auch die Stille und die Passivität. Alexander Seibel schrieb einmal:

„Besonders verhängnisvoll ist die von Dr. Zimmerling empfohlene „Gedankenstille“ in seiner Bejahung der Vereinbarkeit fernöstlicher Meditation mit der Bibel (ideaSpektrum 9/2004). Sie ist der ideale Nährboden für die Inbesitznahme durch einen anderen Geist. Sie ist das genaue Gegenteil der von unserem Herrn Jesus so oft betonten Wachsamkeit (Siehe Schluss von Mk 13). Zwar sollen wir als Christen vor Gott stille werden, doch nie mit einem leeren Verstand, wie es gerade Ps 1 und Josua 1,7-8 nahelegen, wo uns echtes Meditieren vorgestellt wird, nämlich dem Nachsinnen über Gottes Wort.“ 

(Quelle: https://bibelbund.de/2015/11/mystische-meditation/)

Ein Christ soll seinen Geist kontrollieren, nicht ausschalten (siehe u.a. Spr 25,28; 1Kor 14,32). Passivität ist keine von Gott geforderte Eigenschaft, sondern sie wird in sehr vielen okkulten Betätigungen und Ritualen vorausgesetzt, um Informationen aus der unsichtbaren Welt zu erhaschen. Zudem wird erwartet, die notwendigen Informationen in sich selber wahrzunehmen. Man nennt diese Art der Informationsfindung durch das Suchen in den Tiefen seiner Seele auch „das hörende Gebet“. Schon in der alten Mystik wurde diese Form der Versenkung praktiziert, doch aus welcher Quelle kommen die Informationen, welche dabei gewonnen werden? Noch einmal Alexander Seibel:

Durch ein sich inneres Öffnen und in sich Hineinhören besteht die große Gefahr einer ungewollten Passivität und damit für Einflüsterungen aus einer anderen Quelle (1. Tim 4,1). Was hier empfohlen wird, ist das Gegenteil von Wachsamkeit, welche die Hauptermahnung unseres Herrn Jesus für die Zeit vor seiner Wiederkunft ist (z.B. Mark 13,33-37).

Auch ist durch solche Eingebungen der Gefahr des Subjektivismus Tür und Tor geöffnet. Dabei warnt die Bibel ausdrücklich vor den „Gesichten des eigenen Herzens“ (Jer 23,16).

Wie will man wissen, woher solche Intuitionen kommen? Selbst die Anhänger dieser neuen Methode des „Hörens“ sprechen Warnungen aus und deuten an, dass man es letztlich doch nicht ganz genau wissen könne, wer da redet. Der Herr Jesus ermahnt nicht grundlos: So schaue darauf, daß nicht das Licht in dir Finsternis sei (Luk 11,35).

(Quelle: https://www.alexanderseibel.de/atemuebungen_und_hoerendes_gebet.htm)

Die beschriebene Praktik mit den Zetteln erinnert in gewisser Weise auch noch an das automatische Schreiben, welches bei Nichtchristen auch aus magischer Betätigung resultiert. Zitat:


„Der französische Ausdruck Écriture automatique (dt.: Automatisches Schreiben, Automatischer Text) bezeichnet eine Methode des Schreibens, bei der Bilder, Gefühle und Ausdrücke (möglichst) unzensiert und ohne Eingreifen des kritischen Ichs wiedergegeben werden sollen. Das Schreiben erfolgt dabei klassischerweise als manuelles Schreiben mit einem Schreibgerät. Unter Verzicht auf Absichtlichkeit und Sinnkontrolle dürfen sowohl Sätze, Satzstücke, Wortketten, als auch einzelne Wörter geschrieben werden. Was ansonsten in Hinsicht auf Orthografie, Grammatik oder Interpunktion als fehlerhaft gilt, kann unter diesen Bedingungen erwünscht und zielführend sein. Wichtig ist allein die Authentizität des Einfalls.“

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Écriture_automatique)


Alle diese Praktiken finden wir in der Esoterik, Mystik und im Okkultismus. Der Heilige Geist geht aber nicht so vor! Der Heilige Geist wird zum Geist des Christen reden, während sein Verstand wach ist. Und vor allem finden wir in der Bibel keine einzige Aufforderung vor einer Evangelisation so vorzugehen. Weder Petrus noch Paulus und seine Mitarbeiter ging so vor, wenn sie im Römischen Reich missionierten! In den Briefen der Apostel finden wir so ein Vorgehen, um Seelen zu gewinnen, nicht einmal im Ansatz!

