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Meine persönlichen Erfahrungen mit dem Schwarmgeist

406629_web_R_K_B_by_Stephanie Hofschlaeger_pixelio.deManche Leser meiner Blogs werden sich vielleicht schon darüber gewundert haben, warum manche Texte so hart und scharf von mir formuliert wurden. Das liegt vielleicht daran, weil ich mit den verschiedenen Geistesmächten, die es gibt, schon in Berührung gekommen bin und z. T. massive Schäden davongetragen habe. Diese Schäden waren geistig, körperlich und seelisch. Hinter dem, was Menschen denken, fühlen und tun, steckt nicht nur das Individuum, sondern auch eine geistliche Realität. In der unsichtbaren Welt gibt es keine neutrale Zone. Jesus selbst sagte:

Lk 11,23 Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut!

Das heißt soviel wie: Es gibt keine neutrale Zone. Wer nicht für Jesus ist, ist gegen ihn und steht damit unter der Macht des Fürsten dieser Welt, dem Teufel. Der Mensch kann sich frei entscheiden, ob er sich Christus öffnet oder nicht. Wenn er dies aber nicht tut, dann steht er automatisch unter der Macht des Bösen. Der Grund, warum ich manchmal so aggressiv schreibe, ist: Diese Mächte müssen schonungslos von uns abgelehnt werden, sonst werden wir daran zu Grunde gehen.

Um eine geistliche Realität geht es auch in diesem Artikel. Eine Realität, deren Auswirkungen wir vor allem in den Randgebieten der christlichen Gemeinde sehen, ist der Schwarmgeist. Was ist ein Schwarmgeist? Der Schwarmgeist ist ein Geist, der schon seit Beginn der Gemeinde versucht, in der Christenheit Fuß zu fassen. Er ist eine Imitation des Heiligen Geistes. Er verstellt sich als Heiliger Geist und ist doch von seinem Ursprung her satanisch inspiriert.

Ich zitieren hier aus einem Artikel von der Seite glaubensstimme.de von einem gewissen Walter Michaelis zu Thema Schwarmgeist:

