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Böse Tage

Heutzutage hat man es oberflächlich betrachtet leichter, wenn man kein allzu genaues Gewissen hat, denn dann lebt es sich noch einfacher. Natürlich heißt das nicht, dass ein solcher Mensch vor Gott gerecht dasteht, denn meist leben solche Menschen ohne Gott. Wenn man aber beobachtet, was auf dieser Welt und in unserem Land alles an Gesetzlosigkeit und Unrecht im Namen von Recht und Ordnung geschieht, dann könnte man bei einem funktionierenden Gewissen „den Glauben an das Gute im Menschen“ verlieren, wenn man ihn nicht längst schon verloren hat. Die Bibel ist da nüchterner, sie zeigt eindeutig auf, dass im Menschen nichts Gutes ist:

Röm 3,10 wie geschrieben steht: »Es ist keiner gerecht, auch nicht einer; 11 es ist keiner, der verständig ist, der nach Gott fragt. 12 Sie sind alle abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer! 13 Ihre Kehle ist ein offenes Grab, mit ihren Zungen betrügen sie; Otterngift ist unter ihren Lippen; 14 ihr Mund ist voll Fluchen und Bitterkeit, 15 ihre Füße eilen, um Blut zu vergießen; 16 Verwüstung und Elend bezeichnen ihre Bahn, 17 und den Weg des Friedens kennen sie nicht. 18 Es ist keine Gottesfurcht vor ihren Augen.«

Diese Bestandsaufnahme ist zwar vernichtend, aber sie entspricht der bitteren Realität, und heute kommen diese Dinge in noch nie dagewesener Häufigkeit und Größenordnung zum Vorschein. Ich will gar nicht so genau auf die Weltpolitik, den Verfall des Christentums, die allgemeine soziale Verrohung, das alltäglich präsente Verbrechen und das bösartige Gestreite und Gezanke im Web eingehen, denn man wüsste eigentlich schon gar nicht mehr, wo man überall anfangen müsste, aber selbst der größte Atheist müsste jetzt schon gemerkt haben, dass wir in einer Zeit des ungeheuren Niedergangs leben und einer massiven Ausreifung des Bösen. Die schöne neue Welt entpuppt sich als satanischer Alptraum. Die viel gerühmte Toleranz nimmt man zwar gerne noch für sich selber in Anspruch, aber anderen gesteht man sie nicht zu: „Toleriere was ich tue und wehe, einer wagt es, mich auf meine Fehler aufmerksam zu machen, dann…!“ Man lebt nach dem Motto: „Alle denken nur an sich, nur ich denke an mich!“ Alle guten Ideen, Ideologien und Vorsätze scheitern an der Bosheit des Einzelnen.

Die Bibel behält eben immer noch Recht. Die Atheisten, Esoteriker, Mohammedaner, Kommunisten und auch die theologischen Bibelkritiker müssen halt endlich einmal einsehen, dass der alte Spruch: „Ohne Gott und Sonnenschein fahren wir die Ernte ein.“ nicht stimmt und noch nie gestimmt hat. Wir sind auf unseren Schöpfer angewiesen. Auch wenn er sich in unseren Tagen scheinbar im Hintergrund aufhält, so ist doch Er es, der die Welt zusammenhält (vgl. Hebr 1,3). Wenn ein Leben ohne Gott möglich wäre, dann hätte doch in den letzten Jahrtausenden der alte Traum vom Paradies auf Erden endlich einmal schöne Wirklichkeit werden können, denn bis jetzt herrschten meist nur Menschen über Menschen und nicht Gott. Wir haben jedoch alles Gute zerstört und pervertiert.

Wenn das, was jetzt nach und nach immer deutlicher zum Vorschein kommt, ein goldenes Zeitalter sein soll, dann frage ich mich ernsthaft, wie sich die Leute denn noch ein finsteres Zeitalter vorstellen.

Was wurde ich von den Leuten schon beleidigt und angegangen, weil ich an Jesus Christus glaube?! Was wurde mir schon alles unterstellt, wie hat man versucht, mich zu reizen, mir Böses nachzusagen und Gründe gesucht, meine Integrität anzugreifen?! Nicht nur verbal, sondern auch mit körperlicher Gewalt. Viele angesprochenen Dingen waren ja nicht komplett aus der Luft gegriffen, denn ich bin eben ein Mensch mit vielen Fehlern, das gebe ich zu. Manche Aussagen meiner Gegner waren teilweise schon richtig, nur konnten auch sie nicht immer meine wirklichen Motive erraten. Diese Leute, denen sich jeder echte Christ ausgesetzt sieht, haben im Endeffekt keine Ahnung, in welch großer Gefahr sie sich befinden, denn:

Hebr 10,31 Es ist schrecklich, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen!