Vor einigen Jahren veröffentlichte Schulte + Gerth ein Buch einer tief im Okkultismus verstrickt gewesenen Frau, die später zu Christus fand. Sie konnte in ihrer Zeit als Medium nicht nur mit der Geisterwelt Kontakt aufnehmen, sondern sie verfeinerte ihre Fähigkeit in einem Kurs, der Mind Control hieß. Im Buch „Der große Betrug“ beschreibt Johanna Michaelson, wie sie aus der unsichtbaren Welt Informationen über ihr unbekannte Personen bekam. Auszug aus dem Buch:


„Genau wie Tom es vorhergesagt hatte, war der letzte Tag bei Mind Control ein riesiger Erfolg. Wir bekamen in der Tat jeden Beweis, den wir für die Wirksamkeit der Arbeit auf der Alpha-Stufe benötigten. Jeder von uns war gebeten worden, drei bis fünf Karten mit Name, Geschlecht, Alter und Anschrift uns bekannter Personen mitzubringen – möglichst solcher, die irgendeine ernste Krankheit oder mangelnde Fähigkeit hatten. Der Zustand der betreffenden Person sollte so umfassend wie möglich dargelegt und dann auf eine Karte geschrieben werden, die Tom dann einsammelte, ohne daß jemand anders sie zu Gesicht bekam. Dann teilte er die Karten wieder aus, zwei oder drei für jeden. Wir schlossen uns zu Dreiergruppen zusammen – möglichst nicht mit engen Freunden – und machten uns auf die Suche nach einem abgeschiedenen Platz zum Arbeiten. Jeweils einer sollte der Hellseher sein, ein weiterer der Wegweiser, der den angehenden Hellseher bei seinen Erkundungen leiten sollte. Dazu war ein spezielles Wegweiser-Blatt erstellt worden. Der dritte sollte als Sekretär arbeiten und das, was der Hellseher sagte, als Dokumentation aufschreiben. Jeder sollte in jeder Funktion einige Fälle „lösen“, dann sollten die Rollen getauscht werden.

Der Hellseher wurde angewiesen, sein Labor zu betreten, seine Ratgeber zu begrüßen und ein Begrüßungsgebet zu sprechen (das irgendwo zwischen „Hallo, fein, daß ihr da seid!“ und dem Vaterunser liegen konnte). Dann half der Wegweiser, den Hellseher auf eine noch tiefere Bewußtseinsstufe herunterzuzählen, von der aus er sorgfältig und korrekt die Informationen weitergeben sollte. „Bei drei wird ein Leib aus Name, Alter, Anschrift und Geschlecht auf Ihrer Leinwand erscheinen – eins, zwei, drei (Fingerschnippen) – der Leib aus Name, Alter, Anschrift und Geschlecht ist jetzt auf Ihrer Leinwand. Nehmen Sie ihn wahr, fühlen Sie ihn, stellen Sie ihn sich vor, sehen Sie ihn, erkennen Sie, daß er da ist – seien Sie sich sicher, daß er da ist! Erforschen Sie den Körper mit Ihrem Verstand vom Kopf bis zu den Füßen – hoch und herunter, hoch und herunter – einmal pro Sekunde. Während sie den Körper auf diese Weise abtasten, lassen Sie bitten Ihren Verstand die drei auffälligsten Zonen aussuchen.“

Diese Zonen mußten sogleich benannt werden, wenn der Hellseher sie wahrnahm. Er wurde ermuntert, alles zu sagen, was ihm in den Sinn kam. Die auffälligsten Zonen wurden dann verstärkt und den möglichen Verletzungen oder Funktionsstörungen gestattet, in den Geist des Hellsehers einzutreten. „Sprechen Sie während Ihrer Untersuchungen! Sagen Sie mir alles, was Sie sagen möchten! Sie werden die Empfindung haben, als würden Sie es wieder in Ordnung bringen. Das ist die richtige Empfindung. Teilen Sie mir alle Ihre Empfindungen mit, mögen Sie sie nun für richtig oder falsch halten.“ Lag der Hellseher richtig, so wurde er angewiesen, sich noch einmal seine eigenen Gefühle zu dem entsprechenden Punkt vorzustellen, damit er seine Treffsicherheit bei anderen Fällen erhöhen konnte.