Michaelis, Walter – Über den Schwarmgeist

Was ist es eigentlich um den Schwarmgeist? Er ist zunächst etwas anderes als das, was so gern mit dem Ausdruck Schwärmerei oder schwärmerisches Christentum abgetan wird. So nennen kühl veranlagte Christen oft einen Eifer, eine Glut, eine Opferfreudigkeit, die in ihrem Wesen echt ist, selbst wenn sie einmal hier und da über das Ziel hinausschießt. Schwarmgeist ist auch mehr und Schlimmeres als eine in Wahrheit schwärmende Art, wo Gefühlseindrücke und Gefühlsausbrüche das Vorherrschende sind und der Boden der Wirklichkeit verlassen wird, weil man sich in einer eingebildeten Welt bewegt. Hier hilft oft die rauhe Wirklichkeit oder, christlich gesprochen, die erziehende Treue Gottes im Laufe des Lebens zurecht. Schwarmgeist ist etwas viel Ernsteres. Da geht es um geistige Mächte und zwar persönlich dämonischer Art. Gerade da, wo Paulus von schwarmgeistigen Entartungen des Glaubenslebens spricht (1.Tim.4,3) nennt er als Ursache „irreführende Geister“ und „Lehre von Dämonen“. Schwarmgeist ist also nicht nur gesteigertes Temperament, erhitztes Gefühl, phantasievolle Lebensbeurteilung. Schwarmgeist ist ein Einfluß aus der Welt der Dämonen. Das heißt nicht etwa, daß jeder vom Schwarmgeist geleitete „besessen“ ist; viele sind von den Dämonen nur gereizt, beeinflusst, in Rauschzustand versetzt. Das heißt aber, daß es auch eine richtige Besessenheit gibt, und von den eigentlichen Ursprüngen und Führern der Bewegung wird man dies urteilen müssen. Freilich muß mit Ernst gewarnt werden, ein solches Urteil über Menschen ohne ernsteste Prüfung und ohne wirkliche Erfahrung in diesen Dingen schnell auszusprechen. Bisweilen wird mit der Behauptung von Besessenheit so um sich geworfen, daß man es nur einen traurigen Unfug nennen kann. Auch ist der Unterschied zwischen dämonischer Besessenheit und dämonischer Beeinflussung stets im Auge zu behalten. Daß es sich aber in manchen Fällen innerhalb der Zungenbewegung um wirkliche Besessenheit gehandelt hat, davon bin ich überzeugt. Das zeigte sich namentlich in den Erscheinungen, die auftraten, wenn Ernüchterte sich diesem Geist zu entringen suchten. Woran erkennt man den Schwarmgeist? Dem Schwarmgeist wohnt immer etwas Berauschendes, den klaren Blick Benebelndes bei. Man muß staunen, wohin er vernünftige Christen bringen kann. Man muß sagen, daß er sie oft geradezu lächerliche, sie gründlich blamierende oder gar anstößige Dinge zu tun veranlaßt, um die von ihnen vertretene Sache Gottes vor der Welt lächerlich zu machen und in Verruf zu bringen. Man vergleiche gewisse Vorgänge in Kassel, in Schlesien und anderen Gegenden. Viele der „Botschaften“ in der Zungenbewegung aus dem Mund der Zungenredner und Propheten, viele der Träume, Gesichte und dgl. enthielten so seichtes, abgeschmacktes, völlig bedeutungsloses Zeug, daß man sich als Christ nur tief schämen konnte, daß Christen, die besonders geistgetauft sein wollten, solches Zeug hervorbrachten. Aber gerade diese Blamage will der Feind. Weil er es bei Christen erreichen will, verstellt er sich oft in einen Engel des Lichts. Der Schwarmgeist bietet sich an als höhere Stufe des Christentums. Der Schwärmer ist unbelehrbar… Jung-Stilling hat einmal gesagt: Die Wurzel des Schwarmgeistes ist der Hochmut. Darum rührt er wohl an das Tiefste, Ernsteste. Warum fiel der große Fürst der Engel… Zu Blumhardt kam einst in sein Möttlinger Pfarrhaus eine Frau, um ihn in langer und breiter Rede wissen zu lassen, wie wundersame Christuserscheinungen und Offenbarungen sie habe. Blumhardt ließ sie ausreden. Dann sagte er kurz und bündig zu ihr: „Und das ist alles vom Teufel!“ Voller Entrüstung stand sie auf und verließ das Pfarrhaus. Nach wenigen Wochen kam sie gebeugt wieder. „Herr Pfarrer, Sie haben völlig recht gehabt. Ich habe erkannt, daß das alles nur aus dem Hochmut gekommen ist.“

Wir sehen, es handelt sich beim Schwarmgeist um ein dunkel verschlungenes Gebiet, um eine Mischung von Wahrheit und Irrtum, um Finsternis in Lichtgestalt, um Hochmut im Gewande von Scheindemut, von der Paulus Kol.2,18 spricht. Daher ist ein schwarmgeistiger Angriff für die Gemeinde viel gefährlicher als der eines offenen Feindes. Für die Gemeinschaftsbewegung war dies ein schwerer Schlag… Wir dürfen das, was über Beurteilung des Schwarmgeistes zu sagen ist, nicht abschließen, ohne einer verführerischen Kraft zu gedenken, die allen solchen Bewegungen beiwohnt: es sind die wunderbaren Vorgänge in ihr und ihre Erfolge. Der Dichter sagt: Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind. Dies Wort bewahrheitet sich leider oft gegenüber religiösen Bewegungen. Wo Krankenheilungen geschehen, wo gar Zungenreden stattfindet oder prophetische Aussprüche verborgene Sünden ans Licht bringen, da ist für viele der Beweis einfach erbracht! Eine solche Sache muß doch von Gott sein! Und wenn es dann auch Bekehrungen gibt, so ist durch solche die Bewegung erst recht legitimiert. Wer die Wahrheit einer Sache allein schon aus ihrem Erfolg herleitet, der steht bereits am Anfang eines Irrweges. Für ihn hat der Herr vergeblich gesagt: „Es werden falsche Christi und Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder tun, daß verführet werden in den Irrtum, – wo es möglich wäre – auch die Auserwählten“ (Matth.24,24). Für ihn hat der Herr vergeblich gewarnt: es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr! Haben wir nicht in deinem Namen geweissagt, Teufel ausgetrieben, in deinem Namen viele Taten getan? Dann werde ich ihnen bekennen: ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Übeltäter (Matth. 7, 22). Was den Beweis aus dem Erfolg betrifft, so ist den Worten des Herrn Jesus nichts hinzuzufügen. Was die Bekehrungen betrifft, so ist es überhaupt ein Geheimnis, wann, wie und wodurch Menschen sich bekehren. Aber schwarmgeistige Bewegungen haben ja auch Gottes Wort, es wird in ihnen verkündigt. Und das einzig in Wahrheit Bekehrende ist ja Gottes Wort. Es wirkt durch sich selbst. Und in jeder solcher Bewegung sind einfältige Menschen, die um die Wirkung des Wortes beten. Das erhört der Herr. Auch schließen die wunderbaren Vorgänge, die von vielen ohne Prüfung hingenommen werden, das Herz für Einflüsse aus der höheren Welt auf. So ist es nicht schwer, die Bekehrungen zu erklären, die in solchen Kreisen vorkommen. Wenn wir aber aus den äußeren und inneren Wirkungen auf die Echtheit und Wahrheit schließen dürften und alles, was solche Wirkungen hervorbringt, anerkennen könnten, dann müßten wir auch die Neuapostolischen anerkennen oder dem Spiritismus religiösen Wert zusprechen.