Wer einmal den Vorgeschmack der kommenden Verdammnis hatte, – und es gibt auch heute noch Leute, die in ihrem Leben nahe an der Hölle waren, – der wird nicht mehr leichtfertig über Gott spotten. (Es geht hier nicht um Höllenvisionen, sondern um körperlichen, seelischen oder geistigen Schaden, den man durch Sünde erleiden kann.)

Wir leben auch in einer Zeit, in der es noch nie so leicht war wie heute, eine biblische Botschaft direkt aus der Bibel oder aus einer Predigt zu bekommen. Die Menschen im Mittelalter wären froh gewesen, hätten sie unsere Möglichkeiten heute, an das Wort Gottes zu kommen. Im Mittelalter war es nicht möglich, eine Bibel in der eigenen Sprache bei sich zu Hause zu haben, wenn man nicht in einem Kloster oder einer Kirche wohnte. – Große Möglichkeiten schaffen auch große Verantwortung! Wir können uns nicht entschuldigen, die Botschaft des Evangeliums nicht gehört zu haben. Wir können uns außerdem nicht vor Gott entschuldigen, wenn er über unser Leben Rechenschaft haben will, denn wir wissen noch um Gut und Böse. Und doch sind wir sogar auch als Christen die größten Versager, ich schließe mich hierbei mit ein.

Es gibt einen erschütternden Spruch im Buch der Sprüche. Wir alle kennen den Messias Jesus Christus, der bei seinem gewaltsamen Tod am Kreuz in Lk 23,34 für seine Feinde betete. Diese Tat des Herrn wird gerne gepredigt. Es gibt aber auch einen Aspekt, der heute nicht mehr so häufig gepredigt wird, weil er zu hart klingt. Er richtet sich an diejenigen, die die Wahrheit gehört haben, aber sich nicht nach ihr richten wollten:

Die Weisheit ruft zur Umkehr auf

Spr 1,20 Die Weisheit ruft draußen laut, öffentlich lässt sie ihre Stimme hören; 21 auf den Plätzen, im ärgsten Straßenlärm schreit sie, an den Pforten der Stadttore hält sie ihre Reden: 22 Wie lange wollt ihr Unverständigen den Unverstand lieben und ihr Spötter Lust am Spotten haben und ihr Toren Erkenntnis hassen? 23 Kehrt um zu meiner Zurechtweisung! Siehe, ich will euch meinen Geist hervorströmen lassen, ich will euch meine Worte verkünden! 24 Darum, weil ich rufe und ihr mich abweist, weil ich meine Hand ausstrecke und niemand darauf achtet, 25 weil ihr vielmehr allen meinen Rat verwerft und meine Zurechtweisung nicht begehrt, 26 so werde auch ich über euer Unglück lachen und über euch spotten, wenn das kommt, was ihr fürchtet, 27 wenn das, was ihr fürchtet, als Verwüstung über euch kommt und euer Unheil euch überraschen wird wie ein Sturm, wenn euch Angst und Not überfällt! 28 Dann werden sie mich anrufen, aber ich werde nicht antworten; sie werden mich eifrig suchen und nicht finden, 29 weil sie die Erkenntnis gehasst und die Furcht des HERRN nicht erwählt haben, 30 weil sie meinen Rat nicht begehrt und alle meine Zurechtweisung verschmäht haben. 31 Darum sollen sie von der Frucht ihres eigenen Weges essen und von ihren eigenen Ratschlägen genug bekommen! 32 Denn die Abtrünnigkeit der Unverständigen bringt sie um, und die Sorglosigkeit der Toren stürzt sie ins Verderben. 33 Wer aber auf mich hört, der wird sicher wohnen; er kann ohne Sorge sein und muss kein Unheil fürchten.

Es gibt böse Tage; aber die bösesten Tage sind die, in denen der Himmel verschlossen ist. Wenn man zu Gott ruft und kein Gott da ist. Wenn man ein Wort von Gott hören will und keine Antwort bekommt. Wenn man am Boden liegt, und jemand kommt und tritt noch kräftig nach und niemand hilft einem. Dann, wenn keine Hoffnung mehr da ist, sondern völlige Verzweiflung. Wer nicht will, dass es in seinem Leben dazu kommt, der sollte sich unbedingt an Jesus Christus, die Weisheit in Person (1Kor 1,30), wenden:

Apg 2,21 Und es soll geschehen: Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird errettet werden.«

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