Häufig kam die benötigte Information von den Ratgebern, gelegentlich sogar in medizinischen Begriffen, die der Hellseher nicht kannte. Öfters passierte es, daß auf der Karte nicht sämtliche Informationen widergegeben waren. Wenn der Hellseher dann etwas aufspürte und mit derjenigen Person diskutierte, von der die Karte stammte (die aber während der Untersuchung nicht im Raum anwesend sein durfte), gab es gewöhnlich überraschte Aufschreie mit dem Kommentar, genau diese Sache habe man ganz vergessen aufzuschreiben. Manchmal stellte sich erst später heraus, daß die auf der Karte beschriebene Person tatsächlich an einer Krankheit litt oder in einer Lage war, von der niemand wußte (z. B. Narben oder gebrochene Knochen).

Einige von uns dachten, die Ergebnisse unserer Deutungen seien besonders glückliche Treffer bei einem Ratespiel gewesen. Um diese Fehleinschätzung geradezurücken, wurden die Zweifler angewiesen, es einmal mit einer Deutung zu versuchen, ohne vorher auf die Alpha-Stufe gegangen zu sein. Sie versagten kläglich. Bei dem weiten Gebiet möglicher Leiden, Funktionsstörungen und Zustände des menschlichen Körpers kann es keine erfolgreiche Raterei geben. Wir bekamen unsere Informationen wirklich auf übersinnliche Weise. Hinter diesen Aktivitäten stand die Erkenntnis, daß aufgenommene Informationen auch übertragen werden können, und zwar unabhängig davon, ob die Person auf der Empfängerseite sich dessen bewußt ist oder nicht. Wenn das stimmte – und wir hatten den Beweis erlebt – dann konnten Krankheiten gestoppt und geheilt werden (manchmal mußte der Hellseher den Tumor „herausoperieren“ oder Nierensteine mit einem Hammer „zertrümmern“ oder schmerzende Stellen mit Heilsalbe „einreiben“). Die Probleme waren lösbar; man konnte das Unheil vorhersehen und ihm vorbeugen.

(…)

Zum Schluß jeder Deutung mußte der Wegweiser sagen: „Jedesmal, wenn Sie in diese Dimension mit dem ernsthaften Wunsch eintreten, der Menschheit zu helfen, helfen Sie auch sich selbst. Ihre Begabungen werden zunehmen, und Sie werden mit jedem Mal verlässlicher sein.“ So ist das eben. Wir hatten zum Wohl der Menschheit zu handeln. Ich glaube nicht, daß an diesem Tag jemand da war, den die nun in unserer Reichweite befindlichen Kräfte und Möglichkeiten nicht in Schrecken versetzt hatten. Die Grundlagen waren uns nun beigebracht worden. Der Reste war eine Sache der Übung.“

(aus dem Buch „Der große Betrug“ von Johanna Michaelson / Seite 79-82)


Man erkennt deutlich die Parallelen. Diese Hellseher fanden auf eine sehr ähnliche Art wie die Schatzsucher Informationen über Personen und ihr gesundheitliches und psychisches Befinden heraus. Auch sie benutzten Karten. Sie waren wie die Schatzsucher bestrebt, körperliche Krankheiten übernatürlich zu heilen. Sie dachten dabei, sie würden etwas Gutes tun. Doch wie sich in dem Buch herausstellt, waren diese Wunder allesamt nicht von Gott, sondern vom Widersacher. (Das Buch ist heute vergriffen, aber man bekommt es noch antiquarisch.) Die Methode der Hellseher ist fast deckungsgleich mit der Methode der Schatzsucher. Es handelt sich also um die gleiche okkulte Quelle! Hier wirken andere Geister, nicht der Heilige Geist!