Auszüge aus seinem Buch „Erkenntnisse und Erfahrungen aus fünfzigjährigem Dienst am Evangelium“

Quelle: http://www.glaubensstimme.de/doku.php?id=autoren:m:michaelis:ueber_den_schwarmgeist

Wie ich mit dem Schwarmgeist in Kontakt kam

Ich selbst kam im Jahr 2000 mit dem Schwarmgeist in Kontakt. Damals war ich 24 Jahre alt. Zuvor hatte ich Magie betrieben und mich mit Esoterik beschäftigt. Daran knüpfte der Geist, der sich als Gottes Geist ausgab, an. Bis zum Jahre 2008, also acht Jahre, stand ich unter diesem Geist. Ich glaubte fest daran, ein Christ zu sein. Aber nichts hätte weiter von der Wahrheit entfernt sein können. Es war nicht Gott, dem ich mich geöffnet hatte. Es war ein satanischer Geist gewesen, der religiöse Gefühle vortäuschte. Dies will ich in den folgenden Zeilen genauer ausführen:

Da der Schwarmgeist ein Geist aus der Finsternis ist, ist er okkulten Ursprungs. Anfällig für diesen Geist sind vor allem Menschen, die medial veranlagt sind. Medial bedeutet: Sie haben sich bereits wissentlich oder unwissentlich für die unsichtbare Welt geöffnet und sind Medien, die daraus Weisung und Informationen erlangen und weitergeben, dazu zählen Magier, Esoteriker, Telepathen und Meditierende.

Solche Dinge praktizierte auch ich. Nach einer etwas chaotischen Kindheit und einer zerbrochenen Liebesbeziehung in meiner Jugend geriet ich an okkulte Literatur und Filme, auch Musik. Gepaart mit Drogenkonsum, der aus Haschisch und LSD bestand, kam ich dieser unsichtbaren Welt immer näher. Die Folge war, dass ich nach einem Drogentrip unter Wahnvorstellungen und Zwangsgedanken litt. Doch statt aufzuhören, begann ich in der unsichtbaren Welt nach Lösungen für meine Probleme zu suchen. Dadurch wurde ich stark medial. Das bedeutet, dass die dämonische Welt immer mehr Einfluss auf mein Leben bekam, denn durch Drogen, Okkultismus und entsprechende Musik öffnet man sich dafür.

Die Diagnose aber, die mir die Ärzte gaben, lautete: Paranoide Schizophrenie. Ich bekam zwar Medikamente, aber meine okkulte Betätigung und die damit verbundene Belastung hörte ich nicht auf. So kamen die Geister immer stärker in mein Leben und plagten mich. Zunächst gaben sie sich noch nicht als Gott aus, sondern als gewöhnliche übernatürliche Mächte.

Im Alter von 24 Jahren kam ich dann in Kontakt mit einem alten Freund, den ich schon von der katholischen Landjugendgruppe her kannte. Er berichtete mir begeistert, dass er ein echter (!) Christ geworden wäre, weil er mit einem angeblichen Gottesmann in Kontakt gekommen wäre, der ihn unterwiesen hätte. Für mich, einen katholisch geprägten jungen Mann, war Religion immer etwas Totes gewesen. Der römisch katholischen Kirche hatte ich in meiner Jugend den Rücken zugekehrt, da ich dort keine befriedigenden Antworten gefunden hatte.
Die Euphorie meines Freundes jedoch, seine ungewöhnlichen Erlebnisse und die Wunder, die er begeistert schilderte, machten mich sofort neugierig. War das vielleicht das echte Christentum? War das das Leben, wie es die Apostel und ersten Christen geführt hatten? Konnte man Gott heute noch mit Zeichen und Wundern erfahren? Wenn das stimmt, dann will ich das auch haben, dachte ich mir. So machte ich mich verstärkt auf die Suche nach Gott. Mein Bekannter hatte sehr viele übernatürliche Erfahrungen gemacht. Er hatte Stimmen gehört und Visionen vor seinen inneren Augen gesehen. Er träumte ungewöhnliche Träume, und in seinem Leben ereigneten sich übernatürliche Fügungen, die keine Zufälle sein konnten. Hier war wirklich eine Macht am Werk, und es musste sich ganz sicher um den echten Gott handeln, so glaubte ich.

In der Folgezeit erlernte ich das Bibelstechen, auf Initiative meines Freundes. Bibelstechen ist ein okkulter Umgang mit der Bibel. Es funktioniert so: Man stellt Gott eine Frage. Danach nimmt man die Bibel zur Hand und schlägt willkürlich eine Stelle auf und legt den Finger darauf. Der Text, den man dann liest, soll die Antwort Gottes sein. Beim Bibelstechen versucht man einerseits von Gott eine Antwort zu erzwingen. Zum anderen praktiziert man Zeichendeuterei, was Gott strikt verboten hat (5. Mose 18,10.14). Diese Praktik ist besonders schlimm, weil man dazu noch Gottes Wort benutzt, um Wahrsagerei zu betreiben. Diese Wahrsagerei ist in schwärmerischen Kreisen verbreitet und wird vom Schwarmgeist gelenkt.

Durch das Bibelstechen wurde ich immer verwirrter. Gerade las ich etwas Aufbauendes. Später wieder etwas Bedrohliches. Ich bekam dadurch Angst vor Gott. Aber ich wollte ihn doch auch durch Zeichen und Wunder erleben, so wie es mein Freund mir immer schilderte. Wie konnte ich einen guten Kontakt zu „Gott“ aufnehmen?

Aus meinen Kindheitserfahrungen in der katholischen Kirche wusste ich: Um Gott zu gefallen, muss man Opfer bringen. Das hatte mir die katholische Kirche von klein auf beigebracht, und genau das wollte ich tun, damit Gott mich annehmen würde. So beschloss ich, Gott meinen guten Ruf zu opfern. Also demütigte und erniedrigte ich mich vor Menschen und machte mich selbst dabei lächerlich. Es tat weh, aber ich glaubte, dass Gott mich nur akzeptieren würde, wenn ich mir selbst Schaden zufügen würde.

Die Antwort aus der unsichtbaren Welt kam noch am selben Tag. Ich lag in meinem Bett auf dem Rücken. Plötzlich öffnete sich eine Tür in meiner Seele (anders kann ich es nicht beschreiben), und ich spürte wie vor mir eine unsichtbare Präsenz war. Es war eine Person. Diese unsichtbare Person lachte und gab mir warme, gute Gefühle in meine Seele. Sie sagte, sie wäre mein Vater, Gott, und dass sie mich über alles lieben würde. Dieser Geist fühlte sich an wie Gott. Ich wurde durchflutet von einem Licht. Es traten überwältigende Gefühle auf. Ich fühlte mich sicher und wohl. Solche Gefühle hatte ich früher nur unter Drogen erlebt.