Der Mensch von heute will gerne ein Zeichen von Gott, genauso wie Herodes (Lk 23,8). Treffend sagte Jesus Christus zu seiner Generation:

Mt 16,4 Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht begehrt ein Zeichen, aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als nur das Zeichen des Propheten Jona! Und er verließ sie und ging davon.

Wir haben heute in der Bibel die gesamte Botschaft von Gott an uns Menschen vorliegen. Die Zeichen und Wunder, die der Herr Jesus Christus und seine Apostel bewirkten, dienten dazu, die christliche Botschaft des Evangeliums zu untermauern. Wer der Bibel nicht glaubt, wird auch dann nicht glauben, wenn er ein Zeichen sieht. Doch dieser Einbruch von Zeichen und Wundern, den wir heute sehen, ist „von unten“. Auch ein christlicher Anstrich ändert nichts an der okkulten Quelle der sogenannten „Schatzsuche mit dem Heiligen Geist“.

Man erkennt das aber auch daran, dass bei der Schatzsuche nicht mehr das alte Evangelium verkündet wird, das da lautet: „Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen!“ (siehe Mt 3,2) Das heutige Evangelium, auch das Evangelium der Schatzsucher, lautet: „Du bist wertvoll, du bist ein Diamant, du bist kostbar, Jesus liebt dich, so wie du bist.“ Hier wird ein seelisches Evangelium verkündet, das auch seelische Christen hervorbringt, die begierig nach Zeichen und Wundern sind, und die von ihren Gefühlen statt von ihrem Geist beherrscht werden. Ob es dabei zu einer echten Wiedergeburt kommt, muss man leider mit einem großen Fragezeichen versehen.

Das Evangelium besteht aus einer schlechten und aus einer guten Nachricht. Man muss jedoch zuerst die schlechte hören, um die gute zu verstehen. Die schlechte lautet, dass wir als Menschen durch und durch verdorben sind – in uns ist nichts Gutes. Wir sind aufgefordert, uns Gott zu unterwerfen, dann wird uns Gott begnadigen und uns in seine Familie aufnehmen!

Aber beim neuen Evangelium wird diese Tatsache nicht erwähnt. Es scheint sogar so zu sein, dass Gott den Menschen anbetet, wenn man die Aussagen einmal genau unter die Lupe nimmt. Gott wird hier als jemand beschrieben, der den gefallenen Menschen über alle Maßen achtet und verehrt! Gott liebt zwar auch die unbekehrten Menschen, aber gleichzeitig stehen sie, wenn sie sich nicht bekehren, dauernd unter Seinem Zorn. Das alles erkennt man in Römer 1-2. Gott will angebetet werden! Gott ist heilig! Doch leider will der böse Mensch von heute (wie in 2Tim 3,1-5 beschrieben) selber angebetet werden, da er narzisstisch veranlagt ist und sich selber liebt. Er sucht seine Ehre statt Gottes Ehre, und so soll Gott der Erfüllungsgehilfe für sein Ego werden, untermauert mit Zeichen und Wundern. Doch dahinter steckt in Wirklichkeit nur der Widersacher, nicht der echte Gott.

Die Schatzsuche mit dem Heiligen Geist geht übernatürlich vonstatten. Es geschehen wirkliche, spektakuläre Dinge. Aber die dabei durchgeführten Praktiken sind dem Okkultismus entliehen, darum muss man annehmen, dass die übernatürlichen Fügungen dabei aus der gleichen Quelle stammen; der Heilige Geist hat damit nichts zu tun, denn im Neuen Testament finden wir keine Aufforderung, so wie bei der Schatzsuche zu missionieren. Christen sind nur dazu aufgefordert das Wort zu verkündigen. Das bei der Schatzsuche verkündete Evangelium ist zwar teilweise noch richtig, es verschweigt aber das Urteil Gottes über den gefallenen Menschen, der lieber sein Ego aufgewertet haben will, als sich zu beugen. Man will von Gott geliebt und geachtet werden, allerdings ohne Buße zu tun, ohne sich zu ändern. Man sucht dabei nach Spektakulärem, nach Sensation und Aufregung, nach tiefen Gefühlen, was dem fleischlichen, oberflächlichen Menschen von heute Freude bereitet. 

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