Jetzt wusste ich: Gott hatte mich angenommen und ich war sein Sohn. Doch eigentlich hatten die Geister nur ihr Auftreten meiner Überzeugung angepasst. Das wohlig, warme Gefühl ging auch die folgenden Monate nicht weg. Ich war wie unter Trance. Ich war überwältigt von meinen seelischen Regungen und Gefühlen, die mir eine seelische Befriedigung nach der anderen bescherten. Einfach überwältigend, aber trotzdem falsch!

Zweifel an den Gefühlen und an „Gott“ kamen erst auf, als ich mit dem Bibelstechen fortfuhr und wieder beängstigende Sätze las. Zusätzlich driftete ich weiter in den Aberglauben und in mediales, übernatürliches Denken ab. Die Dämonen verstärkten ihren Einfluss.

Ich ging viel in die Natur und redete mit dem Geist, der sich als Gott vorgestellt hatte. Tagelang. Bei der Arbeit erkannten mich die Kollegen nicht mehr. Ich war wie ausgewechselt. Das Rauchen und den Alkohol hatte ich aufgegeben und redete nun pausenlos von „Gott“.

Zusätzlich besorgte ich mir christliche Bücher, vor allem katholische. Ich hängte mir ein Christusbild in die Wohnung und warf meine ganze Plattensammlung, meine Poster und meine esoterischen Bücher weg.

Pausenlos redete ich von „Gott“, wenn ich mit Leuten zusammen war. Ich entwickelte ein starkes Bewusstsein für die Sünden anderer. Jeden, der Alkohol trank, sprach ich darauf an, dass Alkoholkonsum nicht gut wäre. Zusätzlich las ich Traktate und Bücher von der Marienschwesternschaft in Darmstadt. Diese Bücher, von einer gewissen Mutter Basilea geschrieben, trieben mich in ein gesetzliches, pharisäerisches Leben hinein. Mutter Basilea stand höchstwahrscheinlich auch unter einem Schwarmgeist.

Mit meinem Freund, der mich zu „Gott“ geführt hatte, unternahm ich aber auch viel. Wir waren ständig auf Missionsreisen und Ausflügen um andere Menschen zu unserem Glauben zu bringen. Ich achtete weiter auf bestimmte Zeichen, praktizierte das Bibelstechen und erlebte ungewöhnliche Fügungen im Alltag, die auf natürliche Weise nicht zu erklären waren. Mich prägte auch ein ungewöhnlicher missionarischer Eifer, so dass ich jeden, mit dem ich redete, zu bekehren versuchte. Jedes Gespräch lenkte ich auf das Thema „Gott“.

Im Nachhinein weiß ich, dass ich nicht den Gott der Bibel verkündigt habe; sondern einen esoterischen Gott, den Schwarmgeist.

Jeden guten Rat, einen Gang zurückzuschalten und cool zu bleiben, lehnte ich ab. Ich wurde regelrecht ärgerlich und aggressiv, wenn mich jemand in die Schranken weisen wollte. Nichts ließ ich mir von anderen sagen, denn die anderen waren nur Ungläubige in meinen Augen. Ich wurde stolz und unbelehrbar, nicht mehr zur Korrektur fähig. Alles wusste ich besser. So gab es Spannungen und üble Nachrede von anderen, und wir machten es bei den anderen genauso. Sollten sie doch reden. Gott würde uns rechtfertigen und die anderen bestrafen, so dachten wir. Wir wurden hart, richtend und hochmütig anderen Menschen gegenüber. Wir erkannten nicht, das wir selber die Getäuschten waren und uns einem anderen Geist und einem anderen Evangelium geöffnet hatten.

Doch ich war nicht mehr ganz sicher: Liebte mich Gott überhaupt? Was wäre, wenn ich von Gott abfallen würde? Ich bekam Alpträume und Schreckensvisionen. Dabei glaubte ich immer noch, es mit Gott zu tun zu haben. Aber die Geister begangen nun, meine Kehle zuzuschnüren. Sie wollten mich in den Selbstmord treiben.

Nach einiger Zeit begann dann der Schwarmgeist sein hässliches Gesicht zu zeigen.

Mit der Zeit fing ich auch wieder an Alkohol zu trinken, zu rauchen und ich entwickelte einen ungesunden sexuellen Appetit. Der Geist trieb mich regelrecht in die Unzucht. Ich fing wieder an, zu Prostituierten zu gehen und Swingerclubs zu besuchen. Es war, als hätte ich die Kontrolle, die ich anfangs über meine Laster gehabt hatte, komplett verloren.

Mit diesen Sünden ging einher, dass ich ein verstärkt schlechtes Gewissen bekam und Gott ständig besänftigen wollte, mich nicht zu bestrafen. Gleichzeitig drehte sich die Abwärtsspirale immer weiter. Das schlechte Gewissen führt zu mehr Sünde und umgekehrt.

Zudem bekam ich Alpträume und Schreckensvisionen, die sich auch im Wachzustand zeigten. Die Menschen merkten, dass ich große Probleme hatte und so kam es, wie es kommen musste: Ich hatte derart erschreckende Visionen und Ängste, dass ich mehrmals in die Psychiatrie kam. Dort hatte ich große innere, seelische Nöte, Depressionen, einen Druck in der Brust und gewaltige Angstzustände. Gott machte mir Angst. Daraus folgten Panikattacken und innere Unruhe.

Der Geist begann, mir nachts die Kehle zuzuschnüren und es gab auch dämonische Attacken in meiner Wohnung. Es polterte in meiner Wohnung, ohne dass ich jemanden sah. Es klopfte an den Wänden.

Trotzdem glaubte ich immer noch fest daran, dass dieser Geist, der sich mir vorgestellt hatte, Gott gewesen sei. Von Jesus Christus wollte ich nichts wissen. Er machte mir Angst. Immer, wenn ich die Evangelien las, hatte ich Angst vor Jesus. Ich wusste, dass etwas nicht stimmte, aber ich konnte mir nicht erklären warum.

Der Schwarmgeist zeigt sich zuerst als wunderschönes Gefühl. Aber mit der Zeit zeigt er sein wahres Gesicht. Da der Schwarmgeist dämonischen Ursprungs ist, will er manche Menschen, die unter ihm stehen, in den Selbstmord treiben. Da der Teufel ein Mörder ist, versuchte er es auch bei mir. Ich hatte jedoch solche Angst vor der Hölle, dass ich es nicht wagte, mich umzubringen. Denn ich wusste: Wenn ich mich jetzt umbringe, dann lande ich in der Hölle. Aber ich fand keinen Frieden mehr. Ich wurde in der Welt und bei der Arbeit umhergetrieben wie ein Blatt im Wind. Ständig versuchte ich „Gott“ zu besänftigen, aber er schien keine Gnade zu kennen. Gnade hatte dieser Geist nicht mit mir. Er war unbarmherzig und eiskalt. Obwohl ich auch noch das Zungenreden erlernte, fand ich keine Befreiung. Ich meinte, wenn ich viel in Zungen reden würde, dann würde es besser werden. Aber das Gegenteil war der Fall. Es wurde immer schlimmer. Es traten dann auch nachts auch brutale Sexträume auf, nachdem ich in Zungen geredet hatte.

Ich war in einem einzigen Alptraum gefangen. Obwohl ich viel in der Bibel las, ging mir die Zusammenhänge nicht auf. Der Geist legte einen Schleier über meine Augen, so dass ich das Evangelium nicht erkennen konnte. Zusätzlich las ich viele christliche Bücher, aber auch sie verstand ich nicht richtig. Ich war gefangen in einem schlimmen Kreislauf, aus dem ich nicht herauskam, egal wie sehr ich mich anstrengte. Der Schwarmgeist spielte mit mir ein grausames Spiel. Es war für mich die Hölle auf Erden.

Verzweifelt suchte ich nach einem Ausweg. Die Angst vor Gott und vor Gottes Gericht war gewaltig. Ich sah in Gott keinen liebenden Vater mehr, sondern einen grausamen Tyrannen. Gleichzeitig las ich viel pfingstliche und charismatische Literatur. Dadurch eignete ich mir noch mehr Arten des „christlichen“ Aberglaubens an. So glaubt ich z. B. verfluchte Geschenke bekommen zu haben, wenn jemand mir etwas geschenkt hatte. So wurde ich immer misstrauischer gegenüber meinen Mitmenschen und auch den Ärzten.

Einige Male hatte ich längere Psychiatrieaufenthalte, bei denen mir niemand helfen konnte. Die Ärzte wussten sich keinen Rat und kamen nicht an mich heran. Mein Gottesbild entsprach eher dem magischen Denken, als dem biblischen. Durch diesen Aberglauben hatte der Schwarmgeist fast völligen Einfluss auf mich und vergiftete mich weiterhin mit seinen negativen Gedanken. Er machte mich seelisch und geistig krank und ich magerte körperlich ab. Einmal wog ich nur noch ca. 60 Kilo bei einer Größe von über 1,80 m.

Was so gut angefangen hatte, entwickelte sich zu einem Albtraum.

Dieser ganze Kreislauf dauert ungefähr sieben Jahre. Ich wundere mich heute darüber, überhaupt noch am Leben zu sein. Denn oft kam ich in Situationen, in denen mir Selbstmord als einzige Erlösung erschien. Doch ich hatte auch zu große Angst vor der Hölle, so dass ich es nicht wagte, Selbstmord zu begehen.

Der Schwarmgeist geht jedoch nicht bei allen so vor. Werkzeugen, die ihm willig dienen, kann er auch Erfolg und Ansehen verschaffen. Er kann ihnen finanzielles Wohlergehen und beruflichen Aufstieg ermöglichen. Auch das habe ich an bestimmten Leuten gesehen. Manche Menschen, die er besetzt, will er jedoch in den Selbstmord und damit in die Verdammnis treiben. Es ist ein satanischer Geist und der Satan ist ein Mörder von Anfang an.

Das Gefährliche am Schwarmgeist ist, dass er einen christlichen Anstrich hat. Der Teufel kennt die Bibel gut und der Schwarmgeist dringt mit der Bibel in der Hand in die Christenheit ein. Dabei blendet er aber meistens das Erlösungswerk von Jesus Christus fast vollkommen aus und beschäftigt sich mit Nebensächlichkeiten der Bibel. Zusätzlich führt er in die Gesetzlichkeit, so dass der von ihm Besetzte nicht zur Sündenvergebung und Erlösung kommt. Der Geist ist sehr religiös, aber er ist nicht der Heilige Geist, der Jesus Christus verherrlicht. Wenn er jemand verherrlicht, dann ist es ein anderer Christus, der zwar dem echten Jesus Christus ähnlich ist, aber in Wirklichkeit der Geist des Antichristus ist. Beide sehen sich ähnlich. Aber beide sind völlig verschiedenen Ursprungs. Wer von diesem Geist besetzt ist, glaubt etwas Besseres zu sein, als andere „normale“ Christen. Der Geist macht darin auch die Sünden der anderen groß und die eigenen klein. Der Geist macht hochmütig und stolz. Er schaut auf andere herab und achtet den anderen geringer als sich selbst. Es sei denn, es handelt sich um eine charismatische Führungsperson. – Diese bekommt schon fast Anbetung und Verehrung. In der Regel verehrt oder verachtet man dabei die Mitmenschen in ungesunder Weise.

Wie ich diesen dämonischen Fängen entfliehen konnte, schildere ich in meinem Buch „Geisteskrank – Sex, Drugs, Rock´n´Roll und Schizophrenie“, das auch unter dem Titel „Zwischen Wahnsinn und Gott“ veröffentlicht wurde.

Viele dieser geschilderten Merkmale dieses Geistes treten in der ein- oder anderen Form bei den von ihm besetzten Menschen auf. Beim einen stärker, beim anderen weniger stark. Was jedoch immer der Fall ist: Dieser Geist ist eine große Gefahr für Körper, Geist und Seele. Darum sollte man sich vor ihm hüten!

2Kor 11,4 Denn wenn der, welcher [zu euch] kommt, einen anderen Jesus verkündigt, den wir nicht verkündigt haben, oder wenn ihr einen anderen Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so habt ihr das gut ertragen.

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